Happily True 5: Zwischen CIA-Waffe und Summer of Love - Die Entdeckung von LSD

Shownotes

Eigentlich will der Chemiker Albert Hofmann gerade nur eines: Feierabend machen und mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Er schwingt sich auf den Sattel, tritt in die Pedale… doch nach ein paar hundert Metern ist nichts mehr normal. Die vertraute Straße beginnt zu atmen. Die Welt um ihn herum gerät aus den Fugen. Stück für Stück verwandelt sich der graue Asphalt in ein Meer aus leuchtenden Farben. Wo eben noch Häuser standen, drehen sich jetzt gigantische, bunte Spiralen. Alles ist plötzlich schärfer, schöner, intensiver – fast schon beängstigend klar. Obwohl Hofmann kaum noch weiß, wo oben und unten ist, spürt er es in jeder Faser seines Körpers: Das hier ist kein gewöhnlicher Schwindel. Das ist der Durchbruch. Er hat etwas gefunden, das die Welt verändern wird. Das ist die Geschichte einer Entdeckung, die völlig aus Versehen begann – und die Welt verändern wird. Albert Hofmann hat LSD entdeckt.

Autoren: Carolin Johannsen Karolin Kandler Jule Gölsdorf

Quellen: NETFLIX-Doku „Verändere Dein Bewusstsein“, Folge 1 „LSD“ https://www.netflix.com/browse?jbv=80229847

https://personenlexikon.bl.ch/Albert_Hofmann

https://drugchecking.berlin/substanzen/lsd

https://blog.nationalmuseum.ch/2020/05/massenflucht-aus-basel/

https://www.basel.com/de/zahlen-fakten/geschichte

https://www.uniaktuell.unibe.ch/2018/dernachlassvonalberthofmannaufdenspurenvonlsd/indexger.html

https://www.uniaktuell.unibe.ch/2023/ackernfuerlsd/index_ger.html

https://www.aerzteblatt.de/news/coronaimpfstoff-novartis-unterzeichnet-neuen-deal-mit-biontech-6d88b4af-171a-4c02-a12e-c52a776a28be

https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/albert-hofmann--der-lsd-entdecker-und-der-bicycle-day-34395822.html

https://www.diepresse.com/3834971/wieder-da-lsd-und-psilocybin

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/vom-arzneimittel-zur-droge-zum-arzneimittel-139568/

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/trip-ins-ungewisse-4609279.html

https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-albert-hofmann-entdeckt-lsd-100.html

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/rauschmittel/drogen/pwiealberthofmandiewirkungvonlsd100.html

https://www.srf.ch/news/schweiz/partydroge-oder-wundermittel-80-jahre-nach-der-erfindung-aufschwung-in-der-lsd-forschung

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Transkript anzeigen

00:00:03: Eigentlich will der Chemiker Albert Hofmann gerade nur eines.

00:00:06: Feierabend machen und mit dem Fahrrad nach Hause fahren.

00:00:10: Er schwingt sich auf den Sattel, tritt in die Pedale.

00:00:13: Doch nach ein paar Hundert Metern ist nichts mehr normal.

00:00:17: Die vertraute Straße beginnt zu atmen.

00:00:20: Die Welt um ihn herum gerät aus den Fugen.

00:00:22: Stück für Stück verwandelt sich der graue Asphalt in ein mehr aus leuchtenden Farben.

00:00:28: Wo eben noch Häuser standen, Drehen sich jetzt gigantische, bunte Spiralen.

00:00:34: Alles ist plötzlich schärfer, schöner und intensiver.

00:00:37: Fast schon beängstigend klar.

00:00:40: Obwohl Hofmann kaum noch weiß, wo oben und unten ist, spürt er es in jeder Faser seines Körpers.

00:00:47: Das hier ist kein gewöhnlicher Schwindel.

00:00:50: Das ist der Durchbruch.

00:00:53: Er hat etwas gefunden, das die Welt verändern wird.

00:00:59: Das ist die Geschichte einer Entdeckung, die völlig aus Versehen begann und die Welt verändern wird.

00:01:05: Albert Hofmann hat LSD entdeckt.

00:01:11: Sie fällt aus einem Flugzeug und überlebt.

00:01:14: Er singt mit einem Schiff und muss in dreißig Metern Tiefe in einer Luftblase ausharren.

00:01:20: Sie wird mit vier Jahren ausgesetzt und wächst unter

00:01:23: Affen auf.

00:01:25: Und er ist Deutscher und wurde

00:01:27: in China zum

00:01:27: Superstar,

00:01:28: weil er auf Mandarin rappt.

00:01:31: Diese Geschichten klingen so verrückt

00:01:33: und doch sind sie wahr.

00:01:36: In unseren neuen Podcast gibt es Stories für die ganze

00:01:38: Familie.

00:01:40: Mit Spannung, Herz

00:01:42: und Happy End.

00:01:44: Ein True Story Podcast mit Jule Gösthoff und Karolin Kantler.

00:01:49: Und damit herzlich willkommen bei Happily True.

00:01:52: Ich bin Jule Gustav.

00:01:53: Und ich bin Karolin Kandler.

00:01:55: Und Jule, wenn du das Wort LSD hörst, woran denkst du dazu erst?

00:01:59: An wilde Partys wahrscheinlich.

00:02:01: So die typischen Hippie-Bilder aus den Sechzigern.

00:02:04: Alles bunt, bisschen abgedreht vielleicht.

00:02:06: Und ja, vielleicht auch an Leute, die auf Partys ein bisschen viel davon erwischen.

00:02:11: Aber warum ausgerechnet dieses Thema heute?

00:02:13: weil es mir irgendwie ganz genau so ging.

00:02:15: Also LSD war für mich eigentlich nur eine Art Partydroge, ist ja auch eine Partydroge eigentlich nicht mehr.

00:02:21: Aber als ich mich dann für die Folge so ein bisschen eingelesen habe, war ich doch überrascht.

00:02:24: Also da steckt eine ganze Geschichte dahinter, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte.

00:02:28: Also eigentlich super spannend von geheimen CIA-Experimenten bis hin zum totalen Chaos im Labor.

00:02:34: Und deshalb wollte ich dir die Geschichte heute mal erzählen.

00:02:37: Wow, das klingt ja jetzt eher nach einem Krimi-Alf nach so einer reinen Drogengeschichte.

00:02:41: Ja, es

00:02:42: ist eigentlich auch, aber wir sind ja nicht bei unserem True Crime Podcast, sondern bei Happily True.

00:02:47: Und darum werde ich auch alles ganz klar und sachlich berichten, natürlich ohne Grusel.

00:02:51: Aber

00:02:51: bevor wir da richtig einsteigen, muss ich dich natürlich zuerst fragen, was wir vorher, glaube ich, noch nie besprochen haben.

00:02:57: Hast du eigentlich schon mal LSD ausprobiert?

00:03:00: Ganz klare Antwort, nein.

00:03:03: Hatte ich aber auch nie vor und ich glaube, ich hätte auch Zu viel Respekt davor, die Kontrolle über meinen Kopf abzugeben.

00:03:10: Das ist ziemlich abgefahren, was man da erlebt.

00:03:13: Aber ich hatte eh nicht so einen Hang zu Drogen.

00:03:15: Und du?

00:03:16: Nee, ich auch nicht.

00:03:17: Aber ich find's deshalb auch total spannend, also so ganz ohne Vorurteile mal zu schauen, was da damals eigentlich passiert ist, was viele vielleicht gar nicht glauben.

00:03:25: Also wir schauen uns mal die medizinische Seite an, aber eben auch die Gefahren, weil die gibt es natürlich auf jeden Fall.

00:03:32: Und wir klären heute auch mal auf, warum Geheimdienste dachten, sie hätten damals eine Wunderwaffe entdeckt und das Ganze dann aber irgendwie komplett außer Kontrolle geriet.

00:03:42: Spannend.

00:03:43: Dann freu ich mich jetzt auf deine Geschichte.

00:03:46: Wir befinden uns in der Schweiz, genauer gesagt in Basel in den neunzehnhundertreißiger Jahren.

00:03:52: Basel ist eine sehr alte Stadt am Rhein, direkt im Dreiländereck Frankreich, Schweiz, Deutschland.

00:03:59: Schon in der Steinzeit siedelten dort Menschen, weil die Region und die Stadt im Gegensatz zum Rest der Schweiz nicht vergletschert war und die ältesten schriftlichen Erwähnungen über die Stadt stammen aus der Römerzeit.

00:04:11: Es ist aber sogar nachgewiesen, dass etwa um hundertzwanzig vor Christus eine kältische Siedlung dort existiert hat, wo heute der Basler-Wolterplatz ist.

00:04:21: Die Stadt ist auch deshalb für die vielen Museen, Ausstellungen und historischen Gebäude bekannt, ganz besonders aber für die vielen Chemie- und Pharmafirmen, die dort in der Region ansässig sind.

00:04:34: Ursprünglich haben sich die Firmen mal aus der Textilindustrie entwickelt.

00:04:39: Dort wurden Stoffe eingefärbt und man hat diese Prozesse nach und nach weiter untersucht und die Chemie dahinter verstanden.

00:04:46: Und daraus sind dann die verschiedensten Firmen entstanden, die auch heute noch in Basel ansässig sind.

00:04:53: Dort sind zum Beispiel die Hauptsitze der Firmen Rosch und Novartis und noch einige andere sehr große Firmen.

00:05:00: Und deswegen ist Basel nach Zürich der zweitgrößte Wirtschaftsstandort der Schweiz.

00:05:07: Die Stadt ist also nicht nur kulturell und historisch eine bedeutende Stadt, sondern eben auch wegen ihrer Industrie.

