52 Im Netz der Psychopathin - Das tödliche Spiel mit der Einsamkeit

Shownotes

Ein Badezimmer im November. Die Heizung ist aus. Die Fenster stehen weit offen, die kalte Luft füllt den Raum. Hier im eiskalten Wasser liegt Alois Pichler. Seine Gedanken sind vernebelt, sein Kopf schmerzt. Denn sein Blutzuckerspiegel ist rapide abgesunken. Er will sich bewegen aber die Medikamente in seinem Blut lassen das nicht zu. Schritte nähern sich. Eine Hand greift nach einem Tuch. Es ist vollgesogen mit Eiswasser und klatscht schwer auf Alois nackte Brust. Sein Atem stockt. Sein ganzer Körper beginnt zu beben. Ein heftiges Zittern. Er will fliehen, aber seine Muskeln gehorchen ihm nicht. Dann noch ein Tuch. Das eiskalte Wasser zieht die letzte Wärme aus seinem Körper. Und irgendwann hört das Zittern auf… Karo und Jule erzählen den Fall und ordnen die Hintergründe mit Gutachterin Dr. Sigrun Roßmanith ein.

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Autoren: Lena Kirchner Karolin Kandler Jule Gölsdorf

Instagram: @sistersincrime.podcast @wahreverbrechenpodcast @julegoelsdorf @karolin_kandler

Quellen: https://noe.orf.at/v2/news/stories/2751413/ https://on.orf.at/video/13922520/Elfriede-Blauensteiner-Wiens-Schwarze-Witwe https://wien.orf.at/v2/news/stories/2527166/ https://www.youtube.com/watch?v=sTDk69jQ6PY https://www.youtube.com/watch?v=rhco89NnYBY https://www.zeit.de/1996/07/DieruestigeWitwe_Blauensteiner

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Transkript anzeigen

00:00:01: Ein Badezimmer im November.

00:00:03: Die Heizung ist aus, die Fenster stehen weit offen, die kalte Luft füllt den Raum.

00:00:10: Hier im eiskalten Wasser liegt Alois Pichler.

00:00:14: Seine Gedanken sind vernebelt, sein Kopf schmerzt.

00:00:18: Denn sein Blutzuckerspiegel ist rapide abgesunken.

00:00:22: Er will sich bewegen, aber die Medikamente in seinem

00:00:24: Blut

00:00:25: lassen das nicht zu.

00:00:27: Schritte nähern sich.

00:00:29: Eine Hand greift nach einem Tuch.

00:00:32: Es ist vollgesogen mit Eiswasser und klatscht schwer auf Aloys nackte Brust.

00:00:38: Sein Atem stoppt.

00:00:41: Sein ganzer Körper beginnt zu beben.

00:00:46: Ein heftiges Zittern.

00:00:49: Er will fliehen, aber seine Muskeln gehorchen ihm nicht.

00:00:54: Dann noch ein Tuch.

00:00:55: Das eiskalte Wasser zieht die letzte Wärme aus seinem Körper.

00:00:59: Und irgendwann

00:01:00: hört das

00:01:01: Zittern

00:01:01: auf.

00:01:11: Warum werden Frauen zu Täterinnen?

00:01:14: Was treibt die bösartigsten Mörderinnen

00:01:16: an?

00:01:17: Brache?

00:01:18: Habgier?

00:01:19: Notwehr?

00:01:20: Eifersucht?

00:01:21: Oder einfach sadistisches Vergnügen?

00:01:24: Frauen können genauso brutal morden wie Männer.

00:01:27: Vielleicht sogar noch grausamer.

00:01:29: Wir berichten über interessante Fälle, beleuchten Hintergründe und sprechen mit Experten.

00:01:35: Natürlich immer mit dem nötigen Respekt für die Opfer.

00:01:44: Und damit herzlich willkommen bei Sisters in Crime.

00:01:57: Ich bin Jule Gülstof.

00:01:59: Und ich bin Karolin Kantler.

00:02:00: Schön, dass ihr wieder mit dabei seid.

00:02:02: Ja, wobei das Intro ja gerade nicht so schön war.

00:02:05: Aber mit dem kalten Wasser und dieser absoluten Hilflosigkeit von Alois.

00:02:09: Ja, schrecklich, oder?

00:02:10: Also, das ist eine Grausamkeit, die kann man sich kaum vorstellen.

00:02:14: Aber wirklich.

00:02:15: Aber weißt du was?

00:02:16: Das Thema Wasser passt ja erschreckenderweise ganz gut zu dem, was wir heute vorhaben.

00:02:22: Wir haben euch ja gefragt, ob ihr uns eure eigenen, ganz persönlichen True Crime Momente schickt, also Dinge, die ihr selbst erlebt habt.

00:02:30: Stimmt.

00:02:30: Und du hast ja schon von deiner Erfahrung erzählt im Reitstall, als dir, Gott, diese schreckliche Geschichte mit diesem Exhibitionisten, der dir da aufgelauert

00:02:38: hat.

00:02:38: Ja, das war echt gruselig.

00:02:40: Und ein Hörer hat uns eine Geschichte geschickt, bei der es auch um Wasser geht.

00:02:46: Die ist aber auf eine ganz andere Art und Weise unheimlich.

00:02:51: Ich lese euch die Story einfach mal vor.

00:02:53: Ja, und die Rubrik, die würde ich sagen, die nennen wir einfach My True Crime.

00:02:57: Ja, gute Idee.

00:02:59: Also, der schreibt, mein Name ist Corbinian und ich komme aus München.

00:03:03: Ich bin großer Fan von eurem Podcast und habe in der letzten Folge gehört, dass ihr persönliche True-Crime-Geschichten von Zuschauern sucht.

00:03:11: Hierzu würde ich euch gerne meine persönliche Geschichte erzählen.

00:03:15: Es geht darum, dass ich im Januar, zw.

00:03:16: zw.

00:03:17: eine Kreuzfahrt in der Karibik gemacht habe.

00:03:20: Als wir im Hafen von Puerto Rico waren, wurde eine tote Person im Wasser gefunden.

00:03:27: Es stellte sich heraus, dass es ein Passagier war.

00:03:30: An diesem Abend, an dem das Ganze passierte, war es ein komischer Abend für uns.

00:03:35: Sie haben zuerst viele Mitarbeiter aufgerufen über den Lautsprecher, dass die sich melden sollen.

00:03:41: Dann irgendwann wurden mehrere Codes per Lautsprecher durchgegeben.

00:03:45: Also ich kann mich an die Durchsage alpha, alpha, alpha erinnern, was wahrscheinlich für die tote Person steht.

00:03:53: Danach mussten alle Passagiere zu ihren Sicherheitstreffpunkten und wurden dann auch durchgezählt.

00:03:58: Wir mussten dann so lange bei den Sicherheitspunkten warten, bis alles durchgezählt war.

00:04:04: Aber in der Zwischenzeit hatte jemand die Nachricht auf Twitter gefunden.

00:04:08: Daher wussten wir dann alle Bescheid, was los war und warum alle durchgezählt werden.

00:04:13: Boote und ein Helikopter wurden geschickt, um die Person aus dem Wasser zu holen.

00:04:18: Von der Bergung und dem Abtransport habe ich selber nichts mitbekommen.

00:04:22: Die restliche Nacht lief ganz normal weiter.

00:04:24: Allerdings gab es so ein bisschen komische Stimmung.

00:04:28: Dann, um einundzwanzig Uhr dreißig, fuhr das Kreuzfahrtschiff wieder weiter.

00:04:32: Und ob es sich jetzt um tragischen Unfall oder ein Verbrechen handelt, das ist nicht klar.

00:04:36: Aber in jedem Fall klingt es echt nach einem ziemlich unheimlichen Erlebnis, oder?

00:04:41: Schrecklich!

00:04:42: Danke aber trotzdem an Corbinian fürs Teilen dieser Geschichte.

00:04:46: Ich habe eh das Gefühl, dass Kreuzfahrtschiffe irgendwas Gruseliges an sich haben.

00:04:51: Ich weiß, ganz viele Menschen finden Kreuzfahrten ja richtig toll, aber mein Ding ist das absolut nicht.

00:04:56: Und ich glaube, ich habe das auch schon mal erzählt hier und das liegt vielleicht auch daran, dass ich vor einigen Jahren mal Podcast folgen mit dem Strafverteidiger Alexander Stevens aufgenommen habe.

00:05:05: Ich erzähle es nochmal ganz kurz für diejenigen, die es vielleicht nicht mitgekriegt haben.

