49 Blutige Kunst - Der Fall Fletcher und Blum
Shownotes
Am Abend des 22. Juli 2020 sitzt Emma in ihrer Küche und wartet. Es ist schon Nacht und durch Berlin weht ein kühler Wind. Nach Tagen mit an die 30 Grad sind die 15 Grad in dieser Nacht schon fast kalt. Emma sitzt in der Küche, während auf dem Herd das dampfende Abendessen steht und wartet. Aber nichts passiert. Es wird später und später und langsam wird Emma nervös. Dann klingelt es an der Tür. Emma geht zur Wohnungstür. Mittlerweile ist es schon fast Mitternacht. Wer klingelt um diese Zeit bei ihr? Langsam dreht sie den Schlüssel im Schloss um und öffnet die Tür - erst einen Spalt, um zu sehen wer dort steht. Als sie die Personen erkennt, lässt sie die Hand sinken und die Tür schwingt von selbst auf. Im Hausflur stehen zwei Kriminalbeamte und bitten um Einlass. Emma lässt sie wortlos an sich vorbei in die Wohnung gehen. Dann sagt einer der Beamten das, was Emma schon erwartet hat: „Es ist etwas Schlimmes vorgefallen.“
Autoren: Carolin Johannsen Karolin Kandler Jule Gölsdorf
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https://en.wikipedia.org/wiki/Rebeccah_Blum
https://hyperallergic.com/rebeccah-blum-obituary/
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Transkript anzeigen
00:00:01: Am Abend des Zweiundzwanzigsten Juli-Zweißen-Zwanzig sitzt Emma in ihrer Küche und wartet.
00:00:07: Es ist schon Nacht und durch Berlin weht ein kühler Wind.
00:00:11: Nach Tagen mit an die dreißig Grad sind die fünfzehn Grad in dieser Nacht fast schon kalt.
00:00:17: Emma sitzt in der Küche während auf dem Herd, das dampfene Abendessen steht und wartet.
00:00:23: Aber nichts passiert.
00:00:25: Es wird später und später.
00:00:27: Und langsam wird Emma nervös.
00:00:30: Dann klingelt es an der Tür.
00:00:32: Mittlerweile ist es schon fast Mitternacht.
00:00:35: Aber wer klingelt um diese Zeit bei ihr?
00:00:38: Langsam dreht sie den Schlüssel im Schloss um und öffnet die Tür.
00:00:43: Erst ein Spalt, um zu sehen, wer dort ist.
00:00:46: Und als sie die Personen erkennt, lässt sie die Hand sinken und die Tür schwingt von selbst auf.
00:00:52: Im Hausflur stehen zwei Kriminalbeamte und bitten um Einlass.
00:00:57: Emma lässt sie wortlos an sich vorbei in die Wohnung gehen.
00:01:00: Und dann sagt einer der Beamten das, was Emma schon erwartet hat.
00:01:05: Es ist etwas Schlimmes vorgefallen.
00:01:16: Warum töten Männer Frauen?
00:01:18: Aus Wut, aus Angst, sie zu verlieren?
00:01:21: Oder weil sie glauben, sie hätten das Recht dazu?
00:01:24: Aus Liebe wird Besitz, aus Nähe wird Kontrolle
00:01:27: und beides führt zu tödlicher Gewalt.
00:01:30: Wir sprechen über Femizide, und über Frauen, die mal geliebt
00:01:33: haben und mit ihrem Leben bezahlen.
00:01:36: Wir fragen uns, warum passiert das immer wieder und was können wir dagegen tun?
00:01:40: Ein True Crime Podcast über die dunkelsten Seiten patriarchaler Gewalt.
00:01:49: Und damit Happy New Year und herzlich willkommen hier bei Sisters in Crime.
00:01:58: Ein tolles neues Jahr wünschen wir euch.
00:01:59: Hoffentlich kommt alles so, wie ihr es euch erträumt.
00:02:03: Und schön, dass ihr wieder mit dabei seid.
00:02:04: Hast du da schön gefeiert, Jule?
00:02:06: Ja, ein bisschen.
00:02:07: Ich hab ja erst noch gesendet, hatte Newstime und bin dann nach Österreich gefahren, was ja von München sehr entspannt ist, in knapp zwei Stunden.
00:02:14: Da waren Freunde von mir in Leo Gang und wir haben dann ganz gemütlich da im Hotel gegessen und sogar ein bisschen getanzt.
00:02:19: Immerhin trotz eines Zweijährigen, den wir dabei hatten.
00:02:22: Wirklich?
00:02:22: Ja.
00:02:23: Und bei dir?
00:02:24: Bei uns war es relativ ruhig und entspannt.
00:02:26: Also wir waren mit den Kindern essen, sind anschließend halb vorm Fernseher eingeschlafen und dann zum Rathaus... Platz gegangen bei unserem Ort.
00:02:33: Da gab es so eine Silvester Laser Show.
00:02:36: Am liebsten wäre es mir aber eigentlich um zehn ins Bett zu gehen.
00:02:39: Also das ist eigentlich mein liebstes Silvester.
00:02:41: So wurde es jetzt ein Uhr, aber das war natürlich auch okay.
00:02:44: Früher war ich immer total sentimental an Silvester.
00:02:47: Wenn so das neue Jahr anfing, ich weiß nicht, kennst du das auch?
00:02:50: Ja, schon so ein bisschen, weil man ja dann so zurückschaut und sich so fragt, wie war das vergangenen Jahr und hat man irgendwie die Sachen erreicht, die man erreichen wollte.
00:02:57: Und auch wenn man irgendwelche Menschen vermisst oder so, ich finde, das gab es öfter mal bei mir, dass man dann so beim Feuerwerk so in den Himmel guckt und sich so denkt, oh Gott, ich vermisse die eine Person.
00:03:06: Das kenne ich schon von früher.
00:03:07: Aber mittlerweile geht es euch immer ganz gut.
00:03:09: Ja, ich habe es zum Glück auch überwunden.
00:03:11: Und fürs neue Jahr, da haben wir uns übrigens, was unsere Rubriken angeht, was Neues ausgedacht.
00:03:16: Wir werden natürlich weiterhin von tödlichen Gerichten von Wine.
00:03:19: in Crime und Hankers Mahlzeiten berichten.
00:03:21: Aber wir wollen auch euch zu Wort kommen lassen.
00:03:25: Ab sofort könnt ihr uns nämlich eure persönlichen True Crime Story schicken.
00:03:30: Also habt ihr selbst zum Beispiel irgendwas Unheimliches erlebt oder was Gruseliges?
00:03:35: Dann schreibt uns euer Erlebnis gern als Nachricht bei Instagram und der Sisters in Crime.Podcast.
00:03:40: Und wir lesen es dann hier im Podcast vor.
00:03:43: Schreibt bitte auch immer dazu, ob wir euren Namen nennen dürfen oder ob wir eure Geschichte anonym erzählen sollen.
00:03:49: Ja, weil wir bislang hier noch keine Geschichten von euch haben.
00:03:52: Meine Frage an dich, hast du schon irgendwas True Crime Story-mäßiges selbst erlebt?
00:03:57: Also nicht super Schlimmes, aber ich bin ja Reitermädchen, habe ich glaube ich schon mal erzählt.
00:04:02: In Hannover hatte ich auch ein eigenes Pferd und war da auch so beim Ponyreiten.
00:04:06: Früher habe ich da so angefangen, irgendwann hatten wir auch eigene Pferde und sind dann immer ausgeritten.
00:04:09: Und es gab eine Strecke, die halt einfach feststand, was so ein Reiterweg war.
00:04:13: Und da gab es einen Exhibitionisten.
00:04:16: der halt einfach sich hinter den Bäumen versteckt hat.
00:04:18: Wenn er dann gesehen hat, dass wir mit unseren Pferden da lang geritten kam, dann kam er halt auf den Weg und tat seinen.
00:04:23: Stück entblöst und stand halt einfach auf dem Weg.
00:04:26: Kein schöner Anblick.
00:04:27: Ja,
00:04:27: aber es waren ja dann auch Kinder dabei, oder?
00:04:29: Die das gesehen haben.
00:04:30: Ja,
00:04:30: zumindest Jugendliche, ne?
00:04:31: Also das war schon krass.
00:04:32: Und irgendwann hatte ich aber ein ziemlich großes Pferd, dann ein eigenes Pferd, und dann bin ich auf den so zugaloppiert, als der da auf dem Weg stand.
00:04:38: Da hat er sich wirklich nur noch mit einem Sprung in den Busch gerettet.
00:04:42: Und dann ist er tatsächlich nicht mehr aufgetaucht.
00:04:45: Das hat ihm dann wohl Angst gemacht.
00:04:46: Ja, aber
00:04:46: eine gute Reaktion
00:04:47: von dir.
00:04:49: Aber wie schrecklich.
00:04:50: Oh Gott, warum machen wir dann so was?
00:04:52: Ja, das
00:04:52: frag ich.
00:04:52: mich auch.
00:04:53: Also irgendwas muss das ja bei den Männern dann auslösen, dass die Frauen Angst machen vielleicht.
00:04:57: Also ich kann es null nachvollziehen.
00:04:59: Aber gut, mir leuchtet es auch nicht ein, dass Männer dick pics verschicken.
00:05:03: Kriegst du ja wahrscheinlich auch manchmal?
00:05:04: Ich krieg auch immer mal wieder welche bei Instagram.
00:05:06: Also ich sag mal so, wenn ein Foto kommt, mach ich es gar nicht mehr auf mittlerweile.
00:05:10: Aber man kann sicher denken, was dahintersteckt.
00:05:12: Ja, und das ist irgendwie keine Ausnahme.