00:05:14: Und eine der Firmen in der Schweiz der neunzehnhundertdreißiger Jahre ist das Pharmaunternehmen Sandoz.

00:05:21: Das Unternehmen wurde achtzehnhundertsechsohnachzig gegründet und seit achtzehnhundertneunzig produziertes verschiedenste Medikamente, zum Beispiel einen Saft zur Fiebersenkung.

00:05:32: Und weil das ganz gut läuft, investieren die Geschäftsführer in die pharmazeutische Forschung.

00:05:38: Sie wollen expandieren, wollen neue Medikamente entwerfen und zu einem führenden Pharmaunternehmen werden.

00:05:45: Und einer, der dabei helfen soll, ist ein junger Chemiker namens Albert Hofmann.

00:05:51: Albert Hofmann ist Schweizer, geboren am elften Januar, in der Stadt Baden.

00:05:58: Seine Familie hat nicht viel Geld.

00:06:00: und trotzdem schafft er es einen Schulabschluss zu machen und macht direkt danach eine kaufmännische Lehre, damit er seine Familie unterstützen kann.

00:06:10: Albert möchte aber mehr.

00:06:12: Er interessiert sich nicht besonders für Bilanzen, er interessiert sich für die Wissenschaft, genauer gesagt für Chemie.

00:06:20: Und weil er das Glück hat einen reichen Patenonkel zu haben, darf er seinem Interesse auch nachgehen.

00:06:27: Der Patenonkel zahlt ihm ein Privatgymnasium, Albert strengt sich an und macht dort noch seine Matura, also quasi das Abitur.

00:06:34: Ninzehundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:07:00: Mit nur dreiundzwanzig Jahren ist er Doktor der Naturwissenschaften.

00:07:05: Jetzt natürlich meine Frage, Jule, wie war das bei dir damals?

00:07:07: Waren Naturwissenschaften auch dein Ding?

00:07:11: Nee, nicht so richtig, muss ich zugeben, obwohl ich sogar Bio als Leistungskurs hatte.

00:07:17: Und ich hatte dann aber irgendwie vorher, ich glaube, es war in der Elften, Hatte ich Bio und Chemie oder war es Chemie und Physik?

00:07:24: und da hatte ich den gleichen Lehrer.

00:07:25: und dann hat er gesagt, ja, du kannst dir aussuchen, in welchem Fach du nur fünf verambilst.

00:07:30: Weil ich im Grunde in beiden nicht so toll war.

00:07:32: Also die Karriere von Albert Hofmann, die wäre jetzt nicht so dein Weg gewesen.

00:07:36: Nein, irgendwie nicht.

00:07:39: Naja, ist es jedenfalls kein Wunder, dass Albert, nachdem er die Uni verlassen hat mit seiner Promotion, natürlich in so jungen Jahren sofort ein Job bekommt und das sogar bei einem der größten Pharmaunternehmen der Schweiz.

00:07:50: bei Sandos.

00:07:52: Die Firma gibt es übrigens heute auch noch, allerdings in anderer Form.

00:07:56: Sie hat sich teilweise aufgespalten und ist heute unter dem Name Novates bekannt.

00:08:00: Novates?

00:08:01: Das sagt mir doch irgendwie was Stichwort Corona-Zeit, oder?

00:08:04: Haben die nicht auch ein Impfstoff hergestellt?

00:08:07: Ja, fast.

00:08:07: Also Novates hat zu der Zeit mit Pfizer-BioNTech zusammengearbeitet.

00:08:12: Novates hat erst seine Produktionsanlagen in Stein am Rhein und später dann die ganzen Anlagen in Slowenien zur Verfügung gestellt, damit eben dort der Biontech-Impfstoff abgefüllt und steril verpackt werden konnte.

00:08:26: Das ist aber jetzt schon zu weit in der Zukunft.

00:08:28: Also die Story, die ich dir heute erzählen möchte, die spielt ein bisschen davor, also in den neunzehnten, hundertreißiger Jahren und in den vierzigern.

00:08:34: Ah, also während des Zweiten Weltkriegs dann?

00:08:36: Ja, genau.

00:08:38: Albert Hofmann arbeitet erst eine kurze Zeit im Labor bei Sanders.

00:08:42: Als alles darauf hindeutet, dass es wieder Krieg geben wird, jeden Tag fährt er damit dem Fahrrad ins Labor.

00:08:48: Zehn Kilometer hin und zehn Kilometer zurück.

00:08:52: Im Jahr nineteenhundertdreißig, also ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, sucht Albert gerade nach einem Stoff, der Gefäß verengend wirkt.

00:09:02: Er hat sich inzwischen auf Medikamente aus Pflanzen spezialisiert und sucht nach einem Mittel, das Patienten mit Kreislaufbeschwerden helfen könnte.

00:09:10: Der junge Chemiker untersucht dafür verschiedene Arzneimittelpflanzen und versucht herauszufinden, ob sie sinnvolle Wirkstoffe enthalten.

00:09:19: Zunächst beschäftigt er sich mit der Mehrzwiebel, danach untersucht er verschiedene Fingerhutarten, beides allerdings nicht erfolgreich.

00:09:29: Seine dritte Versuchsreihe widmet er dann einem ganz besonderen Schädling.

00:09:33: Ich habe dir mal ein Foto davon mitgebracht.

00:09:35: Hast du eine Idee, was das sein könnte?

00:09:38: Also ehrlich gesagt, nein.

00:09:40: Also hier ist ja so ein Foto, da ist so was, wahrscheinlich ist es so eine Art Getreide oder so.

00:09:46: Und irgendwie sieht man, ist der Schädling das Braune?

00:09:50: Also es sieht so aus, es hätte sich irgendwas auf die Pflanze drauf gesetzt und wächst da so.

00:09:54: daraus hervor, also wie so eine Art Parasit oder so.

00:09:58: Ja, es sieht irgendwie auch ein bisschen unappetitlich aus, oder?

00:10:00: Ja, schon.

00:10:02: Das ist ein Pilz, der daraus wächst und da ist Mutterkorn, ist ein Schädling, der aus den Ehren von Getreiden heraus wächst, also vor allem aus Roggen.

00:10:10: Den hatten wir doch neulich in unseren tödlichen Gerichten.

00:10:13: So sieht der aus.

00:10:14: So sieht der

00:10:14: aus, ja gar nicht so schön.

00:10:17: Aber ich erzähle trotzdem nochmal ganz kurz, was es eigentlich mit Mutterkorn auf sich hat.

00:10:22: Im Mittelalter und der frühen Neuzeit sind immer mal wieder tausende Menschen gestorben, wenn sie Brot gegessen hatten, in dem Getreide mit Mutterkorn verarbeitet war.

00:10:31: Aber es gibt einen ziemlich passenden Spruch dazu, die Dosis macht das Gift, und schon damals hat man Mutterkorn nämlich auch in der Medizin genutzt.

00:10:40: Insbesondere unter Hebammen war Mutterkorn dafür bekannt, dass es bei Schwangerschaftsabbrüchen hilft, es kann wehen hervorrufen und nach der Geburt das Blut stillen.

00:10:50: Ich frag mich ja immer, wie man so was herausgefunden hat.

00:10:54: Hat man dann einfach so lange herumprobiert, bis man irgendein Mittel gefunden hat?

00:10:58: Oder kann man durch Zufall darauf?

00:11:01: Und wie kommt jetzt vor allem Albert darauf, an Mutterkorn zu forschen?

00:11:05: Ja, das sind irgendwie echt Fragen, die ich mir ausstelle.

00:11:07: Wahrscheinlich ist es dann wirklich Zufall gewesen und man hat dann so die Schlüsse daraus gezogen.

00:11:11: Ich

00:11:11: finde das sowieso total faszinierend, nicht nur bei Medikamenten, auch bei Essen.

00:11:14: Dass man sich so denkt, wie kommt jemand darauf, Pasta zu erfinden?

00:11:17: Also du mischt irgendwelche Sachen zusammen und dann denkst du, jetzt schmeiß ich das in kochendes Wasser und dann schmeckst du bestimmt super.

00:11:22: Und man denkt so, hey, warum?

00:11:23: Ja, stimmt.

00:11:25: Aber

00:11:26: Albert, der sucht ja ganz gezielter.

00:11:27: Der sucht ja Stimulanzchen für Kreislaufpatienten und stellt dafür einige verschiedene Mittel her.

00:11:33: Die testet er dann zunächst an seinen Labormäusen und schaut, ob die irgendwie darauf reagieren.

00:11:39: Zu der Zeit forscht man in der Firma Sandos schon seit etwa zehn Jahren an Mutterkorn und man weiß, dass es genau die Effekte auslöst, für die man es schon im Mittelalter verwendet hat, also Blutungen stoppen, Geburten beschleunigen und Schwangerschaftsabbrüche.

00:11:55: Und vielleicht kommt genau daher auch der Name Mutterkorn.

00:11:59: Wobei man ja sagen muss zwischen Geburtbeschleunigen und Schwangerschaftsabbruch ist ja auch irgendwie, also nicht, dass man das eine gar nicht will und erreicht dann das andere mit dem gleichen Mittel ist auch ein bisschen schräg.

00:12:09: Ja, aber ein Korn für Mütter, also es passt ja dann wieder, egal ob Schwangerschaftsabbrüche oder zur Geburtbeschleunigung.

00:12:16: Jedenfalls forscht man bei Sandoz schon eine ganze Weile an Mutterkorn.

00:12:19: Anfangs war das gar nicht so leicht, weil der Pilz eigentlich ein Parasit ist und deswegen stetig weggezüchtet wurde.

00:12:25: Weil nun aber der Bedarf steigt, bauen einige Bauern im Emmental gezielt rocken mit Mutterkorn an.