00:05:09: Da ging es nämlich unter anderem um einen Fall, den ich bis heute nicht vergessen kann, denn eine Frau ist auf einem Kreuzfahrtsschiff damals über Bord gegangen.

00:05:17: Der Ehemann hatte sie tatsächlich ins Meer geworfen und Alex irgendwann diesen Mord gestanden.

00:05:23: Aber das Absode daran ist, offiziell wurde sie einfach nur als vermisst gemeldet.

00:05:28: Also der Mord wurde nie aufgeklärt und stittdessen hat die Rederei offenbar versucht, das Ganze komplett unter den Teppich zu kehren.

00:05:36: Also die haben dem Ehemann sogar noch eine Entschädigungszahlung geleistet.

00:05:39: Das war dann quasi der perfekte Mord, niemand hat etwas mitbekommen, es gab keine Leiche und der Täter ist am Ende sogar noch mit einer Art Schweigegeld davon gekommen.

00:05:48: Also, wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich viel unheimlicher, finde ich, als jede Geistergeschichte.

00:05:54: Aber wirklich sehr auch total krass, vor allem, dass der das dann sogar irgendwann gestanden hat und dann aber nicht mehr belangt werden konnte.

00:06:00: Krass.

00:06:01: Wahrscheinlich musste sich Alex an die Schweigepflicht halten.

00:06:04: Aber er wollte sich vermutlich erleichtern, das ist ja manchmal so bei Mördern, dass sie dann irgendwann, auch wenn es schon Jahre her ist, über diesen Mord sprechen müssen, weil sie ihn nicht mal alleine mit sich rumtragen können.

00:06:15: Aber ich finde das auch krass mit den Schiffen, weil ich meine, wenn du da jetzt jemanden über Bord würfst ... Und hinterher sagen alle, derjenige hat sich umgebracht, das ist ja auch nicht so leicht nachzuweisen.

00:06:25: Zumindest nicht, wenn du nicht die Leiche findest, weil wenn du sie vielleicht gleich findest, dann findet man vielleicht noch irgendwie Kampfspuren oder so.

00:06:31: Aber ich meine, wenn du irgendwo auf hoher See bist, irgendwo am Arsch der Heide, dann wirfst du da jemanden über Bord und der wird einfach nie gefunden.

00:06:40: Und es gibt jetzt keine Kameras oder so.

00:06:42: Es hat auch wirklich schwer nachzuweisen.

00:06:43: Das ist schon ein bisschen spooky.

00:06:44: Find ich auch total.

00:06:45: Ich glaube, auf den moderneren Schiffen gibt es so ein Alarmsignal und es gibt auch Kameras.

00:06:50: Aber ich kann mir vorstellen, dass das auf den Älteren bestimmt nicht überall der Fall ist.

00:06:54: Glaub ich auch.

00:06:55: Also Kreuzfahrtsschiffe, spooky Places.

00:06:59: Und falls ihr auch so eine Story habt, egal ob das vielleicht was Unheimliches im Wald war, eine seltsame Begegnung.

00:07:06: Vielleicht in der Bahn oder sonstwo oder irgendetwas anderes.

00:07:10: Schickt sie uns gerne weiterhin.

00:07:11: Wir lesen eure Two-Crime-Erlebnisse dann gerne hier in unserem Podcast vor.

00:07:16: Und vielleicht könnt ihr uns eure Stories ja auch bald selbst erzählen, denn wir gehen ja im Mai schon auf Tour.

00:07:24: Ja, wir sind in München und in Köln.

00:07:26: Also, falls ihr Lust auf einen True Crime-Abend mit uns habt, es gibt noch Tickets, schaut einfach mal vorbei, bei mytickets.de.

00:07:34: Und in den Shownotes findet ihr auch den Link dazu.

00:07:36: Also, wir freuen uns auf jeden Fall schon riesig auf euch.

00:07:39: Genau, also schnappt euch euren Freund oder eure Freundin, den Ehemann, die Ehefrau, Eltern, Kinder, Freunde, Verbandte, wie auch immer, und kommt gerne vorbei.

00:07:50: Aber jetzt erst mal zu deinem Fall.

00:07:59: Wir befinden uns in den Neunzigern.

00:08:01: Alles beginnt mit einer unscheinbaren Anzeige in einer österreichischen Zeitung.

00:08:07: Und zwar steht dort folgendes.

00:08:09: Witwe, vierundsechzig, eins, dreiundsechzig, vierundsechzig Kilo, gepflegt allein stehend Führerschein, Stadtwohnung, Ortswechsel möglich, suche einfachen unkomplizierten Mann.

00:08:21: Also was hältst du jetzt davon, Juli?

00:08:23: Wärst du als alleinstehender Mann im passenden Alter auf dieses Kontaktgesuch reingefallen?

00:08:28: Hättest du darauf geantwortet?

00:08:30: Hätte dich das angesprochen?

00:08:32: Also ein unkomplizierter Mann, da fühlen sich doch viele Männer angesprochen.

00:08:35: Das impliziert ja auch, dass vielleicht die Frau unkompliziert ist, ne?

00:08:38: Das ist doch sozusagen für viele Männer perfekt.

00:08:42: Es klingt auf jeden Fall ganz nett.

00:08:44: Ich meine, viele Informationen sind da ja zwar nicht drin, aber gut.

00:08:48: Solche Anzeigen... waren ja auch teuer.

00:08:50: Da ist dann vielleicht kein Platz gewesen damals für Fotos und lange Texte, wie heute jetzt bei Tinder oder anderen Dating-Apps, die man so benutzt.

00:08:59: Aber man konnte ein bisschen mehr reininterpretieren, das ist vielleicht auch ganz praktisch gewesen.

00:09:03: Also Alois Pichler, den hat es auf jeden Fall angesprochen.

00:09:06: Er ist ein wohlhabender, siebzig Jahre alter Mann, der in Rossardsbach, Niederösterreich wohnt.

00:09:12: Und er stößt bei seiner Zeitungslektüre auf die Anzeige der Witwe und fühlt sich sofort angesprochen.

00:09:18: Denn er ist allein stehend und freut sich über neue Bekanntschaften.

00:09:22: Und so entscheidet er sich, auf die Anzeige aus der Kronenzeitung zu antworten und lernt wenig später Elfride Marta Blauensteiner kennen.

00:09:31: Die in Wien lebende Rentnerin Elfride ist mit ihren sixty-fünf Jahren etwa zehn Jahre jünger als Alois.

00:09:38: Ihre Nachbarn kennen sie als freundliche und hilfsbereite Frau, die da Stricken liebt.

00:09:43: Sie zieht sich immer schick an und achtet auf ihr Äußeres.

00:09:47: Wie kannst du dir mal ein Foto von dir anschauen?

00:09:49: Ah ja, das entspricht auch dem, was du jetzt gerade so gesagt hast.

00:09:51: Man sieht, sie hat eine sehr ordentlich geföhnete Frisur.

00:09:55: Sie hat, nehme ich mal an, wenn sie Mitte sechzig ist, sich die Haare gefärbt.

00:10:00: Die sind so rot-braun-blond, würde ich sagen, so eine Mischung.

00:10:05: Sie trägt so eine etwas verspiegelte Brille.

00:10:09: Die Haare sind halt so bis zu den Ohren ungefähr.

00:10:11: Sie trägt einen relativ schicken Mantel.

00:10:14: So ein bisschen wie so eine bessere Daune mit so einem ganz großen erhabenen Kragen hat die Nägel lackiert und trägt auch Lippenstift, glaube ich, und guckt so recht gut gelaunt und auch recht taff, würde ich sagen, in die Kamera oder an der Kamera.

00:10:28: Aber wirkt schon adrett, ne?

00:10:30: Also wenn so die schicke Wienerin da aufs Land kommt, das könnte schon einen Eindruck machen, oder?

00:10:36: Ja.

00:10:37: Ja und anscheinend passt es bei Elfriede und Alois auch direkt.

00:10:40: Nur kurz nach dem ersten Treffen zieht Elfriede nämlich bei Alois ein und kümmert sich liebevoll um ihren Burli, wie sie ihn nennt.

00:10:50: Sie verbringt fast ihre komplette Zeit mit ihm.

00:10:53: Burli freut sich über jemanden wie Elfriede, die für ihn kocht, die Wäsche macht und anfallende Haushaltsaufgaben erledigt.

00:11:00: Nicht lange nach Alfredes Einzug erfährt Aloys erste gesundheitliche Beschwerden und das, obwohl er eigentlich topfit ist.

00:11:08: Wegen akuter Unterzuckerung muss er zweimal ins Krankenhaus und auch erste Anzeichen von Demenz sind plötzlich zu erkennen.