00:05:13: Warum machen Männer so was als ist so widerlich?
00:05:16: Und ich frag mich, ob sich die Männer dann denken, dass die Frauen das attraktiv finden, weil die Schockreaktionen sehen sie ja in dem Moment nicht oder denken sich interessant oder lustig.
00:05:26: Ich verstehe es einfach nicht, warum Männer solche Fotos verschicken.
00:05:30: Naja, es ist wirklich ein bisschen krank.
00:05:31: Mir fällt ja auch nicht viel zu ein.
00:05:32: Aber gut.
00:05:33: Wechseln wir mal das Thema und kommen auf deinen Fall, würde ich sagen.
00:05:36: Ja, gern.
00:05:37: Wir befinden uns in Berlin im Sommer, es ist der erste Sommer der Corona-Pandemie.
00:05:44: Nach monatelangen Lockdowns gibt es erstmals wieder Lockerungen.
00:05:47: Die Stimmung ist vorsichtig optimistisch, weil die Corona-Inzidenz sinkt.
00:05:52: Man trifft sich wieder und draußen gibt es wieder ein paar Veranstaltungen unter Auflagen.
00:05:57: In dem Sommer leben Emma und ihre Mutter Rebecca Bloom gemeinsam in einer Wohnung in Berlin Mitte.
00:06:04: Emma ist einundzwanzig Jahre alt.
00:06:08: Die beiden sind zusammengezogen, als Emma gerade einer toxischen Beziehung entkommen ist.
00:06:13: Jetzt wohnen die beiden schon eine ganze Weile zusammen und das auch sehr harmonisch.
00:06:18: Sie lassen sich ihre Freiheiten, sind aber auch für einander da und verstehen sich so gut wie zwei Freundinnen.
00:06:25: Und hier hast du mal ein Foto von Rebecca und Emma.
00:06:34: Freundin, wenn natürlich auch klar ist, dass eine von beiden Jüngern ist als die andere, aber die Jüngere sitzt wahrscheinlich auf einem Stuhl und ihre Mama hat so ihre Arme von hinten um sie gelegt.
00:06:44: Beide sind dunkelhaarig und gucken sehr happy in die Kamera, besonders die Mama, strahlt total.
00:06:50: Und die Tochter guckt auch total sympathisch.
00:06:53: Also man sieht, dass die beiden sich wirklich mögen.
00:06:55: Ja, deswegen wundert das Emma erst mal auch nicht, als ihre Mutter am Abend des Zweiundzwanzigsten Juli-Zwei-Tausen-Zwanzig nicht wie verabredet zum Abendessen auftaucht, denn sie weiß, dass das manchmal vorkommt, dass ihre Mutter vielleicht das Handystumm gestellt hat oder auch noch unterwegs ist.
00:07:12: Eigentlich wollte ihre Mutter Rebecca bei ihrem Freund schlafen, hat sich dann aber umentschieden.
00:07:17: Rebecca und ihr Freund haben sich gestritten und Rebecca ihrer Tochter mitgeteilt, dass sie doch nach Hause kommen wird.
00:07:23: Emma hat Angeboten zu kochen.
00:07:26: Und auch Emma's Freund ist an diesem Abend in der Wohnung.
00:07:29: Beide beginnen mit dem Abendessen und stellen den Rest für Rebecca in den Ofen und machen es sich vor dem Fernseher gemütlich.
00:07:36: Noch macht sich Emma keine Sorgen, erst als es immer später wird, wundert sie sich.
00:07:41: Und dann klingelt es plötzlich an der Tür.
00:07:45: Und da sind wir wieder an unserer Anfangsszene.
00:07:47: Vor der Tür stehen jetzt die zwei Kriminalbeamte, die ihr sagen, dass etwas vorgefallen sei.
00:07:53: Sie begleiten immer in die Wohnung und bleiben mehrere Stunden mit ihr und ihrem Freund dort.
00:07:58: Aber was sagen Sie ihr?
00:07:59: Also sagen Sie ihr jetzt, dass Rebecca tot ist?
00:08:02: Das denkt man ja sofort, wenn was Schlimmes passiert sein soll.
00:08:05: Und warum bleiben Sie mehrere Stunden?
00:08:07: Das ist ja schon lange.
00:08:08: Also sie sagen ihr bislang nicht, dass ihre Mutter tot ist, sie sagen nur, dass Rebekahs Freund ihr etwas angetan hat, also der Mutter.
00:08:15: Und weil sie nicht abschätzen können, ob jetzt auch Emma in Gefahr ist, bleiben die Beamten eben erstmal in der Wohnung, um sie abzusichern.
00:08:23: Ja, Emma ist natürlich total verunsichert.
00:08:25: Sie hat totale Angst, denn ihr kochen die Emotionen hoch, sie ist verzweifelt, wütend, traurig, alles durcheinander.
00:08:31: Dann aus Reflex heraus schleudert sie Porzellan auf den Küchenboden, es zerbricht und die Scherben fliegen durch die Luft.
00:08:39: Emma zertrümmert noch mehr Geschirr und weint und weint.
00:08:43: Das klingt jetzt aber schon so, als wäre sie überzeugt davon, dass ihre Mutter ja entweder nicht mehr lebt oder dass sie halt irgendwas super wütend gemacht hat.
00:08:51: Ja, also wahrscheinlich hat sie schon so eine Ahnung, irgendein Gefühl, dass was Schlimmes passiert sein könnte.
00:08:55: Ich meine, so ganz umsonst bleiben wir Beamten ja auch nicht mehrere Stunden in der Wohnung, also wenn jetzt nur eine Lapalie passiert sein würde.
00:09:03: Aber sie hat trotzdem noch Hoffnung, also die gibt sie nicht auf.
00:09:06: Irgendwann geht Emma dann aber nach draußen.
00:09:08: Inzwischen hat das angefangen zu regnen.
00:09:11: Und der Regen hat die Luft abgekühlt.
00:09:13: Es sind nur noch etwa fünfzehn Grad und Emma läuft auf die dunkle Straße hinaus und betet.
00:09:19: Eigentlich sagt sie selbst, dass sie gar nicht ergläubig ist, aber in diesem Moment betet sie dann einfach und hofft, dass ihre Mutter noch lebt.
00:09:27: Sie steht da im Regen und ihre Haare und ihre Kleidung werden langsam nass und nasser.
00:09:33: Irgendwann hat das Warten ein Ende.
00:09:34: Denn aus dem Warten wird ein Schock und aus dem Schock wird wenige Stunden später eine Wahrheit, die emas Leben für immer verändern wird.
00:09:44: Denn Rebecca Blum, ihre Mama, ist tot.
00:09:48: Der Befeuchte aber erzähle, was genau passiert ist, erzähle ich dir noch ein bisschen was über Rebecca.
00:09:53: Sie ist gebürtige Amerikanerin.
00:09:55: Sie wurde nineteenhundertsechzig geboren, ist im Jahr zwei tausendzwanzig, also dreieinfünfzig Jahre alt.
00:10:02: In den USA in Washington DC hat sie Kunstgeschichte studiert.
00:10:07: Die Faszination für Kunst liegt ihr im Blut.
00:10:09: Ihre ganze Familie hat eine Verbindung dazu.
00:10:12: Einer ihrer Großväter war Künstler, ihre Mutter malt in der Freizeit und ihr Vater ist Professor in Pennsylvania und Experte für europäische Neuzeit und deutsche Geistesgeschichte.
00:10:24: Es liegt also nahe, dass auch die Tochter Rebecca sich für Kunst interessiert.
00:10:29: Rebeccas Eltern sind schon lange getrennt und Rebecca zieht in den neunziger Jahren nach Europa, genauer gesagt nach Berlin.
00:10:36: Dennoch hat sie regelmäßig Kontakt zu den Eltern, meist telefonieren sie.
00:10:42: In Berlin baut sich Rebecca eine Existenz auf.
00:10:45: Erst gründet sie einen gemeinnützigen Kunstverein mit dem Namen BASE, später eine kleine Beratungsfirma, Bloom Fine Art Management, die sich an Künstler, Sammler und Galeristen richtet.
00:10:59: Parallel baut sie in Berlin eine Galerie mit auf und ist Repräsentantin einer Galerie in New York.
00:11:05: Ihre Freunde sagen über Rebecca, dass sie eine sehr fröhliche Frau gewesen sei.
00:11:10: Sie sagen, sie war zwar Teil der Künstlerwelt, aber irgendwie auch nicht, weil sie gar kein Wert auf Geld oder Status gelegt hat.
00:11:17: Sie beschreiben Rebecca als lebenshoh, bodenständig und glaubwürdig.
00:11:21: Und hier habe ich dir mal ein Foto rausgesucht.
00:11:23: Das ist irgendwie ganz lustig.
00:11:24: Aber ich glaube, das beschreibt sie ganz gut.
00:11:26: Kannst du dir auch mal erzählen, wie sie da wirkt?
00:11:27: Sie hat auf jeden Fall einen Hang für lustige Fotos.
00:11:29: Und das hat schon was Künstlerisches irgendwie.
00:11:31: Sie hat einen Spargel im Mund.
00:11:34: einen grünen Spargel zwischen den Zähnen, trägt einen Hut und guckt auch wieder so strahlend in die Kamera, trägt eine dunkelgraue Jacke, ein dunkelrotes T-Shirt, darunter steht er so im Garten und guckt so ganz fröhlich in die Kamera.
00:11:48: Und ich glaube, das Foto ist aufgenommen in Brandenburg.
00:11:50: Da haben sie nämlich ein Ferienhaus.
00:11:52: Dazu aber später noch mehr.
00:11:54: Im Jahr und Jahrhundert neunundneinzig kommt Rebeccas Tochter Emma zur Welt.
