Happily True 6: Cliffhanger des Todes - Alex Honnold ohne Sicherung am Wolkenkratzer
Shownotes
Der Extremkletter Alex Honnold steht vor dem Taipei 101 – einem der höchsten Gebäude weltweit. Dieses Hochhaus ist seine Herausforderung. Er will es bezwingen – über 500 Meter weit nach oben bis auf die Spitze klettern. Als free solo – also im Alleingang und ohne Sicherung. Es gibt keinen Klettergurt, kein Kletterseil, das ihm im Falle eines Absturzes vor dem sicheren Tod rettet. Wenn er fällt, ist es vorbei. Alex steht vor dem Gebäude, er hat gerade die Schuhe gewechselt und sich den Magnesiabeutel umgehängt – das Pulver braucht er, um den Schweiß von den Händen zu trocknen. Er schaut noch mal nach oben, schwingt die Arme, um die Muskeln zu lockern. Und er weiß, wenn dieses Experiment schief geht, verfolgen nicht nur seine Frau und seine Kinder seinen Tod live – sondern auch Millionen von Zuschauern – diejenigen, die live vor Ort das Spektakel verfolgen – und die Menschen, die seinen waghalsigen Kletterversuch live bei Netflix anschauen. Alex zieht sich die Jacke aus wirft dem Experten, der unter anderem Wind, Regen und mögliche Erdbeben im Blick hat und die Aktion notfalls abbrechen könnte, einen letzten Blick zu. „Okay“, sagt er und lächelt, die Zuschauer jubeln. Und dann geht es los. Er klettert die ersten Meter nach oben. Doch wird Alex es schaffen? Kann das Experiment, einen der höchsten Wolkenkratzer der Welt in Taipeh ohne Sicherung und ohne Angst zu bezwingen, gelingen? Was für ein Typ ist Alex Honnold, der auch mit dem Oscar-prämierten Film "Free Solo" berühmt wurde? Und warum macht er solch waghalsige Aktionen? Warum diese Gefahr? Darum geht’s in dieser Folge Happily True. Jule und Karo sprechen über diese Herausforderung und sein Leben und ordnen die Hintergründe mit dem Psychologen Christian Lüdke und dem Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht ein.
Über Happily True: Wir nehmen Euch mit auf eine Reise in die außergewöhnlichsten Kapitel des echten Lebens. Wahre Geschichten voller Mut, Hoffnung und unglaublicher Wendungen. Menschen, die vom Schicksal herausgefordert werden und dennoch nicht aufgeben. Ein Mann stürzt aus einen Flugzeug und überlebt wie durch ein Wunder. Ein kleines Mädchen verliert seine Eltern und wächst unter Affen auf. Happily True erzählt Biografien, die uns Staunen lassen, Momente, die ans Herz gehen und zeigen, wie stark Menschen sein können. Ein Podcast, der inspiriert, berührt und am Ende beweist: Im echten Leben gibt es manchmal die schönsten Happy Ends. Ein Podcast, den Eltern endlich auch mit ihren Kindern hören können!
Instagram: @sistersincrime.podcast @julegoelsdorf @karolin_kandler
Autoren: Jule Gölsdorf
Quellen: Netflix: Skyscraper Live Dokumentarfilm: Free Solo https://www.tagesschau.de/ausland/asien/taiwan-freeclimber-klettert-auf-wolkenkratzer-100.html https://www.welt.de/sport/article6971e03d568b91954b0eae9f/extremkletterer-alex-honnold-diesen-508-meter-hohen-wolkenkratzer-hochklettern-absolut-pillepalle.html https://www.rollingstone.de/honnold-netflix-livestream-verzoegerung-3093909/ https://www.spiegel.de/sport/alex-honnold-auf-dem-taipeh-101-spiderman-winkt-aus-dem-himmel-a-a6f3bf55-f38b-4bd7-985b-65432bcb5985
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00:00:06: Der Extremkletterer Alex Honnold steht vor dem Taipei-One-O-One, einem der höchsten Gebäude weltweit.
00:00:14: Dieses Hochhaus ist seine Herausforderung.
00:00:17: Er will es bezwingen.
00:00:19: Über fünfhundert Meter weit
00:00:21: nach oben
00:00:21: bis auf die Spitze klettern.
00:00:24: Als Free Solo, also im Alleingang und ohne Sicherung.
00:00:29: Es gibt keinen Klettergurt, Kein Kletterseil, das ihn im Falle eines Absturzes vor dem sicheren Tod retten könnte.
00:00:37: Wenn er fällt, ist es vorbei.
00:00:41: Alex steht vor dem Gebäude.
00:00:43: Er hat gerade die Schuhe gewechselt und sich den Magnesiabeutel umgehängt.
00:00:48: Das Pulver braucht er, um den Schweiß von den Händen zu trocknen.
00:00:52: Er schaut noch einer nach oben, schwingt die Arme, um die Muskeln zu lockern.
00:00:58: Und er weiß, Wenn dieses Experiment schiefgeht, verfolgen nicht nur seine Frau und seine Kinder seinen Tod live, sondern
00:01:06: auch Millionen
00:01:07: von Zuschauern.
00:01:09: Diejenigen, die live vor Ort das Spektakel verfolgen und die Menschen, die seinen waghalsigen Kletterversuch live bei Netflix anschauen.
00:01:18: Alex zieht sich die Jacke aus, wirft dem Experten, der unter anderem Wind, Regen und mögliche Erdbeben im Blick hat und die Aktion notfalls abbrechen kann, einen letzten Blick zu.
00:01:31: Okay, sagt er und lächelt.
00:01:33: Die Zuschauer jubeln.
00:01:35: Und dann geht es los.
00:01:38: Er klettert die ersten Meter nach oben.
00:01:41: Doch wird Alex es schaffen?
00:01:43: Kann das Experiment einen der höchsten Wolkenkratzer der Welt in Taipei Ohne Sicherung und ohne Angst
00:01:51: zu bezwingen,
00:01:51: wirklich gut gehen?
00:01:54: Was für ein Typ ist Alex Honnold, der auch mit dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm Free Solo berühmt wurde?
00:02:04: Warum stellt er sich diesen Herausforderungen und der Gefahr?
00:02:09: Darum geht's in dieser Folge, Herr Billy True.
00:02:17: Sie fällt aus einem Flugzeug und überlebt.
00:02:20: Er singt mit einem Schiff und muss in dreißig Metern Tiefe in einer Luftblase ausharren.
00:02:26: Sie wird mit vier Jahren ausgesetzt und wächst unter
00:02:29: Affen auf.
00:02:31: Und er ist Deutscher und wurde in China zum Superstar,
00:02:34: weil er auf Mandarin rappt.
00:02:37: Diese Geschichten klingen so verrückt und doch sind sie wahr.
00:02:41: In unserem neuen Podcast gibt es Stories
00:02:43: für die ganze
00:02:44: Familie.
00:02:46: Mit Spannung, Herz und Happy End.
00:02:49: Ein True Story Podcast mit Jule
00:02:51: Gösthoff und Karolin Kandler.
00:02:54: Hallo,
00:02:55: hallo, es ist so verrückt, das hier ist schon Happily True Folge sechs.
00:03:00: Ich bin Jule Gösthoff
00:03:01: und ich bin Karolin Kandler.
00:03:03: Jan ist es echt richtig abgefahren.
00:03:05: Es war ja eigentlich erst nur so eine spontane Idee.
00:03:08: Vor allem, weil man so nutzig ja gerne auch Podcast hören wollte und True Crime ja nicht so geeignet dafür war.
00:03:13: Und jetzt haben wir echt schon die Hälfte unserer geplanten ersten Staffel voll.
00:03:18: Also es ging schneller als gedacht.
00:03:20: Aber wirklich ging super schnell rum.
00:03:22: Und wir wollen jetzt natürlich wissen, wie ist denn die Tendenz?
00:03:26: Sollen wir danach weitermachen?
00:03:28: Wie findet ihr Happily True?
00:03:30: Habt ihr Kritik, Anregungen, Verbesserungsvorschläge?
00:03:34: Oder sagt ihr vielleicht ne?