00:11:16: Oh je, der Arme, also da kann man ja nur jede Unterstützung gebrauchen, die man bekommen kann, wenn es einem halt nicht gut geht.

00:11:23: Ja, total.

00:11:24: Also, krank alleine zu Hause sein, das ist auf jeden Fall nicht schön.

00:11:27: Man fühlt sich ja gleich besser, wenn jemand für einen kocht und einen so ein bisschen umsorgt.

00:11:32: Und so geht es auch Alois, also der kommt jetzt erst einmal wieder nach Hause und ist umso glücklicher, nicht alleine zu sein.

00:11:39: Er nimmt ein Bart, um sich etwas Gutes zu tun.

00:11:42: Burli kann das Bart aber nicht genießen.

00:11:45: Seine Finger sind nämlich plötzlich eiskalt und seine Muskeln reagieren nicht mehr wie gewohnt.

00:11:51: Er merkt, wie seine Kraft ihn verlässt und er mit jeder Minute schwächer wird.

00:11:56: Bevor er aus dem Bad heraussteigen oder nach Hilfe rufen kann, verliert er das Bewusstsein.

00:12:02: Elfriede wundert sich, warum aus dem Badezimmer nichts mehr zu hören ist, also kein Wasser, das in der Badewanne hin und her schwappt, und sie geht ins Bad und plötzlich sieht sie ihren Burli regungslos in der Badewanne liegen.

00:12:16: Elfriede reagiert sofort und schnappt sich das Telefon, um den Rettungsdienst zu rufen.

00:12:22: Alois wird sofort ins Krankenhaus gebracht, aber es ist zu spät.

00:12:26: Er hat eine starke Lungenentzündung, die Ärztinnen und Ärzte können ihm nicht mehr helfen und Arlei stirbt.

00:12:33: In seiner Todesanzeige schreibt Alfrede später, wenn die Kraft zu Ende geht, ist Erlösung gnaden.

00:12:41: Naja, das klingt jetzt nicht super ungewöhnlich.

00:12:44: Bei einer älteren Person andererseits muss ich zugeben, kann ich mir vorstellen, dass da vielleicht doch noch mehr dahinter steckt.

00:12:51: Ja, und so geht es tatsächlich auch den Angehörigen.

00:12:54: Alois hat sich vorher nämlich nie über gesundheitliche Probleme beklagt.

00:12:59: Er war noch ziemlich fit für sein Alter und plötzlich hat er eine starke Lungenzündung, dass er auch noch sofort daran stirbt.

00:13:05: Aber nicht nur deswegen ist die Familie hellhörig geworden.

00:13:08: Alois hat seiner Familie nämlich keinen Erbe hinterlassen, also absolut nichts.

00:13:14: Hatte er Schulden?

00:13:16: Nee, er hatte keine Schulden zum Zeitpunkt seines Todes.

00:13:19: Er war ja auch relativ wohlhabend, aber er hat tatsächlich Alfrede Blauensteiner als Alleinerben angegeben und seine Familie leer ausgehen lassen.

00:13:30: Okay, das ist krass, weil die beiden kannten sich doch gerade mal, wie lange hast du gesagt, irgendwie zwei Monate?

00:13:36: Und du kannst dir vorstellen, entsprechend groß ist auch die Empörung seitens der Familie.

00:13:42: Besonders die Schwester von Alois und ein Neffe sind absolut schockiert.

00:13:46: Auch aus der Nachbarschaft hört man schon Gerüchte und es wird gemunkelt, besonders über Elfriede.

00:13:53: Sie ist nämlich, so wie es da heißt, die aus der Stadt, die aufgetagelt wird, die mit gefärbten und topierten Haaren, die immer nur hübsche und elegante Kleidung trägt.

00:14:02: Auch Alois Haushälterin ist der Wienerin gegenüber misstrauisch.

00:14:07: Edeltraut Fries arbeitet schon länger für Alois, bis Elfriede sie irgendwann vor die Tür setzt.

00:14:14: Sie sagt, dass Elfriede niemanden mehr zu Aloys gelassen hätte.

00:14:17: Und sie geht jetzt davon aus, also die Haushälterin, dass hier etwas nicht stimmt.

00:14:23: Aloys Schwester und der Neffe gehen daraufhin zur Polizei und der Stadt anzeige.

00:14:27: Denn sie sind fest davon überzeugt, dass da nicht alles mit rechten Dingen vor sich geht und irgendetwas faul ist.

00:14:34: Die Kriminalbeamtinnen und Beamten der Niederösterreichischen Polizei nehmen die Ermittlungen auf.

00:14:40: Und Alois Familie hat Erfolg.

00:14:42: Die Staatsanwaltschaft ordnet eine Obduktion von Alois Pichlers Leichnam an.

00:14:48: Zuerst kann der Rechtsmediziner Peter Reiter, der die Obduktion durchführt, keine Todesursache feststellen.

00:14:55: Aber dann schaut er sich die mikroskopischen Präparate genauer an und was er sieht erinnert ihn an eine Unterkühlung.

00:15:03: Nebenbei untersuchten analysiert ein Chemiker das Blut von Aloys und stellt Anafranil fest.

00:15:10: Das ist ein Antidepressivum.

00:15:13: Der Rechtsmediziner leitet die Information an die Polizei weiter, damit sie in der Wohnung nach einem Rezept und dem Medikament sucht.

00:15:20: Aber das Antidepressivum Anafranil ist nicht in der Wohnung zu finden.

00:15:25: Das ja eigentlich schon merkwürdig, weil wenn jetzt jemand Depressionen gehabt hätte und würde Medikamente nehmen, dann würde man die vermutlich Ja,

00:15:37: und zwar auf den Rat des Rechtsmediziners, wenn der glaubt, dass Elfriede mal durchleuchtet werden sollte.

00:15:43: Und den Hinweis nimmt die Polizei ernst und nimmt die Rentnerin jetzt ins Visier.

00:15:49: Ihr Vater stirbt im Krieg und hinterlässt Elfriedes Mutter sechs Kinder.

00:16:07: Die Familie hat wenig Geld, zeitweise müssen die Kinder sogar hungern.

00:16:11: Irgendwann heiratet sie und bekommt selbst eine Tochter, aber die Ehe hält nicht lange an und ihr Mann verlässt sie.

00:16:19: Ende der achtziger Jahre schaltet Elfriede dann eine erste Kontaktanzeige in der Zeitung, um einen neuen Partner zu finden.

00:16:27: Otto Reinell meldet sich, er ist pflegebedürftig und wünscht sich eine Partnerin an seiner Seite, die ihm hilft.

00:16:34: Und das macht Elfriede auch – bis zu seinem Tod.

00:16:54: Das alles weiß die Polizei zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.

00:16:57: Sie ermittelt jetzt erst einmal nur im Fall Pichler.

00:17:00: Die Ermittler beschließen, Elfriedes Telefon zu überwachen.

00:17:05: Am neunten und zehnten Januar hören die Ermittler Gespräche mit, die entscheidend sind.

00:17:10: Blauen Steiner telefoniert nämlich mit einer Freundin und empört sich über den frühen Tod von Alois.

00:17:17: Elfriede sagte am Telefon, es sind keine Sparbücher da.

00:17:21: Ich weiß nicht, wo er sie vergraben hat.

00:17:23: Der Schweinehund erlaubt sich zu kreppieren.

00:17:26: Ich werde sie schon finden.

00:17:27: Im Februar könnte es mit der Erbschaft was werden.

00:17:31: Aber es gibt noch ein weiteres Telefonat, das die ihr mitlämmet hören.

00:17:35: Elfriede telefoniert damit ihrem Anwalt und erzählt, was am einundzwanzigsten November nineteenhundert fünfundneunzig, also dem Todestag ihres Burlim, wirklich passiert ist.

00:17:46: Tja, das mitgehörte, das reicht jetzt aus.

00:17:50: Am elften Januar, nineteenhundertsechsundneunzig, wird Elfriede festgenommen, wegen Mordverdachts an Alois Pichler.

00:17:58: In Krems an der Donau kommt sie bis zur Gerichtsverhandlung in Untersuchungshaft.

00:18:04: Und die Auftritt, dann vor Gericht, am siebzehnten März, nineteenhundertsehmundneunzig, bleibt vielen in Erinnerung.

00:18:12: Warum, also was passiert, rast sie irgendwie aus?

00:18:15: Nee, ganz im Gegenteil.

00:18:16: Also vor der Gerichtsverhandlung, da wird sie von Polizisten und ihrem Anwalt begleitet.