00:11:59: Die beiden leben gemeinsam in Berlin.
00:12:02: Aber Rebecca trennt sich von dem Vater.
00:12:04: Ein paar Jahre später lernt sie einen neuen Partner kennen, Saul Fletcher.
00:12:08: Saul ist ebenfalls in der Kunstbranche.
00:12:11: Er ist Künstler, macht Fotos und Kunstwerke aus verschiedensten Materialien.
00:12:16: Und hier siehst du mal Saul und eins seiner Werke.
00:12:20: Also Saul guckt etwas grimmig in die Kamera, wie man sich so einen etwas eigensinnigen Künstler auch vorstellt.
00:12:27: Er trägt schwarze Klamotten, hat so ein Hoodie an.
00:12:30: trägt eine Brille, hat ein Schnauzer, die Haare so ein bisschen aus der Stirn gestrichen und so ein bisschen längere Haare.
00:12:36: Neben ihm sieht man schon eines seiner Kunstwerke.
00:12:40: Man kann nicht so genau erkennen, ist das eine Leinwand?
00:12:42: Da hinter ihm?
00:12:42: oder einfach die Wand an sich, die ist auf jeden Fall bemalt.
00:12:45: Und auf dem zweiten Foto sieht man so eine Art Skulptur.
00:12:48: Ich glaube, das ist einfach so eine Palette, die er umfunktioniert hat als Kunstwerk.
00:12:53: Er hat da So fedendrum rumgespannt hat ein Herz in die Palette reingeschnitten.
00:12:59: Davor steht noch so was wie ein Teil von einem Hocker, könnte es sein.
00:13:04: Also muss man mögen, glaube ich.
00:13:06: Also ist auf jeden Fall außergewöhnlich, zumindest für unseren Blick.
00:13:10: Also Saul Fletcher, der ist Engländer.
00:13:12: Er und Rebecca lernen sich bei einer Kunstmesse in Brasilien im Jahr zwölf kennen.
00:13:17: Er folgt ihr dann nach Berlin.
00:13:19: In Berlin macht Saul weiterhin Kunst.
00:13:22: Da ist zum Beispiel sein Atelier, in dem er bemalte Leinwände und Installation erschaffen hat.
00:13:27: Er hat aber nicht nur auf Leinwände gemalt, sondern auch die Wände des Ateliers mit Skizzen und Graffiti bekritzelt, hat viele viele Schichten draufgemalt und manches Skizzen hat er später verwischt, andere übermalt, aber so ganz verschwunden sind sie nie.
00:13:41: Und dann sind da noch einige Objekte an den Wänden.
00:13:43: Puppen, Totenmasken, Pferden mit getrockneten Zweigen, Zettel, Vogelfedern, Gerippe, tote Vögel, Treibholz, Bücher, Kleidung, Kreuze.
00:13:54: Das ist eine interessante Mischung, würde ich mal sagen.
00:13:58: Vielleicht verstehen wir einfach zu wenig davon.
00:13:59: Vielleicht ist das ja auch ganz große Kunst.
00:14:01: Auf jeden Fall kam es sehr gut an.
00:14:03: Einer der Gründe dafür ist vielleicht aber auch, dass Rebecca ihn unterstützt, denn sie organisiert Ausstellungen für ihn und hat Kontakte zu allen möglichen Galerien und Sammeln.
00:14:13: Die beiden führen also eine geschäftliche, aber auch eine private Beziehung.
00:14:18: Seine Werke werden ausgestellt, Galeristen sehen Potenzial in ihm und er wird als Held der Arbeiterklasse gehandelt.
00:14:25: Die haben aber die Beziehung zwischen Rebecca und Saul, die ist nicht ganz so perfekt, wie man vielleicht denken könnte.
00:14:31: Zwar sind sie im Jahr-Zw-A-Z-Z-Z-Zig schon acht Jahre ein Paar, aber sie haben, wie jedes Paar wahrscheinlich, ihre Höhen und Tiefen.
00:14:39: Mal sind die beiden total verliebt, mal streiten sie lautstark und intensiv.
00:14:44: Sie wohnen nicht zusammen, sehen sich aber quasi täglich und haben auch ein gemeinsames Gartengrundstück in Brandenburg, wo sie zusammen mit Emma, also Rebekahs Tochter, auf die Wochenenden verbringen.
00:14:55: Und ich kann mir vorstellen, dass dieses Foto auch auf diesem Gartengrundstück aufgenommen wurde.
00:14:59: Und genau so ein Wochenende ist es am achtzehnten auf den neunzehnten Juli, zwei Tausendzwanzig.
00:15:05: Rebekah, Saul und Emma sind auf ihrem Grundstück und haben Pilze gesammelt.
00:15:10: Rebecca kocht gerne und heute paniert sie die Pilze und prägt sie dann an.
00:15:15: Nach dem Essen schauen die drei gemeinsam Friends.
00:15:18: Emma und Saul lieben die Serie und überreden Rebecca, sie gemeinsam mit ihnen anzusehen.
00:15:24: Es ist ein gemütlicher, schöner Abend in entspannte Atmosphäre.
00:15:28: Und obwohl Saul nicht Emma's leiblicher Vater ist, verstehen sich die beiden sehr gut.
00:15:33: Für Emma ist er wie ein guter Kumpel, der ständig Witze reißt und sie auch manchmal in sein Atelier mitnimmt.
00:15:40: Und genau wie ihrer Mutter vertraut Emma Saul und kann mit ihm über private und persönliche Dinge sprechen.
00:15:46: Ja, und dieses friedliche Wochenende, das ist so normal, so unspektakulär, dass niemand ahnen würde, dass die Welt der drei nur wenige Tage später in kompletten Trümmern liegen wird.
00:15:59: Denn nur drei Tage später, am Zweiundzwanzigsten Juli, kommt es zwischen Rebecca und Saul zum Streit.
00:16:05: Rebecca wirft ihren Plan bei Sol zu übernachten über den Haufen und verabredet sich stattdessen mit Emma zu Hause zum Abendessen.
00:16:12: Und was jetzt genau passiert, das können wir nur mutmaßen, warum das so ist, das erzähle ich dir später.
00:16:20: Denn anders als geplant fährt Rebecca doch zu Sol und hier eskaliert die Situation.
00:16:26: Während Rebecca auf dem Sofa sitzt, greift Sol sie von hinten an.
00:16:30: Er hält ein Messer in der Hand und sticht ein einziges Mal zu.
00:16:34: Dabei durchtrennt der Rebekahsarterie und Rebekah stirbt ins Holzwohnung.
00:16:40: Statt Hilfe zu holen oder die Polizei zu verständigen, verlässt Zoll jetzt überstürzt die Wohnung, er schnappt sich Rebekahs und sein Laptop, steigt in seinen Porsche und fährt raus aus der Stadt.
00:16:51: In einem See versenkt er die Laptops, dann fährt er zum gemeinsamen Ferienhaus.
00:16:57: Dort trifft Zoll noch auf einen Nachbarn, Starr und Kalt berichtet Saul ihm, dass er Rebecca getötet habe und sich jetzt selbst umbringen würde.
00:17:06: Saul sucht im Ferienhaus nach einem Seil, findet es und erhängt sich.
00:17:11: Boah, das ist schon krass vor allen Dingen.
00:17:12: Also es klingt auf jeden Fall auf der einen Seite nach einem Femizid oder nach so einem erweiterten Suizid.
00:17:17: Die haben ja auf jeden Fall Issues in ihrer Beziehung.
00:17:19: Das kommt ja auf jeden Fall schon mal raus.
00:17:21: Ja, also ihre Tochter Emma, die nennt diese Tat auf jeden Fall einen Femizid.
00:17:26: Und klar, es ist natürlich auch gleichzeitig ein erweiterter Suizid, weil er sich selbst umbringt und seine Partnerin mit.
00:17:33: Die WHO beschreibt Femizid ja als vorsätzliche Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind.
00:17:37: Sie sagt auch, dass der Begriff in der Praxis oft weitergefasst wird, es im Kern aber immer um die geschlechtsspezifische Dimension geht.
00:17:45: Das hatten wir jetzt ja auch schon öfter mal.
00:17:46: Also eine Frau wird von einem Mann getötet.
00:17:49: Und genau so ist es eben auch in diesem Fall.
00:17:52: Und trotzdem passiert nach ihrem Tod etwas, das ziemlich beispielhaft ist, denn nur wenige Tage nach Rebekahs und Solstod schreiben erste Medien darüber.
00:18:02: Ja, und alle Berichte, die haben eins gemeinsam.
00:18:04: Sie machen nämlich Sol, also Sol Fletcher, den Künstler zum Hauptdarsteller.
00:18:08: Da gibt es Headlines wie Berliner Fotokünstler ersticht mutmaßlich Freundinnen und Freund von Brad Pitt.
00:18:16: Künstler Saul Fletcher tötet seine Freundin oder Saul Fletcher begeht Mord und anschließend Suizid.
00:18:23: Und was dort passiert, ist ein ziemlich typischer Prozess.
00:18:26: Also die Öffentlichkeit entscheidet jetzt, wessen Geschichte sie erzählt.
00:18:30: Und in diesem Fall erzählt sie die Geschichte des Täters, die Geschichte von Saul Fletcher.
00:18:36: Viele Betroffene und Angehörige, denen ähnliches passiert ist, beschreiben das als eine Art zweite Verletzung.
00:18:43: Denn im Rampenlicht der Presse steht jetzt der Täter und nicht das Opfer.
00:18:48: In der Kunstpresse geht es nur noch um Saul Fletcher, den britischen Fotografen und Künstler.
00:18:54: Und während all diese Texte veröffentlicht werden, scheint Rebecca zu verschwinden.