00:12:32: Sie sammeln die Pilze, die sie Wolfszähne nennen und liefern sie nach Basel an Sandos.

00:12:38: Okay, also Emmental ist jetzt ja aber von Basel schon ein Stück entfernt.

00:12:41: Also wieso haben die Bauern ausgerechnet dort das Mutterkorn angebaut?

00:12:45: Ja, im Emmental ist das Klima besonders gut, also recht feucht und deswegen ist der Roggen dort anfälliger für Parasiten, wie zum Beispiel Mutterkorn.

00:12:54: Was für die Bauern früher ein Fluch war, ist jetzt ein ziemlich gutes Geschäft.

00:12:59: Und obwohl Sannos neunzehnhundertneununddreißig anfängt, Mutterkorn in industriell Maß anzubauen, ist es immer noch knapp und teuer.

00:13:08: Weil man sich nicht auf den Zufall verlassen möchte, ob jetzt ein Mutterkorn an einer Ehre wächst oder nicht, hat Sannos dann eine Art Impfstoff für die Pflanzen hergestellt.

00:13:17: Darin sind Sporen von Mutterkorn enthalten, die in die Roggenären gespritzt werden, damit daran dann die Pilze wachsen.

00:13:25: Die Mutterkörner werden dann von Hand eingesammelt.

00:13:28: Klingt aber auch nach richtig großem Aufwand.

00:13:30: Ja,

00:13:31: das ist es auch.

00:13:32: Also zumindest am Anfang.

00:13:33: Später gibt es dann auch Erntemaschinen, aber trotzdem braucht es viel Fläche, viele Arbeitskräfte, um große Mengen Mutterkorn anzubauen.

00:13:41: Und insbesondere zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ist das ziemlich umstritten.

00:13:46: Für Mutterkorn muss ja Getreide, also Roggen, angebaut werden.

00:13:49: Und der ist, nachdem man das Mutterkorn dann abgepflückt hat, nicht mehr genießbar und kann auch nicht mehr an Tiere verfüttert werden.

00:13:56: Insbesondere zu der Kriegszeit ist ja alles knapper und es ist schwierig das dann zu rechtfertigen, dass man so viel Getreide anbaut und das dann

00:14:05: wegschmeißt.

00:14:06: Die Firma Sandos bezahlt den Bauern aber ziemlich viel Geld dafür, dass sie für sie Mutterkorn anbauen.

00:14:12: Außerdem werden viele Arbeitsplätze durch den Anbau geschaffen und das rechtfertigt für die Schweizer das Ganze.

00:14:18: Und die Firma hat auch einen eigenen kleinen Bauernhof in der Nähe von Basel, auf dem sie noch weiter an verschiedenen Roggensorten experimentieren.

00:14:27: Sie züchten so lange, bis sie eine besonders starke für Mutterkorn anfällige Roggenpflanze geschaffen haben.

00:14:34: Aber es gibt ein Problem.

00:14:35: Diese neue Sorte braucht ziemlich viel Dünger und ist viel anfälliger für andere Parasiten und Schädlinge.

00:14:41: Deswegen muss Sanders auch noch neue Pflanzenschutzmittel erfinden, um weiter erfolgreich vielen Mutterkorn anbauen zu können.

00:14:49: Aber

00:14:49: warum genau machen Sie das Ganze jetzt?

00:14:50: Also was stellen Sie inzwischen aus dem Mutterkorn her?

00:14:54: Ja, da kommen wir wieder zurück zu Albert Hofmann und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Jahr, und in das Arthur Stoll mit Mutterkorn experimentiert und daraus das Alkaloid Ergotamin gewonnen.

00:15:17: Danach hat er die Experimente aber nicht weiter verfolgt.

00:15:21: Jetzt ist es aber Albert Hofmann und sein Team und ihnen ist es gelungen, Mutterkorn und die Enthaltenen Substanzen zu analysieren und das Ganze finden sie auch ziemlich spannend.

00:15:31: Also untersucht er den Pilz weiter und versucht Stoffe aus ihm zu isolieren.

00:15:37: Die Technik, die ihr dafür verwendet, heißt Synthetisierung.

00:15:41: Das bedeutet im Grunde, dass man aus Ausgangsstoffen neue komplexere Stoffe aufbaut.

00:15:47: Das macht man durch chemische Reaktionen, zum Beispiel, indem man verschiedene Stoffe kombiniert oder erhitzt.

00:15:55: Das kann sehr einfach sein, aber auch sehr kompliziert.

00:15:58: Manche Stoffe lassen sich zum Beispiel nur im Dunkeln synthetisieren, andere wiederum nur in einem Vakuum.

00:16:05: Albert probiert mit dem Mutterkorn alle möglichen Experimente aus, weil er ja weiß, dass es irgendwie eine Wirkung hat.

00:16:13: Man könnte fast sagen, dass er besessen davon ist, etwas zu entdecken.

00:16:18: So, jetzt auch mal ein Bild von Albert, das überweist, mit wem wir es hier zu tun haben.

00:16:23: Hier steht er gerade in seinem Labor.

00:16:27: Das ist richtig so.

00:16:27: ein typisches Laborfoto, wie man sich das vorstellt.

00:16:30: Er steht da, trägt ein weißes Hemd mit Krawatte und hat halt so einen typischen weißen Kitzel drüber an, trägt eine Brille, hat sehr kurz geschorene Haare und um ihn herum sind halt so, wie man sich das vorstellt, diese ganzen Regale mit irgendwelchen Fläschchen, wo irgendwelche Tincturen drin sind, keine Ahnung.

00:16:46: Und er selber hat ja auch in der Hand so diverse Röhrchen, wo er wahrscheinlich seine verschiedenen Proben drin hat.

00:16:53: und guckt recht aufmerksam sympathisch in die Kamera.

00:16:56: Ja,

00:16:56: und er wird total sympathisch, obwohl er fast gar nicht lächelt.

00:17:00: Ja, und er hat sich einen Plan gemacht, er möchte einen ganz bestimmten Stoff synthetisieren.

00:17:06: An dem Tag, an dem man das Experiment durchführen möchte, ist er deswegen auch nicht mit seinen Kollegen zum Mittag in der Firmenkantine, sondern bleibt über die Mittagspause allein im Labor.

00:17:17: Er ist Brot mit Honig und Butter und trinkt ein Glas Milch, während er weiter über seine Arbeit nachdenkt.

00:17:25: Immer wieder überlegt er, was er mit dem Mutterkorn anstellen kann.

00:17:30: Dann kommt ihm eine Idee.

00:17:32: Er will aus dem Alkaluit, das Arthur Stoll zuvor schon entdeckt hat, eine stimulierende Substanz für Herzkranke herstellen.

00:17:40: Also macht er sich wieder an die Arbeit.

00:17:42: In der Mittagspause hat Albert seine Ruhe Wenn die Kollegen essen sind und er arbeitet mit zwei anderen Wissenschaftlern in einem Labor, denn Einzelaboratorien sind zu der Zeit ein nicht vertretbarer Luxus.

00:17:56: Das Labor hat weißgetünchte Holzstrenke und herunterhängende Lampen.

00:18:00: Es gibt zwei sogenannte Kapellen, das sind kleine Abteile mit Luftabzügen, also das sieht so ein bisschen aus wie beim Kochen so Dunstabzugshauben, in denen man mit giftigen Stoffen arbeitet.

00:18:12: Da steht also Albert Hofmann, gerade zweiunddreißig Jahre alt und experimentiert.

00:18:18: Und bei einem seiner Experimente findet er einen Stoff, der Lyserk-Säure heißt, beziehungsweise eine ganz bestimmte Art davon, dass Lyserk-Säure die Thürlamid-Fünfundzwanzig, kurz LSD.

00:18:32: Ah, okay, das ist also die... Die Langform von LSD.

00:18:36: Diese Variante habe ich noch nie gehört.

00:18:38: Weiß er denn da schon, was er da entdeckt hat?

00:18:40: Nee,

00:18:41: aber er gibt den Stoff seinen Labor-Mäusen und schaut mal, was passiert.

00:18:45: Oh, und was passiert?

00:18:46: Wenn ich mir jetzt die Partydroge so vorstelle, gibts dann eine Party unter den Mäusen.

00:18:52: Nicht so wirklich.

00:18:53: Die werden zwar ein bisschen unruhig, aber ansonsten passiert nichts.

00:18:57: Und auch als er die Substanz an Kaninchen testet, sieht er keine besonderen Effekte.

00:19:02: Und weil nur an Stoffen weitergeforscht wird, die auch erfolgsversprechend sind, bricht er die Experimente an LSD vorerst ab.

00:19:10: Naja, jetzt wissen wir ja aber, dass LSD auch bis heute noch eine Rolle spielt.

00:19:13: Also, es muss ja irgendwas noch danach passiert sein.

00:19:15: Wie ging es weiter?

00:19:17: Kurz nach Alberts Entdeckung bricht jetzt erst mal der Zweite Weltkrieg aus.

00:19:20: Und obwohl die Schweiz ja neutral ist, sind die Menschen in Basel natürlich besorgt.

00:19:26: Weil die Stadt direkt an der Grenze liegt, fürchten sich die Bewohner.

00:19:30: Insbesondere nachdem die Wehrmacht Holland und Belgien überfallen hat, bekommen die Menschen Angst.

00:19:36: Als die schwalzerische Abwehr im Mai-Mai-Truppenaufmarsch der Deutschen meldet, sehen viele das als Warnzeichen.

00:19:44: Plötzlich sind in allen Geschäften Rucksäcke ausverkauft, überall hängen rote und grüne Plakate, die auf die Mobilmachung aufmerksam machen.