00:18:20: Bleibt aber erst mal im Türrahmen stehen vor den anwesenden Fernseh- und Radiogenalistinnen und Journalisten und lächelt in die Kameras.

00:18:28: Ein Blitzlichtgewitter entsteht vor Elfriede Blauensteiner und sie scheint es wirklich zu genießen.

00:18:33: Ich hab dir mal zwei Fotos davon mitgebracht.

00:18:36: Ja, sie sieht auf jeden Fall nicht sonderlich unglücklich aus, also ... Sie hat ja, ich habe es vorhin schon gesagt, so diese weiß-blond-rötlichen Haare.

00:18:45: Die sehen sehr frisch zurecht gemacht aus.

00:18:47: Sie trägt eine große Brille mit einem goldenen Gestell und Gläsern, die eine leicht bläuliche Färbung im oberen Bereich haben.

00:18:56: Sie trägt eine weiße Bluse, einen braunen Blazer und das ist interessant.

00:19:00: Also ich finde eher auf beiden Bildern sieht sie wirklich so aus, als dass sie das so total genießt.

00:19:05: Das ist jetzt niemand, der vor Gericht kommt und irgendwie auf den Boden guckt, schüchtern ist, dass irgendwie nicht ertragen kann, dass alle sie angucken, ganz im Gegenteil.

00:19:14: Du hast ja schon gesagt, sie genießt das und sie hält jetzt in ihrer rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger ein goldenes Kreuz.

00:19:22: Und hebt es ja so hoch, also so wie man das aus so Vampirfilmen kennt, wenn jemand Vampire verjagen will oder so.

00:19:29: Ja, es wirkt so ein bisschen theatralisch, finde ich.

00:19:32: Total,

00:19:33: ja.

00:19:34: Ja genau, und dabei sagt sie, ich würde niemals töten.

00:19:38: Im Gerichtssaal sind so gut wie alle Plätze belegt.

00:19:41: Kameramänner und Frauen drängen sich an die Tür, um weiterhin einen besonders guten Blick auf die Angeklagte zu erhaschen.

00:19:47: Die Klickeräusche und Blitze der Kameras hören einfach nicht auf.

00:19:51: Naja, und eigentlich hat sie nach ihrer Festnahme im Januar ja ein Geständnis abgelegt.

00:19:55: Das widerruft sie aber im Laufe des Prozesses.

00:19:59: Vor dem Richter erhebt Elfriedi ihr Kreuz, erneut und sagt wieder, ich würde niemals töten.

00:20:05: Moment mal, also sie hat ersten Geständnis abgelegt, dann widerruft sie es.

00:20:09: Was hat sie denn in dem Geständnis gesagt?

00:20:11: Er sehr den Ermittler eigentlich ziemlich genau, alles erzählt mit vielen Details, wie sie alles umgebracht hat und auch warum.

00:20:18: Selbst die Ermittler sagen dazu, dass sie selten so etwas Schlimmes und Kaltherziges gehört haben.

00:20:25: Elfriede gesteht, dass sie mit ihrer Anzeige reiche Männer anlocken wollte und dass sie sich gezielt Aloys Pichlaus gesucht hat, um an sein Erbe zu kommen.

00:20:34: Kurz nach ihrem Einzucker fängt sie an, ihm ein Blutzuckersenkenes Mittel zu verabreichen.

00:20:40: Euklokon heißt das, also kurz zur Erklärung, was dieses Mittel macht.

00:20:45: Also wenn du einen zu hohen Blutzuckerspiegel hast, dann nimmst du dieses Mittel und dann wirkt Euklokon dagegen an und senkt ihn.

00:20:52: Und das ist total wichtig, weil ein zu hoher Blutzuckerspiegel auf Dauer die Blutgefäße schädigt und das Risiko für Herzerkrankungen und einen Schlaganfall erhöht.

00:21:01: Weil jemandem, der aber einen normalen Blutzuckerspiegel hat und Alois Pichler, der war kein Diabetiker, also der brauchte dieses Mittel gar nicht, sinkt der Blutzuckerspiegel viel zu stark ab.

00:21:12: Irgendwann wird die Person dann bewusstlos und fällt ins Koma.

00:21:15: Mit Alois Pichler, wer haben's ja gehört, wurde ja zweimal mit Unterzuckerung ins Krankenhaus gebracht.

00:21:22: Peter Reiter, der Rechtsmediziner, erklärt, dass die Ärzte dort damals einen Tumor vermuteten.

00:21:29: Denn das war für sie die einzig logische Erklärung, also ein Tumor, der Insulin produziert und so den Körper unterzuckert.

00:21:36: Finden konnten sie damals aber nichts und Pichler wurde einfach wieder nach Hause geschickt.

00:21:41: Tja und Elfriede macht weiter mit der Verabreichung von Euklokon, weil hier niemand auf die Schliche kommt.

00:21:47: Irgendwann geht ihr aber der Blutzuckersenker aus und sie greift zu dem Antidepressivum Anna Franiel, das ihr Arzt ihr nach dem Tod ihres Ehemanns Rudolf Blauensteiner verschrieben hat.

00:21:58: Aber Elfriede erzählt noch mehr.

00:22:01: Während Aloys, also ihr Burli, immer schwächer wird, beginnt sie mit dem nächsten Schritt ihres Plans.

00:22:08: Sie überredet ihn dazu, ihr eine Vollmacht für seine Sparbücher auszustellen, sie plündert seine Konten und sie schafft es sogar, dass Burli sie als Alleinerben in sein Testament einträgt.

00:22:21: Und jetzt wird es richtig grauenvoll und gemein, sie kühlt ihn nämlich aus.

00:22:25: Also sie legt ihm eiskalt und nasse Handtücher auf den Körper und öffnet das Fenster.

00:22:31: Und ich erinnere dich daran, dass das ja mitten im November passiert ist, also die Temperaturen sind alles andere als angenehm.

00:22:37: Und es wird immer noch schlimmer.

00:22:40: Elfriede zährt Alois nämlich in die Badewanne und duscht ihn mit komplett kaltem Wasser ab.

00:22:46: So lange, bis er kurz vorm Sterben ist.

00:22:49: Aber sie lässt ihn und das ist auch ganz perfid.

00:22:51: Nicht zu Hause sterben, sondern jetzt ruft Elfriede den Rettungsdienst.

00:22:56: Aber wir wissen ja, es ist zu spät für ihn.

00:22:58: Und im Krankenhaus stirbt Alois dann.

00:23:00: Da hast du mich echt vorhin auf eine falsche Fährte geführt.

00:23:03: Sie war nämlich also nicht verwundert, dass sie aus dem Bad nichts mehr gehört hat.

00:23:07: Sondern sie hat ihn eben kaltblütig umgebracht oder zumindest dafür gesorgt, dass er dann stirbt.

00:23:12: Und dann einfach so getan, als wäre sie traurig, hat noch eine Todesanzeige geschaltet.

00:23:17: Tja, und das alles, obwohl sie eigentlich nur sein Geld wollte.

00:23:20: Ja, richtig.

00:23:21: So kaltblütig, unfassbar.

00:23:23: Und Elfriede gibt das Geld nicht etwa für irgendwas Sinnvolles aus.

00:23:26: Nein, sie hat ein Hobby.

00:23:28: Eine Leidenschaft, vielleicht sogar eine Sucht, das wurde aber nicht diagnostiziert, für die sie sehr viel Geld braucht.

00:23:35: Sie liebt nämlich das Spielen im Casino.

00:23:38: An manchen Abenden verspielt sie hunderttausende an Chilling.

00:23:42: Irgendwoher musste das Geld ja kommen und die Menge, die sie verspielt hat, nämlich knapp fünfzehn Millionen Chilling, was umgerechnet ca.

00:23:49: eine Million Euro sind, hat sie nicht nur von Ales.

00:23:54: So viel Geld hatte er nämlich auch nicht.

00:23:56: Okay, ich krieg jetzt so ein bisschen eine Ahnung, weil du hast ja erwähnt, dass schon mehrere ihrer Partner zufällig in Anführungsstrichen verstorben sind.

00:24:05: Hat sie bei denen dann einfach dieselbe Masche angewendet?

00:24:08: Ja, also diese Vermutung haben die ihr mittlerweile jetzt zumindest auch erst mal.

00:24:12: Der erste Tote war, Ehrwe Niedermeier, bei dem von einem Suizid ausgegangen wird.

00:24:20: Ende der Achtziger stirbt Otto Reinde, Nur drei Jahre später Friedrich Döcker, den sie Fritzahl nannte, und in dem Jahr und neunzehnt sechso neunzig dann Alois Pichler, also ihr Burli.