00:03:35: Zehn Folgen reichen, vielen Dank.
00:03:39: Aber falls nicht, vielleicht habt ihr auch Ideen oder Vorschläge für Geschichten, die wir uns mal anschauen sollen.
00:03:44: Also wir machen auf jeden Fall mal einen Post bei sistersandcrime.podcast und da könnt ihr dann auf jeden Fall gerne kommentieren oder ihr schreibt uns bei Spotify in die Kommentare zu dieser Folge.
00:03:57: Also top oder flop?
00:03:59: Was denkt ihr über Happily True?
00:04:00: Lasst es uns wissen.
00:04:02: Also auch vielleicht, ob ihr denkt, wir sollten Happily True nicht auf diesem Account weitermachen, sondern lieber auf einem eigenen.
00:04:09: Da sind wir sehr gespannt auf eure Meinung.
00:04:11: Und dann gibt es ja vielleicht bald noch weitere Neuigkeiten.
00:04:15: Ich weiß gar nicht, können wir das hier schon verraten, Yule?
00:04:17: Ja, wir können ja zumindest schon mal antiesern, dass es auf diesem Kanal in Sachen True Crime noch was Neues gibt.
00:04:24: Also auf jeden Fall abonnieren, wenn ihr es noch nicht gemacht habt, dann verpasst ihr es auch nicht.
00:04:28: Ja,
00:04:29: genau.
00:04:31: Genau, aber jetzt erstmal zur Folge.
00:04:32: Du hattest ja ein Thema im Auge, das wir ziemlich viel Aufregung gesorgt hat.
00:04:37: Und das hat ja auch fast ein bisschen was von True Crime.
00:04:40: Ja, das stimmt, denn auch hier könnte theoretisch jemand sterben.
00:04:45: Allerdings nicht, weil er getötet wird, sondern weil er vielleicht einmal falsch greift.
00:04:50: Ein Fehler, eine Unachtsamkeit, kann ihm das Leben kosten.
00:04:55: Ja, und das vor Augen von Millionen von Menschen.
00:04:58: Ja, und damit sind wir bei Extremsportler Alex Honnold.
00:05:02: Ihr habt ja bestimmt schon mal von ihm gehört.
00:05:05: Er ist Profibergsteiger und Extremkletterer.
00:05:09: und er klettert nicht immer gesichert, sondern Free Solo, wie es in der Fachsprache heißt.
00:05:16: Also er besteigt Berge ohne Seil, ohne Sicherung, einfach so.
00:05:21: Das ist wirklich abgefahren und vielleicht habt ihr ja auch den Oscar-Premierenden gleichnamigen Dokumentarfilm Free Solo gesehen.
00:05:29: Da ging es ja um ihn und eine wirklich irre Free Solo Klettertour.
00:05:33: Also Berge hat er schon viele bestiegen, mit und ohne Sicherung.
00:05:38: Aber Alex hatte ja schon immer einen Traum, einen Wolkenkratzer zu erklimmen.
00:05:43: Ebenfalls ungesichert, also Free Solo.
00:05:46: Ja und dafür hat er sich mit Netflix zusammengetan.
00:05:49: Alex besteigt also einen Wolkenkratzer und Netflix überträgt das ganze Live.
00:05:54: Skyscraper Live ist der Titel.
00:05:56: Könnt ihr euch auch noch anschauen?
00:05:58: Ja und diese Geschichte, die wollen wir euch heute erzählen.
00:06:01: Und selbst wenn ihr bei Netflix live schon zugeschaut habt, keine Sorge, langweilen wird euch diese Folge hoffentlich trotzdem nicht, denn wir schauen uns ja auch ein paar andere Stationen seines Lebens an und wir ordnen die Hintergründe wie gewohnt mit unseren Experten für euch
00:06:16: ein.
00:06:17: Aber ich hoffe, dass unser Rechtsmediziner Thomas Kamphausen heute nicht zum Einsatz kommt.
00:06:22: Ja, das wäre ja dann nur der Fall, wenn Alex seine Wolkenkratzerbesteigung nicht überlebt.
00:06:27: Wer aber auf jeden Fall am Start ist, das ist unser Psychologe Christian Lütke und auch der allgemeinen Mediziner Dr.
00:06:33: Christoph Specht.
00:06:35: Also, ich würde sagen, wir legen los.
00:06:37: Wir sind in Taiwan, einem Ort, über den wir ja sonst eher in den Nachrichten bei Newstime berichten.
00:06:44: Stimmt, Taiwan ist ja eine demokratisch gewählte Regierung, also Chinas Führung.
00:06:48: Sieht das ein bisschen anders, sieht die Insel als Teil der Volksrepublik und droht ja immer wieder, sich Taiwan dann irgendwann einzuverleiben.
00:06:56: Aber darum soll es heute erst mal nicht gehen.
00:06:59: Nee, stattdessen sind wir jetzt mal im Hauptort in Taipei, eine Millionenstadt im nördlichen Teil der Insel.
00:07:06: Und ich hab dir auch mal ein Foto davon mitgebracht, so sieht's da aus.
00:07:11: Also es sieht aus wie eine relativ normale Großstadt, wie man sie so kennt, wobei dieser linke Wolkenkratzer, das ist, glaube ich, auch der, den er dann bestiegen hat, oder?
00:07:20: Also der sieht schon, ich weiß nicht, warum, aber so ein bisschen nach einer asiatischen Metropole aus.
00:07:25: Ansonsten
00:07:26: ist es
00:07:27: verhältnismäßig grün für eine Großstadt.
00:07:30: Ja, stimmt, vorne sieht man richtig so einen großen Park, aber du hast das richtig gesehen, da links, das ist ja das höchste Gebäude da auf dem Bild.
00:07:38: Ja und jetzt stell dir mal vor, du müsstest da einfach hoch klettern und gesichert.
00:07:44: Oh Gott.
00:07:45: Ich habe so ein bisschen reingeguckt in diesen Livestream und ich musste wirklich wegschalten, weil ich so Beklemmungen bekommen habe.
00:07:50: Ich fand es gar nicht schön anzugucken, ehrlich gesagt.
00:07:53: Darum höchst du lieber zu heute.
00:07:55: Aber je älter ich werde, desto schlimmer wird es bei mir auch mit der Höhe.
00:07:58: Also ich kann das gar nicht beschreiben, aber wir waren neulich mal auf einem Leuchtturm.
00:08:04: Meine Familie und ich.
00:08:04: Und die Kinder standen wirklich an einem Gelände, was höher war, als sie selbst groß waren.
00:08:09: Und trotzdem hatte ich Panik, dass sie irgendwie von einem Windstoß erfasst werden und rüberfliegen.
00:08:14: Also ich hab so richtig Panik auf einmal, was ich früher nicht hatte.
00:08:17: Und deshalb wäre das Klettern auch, ob jetzt gesichert oder ungesichert, natürlich gar keine Option.
00:08:23: Komplett gar nicht zu mich.
00:08:25: Nee, für mich wirklich auch nicht.
00:08:26: Ich hab das ja auch ein bisschen mit der Höhenangst.
00:08:28: Also ich mag das auch nicht und ungesichert schon gar nicht.
00:08:31: Also das wäre wirklich mein absoluter Alptraum.
00:08:34: Ja, dieses Gebäude, das ist ja der Taipei-One-O-One.
00:08:39: Das ist eines der höchsten Gebäude der Welt, hat viele Platten aus Glas und Stein und dieser Mittelteil.
00:08:45: Der sieht aus, als hätte man so eine Art Bambus-Kisten übereinander gestapelt.
00:08:50: Da gibt es dann auch jedes Mal so eine Art Überhang, der natürlich total anstrengend ist, wenn man da drüber hinweg klettern will.
00:08:57: Und logisch, je höher es geht, desto müder wird Alex ja auch werden.
00:09:02: Und der gefährlichste Teil ist dann der Turm am Ende.
00:09:05: Der hat ebenfalls so Überhänge, außerdem auch so Ringe, die er überwinden muss.
00:09:09: Da gibt es natürlich dann nur so begrenzte Griffmöglichkeiten.