00:19:00: Aber es ist das Jahr zwanzig und während die ganzen großen Medien den Fokus auf Saul legen, gibt es in den sozialen Medien und in den unabhängigeren Magazinen eine Bewegung, die sich für Rebecca einsetzt.
00:19:13: damit man sich an sie als Person erinnert und nicht nur an ihren grausamen Tod.
00:19:18: In der Kunstpresse wird jetzt advokatisiert, dass Überschriften den Täter namentlich herausstellen, während Rebecca in der ersten Welle oft nur Freundin, Partnerin oder Ex-Partnerin bleibt.
00:19:30: Und genau darüber wird jetzt öffentlich gestritten, weil Sprache hier nicht nur berichtet, sondern Hierarchien baut.
00:19:38: Die haben auf einmal erscheinen viele Nachrufe, die explizit Rebecca in den Fokus stellen.
00:19:43: Sie wird als lebensrohre Frau beschrieben, als Kuratorin, Übersetzerin, Editorin und Netzwerkerin, die in Berlin Räume geschaffen hat und sich für andere eingesetzt hat.
00:19:54: Sie gründet, berät, organisiert und vermittelt.
00:19:57: Freund und Angehörige beschreiben Rebecca als Naturverbunden, leidenschaftlich und ideenreich.
00:20:03: Und wie beschreiben sie den Sol?
00:20:04: Also Emma hat ihn ja eigentlich als ein ganz netten Mann.
00:20:07: kennengelernt, was sagen andere über ihn?
00:20:09: Ja, meist wird über Sol's Kunst geredet, über seine Werke, also die ziemlich dunkel sind, exzessiv.
00:20:17: Und die meisten deuten die Werke so, dass sie in ihr eigenes Weltbild irgendwie passen.
00:20:22: Also zum Beispiel gibt es Installationen von Sol, in denen Tierkadaver und Hakenkreuze vorkommen.
00:20:28: Und eine Londoner Galerie nennt das occult-ritualistisch, seine Kunst, die ist ziemlich morbide und anti-intellektuell.
00:20:37: Und gleichzeitig scheint sie eine Botschaft zu senden, die man vielleicht erst jetzt nach seinem Tod versteht.
00:20:44: Hier hast du zum Beispiel ein Bild von seinem letzten Werk.
00:20:47: Das heißt, don't let the darkness get you down.
00:20:51: Okay, das ist eine ganze Wand, die als Kunstwerk da inszeniert ist oder zumindest füllt das Werk die ganze Wand aus.
00:20:58: Da muss man sich erstmal so ein bisschen durchschauen.
00:21:00: Das sind teilweise unterschiedliche Farben.
00:21:02: In der Mitte ist sowas wie so ein Regenbogen.
00:21:05: Dann liegt auf dem unteren Teil so was wie ein Brett oder es könnte auch ein Schier oder so was sein.
00:21:10: Da ist ein so ein Hoodie, glaube ich, an der Wand ausgebreitet, dunkel.
00:21:14: Dann sind es so verschiedene wilde Linien, eine Sonne.
00:21:17: Auf der zweiten Seite hängt ein leerer Bilderrahmen.
00:21:20: Es sind so ein bisschen Kreuze, Formen, Figuren.
00:21:23: Das ist alles ziemlich wild, finde ich.
00:21:26: Aber diese Regenbogenfarben bleiben so ein bisschen bestehen.
00:21:28: Die sind auf der zweiten Seite.
00:21:29: Dann ist oben so ein Blauerstreifen.
00:21:31: Rechts noch so eine Art braune Decke.
00:21:34: Ich hätte da jetzt Schwierigkeiten das zu interpretieren, muss ich sagen.
00:21:37: Und der Titel?
00:21:38: Don't let the darkness get you down.
00:21:40: Ja, es ist ja wahrscheinlich so ein bisschen so nach dem Motto, lasst dich halt nicht runterziehen und versuch dich irgendwie wieder zu motivieren.
00:21:47: positiv zu bleiben.
00:21:48: Ja, keine Ahnung, es klingt vielleicht auch ehrlich gesagt fast ein bisschen wie so ein Hilferof, also dass der Künstler offensichtlicher Issus hatte, die er versucht hat, in der Kunst zu verarbeiten.
00:21:57: Ja, das habe ich mir auch gedacht.
00:21:58: Und generell finde ich, dass man in vielen Songs und Kunstwerken ja sowas wie eine zweite Ebene hat, die dann andeutet dass es dem Künstler vielleicht gerade psychisch nicht besonders gut geht.
00:22:08: Und ich könnte mir vorstellen, dass es, oder man interpretiert das jetzt vielleicht auch im Nachhinein rein, aber auf jeden Fall ist es möglich, das hier rein zu interpretieren in dieses Bild und auch in den Titel, finde ich.
00:22:18: Das ist ja immer so ein Thema, das ist ganz witzig, finde ich, wenn Künstler schon tot sind oder auch wenn sie noch leben, weil ich habe ja zum Beispiel auch Bücher geschrieben.
00:22:25: Und dann haben so Leute mir bei Amazon darunter geschrieben, was ich denn mit den Figuren wohl gemeint habe, was dahinter steckt und was daran autobiografisch ist.
00:22:34: immer nur gedacht, interessant, was ihr euch da so zusammenspint.
00:22:38: Man sieht irgendwie das dann, was man sehen möchte.
00:22:40: Ja, genau.
00:22:41: Also ich glaube, es wird schon auch viel reininterpretiert, was ein Künstler vielleicht gar nicht so gemeint hat.
00:22:45: Aber es ist ja immer so bei psychischen Erkrankungen auch, wenn es eine gibt, dass man im Nachhinein vielleicht merkt, so, da hätte man mal genauer hingucken können oder sollen und dass es dann doch irgendwas aussagt.
00:22:55: Ja.
00:22:56: Und diese psychischen Erkrankungen, die hat Sol auf jeden Fall zumindest psychische Probleme.
00:23:01: Also er hat tiefe depressive Phasen, nimmt zeitweise verschiedene Medikamente und einmal verschwindet er sogar plötzlich und wird mit dem Fahrrad auf der Autobahn wiedergefunden.
00:23:12: Und auch die Pandemie, kannst du dir vorstellen, hat nicht gerade zu einer Stabilisierung seiner Psyche beigetragen.
00:23:16: Im Gegenteil.
00:23:18: Er kann nicht gut mit dem Stress umgehen.
00:23:20: Er ist labilen und verunsichert, wie es jetzt weitergehen soll.
00:23:23: Und Freunde sagen, er habe wieder angefangen zu trinken, obwohl er jahrelang trockener Alkoholiker war.
00:23:30: Das sei jetzt nicht wie eine Erklärung oder eine Entschuldigung klingen für das, was Herr Rebecca später angetan hat.
00:23:36: Aber vielleicht ist es doch ein kleines Warnzeichen, dass man schon hätte früher sehen können.
00:23:41: Gab es denn schon mehr von diesen Warnzeichen?
00:23:43: Ja, gab's.
00:23:44: Also in diesem Fall ist es wie bei vielen Femiziden, es deutet sich an.
00:23:49: Es ist kein Beziehungsdrama oder ein tragischer Vorfall, sondern es ist ein Mord an einer Frau.
00:23:55: Meist sind es Taten ja aus Allversucht, aus Besitzansprüchen oder aus Wut.
00:23:59: Was jetzt der Grund von Saul ist, das weiß man nicht so genau, man weiß nur einige kleine Details, die sich jetzt im Nachhinein zu einem Puzzle zusammenfügen.
00:24:08: Zum Beispiel erzählen Freunde und Bekannte der beiden, dass Rebecca und Saul oft gestritten haben.
00:24:14: Rebecca soll überlegt haben, eine Paartherapie zu machen.
00:24:18: Dazu ist es aber nie gekommen.
00:24:20: Später sagt eine ehemalige Arbeitskollegin von Rebecca, dass sie sich über die Jahre immer mehr zurückgezogen habe.
00:24:26: Sie sagt auch, dass Rebecca kaum noch über ihr Privatleben gesprochen habe.
00:24:30: Und einmal soll sie mit einem gebrochenen Finger im Büro erschienen sein.
00:24:34: Als die Kollegin dann nachfragt, hat sie nur gesagt, Sie hätte sich mit Zoll bestritten, das Ganze sein Unfall und mehr ihm nicht.
00:24:41: Ja, das klingt so ein bisschen so, als wollte sie es runter spielen oder verheimlichen, aber das ist natürlich auch ganz klassisch.
00:24:47: Da spielt Charme eine ganz große Rolle.
00:24:49: Also niemand kommt natürlich gerne zur Arbeit und sagt, mein Freund hat mir einen Finger gebrochen und ich konnte mich nicht wehren oder ich habe es zugelassen oder ich bleibe trotzdem bei ihm.
00:24:58: Also ist schon ein bisschen so ein Klassiker auch in solchen gewalttätigen Beziehungen auch zum Teil.
00:25:03: Ja, und ganz ähnlich sieht das auch Christian Lütke.
00:25:06: Wir können uns ja mal anhören, was er dazu sagt.
00:25:09: Viele Betroffene erzählen nicht, weil die Gewalt in Beziehung oft schleichend beginnt, so nach dem Motto, wo die Liebe hinschlägt.
00:25:18: Es beginnt erst mit Kontrolle, dann mit massiver Abwertung, Demütigung.
00:25:22: Am Ende gibt es dann auch immer wieder eine Versöhnungsphase und so entstehen typische Zuckerbrot- und Peitschelbeziehungen.