00:24:35: Und auch wenn die Annahme jetzt logisch ist nach ihrem Geständnis, muss sie das ja noch nachgewiesen werden.

00:24:41: Denn eine Serienmörderin, wenn das denn stimmt, muss auf jeden Fall angeklagt und verurteilt werden.

00:24:46: Das Problem an der Sache ist aber, dass Elfriede die Leichen von Erwin, Otto und Rudolf ein Eschern lassen hat.

00:24:54: John deswegen wird sie vor Gericht auch erst mal nur wegen des Mordverdachts an Alois angeklagt.

00:24:59: John, welchen Auftritt sie da vor Gericht hingelegt hat, das habe ich dir ja schon erzählt.

00:25:04: Ja, aber was ist mit dem Mann vor Alois, also diesem Friedrich-Docker?

00:25:08: Ja, gut, aufgepasst.

00:25:10: Das ist wirklich die heiße Spur.

00:25:13: Der Rechtsmediziner Peter Reiter, der erklärt, wie er vorgegangen ist.

00:25:17: Also er sagt, Zitat, Als der Herr Döcker gestorben ist, kam er auf die Anatomie.

00:25:22: Das heißt, er wird für den Lehrbetrieb verwendet.

00:25:25: Das heißt, die Frau Blaunsteiner ist davon ausgegangen, dass er sozusagen hier in den Fleischwolf kommt und von ihm nichts mehr übrig bleibt.

00:25:33: Abgesehen davon kann sie sich die Kosten für die Beerdigung ersparen.

00:25:38: Und ich habe auf der Anatomie angerufen und gesagt, habt ihr von dem Döcker noch irgendwas, zittert Ende und Reiter hat Glück.

00:25:45: Der Körper von Friedrich ist noch da und er kann ihn obtuzieren.

00:25:50: Und dabei kommt heraus, dass das Krankheitsbild bei Döcker dem von Pichler zu ähnlich ist, als das es ein Zufall sein könnte.

00:25:59: Die Ermittler sind sich jetzt sicher, dass Blauensteiner ihn mit derselben Methode getötet hat.

00:26:05: Tja, und dabei hat sie sich die ganze Zeit als eine pflegende, liebevolle Person dargestellt, und das Bild, der sich aufopfernden Frau instrumentalisiert, um letztendlich nur an das Geld der Opfer zu kommen.

00:26:17: Aber das ist immer noch nicht alles, denn Beamte stoßen bei den Ermittlungen noch auf eine weitere Person aus Elfriedes Umfeld, die gestorben ist, nachdem Elfriede sie kennengelernt hat.

00:26:28: Es geht um Franziska Köbel, eine Nachbarin von Blauensteiner, die nur zwei Häuser weitergewohnt hat.

00:26:35: Die beiden haben sich irgendwann zufällig kennengelernt.

00:26:38: Die achtzigjährige Franziska freut sich über die Freundschaft, denn Elfriede unterstützt sie bei Bankangelegenheiten und weiteren Dingen, die so anfallen.

00:26:47: Und liebevoll nennt Elfriede ihre Nachbarin Sorgen-Muttall.

00:26:52: Franziska kann nicht mehr so gut gucken und braucht Hilfe, weil sie auch einige Sachen manchmal einfach nicht mehr so richtig versteht.

00:26:59: Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, ist die alte Nachbarin eine Leichte und dazu noch eine sehr lukrative Beute für Blauen Steiner.

00:27:07: Denn Franziska hatte einiges an Geld zurückgelegt und angespart.

00:27:12: Franziska Köbel stirbt da twohneinzehntzweiundneinzig, also im selben Jahr wie Rudolf Blaunsteiner, der Ehemann von Elfriede.

00:27:20: Die offizielle Todesursache ist ein Schlaganfall, was damals auch plausibel war.

00:27:25: Nachdem aber Elfriede mit dem Tod in Zusammenhang gebracht wurde, entscheiden sich die Ermittler, ihren Leichnam zu exhumieren.

00:27:32: Das findet dann am neunzehnten Januar nineteenhundertsechsundneinzig statt.

00:27:37: Und die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen sind eindeutig auf Elfriedes Masche zurückzuführen.

00:27:44: Eine viel zu hohe Konzentration eines Blutdrucks in Gas.

00:27:49: Wahnsinn, wie abgezockt.

00:27:50: Das hat sie ja dann wirklich bei allen durchgezogen und offensichtlich ja fast bis zur Perfektion ausgearbeitet.

00:27:57: Vor allem, wie ist das einfach nie aufgefallen?

00:27:59: Ich meine, da sterben reihenweise Leute um diese Person herum und keinem fällt das irgendwie komisch auf.

00:28:05: Ja, sie waren alle halt relativ alt schon und sie hat alle sehr präzise geplant.

00:28:10: Ja, bis zu Alois Pichlater, es ist ja dann eben doch aufgefallen.

00:28:14: Die Ermittler finden jetzt heraus, dass sie nie zu den selben Ärzten geht, um sich die Medikamente verschreiben zu lassen.

00:28:21: Auch bei den Apotheken ist sie unheimlich vorsichtig und sucht sich immer eine Neue aus.

00:28:27: Und so kann sie, ohne dass es jemand merkt, genug Medikamente zusammen bekommen, um ihre Opfer langsam aber sicher in den Tod zu bringen.

00:28:36: Und sobald ihre Opfer dann quasi diesen Point-of-No-Return erreicht haben, also den Punkt, ab dem selbst medizinische Hilfe die Person nicht mehr retten kann, ruft sie erst den Notarzt und sorgt sogar dafür, dass die Sterbenden nie in dasselbe Krankenhaus kommen.

00:28:52: Ja klar, sonst wäre das wahrscheinlich aufgefallen, wenn jetzt eine Person immer wieder irgendwelche Personen einliefern, die kurz vor dem Tod sind.

00:28:59: Aber das ist schon richtig gruselig.

00:29:02: Also wie abgebrüht sie dabei vorgegangen ist.

00:29:04: Also sich selbst da so als diese nette, liebe, alte Dame darzustellen.

00:29:10: Aber im Geheimen ist sie dann dabei, genau die Person, die sie hilft oder die sie vorgibt, zu lieben, dann ganz langsam aber sicher umzubringen.

00:29:20: Total.

00:29:21: Und jetzt springen wir mal wieder zum Prozess, am siebzehnten März, die Anwalt Rudolf Maier übernimmt die Verteidigung.

00:29:30: Und während der Verhandlung nimmt Elfriede das komplette und sehr detailreiche Geständnis wieder zurück.

00:29:36: Sie widerruft jetzt alles und beteuert, dass sie unschuldig sei.

00:29:41: Auf ihren Verteidiger macht sie einen vernünftigen Eindruck bei ihrem ersten Treffen, aber wir wissen ja jetzt, dass das alles nur scheinbar.

00:29:47: In einem Interview sagt Maya, sie war wirklich der Überzeugung, ich habe geholfen, ich habe gepflegt, ich hatte diese Mittel verabreicht, ja schon auch, um jetzt etwas zu bekommen, ein Testament, aber es war nie meine Absicht, dass sie dadurch sterben.

00:30:02: Es hätte mir völlig genug, dass sie ins Koma fallen oder schwer beeinträchtigt sind.

00:30:07: Das hat sie mir immer so gesagt.

00:30:09: Nun hat man ihr das nicht geglaubt.

00:30:12: Na ja, das ist ja aber auch ... Ach, wie nett.

00:30:16: Es hätte mir auch gereicht, dass sie nur um Koma liegen.

00:30:18: Ach so, na dann ist in Ordnung.

00:30:20: Nein, es ist wirklich schon echt absurd.

00:30:22: Unfassbar.

00:30:23: Richtig

00:30:24: freilich.

00:30:24: Ich hab ja vorhin schon kurz erwähnt, dass sie dieses Kreuz immer so hoch hält, dieses Kuzi-Fix.

00:30:30: Und an einem Tag das Prozesse spielt sie sich auch noch mal so richtig auf.

00:30:34: Sie streckt dieses goldene Kreuz in die Höhe.

00:30:36: zitiert Pontius Pilatus aus dem neuen Testament und sagt, ich wasche meine Hände in Unschuld.

00:30:43: Ich habe dir noch ein Video mitgebracht, da kannst du sie dir noch mal anschauen und auch mal hören, wie sie so spricht.

00:31:01: Das ist schon echt krass, ne?

00:31:03: Weil sie so, sie ist völlig selbstsicher, ja?

00:31:06: Sie sagt irgendwie so, ne?

00:31:08: Ich hab keine Schuld.