00:09:13: Und dazu kommt dann die Spitze, auch ein supergefährlicher Abschnitt.
00:09:16: Und die Frage ist, falls ihr es noch nicht gesehen habt, wird er es wirklich schaffen?
00:09:20: bis auf die Kugel am Ende.
00:09:22: Also ich habe so viele Fragen.
00:09:24: Vielleicht werden wir dich später noch aufklären, aber ob er das geübt hat, was ist mit dem Wind und irgendwie so viele Sachen, was passiert.
00:09:32: Ich meine, das ist ja live übertragen worden.
00:09:34: Stell dir mal vor, da geht was schief.
00:09:37: Ich habe vorhin auch kurz mit Ludwig mit meinem Sohn drüber gesprochen, weil er sich schon auf die nächste Folge freut und auch von diesem Kletterer mitbekommen hat und meinte dann, ja, aber jetzt mal ganz im Ernst, wenn er runterfällt, dann ist er tot und das haben dann ... Alle Menschen gesehen, seine Familie hat es ja wahrscheinlich auch mitverfolgt.
00:09:51: Also es ist doch Wahnsinn.
00:09:53: Ja, total.
00:09:54: Also das wäre richtig, richtig krass.
00:09:56: Und genau deswegen gab es ja auch Kritik im Vorfeld.
00:09:59: Denn auch jemandem dabei live zuzuschauen, wie er sich nur in Anführungsstrichen in Todesgefahr begibt.
00:10:06: Also da kann man schon darüber diskutieren und man kann das auch kritisieren.
00:10:09: Und das sagt auch unser Psychologe Christian Lütke.
00:10:12: Wenn ein Erwachsener Profi sich informiert, entscheidet, ist Autonomie ein starkes Argument.
00:10:18: Aber bei einer Laufübertragung verdient ein Dritter mit und damit entsteht ein ethischer Interessenkonflikt.
00:10:24: Je riskanter es wirkt, desto mehr Aufmerksamkeit gibt es.
00:10:28: Moralisch wird es problematisch, wenn die Inszenierung Druck erzeugt, Grenzen verschiebt oder Nachahmer anstachelt.
00:10:34: Verantwortlich wäre klare Sicherheits- und Abbruchkriterien keine Glorifizierung von Leichtsehen, Triggerwarnung, eine Tod als Unterhaltung, Dramaturgie und echte Aufklärung darüber, wie viel Vorbereitung dahintersteckt.
00:10:48: Der Kernpunkt ist, zeigt man Meisterschaft oder verkauft man die Möglichkeit eines Unfalls als Event?
00:10:55: Ja, Tod als Dramaturgie, das ist es nicht.
00:10:58: Also so weit würde ich jedenfalls nicht gehen.
00:11:01: Aber klar, Alex hat Geld dafür bekommen von Netflix, wohl einen mittleren, sechsstelligen Millionenbetrag, einen peinlich hohen Betrag, wie Alex selbst dazu sagt.
00:11:13: Aber er sagt auch, er hätte den Type-E-One-O-One wohl auch umsonst bestiegen, denn das war wirklich ein großer Traum von ihm.
00:11:21: Ja, aber trotzdem, ich meine, es bleibt ja immer noch ein Restrisiko.
00:11:25: Ob du jetzt viel Geld bekommst oder nicht, stell dir mal vor, stürzt dann wirklich ab vor den Augen der gesamten Welt?
00:11:30: Ja, ich meine, Netflix hätte das natürlich nicht gezeigt.
00:11:33: Also, der Streamer hat sich nämlich entschieden, das Ganze so ungefähr zehn Sekunden Zeit versetzt zu übertragen.
00:11:40: Warum zehn Sekunden?
00:11:41: Und das ist auch krass, weil es nämlich etwa zehn Sekunden lang dauern würde, wenn er abstürzt, bis er unten ankommt.
00:11:48: Und damit sie dann eben im Worst Case-Szenario das Livebild beenden können.
00:11:54: Aber klar, ich meine, wenn du dir die Menschenmenge hier anschaust, die da unten das Ganze Verfolgen.
00:12:00: Das sind richtig viele Leute.
00:12:01: Und ich meine, würde der dann vor deren Nase auf dem Boden aufschlagen, wäre das natürlich auch eine Riesenkatastrophe und absolut traumatisch.
00:12:09: Also hier siehst du ein Foto von den ganzen vielen begeisterten Fans unten am Fuße des Wolkenkratzers.
00:12:15: Boah.
00:12:16: Also es sind wirklich sehr, sehr, sehr viele Leute gekommen.
00:12:19: Sieht's ein bisschen aus, als würden da gleich die britischen Royals durchfahren.
00:12:24: Also erinnert mich so ein bisschen an London, wenn da irgendwie so eine Adelshochzeit ansteht.
00:12:28: Aber ja, scheint auf großes Interesse zu stoßen.
00:12:33: Ja, und diese wilde Aktion von Alex, die wird natürlich sehr, sehr streng überwacht.
00:12:37: Also seine Werte, die Herzfrequenz zum Beispiel, die werden getrackt.
00:12:41: Alex trägt auch ein Mikrofon und kann dann die Moderatoren, die unten vor dem Wolkenkratzer sind, auch hören.
00:12:49: Natürlich werden die ihn nur ansprechen, wenn er an einer sicheren Stelle ist.
00:12:52: Also nicht, dass er sich plötzlich irgendwie durch plötzliche Geräusche auf dem Ohr erschreckt.
00:12:57: Aber er kann eben auch Anweisungen entgegennehmen, beispielsweise wenn die Kletteraktion abgebrochen werden müsste.
00:13:04: Okay, und wann wäre das der Fall zum Beispiel?
00:13:07: Ja, wenn das Wetter nicht mitspielt zum Beispiel, also ein Experte, der überwacht die ganze Zeit die nötigen Voraussetzungen.
00:13:13: Also Regen hat nämlich schon dazu geführt, dass diese Aktion um einen Tag verschoben werden muss.
00:13:19: Denn der Wind, das ist klar, der ist natürlich gefährlich.
00:13:21: Also wenn es da oben halt so starke Böen gibt, dass er sich womöglich nicht mehr festhalten kann, dann geht das natürlich nicht.
00:13:28: Ja, und dann noch ein Thema in Taipei.
00:13:30: Erdbeben.
00:13:31: Die gibt's dann nämlich häufig.
00:13:33: Also in der Woche vorher gab's schon drei Stück und im vergangenen Monat sogar überein Dutzend.
00:13:39: Wie bitte?
00:13:39: Oh Gott, ich tell dir mal vor, das ist ja jetzt schon Horror, ohne Seil an der Fassade zu kleben, so ein bisschen ja wie Spider-Man.
00:13:45: Und dann fängt das Gebäude plötzlich an zu wackeln.
00:13:49: Ja, aber gut, dass da jemand drauf aufpasst.
00:13:53: Ja, absolut.
00:13:54: Heute zum Start ist es jedenfalls.
00:13:56: trocken, aber es herrscht eben so eine Art Mikro-Klima, dass sich jederzeit ändern kann.
00:14:01: Aber jetzt geht es erstmal los.
00:14:03: Alex steht vor dem Auto, vor einem Van.
00:14:07: Und Vans waren lange Zeit sein zu Hause, also über Jahre hat Alex in einem Van gelebt.
00:14:14: Da kann ich mir vorstellen, dass dieser Van ihm jetzt noch so ein bisschen Sicherheit gibt.
00:14:18: Seine Frau Sunny natürlich auch, die ist dabei.
00:14:22: Und lächelt ihn jetzt an.
00:14:24: Auf der Straße stehen, wie eben schon angesprochen, Tausende.
00:14:27: Sie jubeln, haben auch Schilder gemalt, um ihren Kletterhelden zu unterstützen.
00:14:31: Also man spürt die Gänsehaut richtig, wenn man das anschaut.
00:14:35: Und hier siehst du auch ein Bild von Alex und seiner Frau Sunny.
00:14:40: Also da stehen die beiden, oder er steht vor dem Wern, und sie sitzt glaube ich drin und zieht irgendwie ganz... Irgendwie ganz zufrieden aus, also ich hätte sie mir jetzt anders vorgestellt, vor so einer großen Kletteraktion.