00:25:29: Da ist die Angst vor Eskalation und Scham und Hoffnung gleichzeitig am Werk bei den Betroffenen und Reden fühlt sich plötzlich gefährlicher an als Schweigen.
00:25:38: Das Umfeld sieht Wahnsignale oft nicht, weil die Täter nach außen häufig vollkommen normal oder sogar charmant wirken.
00:25:46: um Betroffene vieles überdecken, um keinen Ärger zu riskieren.
00:25:50: Und wir alle neigen dazu, das harmlosere zu glauben, weil die Wahrheit unbequem ist.
00:25:55: Es gibt den sogenannten Beiständer-Effekt oder Kittigenovesesyndrom.
00:25:59: Menschen bekommen durchaus etwas mit, aber übernehmen keine Verantwortung.
00:26:03: Es ist so eine Verantwortungsdiffusion.
00:26:06: Klar, das stimmt etwas nicht, aber warum soll ich gerade etwas unternehmen?
00:26:09: Da gibt es doch andere Menschen, die vielleicht näher dran sind.
00:26:12: oder man hat Angst, etwas falsch zu machen oder es könnte peinlich wirken.
00:26:16: wenn man sich einmischt.
00:26:17: Also hier kann ich immer nur empfehlen, Verantwortung übernehmen, durchaus mal eine Situation riskieren, in der man sich peinlich macht.
00:26:24: Aber möglicherweise kann man hier Gewalt von einem Menschen abwenden.
00:26:27: sind Angehörige oder Freunde ein mulmiges Bauchgefühl haben und etwas mitbekommen, dann sollten sie in jedem Fall immer Hilfe anbieten, aber keinen Druck ausüben, sondern Sicherheit vermitteln.
00:26:40: So nach der Mutter, ich mache mir Sorgen um dich, fühlst du dich zu Hause sicher, ist alles in Ordnung.
00:26:45: Ich glaube dir, du bist nicht schuld, ist auch ganz wichtig und ich bin da und gemeinsam schaffen wir das.
00:26:51: Also warum gehst du nicht einfach, sondern was brauchst du jetzt und wie kann ich dir konkret helfen?
00:26:57: Es gibt noch einen zweiten Vorfall, an den sich die Kollegin erinnert.
00:27:01: Das ist ein Abend im Winter.
00:27:04: Sie und Rebecca sind in den Ausstellungsräumen der Galerie, die sie gemeinsam gegründet haben, als vor der Glastür eine Gestalt auftaucht.
00:27:12: Als Rebecca die Person sieht, dukt sie sich sofort und versteckt sich.
00:27:16: Die Kollegin versteht das erst nicht und geht dann zur Tür.
00:27:19: Vor der Tür steht Saul und als sie die Tür öffnet, fängt er an, sie lautstark zu beschimpfen.
00:27:26: Er schreit sie an und beleidigt sie so lange, bis sie mit der Polizei droht.
00:27:30: Erst dann verschwindet er.
00:27:32: Als er weg ist, spricht die Kollegin Rebecca darauf an.
00:27:35: Sie fragt, was Thorl denn gewollt haben könnte.
00:27:38: Sie fragt, ob in der Beziehung der beiden alles in Ordnung sei.
00:27:42: Aber Rebecca antwortet nicht.
00:27:43: Sie will nicht darüber sprechen.
00:27:45: Sie will nicht sagen, warum sie Angst vor ihrem Partner hat.
00:27:48: Sie schweigt einfach nur.
00:27:50: Und was macht die Kollegin jetzt?
00:27:51: oder auch andere Bekannte?
00:27:53: Also offensichtlich haben ja viele etwas mitbekommen.
00:27:55: Haben die mal irgendwas gemacht?
00:27:57: Ja, das ist eben das Problem.
00:27:58: Sie haben nichts gemacht.
00:27:59: Und jetzt im Nachhinein sagen alle, ja, da war doch was, aber auch Dinge, wie.
00:28:02: ich wusste nicht, wie ernst es wirklich ist.
00:28:05: Und das ist eben eines der Probleme von Gewalt in Beziehung.
00:28:08: Oft beginnt sie nicht als sichtbare Gewalt, sondern leise, also in einer Form von Kontrolle oder Eifersucht.
00:28:15: Auch Besitzeinsprüche werden für Außenstehende vielleicht gar nicht so deutlich.
00:28:20: Sie merken dann zwar, dass sich jemand zurückzieht, aber sie wissen ja nicht, dass die Person zum Beispiel nicht mehr zum Sport kommt, weil ihr Partners ihr verbietet, weil ja zum Beispiel irgendein Mann an diesem Kurs jetzt teilnimmt.
00:28:31: Meistens sind es viele kleine Fragmente, die die meisten sehen, aber nicht zusammensetzen und deswegen auch das ganze dunkle Bild eben nicht erkennen.
00:28:40: Und Emma selbst, also die Tochter, wünscht sich so sehr, ihre Mutter hätte ihr mehr über die Beziehung erzählt.
00:28:48: Und sie sagt auch, dass sie sich gewünscht hätte, sie hätte von ihrer Angst berichtet.
00:28:51: Und wir können ja mal reinhören, was sie dazu sagt.
00:28:54: Und das erzählt sie im ARD-Podcast, das wahre Leben.
00:28:57: Da können wir mal reinhören.
00:28:59: Ich wünschte mir so sehr, dass sie mit mir ehrlicher gewesen wäre.
00:29:04: Ich verstehe natürlich auch, dass sie mich irgendwie da verschützen wollte.
00:29:07: Ich glaube, hätte ich alles gewusst, was in deren Beziehung passiert ist.
00:29:12: und es wusste sie auch sehr viel härter vorgegangen und ich hätte wahrscheinlich das Leben für sie und Sau sehr viel schwieriger gemacht.
00:29:18: Ich wäre wahrscheinlich nicht mehr nett zu ihm gewesen, hätte ihn nicht mehr zum Essen treffen wollen zusammen mit ihr, sondern hätte da wirklich Stress gemacht auch.
00:29:25: Und ich glaube, sie hat es mir vielleicht deswegen erstens nicht erzählt und ich glaube, weil sie sich auch geschämt hat.
00:29:33: Ja, das ist ja das, was ich schon gesagt habe.
00:29:35: Diese Scham, die man dann so hat.
00:29:36: Das kann ich auch gut nachvollziehen.
00:29:38: Aber Emma hat ja gesagt, dass die Saul eigentlich sympathisch fand und auch wie ein Kumpel mochte.
00:29:42: Aber sie kannte eben auch nicht das ganze Bild.
00:29:44: Und inzwischen hat sich ihr Eindruck ein bisschen verändert.
00:29:46: Kann man sich natürlich vorstellen, sie ist da eher ambivalent.
00:29:48: Obwohl man sagen kann, ich hab mir diesen Podcast angehört, sie sieht ihn nicht als kompletten Feind, sondern sie sagt immer noch, sie hatte eine schöne Zeit mit ihm und sie hat ihn als sympathischen Menschen kennengelernt.
00:30:00: Und ja, er hatte offenbar zwei Seiten und sie kannte eben nur die eine.
00:30:04: Sie sagt immer noch, dass sie ihn mochte, aber im Nachhinein sind ihr dann eben auch Dinge aufgefallen, die sie dann zusammensetzt.
00:30:10: Zum Beispiel hat Saul mal an die Außenwand einer Gartenlaube einen blühenden Baum gemalt.
00:30:16: Und wenn sie das Bild jetzt anschaut, dann erkennt sie darin eine Fratze und ein Galgenmännchen, sagt sie.
00:30:21: Und auch die anderen Werke von Saul liest sie heute als eine Art böse Prophezeiung.
00:30:26: Heute sagt sie, dass sie wusste, dass Zollfletscher eifersüchtig auf ihre Mutter war und dass sich die beiden auch schon ein paar Mal getrennt haben.
00:30:34: Aber sie sagt eben auch, dass es gute Phasen gab und ihre Mutter eben auch sehr glücklich mit ihm war.
00:30:39: Ja und genau das ist die Gefahr bei solchen Taten, dass sie möglich, aber total unwahrscheinlich, wirken, weil Betroffen und Angehörige immer wieder daran zweifeln, ob es wirklich so schlimm ist, wie sie denken.
00:30:52: Und was da passiert ist, ist eine Art Relativierung.
00:30:54: Dann heißt es für Betroffene, ja, der Streit war heute gar nicht so schlimm, er hat mich nur einmal geschlagen und ja, eigentlich ist er ja heute ganz nett.
00:31:03: Und aus dieser Verschiebung und Verdrängung heraus haben viele dann noch Hoffnung und bleiben, obwohl vielleicht andere sagen würden, warum bist du nicht längst gegangen.
00:31:12: Ja, und auch Rebecca bleibt.
00:31:14: Sie bleibt bei Saul so lange, bis es zu spät ist, bis zum Zweiundzwanzigsten Juli, zwei Tausendzwanzig.
00:31:21: Ich habe es ja schon gesagt, über die Tat selbst ist ziemlich wenig bekannt.
00:31:26: Offizielle Berichte oder Informationen dazu gibt es nämlich nicht.
00:31:29: Das liegt daran, dass Sol Fletcher, also der mutmaßliche Täter, tot ist.
00:31:34: Weil er sich selbst umgebracht hat, wird nicht weiter ermittelt.
00:31:38: Kurz zum Hintergrund.
00:31:40: In Deutschland wird ein Strafverfahren immer gegen eine konkrete Person geführt, weil am Ende staatlich festgestellt werden soll, ob diese Person eine Straftat begangen hat und welche Rechtsfolgen daraus entstehen.
00:31:51: Stirbt der Beschuldigte, kann es keine Verurteilung, keine Strafe und keine faire, gerichtliche Klärung mehr geben.