00:31:09: Und dann greift sie die Journalisten an, die alle um sie rumstehen, sie filmen und fotografieren und sagt so nach dem Motto, ihr habt doch diese Schmutzlawine über mir ausgeschüttet.

00:31:18: So, ich bin hier nicht das Problem, sondern ihr Wahnsinn.

00:31:21: Ja, und komplett überzeugt, oder?

00:31:23: Sie bringt es wirklich total überzeugend rüber.

00:31:27: Hier und der Prozess um die schwarze Witwe, wie sie in der Presse genannt wird und in den Medien, wird bis ins kleinste Detail verfolgt und das nutzt Blauen Steiner jetzt aus.

00:31:38: Sie inszeniert sich weiterhin als die liebevolle Frau, die sich sorgt, kümmert und pflegt.

00:31:44: Und dazu sagt die Psychiaterin und Gerichtsgutachterin Dr.

00:31:47: Sigrun Rosmannit, dass die weibliche Form des Sadismus damit zu tun hat, dass man letztlich rühren pflegt, bis man es selbst zu Tode bringt.

00:31:57: Ja, und dieses an der Nase herumführen und jemandem im Gespräch für sich einnehmen, das hat sie nicht nur bei ihren Opfern gemacht, sondern auch im Gerichtsaal versucht, aber das funktioniert nicht.

00:32:06: Am siebenundzwanzigsten März, also nur neun Tage nach Prozessbeginn, fällt die Jury das Urteil.

00:32:13: Efriede Marta Blauensteiner wird wegen Mordes und schwerer Körperverletzung an Alice Pichler schuldig gesprochen.

00:32:20: Erschwerend dazu kommen Heimtücke, Grausamkeit und Geldgier.

00:32:24: Und die Urteil lautet lebenslangehaft.

00:32:27: Ja, absolut verdient, wie ich finde.

00:32:29: Also, ich meine, so heimtückisch, sich um Menschen in Anführungsstrichen zu kümmern, um sie dann umzubringen, um an Geld zu kommen und das dann aufgrund einer möglichen Spielsucht im Casino zu verspielen.

00:32:43: Aber was ist denn mit dem Mord an Franziska und auch an den anderen?

00:32:47: Also, wird sie dafür auch noch angeklagt?

00:32:49: Ja, im Juli, da klagt die Staatsanwaltschaft Wien, Elfriede in den Fällen, von Friedrich Dörker und Franziska Köbel an.

00:32:57: Denn für die beiden gibt es medizinische Sachbeweise, nämlich Euklokon, also dieses blutzuckersenkende Mittel in den Körper der Opfer, hab ich ja schon erwähnt.

00:33:06: Der Prozess dauert dann bis zum XXI.

00:33:09: April, ein.

00:33:10: Auch in diesen beiden Fällen wird Blauensteiner schuldig gesprochen und soll lebenslang ins Gefängnis.

00:33:16: Der oberste Gerichtshof Wien bestätigt dann das Urteil.

00:33:19: Die Begründung für die Strafe ist die besondere Grausamkeit.

00:33:23: ihre Heimtücke und ihre unstillbare Geldgier.

00:33:26: Und wie reagiert Elfriede jetzt darauf?

00:33:28: Weil also beim letzten Prozess hat sie ja ihre Unschuld beteuert, obwohl sie zu lebenslangerhaft verurteilt wurde und ja die Beweise auch total gegen sie sprechen.

00:33:38: Ja, dieses Mal sagt sie, sperren Sie mich ein, lassen Sie mich bis zu meinem Sterben im Gefängnis.

00:33:44: Zum Motiv sagt Elfriede Blauenstander vor Gericht, dass sie aus einfachen Verhältnissen stamme, und mit Männern schwere Enttäuschungen erlebt habe, wie zum Beispiel mit ihrem Ehemann und auch mit Freunden.

00:33:55: Naja, das ist natürlich aber auch eine Ausrede, also sowas erleben ja auch andere Menschen und es werden nicht alle gleich.

00:34:01: zur Serienmörderin.

00:34:02: Ja, absolut, das ist natürlich auch schwer nachvollziehbar oder schwer nachzuvollziehen, was in ihrem Kopf wirklich vor sich ging, aber was sicher ist, ihr geringes Einkommen und ihre Spielsucht, die haben sich nicht vertragen, ja und so hat sie sich wahrscheinlich gezwungen gesehen, anderweitig Geld zu beschaffen.

00:34:19: Und dafür ist sie über Leichen gegangen.

00:34:21: Und bei Blauen Steiner bedeutet das jetzt auch wirklich lebenslang.

00:34:24: Sie kommt nämlich nach dem zweiten Prozess in die Justizanstalt Schwarzau, knapp siebzig Kilometer südlich von Wien.

00:34:32: Und hier habe ich dir auch noch mal eine Foto von dieser Justizanstalt mitgebracht.

00:34:36: Ah, das ist interessant, dass ich das jetzt mal sehe.

00:34:39: Das beschäftige ich mich nämlich gerade in einem anderen Fall, aber da werde ich jetzt noch nicht zu viel verraten.

00:34:44: Echt?

00:34:45: Aber das sieht halt so ein bisschen aus wie so ein kleines... Herrenhaus.

00:34:49: Also

00:34:49: es ist

00:34:50: wirklich imposantes Gebäude.

00:34:53: Es hat so ein riesiges Tor, es hat auch so ein Park davor, wie so eine schöne Straße, die dahin führt.

00:35:01: Es sieht total gepflegt aus.

00:35:02: Also ehrlich gesagt, es sieht nicht so aus, wie man sich jetzt eine Justizvollzugsanstalt vorstellt.

00:35:08: Nee, wir sind Königspalast, aber ... Aber wirklich?

00:35:11: Ja, aber nach ihrer Verlegung geht es Elfriede nicht besonders gut.

00:35:15: Mit ihrer Gesundheit geht es jetzt nämlich steil bergab.

00:35:18: Knapp ein Monat vor ihrem Tod gibt sie noch ein Interview, das in der Illustriert-News veröffentlicht wird.

00:35:24: Und ein Thema ist auch ihre Gesundheit.

00:35:27: Sie hat dazu nicht besonders viel zu sagen, außer Folgendes.

00:35:30: Es sagt mir eigentlich keiner, was ich genau hab.

00:35:33: Aber vielleicht ist das auch gut so.

00:35:34: Ich weiß bestimmt, wenn ich abtrete, dann werde ich ein Engel.

00:35:39: Also nur sechs Jahre nach ihrer Haft stirbt sie mit zweiundsebzig Jahren im Krankenhaus Neukirchen an den Folgen eines Gehirntumors.

00:35:47: Begraben wird sie dann auf dem Friedhof der Feuerhalle Simmering.

00:35:51: Okay, und was ist jetzt mit den anderen Opfern?

00:35:53: Also sie hat ja mehr als drei Menschen getötet.

00:35:55: Ja, das konnte ihr nie nachgewiesen werden, da sie die meisten Jahre hat einerscheinen lassen.

00:36:01: Und Tode durch Vergiftung sind im Allgemeinen sowieso schwer nachzuweisen, besonders, wenn kein Leichnam mehr vorhanden ist, der noch untersucht werden kann.

00:36:09: Boah, das ist echt schrecklich.

00:36:11: Also gerade für die Angehörigen muss das ja grausam sein.

00:36:15: herauszufinden, dass die eigentlich so liebevoll erscheinende hilfsbereite Dame, nämlich genau das Gegenteil war, eine Serienmörderin.

00:36:23: Ja, die Renderin hat das auf jeden Fall in sich und ist nicht umsonst als die schwarze Witwe in die Kriminalgeschichte Österreichs angegangen.

00:36:31: Sie selbst wollte, dass ihr Leben verfilmt wird.

00:36:35: Und das ist dann tatsächlich auch passiert.

00:36:37: Es gibt einen österreichischen Film, der auf dem Kriminalfall von Elfriede Blauensteiner basiert.

00:36:43: Zwei-tausend-eins wurde er veröffentlicht und heißt die Gottesanbeterin.

00:36:48: Der Film ist dann aber gefloppt.

00:36:50: Ich habe die Gerichtspsychiatrin Dr.

00:36:52: Rusmanit gerade ja schon erwähnt und sie hat stundenlang Gespräche mit Elfriede Blauensteiner geführt und auch das Gerichtsgutachten über sie erstellt.

00:37:01: Also sie kannte sie besten, sondern ich konnte ein Interview mit ihr führen und ich würde sagen, wir hören uns einfach mal an, was sie über Elfriede Blauensteiner zu erzählen hat.

00:37:10: Dr.