00:14:53: Sie schaut so zu ihm hoch und lächelt so ein bisschen, als würde sie sagen wollen, ja, bist du dir sicher, was du jetzt machen willst, aber egal, ich unterstützt dich trotzdem.
00:15:03: Und ja, ich habe das Gefühl, Alex wirkt, fokussiert, aber trotzdem einigermaßen ruhig.
00:15:11: Ich habe auch das Gefühl, erst ein bisschen älter als sie, würde ich jetzt vom Foto schätzen.
00:15:15: Aber wo haben die beiden sich kennengelernt?
00:15:17: Bei einer Lesung, also bei seiner Tour.
00:15:20: Und sie wusste bis zu dem Zeitpunkt im Grunde auch gar nichts über ihn.
00:15:23: Aber sie lässt sich ihr Buch von ihm signieren und ist dann mutig und gibt ihm ihre Nummer.
00:15:30: Sie findet ihn nämlich ganz süß und auch super ehrlich.
00:15:33: Das hat sie angezogen, sagt sie ihm nach hinein.
00:15:36: Und klar ist natürlich, dass die beiden dann daten und dabei auch zusammen klettern gehen.
00:15:41: Und es ist ja so, wenn man zu zweit klettert, dann sichert man sicher häufig so gegenseitig ab.
00:15:46: Und das Problem ist, in diesem Fall soll sie ihn sichern, doch ihr rutscht das Sicherungssaal durch und dann stürzt er und ist verletzt.
00:15:54: Und was denkst du, wie reagiert er in dieser Situation?
00:15:59: Wenn du schon so fragst, macht der Schluss?
00:16:04: Ja, gut geraten.
00:16:05: Also er geht deswegen tatsächlich die Beziehung beenden.
00:16:09: Nein.
00:16:10: Ja, aber sie fragt ihn dann darauf hin, wird dein Leben dann besser?
00:16:15: Und er sagt, wahrscheinlich nicht.
00:16:18: Und daraufhin entgegnet sie, du kannst doch eine feste Freundin haben und trotzdem klettern.
00:16:23: Das scheint ja jetzt auch seitdem ganz gut zu funktionieren, denn die beiden sind heute verheiratet und haben zwei Töchter.
00:16:31: Ja, Alex wirkt jetzt, wenn man ihn so beobachtet, wie du eben ja auch schon gesagt hast, recht locker.
00:16:36: Er strahlt, schaut sich nochmal ganz entspannt um.
00:16:39: Also er hat jetzt kein Ritual.
00:16:41: Er muss nur noch ein bisschen die Muskeln dehnen.
00:16:43: Er nimmt seine Frau noch einmal in die Arme, er lächelt und dann läuft er los in Richtung Wolkenkratzer.
00:16:49: Er winkt seinen Fans zu und lacht.
00:16:52: Alex trägt ein sportliches Outfit, logisch.
00:16:55: Eine dunkle Hose, ein rotes T-Shirt, eine Jacke darüber.
00:16:59: Er hat seine Kletterschuhe noch in der Hand und schaut erst nochmal am Turm nach oben.
00:17:05: Und in dieser Netflix-Übertragung, da folgt die Kamera seinem Blick und das sieht dann so aus, hier siehst du ein Foto.
00:17:14: Oh Gott, hier also, er steht direkt in der Mitte dieses Gebäude, schaut nach oben.
00:17:18: Man sieht von unten gar nicht, wo es oben aufhört, so hoch es ist.
00:17:22: Und man sieht halt diese Glas.
00:17:24: Fassade.
00:17:24: Ich habe ja so ein bisschen reingeguckt, habe ich ja schon gesagt und er klettert dann, glaube ich, ja an der Seite.
00:17:29: Aber wenn du es so aus dieser Perspektive siehst, dann fragst du dich echt, also wie soll das funktionieren?
00:17:33: Das sieht halt spiegelglatt aus.
00:17:35: Ja, für unser eins irgendwie echt fast so ein Ding der Unmöglichkeit, ne?
00:17:39: Na ja, Alex hat ein Beutel dabei mit Magnesia.
00:17:42: Das ist so eine Art Kreidepulver für die Hände, damit er nicht abrotcht, wenn er anfängt zu schwitzen.
00:17:48: Er bleibt jetzt stehen, legt sich diesen Beutel um, zieht die Jacke aus.
00:17:52: Alex wechselt die Schuhe, das sind natürlich so richtige Kletterschuhe, mit denen er mehr Grip hat.
00:17:57: Und das wollte er unbedingt, er hat Musik dabei, also beziehungsweise auf den Ohren.
00:18:03: Alex hat ja vorher noch nie ein Hochhaus bestiegen, aber natürlich tausende Male anderer Herausforderungen gemeistert.
00:18:10: Er ist fokussiert, hat sich mental und körperlich darauf vorbereitet.
00:18:14: Jetzt steht er direkt vor dem Gebäude, er schaut noch einmal nach oben und dann geht es los.
00:18:20: Er beginnt mit dem rechten Fuß zuerst, zieht den Linken nach, greift nach dem ersten Überhang und zieht sich nach oben, klettert auf die erste Stufe.
00:18:30: Von dort blickt er noch einmal in Richtung Spitze und die Menge die Jubelt.
00:18:35: Die ersten zwanzig Sekunden sind vorbei.
00:18:38: Okay Team, sagt er.
00:18:40: Souverän übersteht er die erste Etappe, konzentriert, klettert er ein bisschen wie Spider-Man nach oben, einen Fensterblock nach dem anderen, und du hast es ja schon gesagt, eben an diesem Rand, an dieser Eckkante, und seine Frau, Sunny, die steht unten, hat ihren Mann fest im Blick.
00:18:58: Sie lässt sich dann von einem Reporter interviewen und sagt, auch der erste Teil des Gebäudes ist für ihn die Aufwärmübung, aber sie betont auch noch einmal die Gefahr, Denn schon jetzt ist er so hoch, dass er einen Sturz wohl nicht mehr überleben würde.
00:19:12: Er muss das überleben, sagt sie.
00:19:14: Fehler dürfen nicht passieren.
00:19:18: Ja, da hat sie recht, denn so richtig groß ist die Chance eben nicht zu überleben, wenn er stürzt.
00:19:23: Das sagt auch der Allgemeinmediziner Dr.
00:19:25: Christoph Specht.
00:19:27: Ja, ein Absturz bei dieser Aktion wäre in der Tat nicht zu überleben.
00:19:31: Und zwar schon auf den ersten Metern nicht.
00:19:33: Man muss sich das mal vorstellen.
00:19:34: Selbst wenn er aus zehn Metern abstürzen würde, zehn Meter, das ganze Ding war ja über fünfhundert Meter hoch, wenn er aus zehn Metern abstürzen würde, dann entspräche die Aufprallgeschwindigkeit etwa fünfzig Kilometer pro Stunde.
00:19:49: Da könnt sich mal vorstellen, Sie wären das Auto und fahren jetzt damit gegen eine Wand.
00:19:55: haben aber kein Autodrom rum, sondern der Körper knallt dagegen.
00:19:57: Dann können Sie sich vorstellen, das ist nicht zu überleben.
00:20:00: Und schon bei höheren Höhen, bei Hundertfünfzig Metern erhöht sich das Ganze.
00:20:05: Bei Hundertmetern haben wir so ungefähr Hundertfünfzig Kilometer pro Stunde Aufprallgeschwindigkeit.
00:20:10: Also da ist keine Chance.
00:20:12: Ja, selbst drei Meter können ja schon so unglücklich verlaufen, wenn man aus drei Metern abstürzt, dass man das nicht überlebt.
00:20:20: Also ganz klar, das muss ihm auch bewusst gewesen sein.
00:20:24: Fehler darf er sich da nicht leisten.
00:20:28: Klar, er würde jetzt nicht unbedingt nach ganz unten fallen, also es gibt so Zwischenetagen, auf denen er landen könnte, aber dennoch die meiste Zeit ist er halt so hoch, dass er einfach keine Chance hätte.