00:31:59: Und deshalb gilt der Tod als dauerhaftes Verfahrenshindernis.
00:32:03: Also ein Verfahren wird dann eingestellt, statt gegen Tote weiterzulaufen.
00:32:08: Das heißt jetzt aber nicht, dass Behörden gar nichts mehr prüfen.
00:32:11: Bei einem Verdacht auf den nicht natürlichen Tod gibt es die Pflicht, den Todesfall zu klären, etwa um festzustellen, ob eine Straftat vorliegt oder ob gegen Unbekannte Beteiligte jetzt noch weiter ermittelt werden muss.
00:32:23: Genau das hat unser Kriminaloge Manuel Heinemann auch bestätigt.
00:32:27: Also generell lässt sich sagen, dass, wenn es einen Mord gibt, natürlich trotz allem, auch wenn sich der Täter selbst getötet hat, die Tat aufgeklärt wird.
00:32:36: Das hat mehrere Gründe.
00:32:37: Zum einen will man natürlich schauen oder muss man schauen, ob es sich tatsächlich um den Mord handelt.
00:32:42: Das heißt, hier wird auf jeden Fall schon mal Aufklärungsarbeit gemacht.
00:32:45: Das bedeutet, dass die Tat natürlich in Gänsel versucht wird, zu rekonstruieren und eigentlich dieselben Ermittlungen laufen wie bei einer Ermittlung gegen eine Person.
00:32:56: Klar ist allerdings, dass hier nicht die Bestrafung des Täters im Vordergrund steht, sondern dass es hier vorwiegend um die Aufklärung und Rekonstruktion der Tat geht.
00:33:08: Und man hier natürlich auch den Hinterbliebenen letztendlich Gewissheit verschaffen möchte.
00:33:14: Ich stelle mir das für die Angehörigen aber auch irgendwie unglaublich frustrierend vor, wenn halt einfach sehr, sehr viele Fragen offen bleiben.
00:33:20: Man kann den Täter ja auch hinterher nicht mehr fragen, nach seinen Gedanken, nach seiner Motivation.
00:33:25: Klar, natürlich bringt das den verstorbenen Menschen nicht zurück, aber so ein bisschen Klarheit wünscht man sich ja schon einfach so dieses Gefühl von, man kann das zumindest ja nicht verstehen, aber vielleicht irgendwie nachvollziehen oder so.
00:33:37: Ja, absolut.
00:33:38: Und genau das berichtet auch Emma.
00:33:40: Also du erinnerst dich ja, dass Saul sowohl Rebekahs als auch sein Laptop mitgenommen hat und die beiden dann vermutlich in den See geworfen hat.
00:33:47: Sein Laptop, den konnte Emma selbst finden mit Freunden in der Nähe eines Steks.
00:33:52: Rebekahs Laptop allerdings bleibt verschwunden.
00:33:56: Emma stellt sich seitdem die Frage, gab es irgendwelche Informationen auf den Geräten oder warum wollte.
00:34:02: es soll sich ergehen, dass alles zerstört wird, also es ist ja schon merkwürdig.
00:34:07: Tja, aber darauf wird sie wahrscheinlich nie eine Antwort bekommen und das ist so frustriert, wie du es eben schon beschrieben hast für sie.
00:34:13: Klar, aber die Justiz, die hat auch nur begrenzte Ressourcen.
00:34:16: Wenn es so klar ist, wie jetzt in diesem Fall oder so klar scheint, dann wird eben nicht weiter ermittelt.
00:34:23: Saul Fletcher ist also einerseits der mutmaßliche Täter, mutmaßlich, weil er ja nicht abschließend verurteilt wurde und andererseits zu viele aber noch der Künstler hinter der Tat.
00:34:33: Was nach der Tat passiert, ist die Reaktion der Medien und die Reaktion der Kunstwelt auf die Tat.
00:34:38: Jetzt im Fall von Rebecca wird eine Dynamik ganz besonders deutlich.
00:34:42: Ich habe ihr erzählt, dass es erstmal super viele Headlines über Saul Fletcher gibt, den Künstler, der seine Partnerin getötet hat.
00:34:50: Sein Name wird ständig genannt, aber der Name von Rebecca erst einmal nicht.
00:34:56: Und genau das tritt jetzt debattenlos.
00:34:58: Es wird darüber diskutiert, ob es okay ist, den Namen des Täters, aber nicht den Namen des Opfers zu nennen, wenn doch beide in der Kunstszene bekannte Personen sind.
00:35:07: Mehrere Galerien veröffentlichen deswegen eine gemeinsame Stellungnahme.
00:35:12: Und ein Teil davon kann ich dir einmal vorlesen, also da heißt es Wir wollen uns an ihren Namen erinnern und die Brutalität, die ihr das Leben genommen hat, entschieden verurteilen, eine allzu bekannte Gewalt, die aufhören muss.
00:35:24: Es ist Rebecca Blooms Name, der in Ehren gehalten und im Gedächtnis bewahrt werden muss.
00:35:30: Aber es gibt auch die andere Seite.
00:35:32: Das sind zwar nicht direkt Stimmen, die die Tat von Saul Fletcher verteidigen, aber die Sichtweise ist doch ein bisschen anders.
00:35:39: Da gibt es Kunstmedien, die ihn als Künstler darstellen, der gemordet hat und eben nicht als Mörder.
00:35:45: Der Künstler war.
00:35:47: Besonders umstritten ist die Reaktion des Museums Palazzo Grassi, der Sammlung Pinot in Venedig.
00:35:53: Dort stand eine Installation von Zoll in einer laufenden Ausstellung, nämlich das Werk, das du auch schon beschrieben hast, also Don't Let The Darkness Eat You Up, das habe ich dir ja schon gezeigt.
00:36:03: Das Museum hat nämlich recht kurz nach der Tat verkündet, dass sie das Werk in der Ausstellung belassen wollen und Zitat als Zeugnis für das Bemühen des Künstlers die dunkelsten Impulse zu überwinden, die er am Ende leider nicht beherrschen konnte.
00:36:18: Und daraufhin gab es dann einiges an Kritik, woraufhin das Museum das Werk am zwölften August, also etwa drei Wochen nach der Tat, dann doch entfernte.
00:36:28: Naja, das ist ja aber auch sehr positiv ausgedrückt, also dieses das Bemühen des Künstlers die dunkelsten Impulse zu überwinden.
00:36:35: Und leider hat das nicht geschafft.
00:36:36: Das für ein Mord zu bemühen ist natürlich auch, naja, kann man auf jeden Fall darüber diskutieren, definitiv.
00:36:42: Jetzt haben Sie sicher geändert, was war die Begründung für den Sinneswandel?
00:36:46: Also
00:36:46: die Museumsdirektoren, die sagt, dass die Entscheidung gemeinsam mit den Kuraturen und Künstlern getroffen wurde.
00:36:52: Und dass es sich nicht um einen Akt der Auslöschung, sondern um eine Geste der Kondolenzhandle.
00:36:58: Also sie sagt, man habe die Entscheidung im Gedenken an Rebecca Blum getroffen.
00:37:02: und aus Solidarität mit allen Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind.
00:37:07: Und sie sagt auch, entfernen bedeutet mit unterm Meer zu zeigen.
00:37:11: Vorausgesetzt, das handelt sich um eine proaktive Entscheidung.
00:37:14: Ich entferne das Werk, weil ich mich entschieden gegen Femizid und Selbstmord aussprechen will.
00:37:20: Also das dann als zweite Reaktion.
00:37:23: Der ehemalige Bürgermeister von Venedig.
00:37:26: Der sagt dazu, dass er niemals auf die Idee gekommen wäre, die Installation anzurühren und dass das Museum selbst Zensur betreibe.
00:37:34: Na ja, das sagt ja auch viel über den Bürgermeister aus, muss man sagen.
00:37:38: Gut, die Geste des Museums und zumindest die Aussagen der Direktorin sind einigermaßen deutlich, wobei das ja auch wahrscheinlich auf Druck passiert ist, könnte ich mir vorstellen, vielleicht über die Presse oder so.
00:37:48: Und die Frage ist ja auch, reicht das, ein Werk abzuhängen?
00:37:51: Also es verändert ja nicht automatisch die Strukturen.
00:37:54: in denen solche Taten wie die von Zollfetscher relativiert oder eben auch normalisiert werden.
00:37:59: Ja,
00:37:59: das ist nur ein erster kleiner Schritt, also sich genauso.
00:38:02: Doch einige Berliner Galeristen und Galeristern sehen das so.
00:38:05: In den sozialen Netzwerken und in einer Todesanzeige wollen sie Ann-Rebecca erinnern und auch an Emma, also Ann-Rebecca's Tochter, die tritt jetzt auch in die Öffentlichkeit.
00:38:15: Sie führt ein langes Interview zum Beispiel mit dem Spiegel und postet auch auf Instagram.
00:38:20: weil es eben wichtig ist, darüber zu sprechen, dass die Tat nicht nur ein Mord war, sondern ganz explizit ein Femizid.
00:38:27: Sie unterstützt heute Initiativen, die sich zum Schutz von Frauen in gewaltvollen Beziehungen einsetzen.
00:38:32: Und sie hat auch diejenigen unterstützt, die nach Rebeccas Tod die Kunst von Saul abgehängt haben.
00:38:38: Ein Beispiel dafür ist die Alison Jack Gallery in London.
00:38:43: Die schreiben in einem langen Instagram-Post, also hier übersetzt sich die mein Teil davon, Aus Respekt vor Rebecca und ihrer Familie haben wir alle Spuren ihres Partners von unserer Website entfernt.
00:38:54: Wir hoffen, dass der Rest der Kunstwelt das Richtige tut.