00:37:10: Rosmanit hat Elfriede Blaunsteiner in der Untersuchungszelle zum Gespräch getroffen und ich habe sie zuerst gefragt, wie sie sie dort erlebt hat.

00:37:19: Ich habe sie im Vergleich zu den schweren Vorwürfen.

00:37:21: Sie hat ja immerhin, dass die zweite Mord Anklage gehabt, die in Österreich eine Rarität ist, weil es ja nicht mehr als lebenslänglich liegt.

00:37:32: Sich erstaunlich gefasst gezeigt.

00:37:34: War

00:37:35: eine... charmante, lebenslustig wirkende Frau, die mir so den Eindruck gemacht hat, genau zu wissen, was sie sagt und was sie nicht sagt, die mich gegängelt eigentlich hat, indem sie mir am Anfang gleich vermittelt hat, sie freut sich so, dass jetzt eine Frau sich begutachten wird, davor haben sie zwei Kollegen von mir begutachtet und dass sie mir alles erzählen wird.

00:38:01: Weil bei mir wäre es hier in sich seinen Händen.

00:38:04: Sie hat mir natürlich damals erzählt.

00:38:07: Ich habe mit ihr vier Tage gesprochen und habe nach mehreren Stunden, bin ich drauf gekommen, dass ich sehr viel von ihr erzählt bekommen habe, aber eigentlich das, was ich brauche gar nicht.

00:38:20: Das heißt, die Manipulationsfähigkeit hat mich beeindruckt.

00:38:27: Was mich auch erstaunt hat, ist, dass sie eines Tages gekommen ist und gesagt hat, also wissen Sie, diese Zellen hier sind wirklich nichts, aber ich möchte sie ja bald wieder in mein Zuhause, das war das Gefangenenhaus für Frauen, die schwarz sind, zurück.

00:38:43: Dort war sie übrigens in der Kirche.

00:38:45: Sie hat bemerklich die Sache, dass eine Gistmörderin die Schiff in der Küche ist.

00:38:51: Und hat mir erzählt, dass eine junge Frau in der Nacht in ihre Zelle hier eingeliefert wurde.

00:38:57: Und sie hat Angst, wo ihr bekommen, dass sie sie vergiften könnte.

00:39:01: So ein junges, dummes Ding hat sie mir erzählt.

00:39:04: Ich habe geputzt, weil sie alles abbrochen hat, voller Drogenwasser.

00:39:09: Und jetzt hat sie Angst, dass ich sie umbringe.

00:39:12: Und kurz danach sind wir ins Gespräch gekommen und sie hat mir gesagt, naja,

00:39:16: zaubern

00:39:16: eigentlich müde heute aus.

00:39:18: Ich sage, ich bin auch müde, da haben sie eine schöne Nacht, ihr habt.

00:39:22: eigentlich zu einem Gespräch zwischen einer Sachverständigen und einer zum zweiten Mal angeklagten Frau, die jemandem getötet haben, soll auch bemerkenswert.

00:39:33: Und hat mir dann gleich erzählt, dass sie mich bekochen würde.

00:39:36: Dann habe ich mir gedacht, na ja, was würden sie mir denn kochen?

00:39:39: Und da hat sie mir erzählt, was sie mir kochen würde.

00:39:42: Nämlich einen überbackenen Grisbrei, das hat sich auch einem ihrer Opfer gekocht.

00:39:46: Gift mir darin, dass sie oft mal sehr gute Küche nennen.

00:39:49: Und er hat mir das Rezept gesagt, das habe ich nachgekocht zu Hause.

00:39:53: Das war wirklich sehr gut.

00:39:56: Ist ja auch eine schöne Geschichte.

00:39:58: Ein bisschen hat sie recht, mit dem eine Giftmörderin darf die Schöpfe der Küche sein.

00:40:04: Absurd.

00:40:04: Bitter.

00:40:05: Aber was ich auch interessant finde, dass sie so sagt, dass sie ja eigentlich schon zwanzig Jahre tätig war und sich dann trotzdem hat so ein bisschen von der, ja, also jetzt mal salopp gesagt, ein bisschen einlohlen lassen.

00:40:15: Also, dass sie so viel erzählt hat, aber eigentlich nichts, was sie gebrauchen konnte.

00:40:19: Ja, absolut.

00:40:20: Das finde ich auch so spannend.

00:40:22: Sie beschreibt Elfriede Blauenstein auch als Psychopathin oder ... stellt diese Diagnose aus.

00:40:27: Also eine Frau, die es hervorragend verstanden hat, Menschen für sich zu gewinnen.

00:40:31: Und das merkt man ja da auch.

00:40:33: Das erklärt ja Dr.

00:40:35: Rosmanite auch.

00:40:36: Und wie sie das geschafft hat, hat sie mir auch noch mal erzählt.

00:40:40: Na

00:40:40: ja, dann muss man unterscheiden.

00:40:41: Psychopathen haben durchaus Empathie, aber nicht eine gefühlsmäßige, sondern eine cognitive Sangue dazu.

00:40:48: die erfassen blitzschnell, was der andere braucht oder wo die Schwachstellen sind.

00:40:55: Das Geheimnis von allen Psychopathen und Psychopathinnen, dass sie sofort das Vertrauen gewinnen, dass es eine angenehme Stimmung war, dass das Ganze nur blitzschnell sich dreht und dann gegen einen verwendet wird.

00:41:10: Bei Blauensteiner zum Beispiel im Schulgerichtsprozess.

00:41:14: dann hat sie vor versammelter Weltpresse gesagt, nachdem sie mir das Rezept ja erzählt hat von ihrem Kochkünsten, was sie mir kochen würde.

00:41:24: Und auch, weil sie so schlecht ist, wie ich koche, ich kann nämlich nicht kochen.

00:41:29: Das ist Makawa, aber trotzdem bemerkenswertig, dass man immer die Sachverständige in einem Schulgerichtsprozess sagt.

00:41:37: Die kann nichts kochen und außerdem ist sie eine schlechte Sachverständige.

00:41:41: Das ist Kochen und Sachverständigen gut, auch der Reis sind beides schlecht.

00:41:45: Also, die kommunative Empathie haben natürlich Psychopathen.

00:41:49: Das ist nur die emotionale, mitschringende Empathie-Setinnen.

00:41:54: Ja krass und auch ehrlich gesagt ganz schon arrogant von der blauen Steiner, sich dahin zu hocken und der Gutachterin erstmal an den Kopf zu knallen, dass sie unfähig ist, sowohl beim Kochen als auch beim Beurteilen.

00:42:04: Ja, aber ich fand es auch spannend, weil sie natürlich der Gutachterin vorher erzählt hat, ja, sie gibt ihr das Rezept und sie sind so toll, also sie hat sie wirklich vorher eingelullt im Einzelgespräch und dann vor Gericht hat sie ihr quasi das Messer in den Rücken gehauen und sie davor versammelter Mannschaft vor der gesamten Presse dargestellt, als könnte sie nicht kommen.

00:42:23: und sie quasi bloß gestellt.

00:42:25: Dazu sagt Dr.

00:42:26: Rosmanid auch noch was.

00:42:28: Und das ist ein ganz typisches Beispiel, das auch Robert Herr in seinem Buch beschreckt, nicht über Psychopathie.

00:42:35: Das am Anfang, und das hat man in allen Fällen so, wie das Armen im Gebet am Anfang, lohnen sie einen ein, manipulativ und irgendwann sind sie hellwach.

00:42:47: und konfrontieren einer mit irgendeiner Schwäche oder

00:42:50: machen einen

00:42:50: Abhängigen, in dem sie einen abpressen.

00:42:53: Da habe ich genau am eigenen Leben erfahren.

00:42:56: Da muss ja auch echt eine krasse Erfahrung für die Frau Dr.

00:43:00: Rosemann nicht gewesen sein.

00:43:01: Ja, das glaube ich auch.

00:43:02: Also, sie erzählt das auch immer noch sehr, ja, voller Elan und sehr bildlich.

00:43:07: Also, das muss auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

00:43:10: Ich meine, so einen Fall, sagt sie selbst, hatte sie auch noch nie und hat sie danach auch nie wieder gehabt.

00:43:15: Blauenstein ist ja vor Gericht sehr selbstbewusst aufgetreten, habe ich schon erwähnt.

00:43:19: Sie hat den Medienrummel offenbar sehr genossen und ich wollte von Frau Dr.

00:43:23: Rosmann nicht außerdem wissen, wie sie selbst die Blauensteiner vor Gericht erlebt

00:43:28: hat.