00:20:39: Aber auf den ersten Metern sieht erstmal alles gut aus.
00:20:42: Die Masse, die jubelt, erhält inne, schaut nach unten, lacht, greift in den Beutel, trocknet die Hände und winkt dann.
00:20:50: Also ihm scheint die Show schon zu gefallen.
00:20:52: Das allerdings kann auch tückisch sein, also so schätzt Psychologe Christian Lütke die Situation ein, vor so einem großen Publikum zu klettern.
00:21:02: Vor Publikum kommt eine zweite Bühne dazu, nicht nur die Wand, sondern auch die Erwartungen.
00:21:07: Psychologisch kann das die Aufmerksamkeit nach außen ziehen, weg vom Körpergefühl.
00:21:12: Viele Profis schützen sich deshalb, indem sie das Publikum mental ausblenden und den Aufstieg wie Training behandeln.
00:21:17: Gleichzeitig ist der Live-Charakter Heike, weil er subtile Anreize setzt.
00:21:22: Jetzt kann ich nicht abbrechen, sondern dann würde ich alle enttäuschen.
00:21:25: Das ist ein enormes Risiko.
00:21:28: Die gesündeste Variante ist, wenn die Person und das Team eine Kultur haben, in der Abbruch als Kompetenz gilt, nicht als Scheitern.
00:21:35: Ja, er weiß natürlich, dass es da um alles geht und das pusht auch, Stichwort Adrenalin.
00:21:42: Ja, wie viel braucht man und wie viel ist vielleicht aber auch gefährlich?
00:21:45: Das habe ich Christoph Specht auch nochmal gefragt.
00:21:48: Ja, das ist so ein bisschen die Frage, warum macht man das eigentlich?
00:21:52: Wenn man aber in die Geschichte guckt, dann stellt man fest, solche Aktionen hat es immer schon gegeben.
00:21:59: Also im klassischen Fall ist das ja auch der Sirkusakrobat, der ohne Netz und doppelten Boden irgendwas am Hochseil macht, diese Sensationslust und zwar von beiden Seiten, von denen, die sie ausüben, diese Aktion und von denen, die dabei zuschauen.
00:22:17: Die hat es ja.
00:22:19: Und natürlich spricht man nicht ganz falsch von der Atrenalinsucht, wobei es ist eigentlich nicht das Atrenalin, was dabei durchaus ausgeschüttet wird, wonach aber nicht die Sucht besteht, sondern es sind eher die körpereigen Endorphine.
00:22:33: eigenen Suchtstoffe, wenn man so möchte, die dabei ausgestüttet werden.
00:22:37: Belohnungsstoffe, auch Dopamin spielt dabei eine Rolle.
00:22:40: Beim Akteur, diesen Rausch, den er dabei tatsächlich erlebt, den sucht er natürlich immer wieder.
00:22:47: Das kennen wir normallos allerdings auch, denn immer wenn wir etwas tun, was wir wirklich gerne tun und meistens deshalb auch sehr gut tun und wenn wir dann auch noch dafür Belobigungen bekommen in irgendeiner Form, dann wollen wir dieses Erlebnis wieder haben.
00:23:04: Das ist das Ausschütten der körpereigenen Endorphine, des Dopamins, eines Belohnungshormons, wenn man so möchte.
00:23:10: Und danach streben wir.
00:23:11: Und das ist natürlich bei Extremsportnern genauso.
00:23:14: Ja, natürlich spielt ja auch Geld mit eine Rolle, aber das alles geht ebenso in einen Konklomerat zusammen.
00:23:22: Und von daher kann man schon von einer gewissen Zucht sprechen.
00:23:25: Allerdings solche Extrem-Sportler, die die Sucht so stark werden lassen, dass sämtliche Risikokalkulationen über Bord geworfen werden.
00:23:35: Die überleben das nicht lange.
00:23:37: Es ist ja festzustellen, dass gerade diese Ausnahme-Athleten häufiger solche Aktionen machen und offensichtlich überleben sie sie, weil sie eben auch das Risiko noch kalkulieren.
00:23:48: Also bei aller Sucht nach der Sensation, bei aller Sucht nach dem Selbstbelohnen durch das Belohnungshormon-Dopa... und das ausschütten körpereigender Endorphine, bleibt dann offensichtlich noch so viel Ratio übrig, das Risiko eben doch gut einzuschätzen.
00:24:06: Und das war hier auch sicher der Fall.
00:24:09: Wir gucken uns jetzt nochmal genauer an, was für ein Weg vor ihm liegt.
00:24:13: Also was hat er jetzt für Herausforderungen vor sich?
00:24:16: Es sind ja im Grunde mehrere Etappen.
00:24:18: Ich zeig dir das mal auf Bildern.
00:24:20: Den unteren Teil, den hast du ja schon gesehen, das ist ja so eine klassische Fensterfront, also Etage für Etage, über die seine Frau gesagt hat, das sei quasi zum Aufwärmen.
00:24:29: Und danach kommen dann diese sogenannten Bambus-Boxen und zwischen denen sind die sogenannten Drachen.
00:24:37: Das sind so Verzierungen, über die er aber hinweg klettern muss.
00:24:40: Und hier siehst du auch ein Bild von den Boxen und den Drachen.
00:24:43: Also die Boxen sind wahrscheinlich so diese Eigenzinnen, ja.
00:24:48: Kästchen da übereinander gestapelt.
00:24:52: Und ich glaube, auf die würde er dann vermutlich auch runterfallen.
00:24:54: Also nicht nach ganz unten, sondern immer auf die jeweils untere Box, könnte ich mir vorstellen.
00:25:00: Und die sind so, wie sagt man, ein bisschen fächerartig, so aufgereiht oder hochgestapelt.
00:25:05: Ja, es ist wirklich wie so Körper, ne?
00:25:07: Es hätte man so Körper aufeinander gestellt.
00:25:09: Wie in der Ikea-Abteilung.
00:25:11: Ja, stimmt.
00:25:14: Und rechts der Drache ist das so quasi... an der Ecke, an der sich da hochzieht?
00:25:19: Oder wie muss ich mir das vorstellen?
00:25:20: Genau.
00:25:22: Du siehst ja auf dem linken Bild, siehst du jetzt so die Körbe übereinander und es ist ja wie, es wären die so vier eckig mit so Kanten und er klettert ja genau an dieser Kante hoch und immer da, wo quasi der eine Korb zum nächsten übergeht, da ist halt so dieses Symbol, dieses Drachen in Anfangs.
00:25:38: Ja, da muss er also ein bisschen weg von der Fensterfront und diesen Drachen überwinden und das ist, glaube ich, auch noch mal richtig schwierig, weil Da weniger Halt hat, kann ich mir vorstellen.
00:25:49: Ja, und vor allen Dingen ist es ja dann auch, es ist ja so eine Rundeform, also es ist dann irgendwie nicht das, was er die ganze Zeit immer am Stück nacheinander immer wieder gemacht hat, sondern da ist es dann ein bisschen anders.
00:25:59: Ja, muss er über diese Rundeform hinten rüber oder muss er dann sich zwischen diesen Ecken durchschlängeln?
00:26:05: Tja, gute Frage, das werden wir dann gleich mal sehen, ne?
00:26:10: Ja, und wenn er dann diese Bambus-Boxen mit den Drachen geschafft hat, dann wartet eben oben der Turm auf, Alex.
00:26:17: Und den siehst du hier auch noch
00:26:18: mal.
00:26:18: Okay, als obendrauf ist noch mal eine Spitze, also noch mal ein eigenes Hochhaus, würde ich sagen.
00:26:24: Sieht wirklich so aus, nur es hätte mein Hochhaus auf dem Hochhaus gebaut.
00:26:27: Und auf dem Hochhaus ist noch mal eine Spitze, aber da muss er nicht rauf, oder wie?
00:26:30: Doch, doch, er muss bis nach ganz oben.
00:26:32: Und das sieht man jetzt auf den Fotos nicht so genau, aber auf dieser Spitze oben ist nämlich so eine Kugel.
00:26:37: Und da will er drauf.