00:19:53: Die ersten einen berufenden Milizen sammeln sich, Überall sind Offiziere und Soldaten, die im Notfall das Land verteidigen sollen.

00:20:01: Und währenddessen packen zahlreiche Basler ihre Koffer und reisen weiter ins Inland der Schweiz.

00:20:08: Plötzlich ist Panik und niemand macht sich mehr Gedanken über irgendwelche Forschung.

00:20:13: Die Geschäftsführung der Firma Roche, die größte Pharmafirma in Basel, siedelt nach Luzan um und auch andere Direktoren und Geschäftsleitungen bringen sich in Sicherheit.

00:20:23: Insgesamt verlassen etwa twenty-fünfzehntausend Menschen in nur einer Woche die Stadt.

00:20:28: Und geht Albert auch?

00:20:29: Nee, aber er wohnt auch nicht direkt in der Stadt.

00:20:33: Also die Panik vor dem Angriff fällt aber auch nur etwa zwei Wochen an.

00:20:36: Also er ist einigermaßen safe und hat es dann auch schnell überstanden.

00:20:40: Und dann findet man nämlich heraus, dass das Ganze nur ein Täuschungsmanöver war und nach und nach kommen die Menschen wieder zurück in die Stadt.

00:20:47: Albert arbeitet also weiter im Labor und führt Experimente mit verschiedenen Pflanzen durch.

00:20:53: Aber zu einem wirklichen Durchbruch kommt es nicht.

00:20:57: Auch im Jahr nineteenhundert vierzig sucht er noch nach einem Kreislaufmittel und fünf Jahren, nachdem er das erste Mal mit Lyserxöhre die Ethylamid experimentiert hat, erinnert er sich wieder an diese Substanz.

00:21:10: Er hat irgendeine seltsame Ahnung, dass dieses Mittel vielleicht doch etwas bewirken könnte.

00:21:17: Also zieht er sich den weißen Laborkittel an und stellt noch ein bisschen von der Substanz her.

00:21:23: Und dann passiert etwas Unerwartetes.

00:21:27: Plötzlich fühlt Albert sich irgendwie merkwürdig.

00:21:30: Er ist unruhiger als zuvor und ihm wird schwindelig.

00:21:34: So kann er nicht weiterarbeiten.

00:21:36: Er räumt also sein Arbeitsplatz auf, packt alles zusammen und fährt nach Hause.

00:21:41: Dort legt er sich hin und versinkt in eine Art Tagtraum.

00:21:45: Dieser Dämmerzustand fühlt sich für ihn aber nicht unangenehm an, er entspannt.

00:21:51: In der Netflix-Doko verändere dein Bewusstsein, äußert er sich dazu und wir hören uns mal an, was er selbst rückblickend dazu sagt.

00:22:15: Okay, aber wie kommt es denn jetzt dazu, dass er das so empfindet, hat er versehentlich was von dem LSD genommen, dass er da hergestellt hat?

00:22:23: Es

00:22:23: fragt er sich selbst auch erst mal.

00:22:24: Er vermutet, dass er irgendwie mit der LSD-Lösung in Berührung gekommen ist und die Substanz dann erst eine Weile später ihre Wirkung gezeigt hat.

00:22:33: Die Anwalt Albert Hofmann ein Forscher ist, muss er mit dieser Erkenntnis natürlich unbedingt weiter experimentieren.

00:22:41: Am neunzehnten April, neunzehntunderdreihundvierzig fährt Albert also wieder ins Labor.

00:22:46: Jeden Tag radelt er die zehn Kilometer von zu Hause bis zur Firma und stellt sich sofort an die Petri-Schale.

00:22:53: An dem Tag geht der Versuch schneller.

00:22:55: Schließlich weiß er ja inzwischen, was genau er tun muss, um die Substanz herzustellen.

00:23:01: Am frühen Nachmittag ist es dann soweit.

00:23:04: Albert hat ein paar Milligramm feines weißes Pulver hergestellt.

00:23:08: Davon nimmt er jetzt Null, zwei fünf Milligramm, rührt sie in ein Wasserglas und schluckt das Getränk.

00:23:15: Das finde ich halt so krass, wenn du als Forscher quasi halt nicht weißt, was passiert und du dich so als Experimentierkaninchen selbst, die zur Verfügung stellst.

00:23:25: Ich meine, du weißt ja nicht, was passiert.

00:23:26: Das muss man sich schon trauen.

00:23:28: Er weiß, dass bei den Tieren ja nicht besonders viel passiert ist.

00:23:31: Aber wahrscheinlich musst du als Forscher einfach so neugierig sein, dass du das Risiko eingehst, dass du es dann an dir selbst testest.

00:23:38: Ich meine, du kannst ja nicht deine Kollegen fragen, wenn die dann tot umkippen oder deine Familie.

00:23:42: Deshalb bleibt ja nichts anderes übrig.

00:23:44: Schon mutig auch, muss man sagen.

00:23:47: Es dauert nur wenige Augenblicke, bis er erste Veränderung bemerkt.

00:23:51: ihm wird schwindelig.

00:23:53: Gleichzeitig hat er ein aufsteigendes Angstgefühl, Lähmungen und einen merkwürdigen Lachreiz.

00:24:00: Und wie beim ersten Mal hat er zusätzlich noch Sehstörungen.

00:24:04: Und hier beschreibt er mal, wie er das ganze empfand.

00:24:09: Also er sagt, alles in meinem Blick fällt fing an, sich zu verzerren wie in einem gebogenen Spiegel.

00:24:16: Außerdem hatte ich das Gefühl, ich könnte mich plötzlich nicht mehr von der Stelle bewegen.

00:24:21: Albert fühlt sich ziemlich merkwürdig, aber jetzt hat er das LSD ja schon genommen und muss abwarten, bis die Wirkung wieder nachlässt.

00:24:29: Er bemerkt, dass sich sein Zustand rapide verschlechtert.

00:24:33: In einem letzten klaren Moment bittet er seine Laborassistentin Susi Rammstein, gemeinsam mit ihm mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren.

00:24:40: Also fahren die beiden los.

00:24:42: Zehn Kilometer müssen sie ja zurücklegen und Albert geht es immer schlechter.

00:24:47: Gut, das wäre jetzt aber auch nicht das, was ich gemacht hätte.

00:24:49: So nach dem Motto jetzt fahre ich erst mal zehn Kilometer Fahrrad.

00:24:52: Ich hätte mich halt auf eine Couch gelegt und erst mal gechillt.

00:24:56: Aber ich stelle mir das, das ist das, was ich eben meine, total beängstigend vor.

00:25:00: Weil man ja auch nichts unternehmen kann, so wirklich, weil du experimentierst ja noch.

00:25:03: Das heißt, du hast ja auch kein Gegenmittel oder so.

00:25:05: Also schon krass.

00:25:06: Ja, du kannst ja nur hoffen, dass es irgendwann besser wird.

00:25:08: Du weißt ja gar nicht, ob das vielleicht anhält.

00:25:10: Ja, ja,

00:25:11: genau.

00:25:11: Ja, also er sagt es auch später selbst darüber.

00:25:14: Er nennt es furchtbar und quälend.

00:25:17: Aber Albert hat das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein und befürchtet jetzt, dass er bald sterben wird.

00:25:23: Also ihm geht es ja ganz ähnlich und er weiß nicht, wie das Ganze weitergeht.

00:25:26: Er glaubt, er hat die Grenze zwischen Leben und Tod überschritten.

00:25:31: So fühlt er sich.

00:25:32: Aber dann kommt er endlich zu Hause an und legt sich in sein Wohnzimmer.

00:25:36: Er fühlt sich immer noch unglaublich schlecht.

00:25:39: Er scheint ihm, als würden seine Möbel umhertanzen und er hat plötzlich einen riesigen Durst nach Milch.

00:25:46: Also bittet er seine Assistentin Susi, die sicherheitshalber noch nicht gegangen ist, die Nachbarsfrau nach Milch zu fragen und den Hausarzt zu rufen.

00:25:54: Als die Nachbarin vorbeischaut und die Milch bringt, sieht sie für Albert wie eine heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze aus.

00:26:02: Er springt auf, schreit, hat riesige Angst, dann sagt er wieder in sich zusammen.

00:26:08: Albert liegt da, auf dem Sofa und glaubt, jetzt ist alles vorbei.

00:26:13: Die Substanz, mit der er experimentieren wollte, hat ihn besiegt.

00:26:17: Gegen zwanzig Uhr trifft endlich sein Hausarzt ein.

00:26:21: Er untersucht Albert, der auf dem Sofa liegt und keinen Satz hervorbringt.

00:26:26: Also erzielt die Assistentin, was geschehen ist.

00:26:29: Der Arzt untersucht Albert dann, aber er findet nichts.

00:26:33: Nur die Popillen von Albert Hofmann sind geweitet, ansonsten ist alles normal.

00:26:38: Der Blutdruck, der Puls, die Atmung, alles ist so wie es sein soll.

00:26:43: Und als er das sagt, entspannt sich Albert und plötzlich ändert sich etwas.

00:26:47: Er wird immer ruhiger.

00:26:49: Später wird er in sein Bett im Schlafzimmer gebracht und dann liegt er da.

00:26:53: Einfach da und genießt, dass plötzlich um ihn herum Farben und Geräusche sind.

00:26:59: In der Nacht kommt seine Frau zurück und findet Albert ruhig schlafend vor.

00:27:04: Als Albert am nächsten Morgen aufwacht, ist er immer noch ganz verändert.

00:27:08: Er steht auf und fühlt sich, obwohl inzwischen fast vierzig ist, wieder wie ein Kind.

00:27:14: Er läuft in den Garten und ist total überrascht.