00:38:58: Es ist nicht in Ordnung, die Arbeit eines Mörders zu bewerben, öffentlich zu archivieren oder auszustellen, ganz egal wie groß die Bedenken der Stiftung oder des Museums sind und egal wie lange eine Galerie mit ihm gearbeitet hat.
00:39:09: Und dachte, ihn zu kennen.
00:39:11: Wir möchten uns nur an Rebecca erinnern und das Licht feiern, das sie allen gebracht hat, die sie kannten.
00:39:17: nicht die Dunkelheit, die sie uns genommen hat.
00:39:20: Das ist ja zumindest mein starkes Symbol oder zumindest eine deutliche Stellungnahme, aber trotzdem bleibt die Frage, hat es eine langfristige Wirkung, also ändert sich wirklich was?
00:39:29: Ja, das ist die große Frage.
00:39:31: Und bislang ist die Antwort eher... Nein, also nicht wirklich.
00:39:35: Das BKA berichtet zum Beispiel im Bundeslagebild häusliche Gewalt, dass hundertunddreißig Frauen und vierundzwanzig Männer im Jahr zwetausendzwanzig durch Partnerschaftsgewalt getötet wurden.
00:39:47: Im Jahr zwetausendzwanzig waren es hundertunddreißig Frauen, also nur wenige mehr.
00:39:53: Also die Zahlen gehen nur etwas runter.
00:39:54: Partnerschaftsgewalt heißt hier, meist waren das Partner oder Ex-Partner, die ihre weibliche Partnerin getötet haben.
00:40:02: Generell würde ich sagen, dass man sich inzwischen zwar mehr mit dem Thema Femizide beschäftigt, aber die hohe Zahl der Taten zeigt, dass hier noch sehr viel passieren muss.
00:40:12: Das findet übrigens auch Emma, die sich nach dem Femizid an ihre Mutter intensiv mit dem Thema beschäftigt hat.
00:40:18: Und das erzählt sie auch in dem ARD-Podcast Das wahre Leben.
00:40:22: Auch das können wir uns nochmal anhören.
00:40:24: Nein, ich hab nicht das Gefühl, dass es ernst genug genommen wird.
00:40:26: Ich finde, dass die Aufmerksamkeit darauf sehr viel höher sein sollte.
00:40:30: Also es wird schon mehr ernst genommen, als es von ein paar Jahren wurde.
00:40:34: Und es gibt auch viele Organisationen, die versuchen, mehr Informationen darüber ans Licht zu bringen.
00:40:39: Aber ich finde, dass das immer noch viel zu oft irgendwie als Beziehungsdrama abgestempelt wird.
00:40:45: Dass viel zu oft die Sache halt irgendwie so ... ja ... so leichter beschrieben wird, als es eigentlich ist.
00:40:52: Und was es eigentlich wirklich ist.
00:40:53: Und das hat der Fakt, dass Frauen hauptsächlich durch ihre Partner und Familienmitglieder umgebracht werden.
00:41:01: Und das ist einfach nicht das Gleiche für Männer.
00:41:03: Und das ist eine Epidemie.
00:41:04: Das ist eine Krankheit, die sich ausbreitet, die immer größer wird.
00:41:07: Und das ist schrecklich.
00:41:09: Total.
00:41:10: Und ehrlich gesagt, ich kenne das auch.
00:41:11: Sogar auch aus vergangenen Redaktionen, in denen ich gearbeitet habe.
00:41:15: Dass manchmal dann immer ... wenn diskutiert wurde, ob wir über so einen Fall berichten oder nicht, das es dann hieß, es sei ein Einzelfall.
00:41:21: Und es ist eben kein Einzelfall, sondern es ist wirklich ein strukturelles Problem und es wird aber von vielen noch so gesehen.
00:41:26: Und es ist auch kein Familien-Drama, das ist auch keine Leidenschaft, sondern es ist Mord.
00:41:31: Und ich finde diesen Fall ziemlich spannend, weil wir ja auch bei unserer Folge mit Eis-Marchellatten-Künstlerpartner
00:41:37: hatten,
00:41:38: also Bertrand Cantin und Marie-Trentignon.
00:41:41: Und auch in diesem Fall hat der Mann, also Bertrand, seine Partnerin Marie Gewalt hätte ich getötet, ebenfalls mutmaßlich aus Ei versucht.
00:41:49: Der Fall war damals einer der ersten als solcher benannter Femizid und wurde unter anderem durch eine Netflix-Doko, die auch Öffentlichkeitswirksam aufgearbeitet.
00:41:58: Darüber haben wir auch gesprochen, ob das jetzt gut ist oder nicht.
00:42:01: Das
00:42:01: hatte ich die ganze Zeit schon im Kopf, muss ich sagen, als du erzählt hast, dass ich so dachte, ja, wir haben genau darüber geredet.
00:42:05: in dem Fall.
00:42:06: Und auch bei ... Der Kantal ging es ja nach seiner Tat darum, ob man Künstler und Werk trennen kann, ob es den Künstler und den Mörder gibt, die man unterschiedlich bewertet oder ob man Person und Kunst eben nicht trennen kann und beides verurteilen sollt.
00:42:20: Und da sind wir ja nicht so richtig zu einem Ergebnis gekommen, weil es da natürlich keine eindeutige Antwort drauf gibt.
00:42:26: Genau die Frage stellt sich bei Saul Fletcher ja auch.
00:42:28: Zum einen sind da seine Werke, seine künstlerischen Erzeugnisse und zum anderen ist da Rebecca, die er brutal getötet hat.
00:42:35: Ja, ich glaube, letztendlich ist es irgendwie eine moralische Entscheidung jedes Einzelnen.
00:42:38: Also wenn ich für mich jetzt so überlege, glaube ich, würde ich mir kein Werk in meinem Wohnzimmer hängen, von dem ich weiß, dass der Künstler ein Mörder ist.
00:42:46: Also ich würde einfach allein diese Vibes nicht in meiner Wohnung haben wollen und fände es auch ein falsches Statement.
00:42:51: Aber am Ende gibt es auch Leute, die halt sagen, na ja, ich finde das Bild ja aber immer noch schön und man kann es trennen.
00:42:58: Also ich habe echt immer noch keine schlussendliche Entscheidung getroffen dazu.
00:43:04: Aber Was ich in dem Fall noch mal schwerer finde, ist, er kann ja nicht mehr verurteilt werden.
00:43:08: Das heißt, Saul Fletcher wird nicht mehr bestraft für seine Tat.
00:43:11: Und das macht es natürlich noch mal schwieriger, finde ich.
00:43:14: Ja, das sehe ich aus.
00:43:15: Und das Wichtigste ist, dass seine Tat nicht heruntergespürt wird, auch wenn er jetzt nicht mehr im Leben ist und sich selbst getötet hat.
00:43:21: Es darf nicht relativiert werden oder irgendwie romantisiert.
00:43:24: Also es ist auf jeden Fall nicht normal, dass es Gewalt in Partnerschaften gibt.
00:43:28: Müssen wir auch noch mal ganz klar sagen, es ist kein Zeichen von Leidenschaft, wenn ein Mann eine Frau schlägt.
00:43:33: Das hat ja auch Paula gesagt in unserem Podcast.
00:43:36: Es ist auch keine Liebe, diese Gewalt und dieses Auf- und Ab- und dieses Extremestreiten und diese Sehnsucht nach Versöhnung.
00:43:45: Und auch die Eifersucht.
00:43:47: Das hat sie ja auch ganz klar gesagt, dass viele dann, was Amira ja auch gesagt hat, so nach dem Motto, sie dachte, dass wenn er so eifersüchtig ist, dann muss er mich ja ganz besonders lieben.
00:43:56: Dabei ist es einfach nur ein Zeichen von Kontrolle.
00:43:59: Das ist genau das, was Emma Blum die Tochter von Rebecca ganz deutlich sagt.
00:44:02: Es ist ein Femizid und davon gibt es in Deutschland aber auch weltweit viel zu viele.
00:44:08: Und was Emma angeht, hat sie der Mord an ihrer Mutter natürlich verändert.
00:44:12: Auch wenn sie in Therapie ist und Fortschritte macht, prägt sie dieses extremen Erlebnis natürlich für immer.
00:44:18: Und da würde ich sagen, lassen wir sie auch noch mal ganz kurz zu Wort kommen.
00:44:21: Ich habe auch schon oft darüber gesprochen mit Freunden.
00:44:23: Wir kennen Mord eigentlich, also wir wissen alle, was Mord ist.
00:44:27: Wir haben es in Filmen gesehen, wir haben Geschichten gehört, haben Artikel gelesen.
00:44:32: Aber wenigen Leuten passiert es tatsächlich in ihrem nahen Umfeld oder in ihrer Familie überhaupt?
00:44:38: Das ist nicht so häufig.
00:44:41: Und das heißt, wir wissen vielleicht, was Mord ist, aber wir erleben es nie wirklich.
00:44:47: selbst.
00:44:47: Und nachdem das passiert ist, ist mir erst aufgefallen, also erstens, wie krass ein das mitnimmt und wie sehr mich das beeinflusst hat, wie ich andere Leute sehe auch.
00:44:57: Was ich auch danach halt oft gemerkt habe, ist, wenn ich jemandem wie Saul, den ich was sieben Jahre lang kannte, der mich erzogen hat mit der mein Vertraute war, wenn jemand, wie er von dem ich niemals gedacht hätte, dass er mir oder meine Mutter so wehtun würde.
00:45:15: dass er meiner Mutter umbringen wollte, wenn es jemand wie er das tun kann.
00:45:19: Wie kann ich überhaupt jemandem vertrauen?