00:26:39: Oh Gott, ich sehe noch nicht mal die Kugel.
00:26:40: Das heißt, diese Spitze auf diesem Hochhaus auf dem Hochhaus muss ja auch noch mal riesig sein.
00:26:47: Und ich habe es ja vorhin schon gesagt, ich hätte auch so panik, dass mich dann Wind weg weht.
00:26:51: Und es sieht so
00:26:53: ja gefährlich aus.
00:26:54: Also da ist ja auch rings herum gar nichts.
00:26:56: Ist ja auch klar, wenn das das höchste Gebäude ist.
00:26:59: Also ich kann mir das nicht vorstellen.
00:27:01: Und dann bist du halt oben, dann musst du ja wahrscheinlich auch wieder runter.
00:27:03: Also das ist ja dann meine nächste Frage, was es danach passiert.
00:27:06: Aber wir erzählen erst mal.
00:27:09: Auf dem Bild links.
00:27:11: Da siehst du ja zumindest mal, dass es eben durchaus diese Zwischengeschosse, diese Etagen und Plattformen gibt im Falle eines Sturzes.
00:27:17: Aber du hast ja gerade schon gesagt, das ist quasi ein Hochhaus auf einem Hochhaus.
00:27:21: Also sprich, diese untere Plattform, die ist natürlich so weit weg von der Spitze, dass das am Ende irgendwie auch nicht wirklich hilft.
00:27:29: Also wenn er davon ganz oben runterfällt, ist das trotzdem ein ewig langer Weg.
00:27:33: Also es ist schon irre, was er da macht.
00:27:35: Und ich hab dir ja auch ein Video mitgebracht und da siehst du dann ja auch, wie er die ersten Meter nach oben klettert.
00:27:41: Kannst ja mal sagen, wie es dir geht.
00:27:43: Ich mein, du hast ja schon angedeutet, dass du auch an die Live-Übertragung reingeschaltet hast.
00:27:49: Also, du hattest keinen Spaß, ne?
00:27:52: Ich find's einfach so krass, das zu sehen.
00:27:54: Und das hat ja wirklich nicht nur die Zuschauer vor Ort, sondern ja wirklich die ganze Weltgefühl zugeguckt.
00:27:58: Ich hab dann gesehen, dass Kim Kardashian sich das auch angesehen hat.
00:28:01: Also ich find's unfassbar, sowas zu machen.
00:28:04: dieses Risiko einzugehen, dann klettern ohne Seil oder ohne Sicherung, es ist so abgefahren.
00:28:10: Darum macht man das?
00:28:11: Ja, das habe ich mich auch gefragt.
00:28:13: und wen hätte man besser fragen können als Christian Lütke?
00:28:16: eigentlich niemanden.
00:28:17: Deshalb haben wir ihn gefragt.
00:28:18: Ich habe gesagt, was steckt da bitte psychologisch dahinter?
00:28:22: Psychologisch sehen wir bei solchen extremen, häufig drei Dinge.
00:28:26: Erstens eine sehr hohe Kompetenz und Selbstwegsamkeit.
00:28:30: Über Jahre so präzise trainiert, dass sich das gefährliche Subjektiv machbar anfühlt.
00:28:35: Zweitens eine besondere Emotionsregulation.
00:28:37: Nicht keine Angst, sondern die Fähigkeit, Angst in Konzentration zu übersetzen.
00:28:42: Und drittens Identität.
00:28:44: Das ist nicht nur ein Hobby, das ist ein Lebensentwurf.
00:28:47: dieses in den Abgrund schauen, beschreibt oft weniger Todessehensucht als eine Mischung aus Staunen, Respekt und maximaler Präsenz.
00:28:55: Es gibt kein Grübeln, kein Multitasking, nur den nächsten Griff.
00:28:58: Ja und wenn du schon sagst, dir wird schlecht, also mir wurde auch schlecht vom Zuschauen und ehrlich gesagt auch schon als erst ein paar Minuten vorbei sind und ich habe dir ja hier nochmal ein Foto mitgebracht, du kannst ja nochmal so ein bisschen beschreiben.
00:29:13: Ich mein man sieht das, dass er da einfach so, also er hängt an diesen Fenstern und greift einfach nur diese Streben an der Seite.
00:29:20: Und ich finde das so absurd, dass man sein eigenes Körpergewicht da auch halten kann, weil er muss.
00:29:25: ja auf dem Bild sieht man, dass da klemmt er ja so ein bisschen, weil das ein größeres Fenster ist, einfach so mit dem einen Bein da so dran.
00:29:30: Und man denkt sich so, wie kann man sich da festhalten?
00:29:34: Also die Fingernägel möchte ich danach nicht sehen.
00:29:38: Und er muss ja auch riesige Schritte machen.
00:29:40: Also die Fenster sind jetzt nicht klein und wahrscheinlich muss er ja immer so von einem kleinen Mini Fensterbrett zum nächsten hochklettern.
00:29:48: Und das ist aber ja ungefähr so groß, also dieses eine Fenster ist glaube ich fast höher als er, also er kann jetzt auch nicht mal so eben easy.
00:29:55: Das heißt dieser Tritt des Fensterrahmens, da kommt er ja nicht einfach so drauf, sondern er muss eigentlich einmal so zwischentreten, aber da ist ja nichts zum treten und das finde ich halt so absurd.
00:30:05: Er muss sich mit seinen Gummis schon wahrscheinlich so ein bisschen festklemmen oder so, ich weiß es gar nicht.
00:30:08: Ja.
00:30:09: Aber auf jeden Fall ist es ein hartes Training für die Oberschenkelmuskeln.
00:30:14: Ja, und mir ging es wirklich ganz genauso wie dir.
00:30:17: Ich war richtig gestresst vom Zuschauen.
00:30:20: Also ich habe das auch.
00:30:20: Ich habe ja so einen Aura-Ring, der so den Stress misst und die Herzfrequenz und so.
00:30:26: Und ich habe das richtig gestresst.
00:30:28: Also ich musste auch zwischendurch, habe ich dann mal ausgeschaltet und habe erst mal was anderes gemacht, weil ich so richtig gemerkt habe, wie mich das so richtig angespannt hat.
00:30:36: Also Horror.
00:30:37: Und ich meine, falls es der eine oder andere von euch bei Netflix gesehen hat, vielleicht ging es euch ja ähnlich.
00:30:42: Oder geht es euch vielleicht noch, wenn ihr euch Skyscraper Life nochmal anschaut.
00:30:46: Man kann das ja noch anschauen bei Netflix.
00:30:48: Und dass wir dabei aber Stress empfinden, das ist völlig normal, sagt Christian.
00:30:53: Beim Zuschauen laufen im Körper ganz klassische Stressreaktion, Puls hoch, Anspannung, flache Atmung.
00:30:59: Das ist eine Mischelung aus Mitfühlen und mentaler Simulation.
00:31:03: Das Genetestet ständig, ob die Situation sich ausgeht.
00:31:06: Dazu kommt Höhenangst oder Kontrollverlust.
00:31:08: Themen können getriggert werden.
00:31:10: Ein hilfreicher Trick ist, bewusst zu atmen, Schultern zu lösen und sich zu erinnern.
00:31:15: Ich bin sicher, mein Körper reagiert nur, als wäre ich dort.
00:31:19: Wenn der Stress zu stark wird, Pause wegschalten, das ist keine Schwäche, sondern Selbstschutz.
00:31:24: Ja, also ich konnte dann irgendwie trotzdem nicht wegschauen, muss ich sagen.
00:31:26: Also den Stress habe ich halt gespürt.
00:31:29: und Alex, der klettert und klettert einfach weiter.
00:31:33: Ja und innen im Gebäude, das sieht man auch auf dem Foto, was ich dir da mitgebracht hatte, da stehen jetzt Menschen, Im Haus und fotografieren von innen, er zieht sich nach oben und man hört auch immer die Menge Aufstöhnen von unten, also diese ganzen Zuschauer.
00:31:48: Er zieht den rechten Fuß nach, dann greift damit der Hand in die Höhe und daneben hängt dann auch noch ein Kameramann an einem Seil und filmt das Ganze quasi auf Augenhöhe.