00:43:33: Das Dritzlicht um Ihre Personen, sehr genossen, die vielen Journalisten fragen, und auch dieser vollgefühlte Schulgerichtssaal hat ja auch so sehnisch demonstriert mit dem Kreuz in der Hand.

00:43:46: Ich beschwere meine Umschuld.

00:43:48: Wir haben gemeint in Österreich, ich sage es in Wirform, wir haben nur eine Spitze eines Eisbergs entdeckt.

00:43:56: Sie war besser als jeder Verteidiger.

00:43:59: Und ich habe mir gedacht, junge Rechtsanwälte könnten von ihr lernen.

00:44:04: Ihr Verteidiger, ein renommierter Strafverteidiger hat gesagt, es ist völlig beratungsresistent.

00:44:11: Ich habe mir gedacht, die braucht keine Beratung.

00:44:15: Eigentlich könnten sie was von ihr lernen.

00:44:18: Ich weiß nicht mehr, ob ich es gesagt habe, aber gedacht habe ich es mir.

00:44:22: Naja, ob man von einer Serienmörderin was lernen will, ist natürlich die große Frage.

00:44:29: Und sie war ja auch nicht unfehlbar, wie wir ja nun festgestellt haben.

00:44:32: Weil sonst wäre man eher nicht auf die Schläche gekommen.

00:44:35: Und sonst wär sie ja auch nicht verurteilt worden.

00:44:37: Aber die Show vor Gericht, die war wohl wirklich beeindruckend.

00:44:40: Und da hätte sich wahrscheinlich der ein oder andere Verteidiger was abschauen können, man sieht.

00:44:44: Aber ja, sie wurde ja trotzdem verurteilt, wie du schon gesagt hast.

00:44:48: Ja, definitiv.

00:44:49: Und vermutlich werden wir halt nie definitiv erfahren, wie viele Opfer es am Ende dann tatsächlich waren.

00:44:54: Und ... nicht nur die, bei denen man es eben nicht mehr nachweisen konnte, sondern vielleicht gab es ja auch noch mehr Opfer, die einfach noch gar nicht jemand auf dem Schirm hatte, ne?

00:45:02: Ja, absolut.

00:45:04: Und wieder ist es so, wäre dieser Zufall nicht passiert und wären die Verwandten nicht wegen des Erbes auf einmal hellhörig geworden, wer weiß, ob es überhaupt jemals rausgekommen wäre.

00:45:13: Ja, vielleicht hätte sonst einfach gar keiner das hinterfragt.

00:45:16: Also, wenn nicht die Verwandten dann sagen so, Moment mal, das ist auffällig, dass er plötzlich einer Frau alles vererbt, obwohl die sich erst seit zwei Monaten kennen.

00:45:25: Hätte das vielleicht keiner angezweifelt und dann hätten sie den Totenschein ausgefüllt und fertig und dann wäre sie damit durchgekommen.

00:45:31: Ja, und wenn sie alle Opfer direkt hätte einäschern lassen, dann wäre es wahrscheinlich auch nie nachprüfbar gewesen.

00:45:38: Also so hat sie dann einige Fehler begangen, aber ja, dass obwohl sie so perfide natürlich alles geplant hat, aber zum Glück natürlich für die Opfer und für die Hinterbliebenen.

00:45:47: Die werden jetzt nicht den Frieden geschlossen haben damit, aber die hatten zumindest die Klarheit.

00:45:51: Aber für die, wo man das nicht mehr nachweisen konnte, für die Angehörigen ist es hart.

00:45:56: Wenn du nicht mehr die Klarheit bekommst, sondern dir nur denken kannst, dass sie wahrscheinlich auch für die Tode verantwortlich ist.

00:46:05: Ja, ich fand den Fall einfach so spannend, weil er eben mal eine weibliche Psychopathin beschreibt.

00:46:11: Und ich find beim Wort Psychopath hat man hier eigentlich eher mal so ein Mann vor Augen.

00:46:16: Und denkt sich vielleicht so einen herrischen Chef oder so was, aber dass eine Psychopathin auch eine nette, rüstige, ältere Dame sein kann, die einen erst mal einlullen kann, die erst einmal total charmant ist, die sympathisch rüberkommt und tatsächlich aber eiskalt ist, das fand ich in diesem Zusammenhang ganz besonders bemerkenswert.

00:46:37: Ja, total auf jeden Fall ein sehr, sehr spannender Fall.

00:46:40: Und an der Stelle können wir ja vielleicht schon mal so einen mini, kleinen Hinweis schon mal geben.

00:46:45: Denn in diesem Fall, den behandeln wir ja auch in unserem neuen Fernsehformat.

00:46:50: Weiblich, tödlich, das ist das in Crime.

00:46:52: Genau.

00:46:52: Gibt es ja bald auf Kabel eins.

00:46:55: Passenderweise am Freitag den dreizehnten.

00:46:58: Ja, wenn das mal kein Glück bringt.

00:47:00: Aber wirklich.

00:47:02: Da müsst ihr dann auf jeden Fall alle einschalten.

00:47:03: Aber wir sagen euch natürlich vorher noch mal Bescheid.

00:47:06: Und jetzt die Frage, was hast du nächste Woche für uns dabei?

00:47:09: Ja, in der kommenden Woche, da werden wir uns mal wieder einen Fall angucken, der so ein bisschen im Rock- und Musiker-Milieu spielt.

00:47:18: Und zwar sagt ihr Sid Wishes was?

00:47:20: Nein.

00:47:21: Das war der Bassist der Sexpistols.

00:47:25: Und der ist bis heute mit einer sehr dunklen und ungeklärten Geschichte verbunden.

00:47:30: Und zwar wurde nämlich seine Freundin Nancy tot im Badezimmer, ihres Zimmers, im Chelsea Hotel in New York gefunden.

00:47:38: Sie hatte eine tödliche Stichwunde und die Frage ist, war er das wirklich oder war es wer anders?

00:47:45: Und was ich noch ganz spannend an der Geschichte finde ist, dass es eben zwei Frauen in dieser Story gibt, die beide eine, ja, ich könnte fast sagen, eine große Rolle haben, wo man sich fragen kann, ob die eine gewisse Schuld.

00:47:58: trägt.

00:47:59: Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es ist wirklich so eine Story, wo man am Ende nicht mehr weiß, wer ist jetzt eigentlich für all das verantwortlich?

00:48:07: und ist es vielleicht eine ganz andere Person als die, die man eigentlich auf dem Schirm hatte.

00:48:11: Ja, spannend.

00:48:12: Also, ich kann es kaum erwarten, mehr von diesem Fall zu hören und auch aus diesem Umfeld.

00:48:16: Also, die Band der Name sagt mir was, aber ich hab auch tatsächlich gar kein Song jetzt vor Augen oder im Ohr.

00:48:23: Werd ich die nächste Woche dann vorspielen?

00:48:27: Ja, das ist doch toll.

00:48:28: Da freu ich mich auf jeden Fall auf den Song.

00:48:30: Und vor allem auch das Chelsea Hotel in New York ist ja auch so ein spannender Ort, hatten wir auch schon mal in unserem Fall rund um Andy Warhol.

00:48:37: Da kam das ja auch schon mal vor, auch wenn es da kein Tatort war, aber zumindest ein Ort, wo Beteiligte gewohnt haben.

00:48:43: Und das ist schon irgendwie so ein Hotel, um dass sich halt so viele spannende Geschichten ranken.

00:48:48: Das werden wir auch noch ein bisschen höher nächste Woche.

00:48:50: Ja, bin ich sehr gespannt.

00:48:52: Also dann habe ich jetzt erstmal eine schöne Woche und ihr auch.

00:48:55: Ebenso, ebenso, ihr auch natürlich.

00:48:57: Abonniert uns gerne.

00:48:58: Genau.

00:48:59: Falls ihr uns noch nicht abonniert habt, macht das gerne, das hilft uns immer.

00:49:03: Und schreibt uns gerne Kommentare bei Spotify oder eine Bewertung bei Apple.

00:49:08: Oder schickt uns gerne auch eine eigene True Crime Story, dass wir die vorlesen können.

00:49:14: Und genau, folgt uns super gerne bei Instagram oder unserem WhatsApp-Kanal.

00:49:18: Wenn ihr alle Fotos sehen wollt, findet ihr natürlich auch alle haben heute gar nicht erwähnt.

00:49:22: Aber wie immer auf unserem WhatsApp-Kanal oder auf Instagram und der SistersInCrime.podcast.

00:49:28: So sieht's aus, um damit eine wundervolle Woche euch.

00:49:32: Macht's gut, bis zum nächsten Mal.

00:49:35: Ciao, ciao.

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