00:45:22: Ja, jemanden nach so einem schrecklichen Erlebnis wieder zu vertrauen und vertrauen zu können, das ist mit Sicherheit eine riesige Aufgabe.
00:45:29: Ein Mensch, der Emma dabei sehr unterstützt, ist ihr Vater.
00:45:32: Mit ihm zusammen hat sie es geschafft, das Ferienhaus in Brandenburg wieder zu betreten.
00:45:36: Und nicht nur das.
00:45:37: Emma ist jetzt wieder regelmäßig an diesem Ort, an dem sie auch wunderbare Erinnerungen hat, an ihre Mutter, an das Zusammenleben.
00:45:45: Aber es ist eben auch der Ort, an dem sich Saul erhängt hat.
00:45:49: Und da sagt sie, ja, dass sie so wütend war, dass er das getan hat, an dem Ort, der ja eigentlich der Mutter gehörte, aber dass sie das nicht so stehen lassen will, sondern da wieder zurückgehen will.
00:45:57: Am Anfang fiel das mir, wie gesagt, super schwierig.
00:46:00: Aber ich bin auch wahnsinnig stur.
00:46:03: Das habe ich für meine Mutter.
00:46:05: Das meinte ich, glaube ich, auch vorhin.
00:46:06: Und ich war auch richtig wütend auf Saur.
00:46:09: Ich fand es so unglaublich unfair von ihm, weil das war das Haus meiner Mutter.
00:46:13: Das war ihr Lieblingsort.
00:46:14: Ihr absoluter Lieblingsort.
00:46:16: Dass er sich dort erhängen würde und so versuchen würde, im Prinzip mir damit dieses Haus zu nehmen oder meiner Mutter dieses Haus zu nehmen.
00:46:23: Und es hat mich so wütend gemacht, dass ich das nicht zugelassen habe.
00:46:25: Und dann, ich bin einfach immer wieder da hochgefahren und inzwischen, und habe ich im Prinzip für mich so sein Geistverband und hab halt nur meine Mutter dort irgendwie in diesem Haus leben lassen.
00:46:36: Also vieles sieht auch aus, das Haus sieht fast genau so noch aus, wie meine Mutter sie dekoriert hat.
00:46:41: Das auf jeden Fall schön, dass sie da so einen Willen hat und sich da auch nicht unterkriegen lässt.
00:46:45: Ich muss sagen, ich glaube, ich persönlich hätte ein Thema damit.
00:46:48: Auf der anderen Seite sagen ja Psychologen auch, dass man eben schlechte Erinnerungen auch überschreiben kann, dass man immer mit einer Wiederholung dann daran arbeiten kann, dass dieser Ort dann ... positiv wieder aufgeladen wird.
00:46:59: Von daher ist es super, dass sie das macht, aber ich stelle mir das schon schwer vor.
00:47:02: Ja, vielleicht treibt sie da diese Wut an, die sie auf Saul hat.
00:47:06: Also, er ist in dieses Ferienhaus gegangen, was der Mutter gehörte.
00:47:09: Er hat sich dort in diesem Haus, in dem es so schöne Erinnerungen gab, selbst getötet.
00:47:13: Er hat sich dort erhängt.
00:47:14: Also, was ist das auch für ein Statement?
00:47:16: Warum kann er das nicht woanders machen?
00:47:18: Und vielleicht hat sie einfach diese Wut so sehr angetrieben, dass sie das nicht so stehen lassen wollte.
00:47:22: Ja, total gut.
00:47:24: Ja, also sie geht mit diesem Mord an ihrer Mutter, mit dem Femizid ganz bewusst an die Öffentlichkeit.
00:47:28: und weiter auf das Thema aufmerksam zu machen.
00:47:30: Und ich finde, Emma ist so eine starke, mutige Frau und ich wünsche ihr nur das aller, aller Beste für ihr Leben und auf diesem Weg.
00:47:38: Ja, definitiv.
00:47:39: Das kann man ihr echt nur wünschen.
00:47:41: Und ich kann es schon nachvollziehen, dass mit dem Vertrauen, was sie gesagt hat, weil wenn du natürlich jemanden als Freund wahrnimmst, als vielleicht so eine Art Ersatzvater und du hast eine gute Zeit mit dem und vertraust dem und hinterher kommt dann raus, dass deine ganz ganz andere Seite hatte, dann fragst du dich ja selber auch so ein bisschen, was stimmt nicht mit meiner Wahrnehmung?
00:47:59: Warum habe ich das nicht gemerkt?
00:48:00: Warum habe ich es nicht gesehen?
00:48:01: Also was habe ich übersehen und das stelle ich mir schon schwer vor, wenn du dann neue Menschen kennenlernst und hast es immer so im Hinterkopf und fragst dich dann, naja, was weiß ich von der Person denn nicht und muss sich da mehr aufpassen und so.
00:48:13: Also das eine, das psychisch belastet, kann ich mir echt gut vorstellen.
00:48:17: Und umso besser, dass sie eine Therapie macht und versucht dagegen anzugehen und auch gut und mutig, dass sie darüber spricht, sie könnte auch sagen, okay, ich hab die Wahnsignale übersehen.
00:48:26: Ich sehe mich selbst in der Schuld und vielleicht bin ich irgendwie selbst beteiligt gewesen oder vielleicht bin ich tragisch eine Mitschuld, dass ich nicht einschreiten konnte.
00:48:32: Aber stattdessen sagt sie ganz öffentlich, was passiert ist und steht dafür ein und erzählt diese Geschichte und das finde ich echt stark.
00:48:40: Total und vor allem will sie ja wahrscheinlich auch versuchen, dass solche Geschichten nicht wieder passieren und was ich so schwer daran finde, leider immer noch ist.
00:48:48: dass man mehr hingucken muss, aber das ist natürlich auch nicht so leicht.
00:48:51: Also wenn ich mir jetzt vorstelle einer unserer Kollegin, mit denen wir jetzt nicht so eng sind, und da hätte man jetzt so die Vermutung, die hat vielleicht häufiger mal blaue Flecken
00:48:59: oder
00:49:00: verhält sich manchmal komisch, es ist ja nicht so leicht, dann diejenige einfach so aus dem Nichts darauf anzusprechen und zu sagen, sag mal, hast du vielleicht ein Problem mit Gewalt in deiner Beziehung, weil du kannst ja auch total falsch liegen und dann... dass vielleicht Menschen auch als anmaßend war oder so.
00:49:14: Auf der anderen Seite, wenn dann so was passiert und man hat nichts gesagt, machen sich natürlich auch viele Leute Vorwürfe.
00:49:19: Also es ist, glaube ich, tatsächlich nicht einfach.
00:49:22: Aber so ein bisschen mehr Sensibilität zu beweisen, ist wahrscheinlich gut.
00:49:26: Und im Zweifel vielleicht doch lieber einmal mehr Fragen zumindest.
00:49:29: Man muss ja nicht gleich auf Konfrontationen gehen.
00:49:31: Man kann ja einfach nur fragen, hey, ich hab den Eindruck, dir geht's nicht so gut.
00:49:35: magst du darüber reden oder so?
00:49:36: Das ist wahrscheinlich besser, das einmal mehr zu fragen, als einmal zu wenig.
00:49:39: Absolut,
00:49:39: die Hilfe anbieten und zu sagen, dass man da ist.
00:49:42: Weil wenn du, wie du sagst, zu viel Druck machst, erreichst du mit Sicherheit das Gegenteil und die Person versteht sich dann noch viel mehr.
00:49:48: Weil es ja eher ein Problem ist, dass dann diese Scham da ist und dass man nicht darüber sprechen
00:49:52: möchte.
00:49:53: Ja, das haben wir in dem Fall auch gesehen, das dann zuzugeben ist natürlich auch nicht immer leicht.
00:49:57: Ja, starke Geschichte, tragische Geschichte, aber hoffentlich eine, die ein bisschen ... aufwühlt und aufmerksam macht und die Menschen so ein bisschen zum Nachdenken anregt.
00:50:06: Was hast du denn für nächste Woche dabei bzw.
00:50:09: das bringst du nächste Woche mit?
00:50:10: Nächste Woche habe ich einen interessanten Fall, weil der nämlich was mit meiner Familie zu tun hat.
00:50:15: Da geht es nämlich um Morde und mein Onkel Hartmut.
00:50:18: Hat aber keinen umgebracht.
00:50:19: Nein, der hat niemanden umgebracht, keine Sorge.
00:50:22: Aber er kannte tatsächlich die Angehörigen eines der Opfer.
00:50:26: Und konnte aus dem Nähkästchen plaudern, wie das damals in seinem Ort, meine Großeltern, kommen aus einem kleinen Ort in der Nähe von Hannover und wie das dann da so diskutiert wurde und so.
00:50:35: Und dieser Fall hat auch noch was zu tun mit Tokyo Hotel.
00:50:39: Was?
00:50:40: Also wenn das jetzt mal kein Tiesal ist, also Julis Familie ist drin und Tokyo Hotel.
00:50:47: Da bin ich gespannt.
00:50:48: Und es geht eben um Morde im Raum Hannover.
00:50:50: Es ist eine ganz spannende Geschichte und die werde ich euch dann nächste Woche erzählen.
00:50:54: Freue ich mich drauf, dann bis nächsten Dienstag.
00:50:57: Ihr könnt euch wie immer alle Fotos anschauen auf unsere Instagram-Seite und das Sistersandcrime.podcast.
00:51:03: Ihr könnt uns natürlich auch abonnieren, worüber wir uns sehr freuen und über tolles Feedback freuen wir uns auch.
00:51:09: Ganz genau so sieht es aus.
00:51:10: In diesem Sinne freuen wir uns auf nächste Woche.
00:51:12: Bis dann.
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