00:27:16: Plötzlich sieht er alle Farben viel intensiver, alles glitzert und leuchtet und sieht frisch und wunderschön aus.

00:27:24: So als wäre alles gerade erst neu erschaffen worden.

00:27:28: Albert spürt, dass er den negativen Höhepunkt überschritten hat.

00:27:32: Ab dem Zeitpunkt ist alles nur noch schön.

00:27:35: Er sieht wunderbare Farben und Formen.

00:27:39: Er scheint ihm, als wäre er in einem Kaleidoskop mit fantastischen Bildern.

00:27:45: Und noch etwas bemerkt er.

00:27:46: Plötzlich verwandeln sich alle Geräusche in Bilder.

00:27:50: Albert kann Töne sehen, den Vogel gesang, das Rauschen der Blätter, alles.

00:27:57: Irgendwann geht er dann aber schlafen und als er am nächsten Morgen erwacht, fühlt er sich, als würde er ein ganz neues Leben starten.

00:28:05: Also der zweite Teil der klingt jetzt ja eigentlich ganz schön und auch so ein bisschen aufregend, aber die Halluzinationen am Anfang, das finde ich schon krass.

00:28:12: Also wenn du dann plötzlich Menschen siehst, die du eigentlich kennst und dann denkst du, die sind irgendwie eine wilde Hexe oder so, ist das normal bei so einem LSD-Rausch?

00:28:19: Also dazu musste ich ein bisschen recherchieren und wir machen noch einen kleinen Exkurs zu dem, was wir heute über LSD wissen.

00:28:26: LSD gibt es nämlich heute in verschiedensten Formen.

00:28:29: Also sehr häufig ist LSD in Form von Papiertrips, sogenannten Pappen.

00:28:34: Das sind kleine Stücke Papier, Pappe oder Filz, auf die dann flüssiges LSD getropft wurde.

00:28:41: Und so zum Beispiel sieht das dann aus.

00:28:42: Sieht so ein bisschen aus wie eine kleine Briefmarke aus Stoff mit bunten Bildern drauf.

00:28:46: Ah, okay, was ist das da?

00:28:47: Marilyn Monroe oder was haben Sie so ein Bild drauf gemacht?

00:28:50: Genau, das sieht so aus.

00:28:52: Wozu macht man das?

00:28:53: Also, die legt man sich dann so auf die Zunge.

00:28:55: Ach so, ah, okay.

00:28:57: Aber es gibt auch Mikrotabletten oder direkt das flüssige LSD, also Tropfen.

00:29:03: Also, du merkst vielleicht schon, LSD wird in sehr, sehr kleinen Mengen konsumiert.

00:29:07: Auf Partys zum Beispiel werden häufig fünfzig bis hundert Mikrogramm dosiert.

00:29:12: Leichte Effekte merkt man aber schon bei fünfundzwanzig Mikrogramm.

00:29:16: Sehr, sehr starke Bewusstseinsveränderungen hat man bei

00:29:23: fünfhundert bis achthundertfünfzig Mikrogramm.

00:29:27: Zweihundertfünfzig Mikrogramm, glaube ich.

00:29:32: Aber dann ist es ja auch kein Wunder, weil dann hat er ja eigentlich schon eine ziemlich ordentliche Dosis eingenommen.

00:29:36: Also, dass er dann starke Halluzinationen hatte, überrascht jetzt nicht.

00:29:40: Ja,

00:29:40: das ist absolut heftig gewesen.

00:29:42: LSD ist nämlich sehr potent und wird nur im Mikrogrammbereich konsumiert.

00:29:47: Albert hat also nicht nur dafür, dass er zum ersten Mal konsumiert hat, ganz schön überdosiert.

00:29:52: hat all die akuten Nebenwirkungen, die heute von LSD bekannt sind, also einen Anstieg von Körpertemperatur, Blutdruck und Puls, erweiterte Popillen, Orientierungsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Schwindeln, Muskelzukungen, Zittern, Appetitlosigkeit und Übelkeit, er hat ja auch Angst, wahnhaftes Denken und Panikattacken.

00:30:10: Der später hat sich das dann ja wieder normalisiert, als der Arzt dann kam.

00:30:14: Es sind auf jeden Fall ganz schön viele negative Wirkungen, finde ich.

00:30:17: Was können denn dann in der Theorie die positiven Wirkungen sein?

00:30:21: Albert hatte ja später, also wahrscheinlich als schon einiges dann von dem LSD einfach in seinem Körper abgebaut war, ja ganz angenehme Erlebnisse.

00:30:29: Hast du gesagt, also der fühlte sich ja dann irgendwie so, er hat alles schön gefunden.

00:30:32: Was hast du da gesagt, die Geräusche wurden zu bildern und so, das ist ja so recht künstlerisch kreativ, ne?

00:30:38: Die Wirkungen von LSD sind zum einen von der Dosierung, zum anderen aber auch vom körperlichen und psychischen Zustand der konsumierenden Person abhängig.

00:30:46: Grundsätzlich kann man sagen, dass LSD die Wahrnehmung verändert, indem alle fünf Sinne intensiviert.

00:30:53: verwendet werden.

00:30:55: Ein Effekt kann auch die sogenannte Synesthesie sein, also dass sich verschiedene Sinne überlagern.

00:31:01: Zum Beispiel können dann Töne in Farben gesehen werden und Farben gehört werden, das was er ja auch beschrieben hat.

00:31:08: Also man weiß auch, dass LSD die Ansprechbarkeit auf Musik verändert und dass Personen, die LSD konsumiert haben, ihre ganze Umgebung aber auch andere Menschen als verändert wahrnehmen.

00:31:20: Das nennt man auch Pseudo-Haluzination.

00:31:24: Weil sich unter LSD auch die Raumzeitwahrnehmung verändert, kann das dazu führen, dass man das Gefühl hat, mit allem zu verschmelzen und irgendwie ein Teil des großen Ganzen zu sein.

00:31:35: Das beschreiben einige Konsumentinnen und Konsumenten als großes Glücksgefühl.

00:31:40: Das klingt ja wiederum ganz spannend, aber ich glaube, ich hatte echt Angst vor den Nebenwirkungen.

00:31:44: Wie war das dann bei Albert?

00:31:46: Also hat er weiter mit LSD herumprobiert oder war er damit durch?

00:31:50: Er war nicht damit durch, so viel nur vorab.

00:31:52: Also wie gesagt, Albert war ja ein Forscher und am neunzehnten April, neunzehnthundertdreiundvierzig, hat er das LSD ganz bewusst konsumiert.

00:32:01: Er hatte den Zeitpunkt auch ganz genau geplant.

00:32:03: Der Tag ist nämlich ein Montag, seine Ehefrau Anita ist mit den drei gemeinsamen Kindern nach Luzern gefahren und Albert ist allein zu Hause.

00:32:12: Dadurch sind sie in Sicherheit und bekommen gleichzeitig auch nicht mit, was er so treibt.

00:32:18: Als er diese Nullkommar zwei fünf Milligramm nimmt, weiß er noch nicht, wie sehr ihn das aus dem Leben schießen wird.

00:32:25: Dadurch, dass es ihm am Folgetag aber so unerwartet gut geht, ist er begeistert.

00:32:30: Also setzte sich hin und beschreibt ein Bericht an seinen vorgesetzten Arthur Stoll.

00:32:36: Arthur Stoll greift sofort zum Telefon und ruft bei Albert Hofmann an.

00:32:40: Er fragt, sind Sie sich sicher, dass Sie bei der Einwaage keinen Fehler gemacht haben, also stimmt die Dosierung?

00:32:46: Er ist also nicht wütend, im Gegenteil sogar, der Bericht von Albert fasziniert und interessiert ihn so sehr, dass er anordnet, das Experiment zu wiederholen.

00:32:56: Diesmal nimmt aber nicht Albert das LSD, sondern drei andere Mitarbeiter.

00:33:01: Sie nehmen auch nur ein Drittel der Dosis, die Albert genommen hat, aber auch diese Dosis ist im Vergleich sehr stark.

00:33:08: Und auch sie erleben eindrucksvoll die Wirkung der Substanz mit verschiedensten Halluzinationen und einem bis dahin unbekannten Rausch.

00:33:17: Heute würde man es sicher nicht mehr so machen, bevor Versuche an Menschen genehmigt werden, müssen Medikamente einige Vorstufen durchlaufen, wie zum Beispiel durch Tierversuche.

00:33:26: In den Vierzigern sieht man es deiner Schweiz aber wohl nicht ganz so eng.

00:33:30: Und so finden erst nach den Selbstversuchen weitere Tests an Tieren statt.

00:33:35: Die Forscher testen das LSD an Ratten und Kaninchen und sogar an einem Elefanten.

00:33:40: Der Elefant bekommt dreihundert Milligramm LSD, also eine extrem hohe Dosis.

00:33:46: Und er stirbt.

00:33:47: Oh nein, der Arme.

00:33:49: Albert Hofmann notiert das später als einen Einzelfall.

00:33:53: Ja, aber auch seine Assistentin macht mit.

00:33:56: Susi Rammstein, also diejenige, die mit ihm ja mit dem Fahrrad nach Hause gefahren ist.

00:34:00: Auch sie nimmt LSD ein.

00:34:03: Sie nimmt hundert Mikrogramm, also weniger als die Hälfte von dem, was ihr Chef genommen hat.

00:34:09: Sie erlebt aber trotzdem Visionen.

00:34:11: Als sie mit der Tram nach Hause fährt, hat sie zum Beispiel das Gefühl, der Schaffner hätte eine merkwürdig lange Nase.

00:34:19: Auch interessant.

00:34:20: Was mir aber nicht ganz klar wird, ist also, warum Sie diese Experimente fortgeführt haben.