00:31:57: Das ist immerhin ein Kumpel von ihm, also er ist zumindest von Bekannten umgeben.
00:32:03: Und dann hat er zumindest die erste Etappe geschafft.
00:32:05: Also er hat einen Ort erreicht, an dem er dann einfach mal stehen und auch kurz ausruhen kann.
00:32:12: Das ist so ein bisschen der Vorteil an diesem Gebäude.
00:32:14: Es gibt zumindest so Orte zum Stehen oder Sitzen, so kleine Pausen zum Ausruhen.
00:32:19: Und da steht er jetzt, dreht sich um, schaut nach unten, er lacht, er strahlt und er winkt.
00:32:26: Jetzt könnte man sagen, er ruht sich ein bisschen länger aus, aber so ist es nicht.
00:32:29: Es geht schnell weiter, wieder eine vermeintlich leichte Etappe und er klettert die Fensterblöcke nach oben wirklich wie so ein Insekt.
00:32:39: Mittlerweile sind sechs Minuten fünfzig vergangen.
00:32:42: Innen stehen wieder die Menschen an den Fenstern und machen Fotos, machen Selfies, sie winken.
00:32:47: Und man fragt sich so ein bisschen, ob ihnen das ablenkt.
00:32:50: Aber vermutlich wird er das im Kopf irgendwie alles durchgespielt haben und sich dann nicht beeinflussen lassen.
00:32:55: Also ich finde halt besonders diese Abschnitte schlimm, wo er eben diese größeren Fenster bezwingen muss, weil er da eben nicht auf die Kante auftreten kann, habe ich ja eben schon gesagt, sondern so eine doppelte Strecke überklettern muss.
00:33:06: Und zwischendurch sieht man dann auch mal so eine totale Aufnahme vom Gebäude und drum herum.
00:33:12: Und ehrlich gesagt wird mir da erst klar, dass dieser Teil noch der leichteste ist.
00:33:17: Denn der Abschnitt dieses Gebäudes, der ist ja nicht gerade nach oben, sondern das Gebäude wird quasi nach oben hin schmaler, sodass er also die Möglichkeit hat, sich leicht nach vorne zu beugen.
00:33:27: Das macht den Halt natürlich ein bisschen leichter.
00:33:30: Und bei der zweiten Etappe ist es aber anders herum.
00:33:33: Also das Gebäude wird nach oben hin.
00:33:35: breiter.
00:33:36: Also diese sogenannten Bambuskisten haben halt diesen Überhang.
00:33:40: Und ehrlich gesagt, da habe ich wirklich keine Ahnung, wie das funktionieren soll.
00:33:43: Also weißt du, schwerkrafttechnisch, wenn du dann auch noch schief hängst, also da habe ich jetzt schon schwitzige Hände und könnte ehrlich gesagt Alex Kreidepulver auch ganz gut gebrauchen.
00:33:56: Aber es ist auch wirklich so ein bisschen wie so ein Unfall.
00:33:59: Man kann einfach nicht wegschauen.
00:34:02: Und warum das so ist und wir Menschen solche waghäisigen Aktionen auch wirklich gerne verfolgen und ob der mögliche Tod quasi ein guter Cliffhanger ist, das hat Christian auch nochmal beantwortet.
00:34:15: Psychologisch ist das eine Mischung aus Erregung und Bewunderung.
00:34:19: Wir spüren im Körper Stress, aber gleichzeitig Staunern überkönnen.
00:34:23: Life ist dabei ein Verstärker, weil das Gehirn ungewissheit schlecht erträgt.
00:34:28: Wir wollen Auflösung.
00:34:29: Der Tod ist dabei nicht guter Cliffhanger, aber er ist die dunkle Möglichkeit, die die Spannung erzeugt.
00:34:36: Viele würden das so nicht formulieren, aber die Erregungskurve lebt, von es könnte schief gehen und hoffentlich geht es nicht schief.
00:34:43: Wichtig ist, die meisten Zuschauer sind nicht wo juristisch, sie sind ambivalent.
00:34:47: Zwischen bitte hör sofort auf und unglaublich, was ein Mensch kann.
00:34:53: Oh ja, es ist wirklich unglaublich, was er da macht.
00:34:56: Und unten wird währenddessen eine Freundin von Alex interviewt, bei elf Minuten Kletterzeit und sie sagt, oh, ich denke, das ist ihm gefällt.
00:35:06: Alex klettert weiter und die Freundin, die sagt über Alex, dass er empathischer ist, seit er seine Frau kennengelernt und Kinder bekommen hat, Also er sei nicht mehr nur auf sich fokussiert.
00:35:18: Die Familie habe sich quasi positiv auf ihn ausgewirkt und das sagt Alex selber dazu.
00:35:26: Ich
00:35:33: übersetz mal, also er sagt, mir wird oft die Frage gestellt, ob sich etwas verändert hat, seit ich Kinder habe.
00:35:40: Die Antwort ist, ich wollte nicht in den Bergen sterben, bevor ich Kinder hatte.
00:35:44: Und ich will auch jetzt nicht sterben, seit ich Kinder habe.
00:35:48: Na ja, das sagt sich jetzt so leicht, ne?
00:35:49: Es ist natürlich seine Herausforderung, sein Sport, aber wenn er stirbt, dann ist er halt tot, ne?
00:35:55: Und das merkt er dann selbst gar nicht mehr.
00:35:58: Und seine Familie, wer dann?
00:35:59: diejenige, die extrem drunter leiden würde, finde ich auch ein bisschen egoistisch, muss ich sagen.
00:36:05: Und ich frage mich eh, also wie Angehörige es mit Partnern aushalten, die einen Job machen, bei dem sie sterben könnten?
00:36:12: Es gilt ja auch für Kriegsreporter, Soldaten und so weiter.
00:36:14: Wobei es jetzt bei Alex noch ein bisschen extremer ist, weil, ich meine, das ist ja schon eher so ein Spektakel und so ein Hobby.
00:36:21: Ist ja jetzt nicht für einen höheren Sinn, sondern wirklich zur Unterhaltung.
00:36:25: Also das dann gut zu heißen, nur weil das gerne mag.
00:36:28: Also da muss man ihn schon sehr lieben, wenn man dieses Risiko dann für sich und seine Kinder eingeht und das unterstützt.
00:36:35: Ja, total.
00:36:35: Also, das ist echt so ein Ding.
00:36:37: Ich frag mich das auch immer.
00:36:38: Ich mein, bei so Kriegsreportern, ne, ich hab mal Frederik Pleitgen interviewt.
00:36:42: Der ist ja bei CNN Kriegsreporter und geht auch wirklich dahin, wo es wehtut.
00:36:47: Und der hat dann auch erzählt, dass es schon einmal echt knapp wurde, weil er quasi knapp bei so einem Raketeneinschlag verfehlt wurde.
00:36:55: In der Ukraine war das, glaube ich.
00:36:57: Und er sagt halt, man darf das in dem Moment gar nicht im Kopf haben, sonst wird man halt unsicher.
00:37:02: Aber klar, für die Familie ist es hart.
00:37:04: Und Frederik sagt, ich wäre unglücklich, wenn ich das nicht machen würde.
00:37:09: Boah, das nehme ich an, ist bei Alex halt ähnlich.
00:37:12: Aber wie du sagst, das ist natürlich für die Angehörigen schon heftig.
00:37:16: Und das sagt auch Christian Lütke.
00:37:18: Familien von Menschen in Hochrisiko berufen oder Hobbys kennen das.
00:37:22: Man lebt mit einer Möglichkeit, die man nicht wegdenken kann.
00:37:25: Viele entwickeln Strategien, klare Absprachen, was ist akzeptabel, was nicht, Transparenz über Vorbereitung und Abbruchkriterien, Rituale der Rückversicherung und ein eigenes Leben, das nicht nur warten ist.
00:37:37: Wichtig ist auch, Gefühlen nicht zu wegtherapieren.
00:37:41: Angst ist logisch.
00:37:42: Der Punkt ist, dass Angst nicht die Beziehung reagiert.