00:34:24: Also was hoffen Sie denn jetzt, damit zu erreichen oder herauszufinden?

00:34:28: Ursprünglich haben Sie ein Mittel zur Kreislaufstabilisierung gesucht.

00:34:32: Als Sie dann aber die Selbstversuche durchgeführt haben, haben Sie andere Ideen, wofür man LSD nutzen könnte.

00:34:37: Auch für medizinische Zwecke natürlich.

00:34:40: Es gibt noch ein paar weitere Versuchsreihen.

00:34:43: Dann wird LSD als Medikament auf den Markt gebracht und bekommt den Namen Delusid.

00:34:49: Das Medikament soll in der tiefen psychologischen Forschung helfen, auf dem Beipackzettel steht, das Medikament sei zur Förderung der seelischen Entspannung.

00:35:00: Der Gedanke, der Lusit soll Modellpsychosen auslösen, also kurzzeitige Psychosen, die den Therapeuten und Forschern dann helfen, besser zu ihren Patienten vorzudringen.

00:35:10: Es ist also gedacht für die Patienten, die sonst nicht reden, die er verschlossen sind und bei denen die normalen Therapien bisher nicht geholfen haben.

00:35:19: Okay, krass.

00:35:19: Also, ich finde, das klingt aber auch so ein bisschen bedenklich.

00:35:22: Hm, finde ich auch.

00:35:23: Tatsächlich hat Albert Hofmann aber nicht nur die Vorteile von LSD beworben, er hat auch ganz deutlich gesagt, also, wenn Patienten die Substanz nehmen, braucht es eine psychiatrische Aufsicht.

00:35:35: Einfach nur so kann es wirklich gefährlich werden.

00:35:38: Gut, aber lass mich mal raten, wurde das ... So umgesetzt oder vielleicht doch eher nicht?

00:35:43: Ja, nicht ganz.

00:35:44: Da liegst du ganz richtig.

00:35:46: Obwohl LSD als Medikament verkauft wird, probieren auch Menschen, die nicht krank sind, diese Droge.

00:35:52: Zum Beispiel zwei Briten.

00:35:53: Ein Schriftsteller und ein Psychiater, die für die Wirkung von LSD einen neuen Begriff erfinden.

00:35:59: Psychedelisch.

00:36:00: Das heißt, die Seele öffnen.

00:36:03: Und auch wenn Albert Hofmann sagt, LSD ist ein Medikament, seid vorsichtig damit, begibt er sich... selbst immer wieder gern auf Drogentrips.

00:36:12: Manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Freunden.

00:36:17: Seine Frau Anita mag es gar nicht, wenn ihr Mann sein Wochenende wieder mit einem Drogentrip verbringen möchte.

00:36:22: Sie packt dann ihre Sachen, packt die Kinder ein und fährt mit ihnen weg.

00:36:27: Also man merkt, die Schwelle LSD zu konsumieren war damals viel niedriger als heute.

00:36:32: Tatsächlich hat sogar Sandoz, also die Schweizer Firma, LSD kostenlos an Psychiater, Psychotherapeuten und Ärzte geschickt, damit die dann ihre Versuche durchführen können.

00:36:43: Die einzige Bedingung damals war, dass sie eine Begründung schreiben müssen, warum sie das Medikament haben wollten und dass sie später ihre Studien publizierten.

00:36:53: Einer der Vorteile davon ist natürlich, dass dadurch viel Forschung betrieben werden konnte.

00:36:57: Es gibt ein Review, in dem steht, dass die LSD-Forschung damals tausende wissenschaftliche Arbeiten hervorgebracht hat, weil alle wahrscheinlich diese Droge probieren wollten und dann eben als Gegenleistung diese wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen mussten.

00:37:11: Stell dir das mal vor heute, wenn das so wäre.

00:37:13: Ah ja, ich würde gerne Kokain probieren.

00:37:15: Einfach nur als, ich würde gern ein bisschen forschen.

00:37:18: Sehr geehrte Damen und Herren, bitte schicken Sie mir so ein zu viel Päckchen zu.

00:37:22: Ich stelle mich freiwillig zur Verfügung.

00:37:24: Auf einmal gibt es hunderttausende Wissen,

00:37:26: die sich arbeiten.

00:37:28: Man muss aber dazu sagen, LSD Therapie ist bzw.

00:37:32: war keine einheitliche Methode.

00:37:34: Stattdessen haben manche LSD genutzt und Patienten im Therapiegespräch zum Reden oder zum Fühlen zu bringen.

00:37:40: Andere nutzen es eher experimentell, um ihr Bewusstsein zu erforschen.

00:37:45: Also irgendwie hat so jeder ausgelegt, wie er es gerade wollte.

00:37:48: Aus heutiger Sicht ist das, was damals passiert ist, also weder ethisch noch methodisch okay.

00:37:53: Ja, gut, wahrscheinlich war das Bewusstsein aber einfach noch nicht so groß für die Probleme, die wir jetzt heute sehen.

00:37:59: Also die Forschungsstandards haben sich ja auch erst weiterentwickelt.

00:38:01: Ja, definitiv.

00:38:03: Und trotzdem wird der Konsum von LSD irgendwann von der medizinischen Anwendung zu einem Hype.

00:38:09: Erst sind es Geheimdienste aus den USA, die den Stoff als Wahrheit sehrum nutzen möchten.

00:38:15: Die CIA interessiert sich jetzt brennend für LSD.

00:38:19: Sie haben gerade nämlich ein streng geheimes Projekt entwickelt mit dem Namen MKUltra.

00:38:25: Die Agenten glauben, wenn man jemandem diese Substanz gibt, würde er im Verhör alle Geheimnisse verraten, weil er sich da nicht mehr dagegen wehren kann.

00:38:35: Aber das ist noch nicht alles.

00:38:36: Sie haben sogar überlegt, ob man LSD als eine Art Waffe ohne Gewalt einsetzen könnte, zum Beispiel, um gegnerische Armeen so zu verwirren, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie tun sollen.

00:38:48: Das Problem an der Sache ist nur... LSD lässt sich nicht kontrollieren.

00:38:53: Also die Menschen haben im Test nicht die Wahrheit gesagt, sondern eher fantastische Geschichten erzählt, bunte Muster gesehen.

00:39:01: Es war also für den Geheimdienst völlig unberechenbar.

00:39:04: Haben wahrscheinlich einfach schön ausgeschmückt und dann wusste man nicht mehr.

00:39:07: so, ist das jetzt die Wahrheit oder?

00:39:10: Und leider geht die CIA damals viel zu weit und gibt die Droge sogar Menschen, die davon gar nichts wussten, was natürlich absolut nicht in Ordnung ist und heute zu Recht als großer Skandal gilt.

00:39:22: Aber es sind auch immer mehr Ärzte und Psychologen, die selbst oder mit ihren Patienten mit LSD herumprobieren.

00:39:29: Und dann läuft es aus dem Ruder.

00:39:31: LSD ist anfangs nämlich nicht illegal.

00:39:34: Es ist jetzt nicht in jede Apotheke zu bekommen, aber es ist auch nicht kriminalisiert.

00:39:39: Insbesondere auch deswegen erlebt es einen ziemlich steilen Aufstieg, nämlich als Hippidroge.

00:39:47: Und dann gibt es in den USA noch einen Professor, für den LSD ein Allheilmittel ist, Timothy Larry, ein Harvard-Professor, macht sogar mit seinen Studierenden Gruppenexperimente und sagt, LSD kann der Menschheit ihre verloren gegangene Spiritualität zurückgeben.

00:40:04: Sein Motto lautet, musst du dir mal vorstellen.

00:40:06: Also, das ist ein Professor.

00:40:08: Dreh auf, schwing mit, steig aus.

00:40:11: Schöner Werbeslogen auch.

00:40:13: Das ist wirklich unvorstellbar, was damals möglich war.

00:40:17: Und es ist ein Protest gegen die USA, gegen den Materialismus und gegen den Vietnamkrieg.

00:40:22: Aber der Kipppunkt kommt, als einige Ereignisse bekannt werden.

00:40:26: Denn wie jede Substanz hat LSD ja nicht nur positive Effekte, sondern auch jede Menge Schattenseiten.

00:40:33: Es gibt Erzählungen von Menschen, die aus dem Fenster gesprungen sein sollen, weil sie im Rausch dachten, sie hätten Flügel.

00:40:39: Und es gibt den Fall einer vierundzwanzigjährigen Amerikanerin, die ihren zweijährigen Sohn tötete, vermutlich im LSD-Rausch.

00:40:48: Also kommt es neunzehntundundsechzechzig, wie es kommen muss.

00:40:51: LSD wird in den USA verboten.

00:40:54: Timothy Larry, der wird verhaftet und Konsumenten werden verfolgt.

00:40:59: Außerdem wird LSD in den sogenannten Schedule I eingeordnet, das ist die Kategorie Stoffe, die keinen aktuell akzeptierten medizinischen Nutzen haben, dafür aber ein hohes Missbrauspotenzial.

00:41:11: Im gleichen Jahr erhält Albert Hofmann in Stockholm den ehren Doktortitel, aber der Hype ist jetzt vorbei.

00:41:18: Und rückblickend beschreibt Albert Hofmann es so.

00:41:22: Da wurde aus der Unterdroge plötzlich eine Saatanz droge.

00:41:26: Und diese ganze schöne, wunderbare Entwicklung, die wurde unterbrochen dann mit einem Schlag durch die amerikanische Geschichte.

00:41:34: Sandoz stellt die LSD-Produktion jetzt ein.

00:41:37: Und im Jahr neunzehntonundsebzig wird das auch in der Schweiz offiziell verboten, auch zu therapeutischen und Forschungszwecken.

00:41:45: Aber LSD verschwindet nicht.

00:41:48: Es wird zu einem Mythos einer geheimen Substanz, die zwar verboten, aber nicht verschwunden ist.

00:41:55: Albert Hofmann ist sogar ein wenig erleichtert darüber.

00:41:58: Er hat die ganze LSD-Propaganda insbesondere, die in den USA sehr stark kritisiert und die Experimente der CIA sogar als Verbrechen betitelt.

00:42:07: Gleichzeitig konsumiert er aber selbst weiterhin LSD.

00:42:10: Also ganz so klar scheint seine Meinung da nicht zu sein.

00:42:15: Fast dreißig Jahre ist LSD dann stigmatisiert, weil Verboten sehr potent und möglicherweise gefährlich.

00:42:22: Aber in den frühen zwei Tausendern wendet sich das Blatt wieder.

00:42:26: Warum?

00:42:26: Was ist passiert?

00:42:27: Im Jahr zwei Tausend sechs wird Albert Hofern erst mal hundert Jahre alt.

00:42:32: Respekt.

00:42:32: Hier ist ein Foto von ihm.

00:42:34: Da ist er noch ein bisschen jünger, aber du siehst ihn jetzt auf jeden Fall schon mal in einem höheren Alter.

00:42:39: Er sieht aber immer noch sich sehr ähnlich im Vergleich zu dem jüngeren Foto.

00:42:43: Er hat noch die gleiche Frisur, nur ein bisschen weniger Haare vielleicht.

00:42:47: Aber er hat so ein bisschen Glatze an der Seite, aber noch so weiße Haare.

00:42:50: Er guckt immer noch, er hat so was Schelmisches, finde ich, in seinem Blick.

00:42:54: Das hatte er auf dem alten Foto und jetzt auch.

00:42:56: Er trägt wieder ein weißes Hemd, Krawatte, auch das ist geblieben.

00:43:00: Wahrscheinlich ein Sacco drüber.

00:43:02: Ja, guckt halt so ganz sympathisch.

00:43:04: Aber hundert, Respekt.

00:43:05: Vielleicht ist LSD ja auch lebensverlängend.

00:43:08: Man weiß es nicht.

00:43:08: Wir schauen mal, ja.

00:43:11: In Oslo findet eine Geburtstagskonferenz für ihn statt und mehr als tausend Leute stehen in einem Saal und singen für ihn Happy Birthday.

00:43:20: Er steht da, inmitten der Menschen und lächelt breit.

00:43:23: Man sieht ihm an, dass er alt geworden ist.

00:43:25: Seine Haare sind weiß, sein Bart genauso.

00:43:28: Sein Rücken ist rund geworden, aber er trägt einen dunklen Anzug und als die Menschen fertig gesungen haben, winkt und lächelt er und verbeugt sich für das Ständchen.

00:43:38: Später in seiner Rede, sagt er über LSD, »Es hat mir offene Augen und innere Empfindlichkeit für das Wunder der Schöpfung gegeben, und dafür bin ich meinem Schicksal dankbar.«.

00:43:49: Und diese Konferenz markiert den Wendepunkt, denn danach wird wieder geforscht.

00:43:55: Die Schweiz ist das erste Land, in der offiziell wieder an LSD geforscht wird.

00:43:59: Der Schweizer Psychiater Peter Gasser ist, der LSD Patienten mit Krebs im Endstadium verabreichen darf.

00:44:07: Für Albert Hofmann ist das ein riesiger Glücksmoment.

00:44:11: Er hat in den Jahren zuvor ein Buch geschrieben, in dem er LSD als sein Problemkind bezeichnet hat, obwohl er eigentlich selbst ja so begeistert davon war.

00:44:21: Als dann die Forschung langsam wieder anrollt, sagt er, dass sich damit für ihn ein Traum erfüllt hat.

00:44:27: Und was ist jetzt heutzutage anders als in der ersten Phase der Forschung um LSD?

00:44:32: Also heute ist man natürlich viel reflektierter.

00:44:35: Während in den fünfziger und sechziger Jahren LSD als eine Art Wundermittel betrachtet wurde, ist man in der Forschung heute viel kritischer und vor allem natürlich geht man auch viel systematischer vor.

00:44:47: Trotzdem beobachten die Forscher ähnliche Effekte wie schon vor siebzig Jahren.

00:44:51: Ein Schweizer Wissenschaftler, Felix Müller, der Leiter des klinischen Forschungsbereichs für substanzgestützte Therapie in der Universität Basel, sagt zum Beispiel, Psychopharmaka behandeln eher Symptome.

00:45:05: Sie müssen jeden Tag eingenommen werden und wenn man sie absetzt, ist die Krankheit oft wieder da.

00:45:10: Hallozygene wirken eher wie eine Psychotherapie.

00:45:13: Er sagt, dass LSD bei den meisten Menschen dazu führt, dass sie klarer denken und fühlen können.

00:45:20: Das kann aber auch anstrengend werden und erwarnt auch vor den Gefahren, dass Ängste auftauchen könnten.

00:45:26: Und woran wird heutzutage dann mit LSD geforscht?

00:45:29: Zum Beispiel gibt es eine Studie aus dem Jahr und die Zeit, dass LSD die Symptome von Depressionen lindern kann.

00:45:37: Außerdem wird mit LSD bei der Behandlung von Cluster Kopfschmerz geforscht.

00:45:41: Generell kann man aber sagen, dass die Forschung heute ganz anders ist.

00:45:44: Also es gibt klare Vorgaben, Studienprotokolle, Ethikvorgaben und einer sehr engmaschige Überwachung.

00:45:51: Man will damit raus aus der Ecke der verbotenen Substanzen und Partydrogen und wieder rein in die seriöse Forschung.

00:45:57: Aber trotzdem wird LSD ja immer noch als Partydroge missbraucht.

00:46:01: Also es ist glaube ich nicht mehr so ein Riesentrend wie damals, aber ich glaube, es gibt es schon noch.

00:46:06: Das stimmt wobei LSD inzwischen sehr häufig zum sogenannten Microdosing genutzt wird.

00:46:10: Microdosing, das heißt im Grunde, dass eine sehr geringe Menge einer Substanz eingenommen wird.

00:46:16: Die Menge soll so gering sein, dass man keinen Rausch bekommt, trotzdem aber von den positiven Effekten profitiert.

00:46:24: Microdosing kommt aus den USA und wird meist von Personen durchgeführt, die Interesse an Drogen und ihren Wirkweisen nicht aber unbedingt an der Forschung haben.

00:46:33: Sie erforschen lieber selbst, als dass sie an irgendwelchen klinischen Studien teilnehmen.

00:46:38: Ihre Hoffnung beim LSD Microdosing ist, dass sie nach der Einnahme kreativer, fokussierter und weniger depressiv sind.

00:46:45: Der Trend zeigt auch, dass der Bedarf an einem Mittel, das die Probleme löst, durchaus da ist und die Hoffnung ist natürlich groß, dass LSD wirklich etwas bewirken kann.

00:46:55: Das ist auch der Grund, warum man sich in der Schweiz gegenüber der Forschung an LSD wieder mehr geöffnet hat.

00:47:00: Man hat die Hoffnung, dadurch ein hochwirksames Medikament zu finden.

00:47:05: Jetzt muss man aber allerdings trotzdem verhindern, dass es halt wieder eskaliert.

00:47:09: In der Schweiz gibt es dafür zum Beispiel das Instrument der Exceptional Authorization.

00:47:14: Das bedeutet, dass das Bundesamt für Gesundheit die medizinische Forschung ansonsten verbotenen Substanzen erlauben kann.

00:47:22: Das bedeutet nicht, dass jeder Forscher jetzt beliebig mit LSD herumprobieren kann, sondern dass es Einzelfallbewilligungen unter bestimmten Bedingungen gibt.

00:47:31: Zum Beispiel muss nachgewiesen werden, dass Patienten schwere Erkrankungen haben oder dass andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben.

00:47:39: Das gilt übrigens nicht nur für LSD, sondern auch für MDMA, das ebenfalls nicht als reguläres Medikament zugelassen ist.

00:47:46: Ja, das ist ja jetzt eher so innen, ne?

00:47:48: MDMA habe ich jetzt häufiger mal gehört von Leuten im Vergleich zu LSD, aber gut.

00:47:53: Warum ist es so kompliziert und auch so umstritten, die Stoffe als Medikament zuzulassen?

00:47:58: Weil Psychedelika und LSD im Besonderen in eine Kategorie fallen, in der klassische Zulassungslogik schwierig ist.

00:48:05: LSD-Sitzung dauern lange.

00:48:07: Die akute Wirkzeit ist nicht wie bei einer Tablette, die nach zwei Stunden dann vorbei ist, sondern ist bei jedem Patienten unterschiedlich.

00:48:14: und kann sich sogar über einen ganzen Tag erstrecken.

00:48:17: Das erzeugt hohe Kosten, Personalanfang und Infrastrukturfragen, außerdem ist dann noch die ethische Dimension.

00:48:25: Zwar unterschreiben die Patienten, dass sie an den Studien teilnehmen, gleichzeitig wirkt LSD aber ja bei jedem anders und jeder hat andere Erfahrungen damit.

00:48:35: Also das heißt heute weiß man, wie groß das Potenzial von LSD ist.

00:48:39: Man ist aber trotzdem vorsichtig wegen der Nebenwirkungen.

00:48:42: Genau.

00:48:43: Und man ist vorsichtig damit das ganz eben nicht wieder so wird wie in den Sechzigern.

00:48:48: Generell ist es mit LSD so, dass sich die Bedeutung im Laufe der Zeit immer gewandelt hat.

00:48:52: Zuerst war es ein Laborphänomen, dann ein Forschungswerkzeug, später eine Modeldroge und dann eben ein verbotenes Risiko.

00:49:01: Jetzt ist LSD zurück in der Forschung sozusagen als klinische Hypothese, aber ohne ein endgültiges Urteil.

00:49:09: Es ist immer noch stigmatisiert und reglementiert, aber das Interesse wächst wieder und auch die Hoffnung.

00:49:16: Gleichzeitig gibt es aber inzwischen einige Berichte, die betonen, ja, LSD kann etwas bewirken, aber die Wirkmechanismen sind sehr komplex und man hat sie noch nicht komplett verstanden.

00:49:28: Allein deswegen wird es, wenn überhaupt, noch dauern, bis LSD als massentaugliches Medikament eingesetzt werden kann.

00:49:36: Also bleibt LSD weiterhin eine streng regulierte Substanz, an der einfach weiter geforscht wird?

00:49:41: Ja, absolut.

00:49:41: Also LSD ist nicht die Wunderpille, die manche damals propagiert haben, aber auch nicht der Kampfstoff, wie andere ihn bezeichnet haben.

00:49:49: Albert Hofmann hat kurz vor seinem Tod gesagt, ich war immer überzeugt, LSD, das kommt noch.

00:49:55: Seine richtige Anwendung.

00:49:57: Das kann nicht untergehen.

00:49:58: Das ist unmöglich.

00:50:00: Schade, dass er das jetzt nicht mehr erleben wird.

00:50:02: Woran ist er denn gestorben?

00:50:04: Albert Hofmann ist im Alter von hundert zwei Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

00:50:10: Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als etwas kautzigen, aber fröhlichen alten Mann, der nie seine Lebensfreude verloren hat.

00:50:17: Vielleicht auch, weil er ein positiver, neugieriger Mensch war, der zufällig eine Substanz entdeckt hat, die die Welt verändert

00:50:24: hat.

00:50:25: Naja, vielleicht ist es ja, was ich vorhin schon gesagt habe, ja doch auch ein bisschen lebensverlängern gewesen.

00:50:30: Man weiß es nicht.

00:50:31: Aber hundertzwei ist ja zumindest ein stattliches Alter.

00:50:35: So, wir haben heute so viel über die Potenziale, die Forschung und die wissenschaftliche Faszination hinter dieser Substanz gehört.

00:50:42: Aber das ist uns zum Abschluss dieser Folge das allerwichtigste Anliegen.

00:50:47: Wir müssen hier nochmal eine ganz klare Grenze ziehen.

00:50:49: Auch wenn die Forschung heute wieder neue Wege geht, darf das nicht darüber entweckthäuschen, dass LSD eine hochwirksame, psychoaktive Droge ist, die im privaten Umfeld absolut nichts zu suchen hat.

00:51:00: Also sie ist illegal, unberechenbar und kann, gerade wenn man sie ohne ärztliche Begleitung nimmt, verheerende Folgen haben.

00:51:08: Besonders für junge Menschen oder wenn man sich gerade in einer psychisch instabilen Phase befindet, ist das Risiko für Horrortrips oder bleibende psychische Schäden wie Psychosen extrem hoch.

00:51:20: Ein falscher Moment, eine falsche Dosierung, das Leben kann sich von einer Sekunde auf die andere für immer verändern.

00:51:27: Also bitte versteht diese Folge als das, was sie ist, eine historische und wissenschaftliche Einordnung.

00:51:33: Wir unterstützen aber keinen Konsum und raten dringend von Selbstexperimenten ab.

00:51:38: Eure Gesundheit ist das Wichtigste.

00:51:40: Bitte geht damit verantwortungsbewusst um.

00:51:43: Ja, definitiv.

00:51:44: Das verstärken wir wirklich noch mal.

00:51:46: Aber es ist ja trotzdem spannend.

00:51:47: Also ich fand es echt krass, so dieser wissenschaftliche Weg, den die da gegangen sind und einfach auch, wie ich vorhin schon gesagt habe, krass, dass der sich getraut hat, das an sich selbst zu testen.

00:51:57: Also ich wäre viel zu ängstlich dafür.

00:51:59: Deshalb hab ich auch sowieso, ich hab ja nie Drogen genommen.

00:52:02: Es hat mich auch wirklich nie so interessiert, weil ... Ich immer so dachte, ich will gar nicht mehr Kontrolle über meinen Körper haben.

00:52:09: Ich glaube, es gibt ja viele, die das gerade spannend finden.

00:52:11: Und ich denke mir so, nee, ich hab mich lieber unter Kontrolle.

00:52:15: Ja, das reicht mir schon bei Alkohol, dass man ab einem gewissen Maß gar nicht mehr so richtig beeinflussen kann, wie man sich verhält und sich danach vielleicht schämt, was man da gemacht hat.

00:52:22: Aber es ist bei Drogen wahrscheinlich noch ein ganz anderes Maß.

00:52:26: Aber ich find spannend, das, was ich am Anfang gesagt hab, also für mich war LSD tatsächlich so eine Droge in der bestimmten Partyszene.

00:52:35: ist ja, glaub ich, gar nicht so die Technoszene, sondern eher so Goa-Partys oder so was.

00:52:40: Ich hatte das wirklich in dieser Kategorie eingeordnet.

00:52:43: Aber das ist vielleicht auch medizinisch genutzt werden kann, vielleicht für Patienten im Endstadium bei Krebs oder vielleicht auch noch in der Psychotherapie.

00:52:52: Das find ich wirklich einen spannenden Ansatz und find es gut, dass da weiter geforscht wird.

00:52:57: Ja, total.

00:52:58: Ich find grade bei so schlimmen Krankheiten wie Krebs, wo man dann vielleicht die Schmerzen lindern kann, ist das natürlich wichtig.

00:53:04: Aber ob ich hab so das Gefühl, bei Psychotherapie ist es ja scheinbar auch ein sehr schmaler Grad.

00:53:08: So auf der einen Seite sagen Sie halt, es kann entspannen und es kann nicht öffnen.

00:53:12: Aber wenn es gleichzeitig natürlich auch Psychosen auslösen kann, dann ist es natürlich sehr kontraproduktiv.

00:53:18: Also wenn du jemanden hast, dem es nicht gut geht und dann löst du noch eine Psychose aus, kann es ja auch super nach hinten losgehen.

00:53:25: Ja.

00:53:25: Aber da ist es eben wieder wie bei anderen Medikamenten.

00:53:28: Die Dosis macht das Gift und es muss halt wirklich genau überwacht werden und gering dosiert werden, um das dann erst mal zu testen, ob es nur die positiven Effekte hat und nicht dann irgendwelche Psychosen auslöst.

00:53:40: Und das kann eben nur getestet werden, wenn man unter ärztlicher Aufsicht ist.

00:53:44: Ja, das stimmt.

00:53:46: Aber spannende Folge.

00:53:48: Wieder was gelernt.

00:53:50: Ja, damit sind wir ja schon wieder am Ende.

00:53:52: Der Happily-True-Folge.

00:53:53: Aber wir haben natürlich schon eine weitere Planung.

00:53:56: Und da habe ich mir Alex Honnold ausgesucht.

00:54:00: Ich weiß nicht, ob du oder ihr schon mal davon gehört habt.

00:54:02: Das ist ja so ein Extremkletterer, der ja auch gerne ungesichert klettert, was natürlich super krass ist.

00:54:09: Weil dann halt wirklich so eine krasse Gefahr droht, dass wenn er einen falschen Griff macht, er einfach stirbt.

00:54:16: Ziemlich große Diskussion drum, weil Netflix einen Versuch überträgt, dass er einen fünfhundert acht Meter hohen Wolkenkratzer erklimmen will.

00:54:25: Und die wollen das quasi live verfolgen.

00:54:28: Ohne Sicherung.

00:54:29: Ohne Sicherung.

00:54:30: Und das ist natürlich superheftig.

00:54:31: Aber er hat eine Genehmigung bekommen, das zu machen.

00:54:36: Ich hab das irgendwo auf Spiegel online gelesen, diesen Artikel und fand es dann super spannend und dachte, okay, jetzt beschäftige ich mich mal mit seiner Biografie und dem, was er so vorher gemacht hat und wie er da so hinkommt.

00:54:48: Und es ist natürlich auch krass, weil keiner weiß, ob es klappt.

00:54:52: Das ist ja ethisch auch echt schwierig.

00:54:53: Wenn du dir überlegst, dass man dann so was live überträgt und dann stürzt der ab.

00:54:57: Eben, stell dir das mal

00:54:58: vor.

00:54:58: Richtig, richtig krass.

00:55:00: Wann findet dieser Versuch statt?

00:55:01: Das Ganze soll jetzt am kommenden Samstag stattfinden.

00:55:04: Ich werde das natürlich angucken und dann werde ich hinterher mal die ganze Geschichte zusammenfassen.

00:55:08: Also da bin ich sehr, sehr gespannt drauf und ich hoffe, ihr auch.

00:55:11: Ich bin auch sehr gespannt und hoffe, dass das Experiment gelingt und er überlebt.

00:55:16: Absolut.

00:55:17: Dann freue ich mich auf die übernächste Woche, auf die nächste Folge Happy Lee True.

00:55:22: Und in der Zwischenzeit könnt ihr natürlich entweder unsere älteren Folgen hören, die ihr noch nicht gehört habt oder rüber Zwitschern, wenn ihr über acht sind.

00:55:29: So,

00:55:31: True

00:55:31: Crimes ist das in Crime, genau.

00:55:32: Und bis dahin wünschen wir euch ganz viel Spaß und eine schöne Zeit.

00:55:36: Ganz genau.

00:55:37: Bis demnächst.

00:55:38: Ciao.

00:55:38: Ciao.

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