00:37:46: Manche Paare profitieren von Coaching Therapie, um zwischen Unterstützung und Grenze zu unterscheiden.
00:37:51: Ich respektiere deinen Weg, aber ich brauche auch Schutz für mich und vor allem für unsere Kinder.
00:37:57: Ja, das ist auf jeden Fall wichtig und da braucht man eben auch eine Menge Vertrauen und das sagt auch Alex, Frau Sunny.
00:38:04: Alex, going out soloing, is Alex demonstrating that we all have some innate desires within us?
00:38:34: Sie sagt, wenn er Free Solo klettert, dann demonstriert er doch nur, dass einfach jeder so tiefsitzende Bedürfnisse hat, Und schaut, was möglich ist, wenn man diesem Wunsch folgt.
00:38:44: Das ist ja nicht nur wichtig, dass meine Kinder das sehen.
00:38:47: Es ist doch für jeden auf der Welt wichtig, das zu sehen.
00:38:50: Und wie in allen Beziehungen braucht es Vertrauen?
00:38:53: Ich vertraue ihm und seinem Entscheidungsprozess.
00:38:56: Passieren Unfälle?
00:38:58: Ja, aber das gilt ja bei allem im Leben.
00:39:01: Am Ende des Tages muss ich ihm einfach vertrauen.
00:39:07: Ich hoffe wirklich, dass ihr das nicht bereut.
00:39:09: Klar, bei jedem von uns kann jeden Tag was passieren.
00:39:12: Aber das Risiko, dass Alex da eingeht, ist ja natürlich viel, viel größer.
00:39:17: Ja, das denke ich auch.
00:39:18: Und das eben wirklich die Frage, wie du es eben schon gesagt hast.
00:39:22: Also, wie egoistisch ist das?
00:39:24: solchen Hobbys oder Berufen nachzugehen.
00:39:27: Ich meine klar, auch Alex verdient mittlerweile sein Geld damit, aber wie du sagst, es ist ja nicht so, dass er jetzt fürs Land in den Krieg zieht oder als Journalist irgendwo arbeitet, wo es halt auch wichtig ist, dass jemand berichtet, sondern er hat das so in seinem Körper, es ist so sein Bedürfnis, sich zu spüren oder so und das ja schon nochmal ein Unterschied.
00:39:46: Aber klar, wegoistisch ist das, das habe ich Christian auch nochmal gefragt.
00:39:50: Man kann sagen, der Wunsch nach Selbstverwirklichung ist menschlich.
00:39:53: Problematisch wird es, wenn andere unfreiwillig mitbezahlen, emotional oder real.
00:39:59: Deshalb ist die zentrale Frage weniger egoistisch oder nicht, sondern wie verantwortungsvoll ist der Umgang mit Risiko?
00:40:05: Gibt es ehrliche Einwilligung in der Familie?
00:40:08: Gibt es Grenzen?
00:40:09: Gibt es Alternativen?
00:40:10: Gibt es eine Kultur, in der Abbruch möglich ist?
00:40:13: Wenn jemand das tut, weil er sich nur noch über Risiko spürt, wäre das psychologisch eher ein Wahnsignal, wenn es dagegen... auf jahrelanger Meisterschaft, klaren Regeln zur Antwortung beruht, ist es eher eine extreme Form von Beruf, Leidenschaft und nicht einfach nur Egoismus.
00:40:28: Also ein extremer Beruf ist es auf jeden Fall.
00:40:30: Alex klettert jetzt weiter, aber bald kommt wieder ein Hindernis, nämlich die angesprochenen Drachen an den Ecken.
00:40:38: Es gibt zehn Drachen und die bedeuten zehn Probleme für Alex.
00:40:44: Jetzt ist er kurz davor und es sieht wirklich so ein bisschen verrückt aus.
00:40:47: Ein Helikopter kreist derweil um das Gebäude.
00:40:51: Alex ist jetzt direkt unter dem Drachen.
00:40:54: Ja und wenn er den Ersten überwunden hat, dann wird es ja nicht leichter, denn das ist anstrengend.
00:41:00: Er schaut sich den Drachen von unten an.
00:41:03: Die Frage ist, die du ja auch schon gestellt hast, klettert er über den Drachen oder daran vorbei.
00:41:09: Er klettert jetzt an die Seite, stellt einen Fuß auf die Kante, greift nochmal in den Beutel mit dem Pulver.
00:41:15: Jetzt geht er auf dem Drachen nach links weiter und ehrlich gesagt, ich verstehe es nicht, weil ich finde, jetzt so als Laie sieht es viel leichter aus, einfach an diesen Lamellen oder was das ist, an der Seite vorbei zu klettern.
00:41:29: Aber er steht jetzt in dieser Schlaufe und die Menge die stöhnt auf.
00:41:35: Er greift nach oben, hält sich fest und dann mit einem Ruck in einer schnellen Bewegung zieht er sich nach oben, und ich mag mir nicht vorstellen, was da hätte passieren können, wenn er abgerutscht wäre.
00:41:47: Aber er hat dann fast das Ende des Drachens erreicht, er zieht sich noch einmal hoch und dann ist er oben.
00:41:55: Dort ist Platz, er kann sich dann entspannen, denn da kann er stehen.
00:42:00: Er steht da oben, er dreht sich um, schaut nach unten und winkt.
00:42:04: Und die Menschen unten, die jubeln natürlich, halten die Schilder in die Höhe, sie winken.
00:42:09: Ja, und man merkt, dass Alex den Moment genießt.
00:42:13: Tja, das war aber der erste Drachen.
00:42:15: Es folgen ja noch unglaubliche Neuen und diese Drachen sind eben so hart zu bezwingen, weil sie eine andere Struktur haben als die Front vorher.
00:42:23: Es gibt also nicht mehr diese ein bisschen monotone Bewegung.
00:42:27: Er muss sich wirklich auf die Kraft seines Oberkörpers verlassen und Kraft braucht er wirklich.
00:42:33: Ich habe mal den allgemeinen Mediziner Dr.
00:42:35: Christoph Specht gefragt, wie viel Kraft man für so eine krasse Kletteraktion benötigt.
00:42:41: Selbstverständlich ist so eine Aktion nur mit einer entsprechenden, langen Vorbereitung möglich.
00:42:48: Und zwar körperlich und auch mental.
00:42:51: Was die Anstrengung an sich angeht, da schätze ich die Sache so ein, dass Alex Honnold in seinem Leben ganz sicher schon Dinge getan hat, die deutlich, wenn wir das mal mal so leihenhaft sagen wollen, anstrengender waren.
00:43:03: Wenn ich daran denke, in den Jahr zwei Tausend Siebzehn bei seiner Solo-Begehung, dieser Free Rider Rout im Josemite National Park, da hat er ja eine Strecke vor sich gehabt von achthundert, achtzig, glaube ich, Metern bei Naturgestein und dafür hat er dann auch fast vier Stunden gebraucht.
00:43:23: Es ist doch schon eine andere Zeit, das geht schneller und er hat natürlich ja auch Möglichkeiten zwischendurch immer wieder sich, naja, ich will nicht sagen auszuruhen, aber auf den Vorsprüngen neu zu orientieren.
00:43:38: Das hilft natürlich aber ganz klar.
00:43:40: bleibt das eine außergewöhnliche Leistung, die nur mit der entsprechenden Vorbereitung zu absolvieren ist.
00:43:47: Und es ist ja auch nicht nur Kraft, sondern wahrscheinlich auch jede Menge Ausdauer.
00:43:52: Das sagt Christoph dazu.
00:43:54: Ja, ganz eindeutig braucht es die Kombination aus Kraft und Ausdauer.
00:43:58: Die Kraft spielt hier natürlich auch eine wichtige Rolle.
00:44:01: Die Griffkraft vor allen Dingen in den Fingern beim Klettern.
00:44:05: Natürlich muss jeder Griff sitzen und er muss sich auf das Abrufen dieser Kraft auch in jeder Sekunde verlassen können.
00:44:14: Das ist bei ihm natürlich dadurch gegeben, dass er in einem ganz sicher guten Trainingszustand ist und nicht gerade mal sozusagen als Amateur so eine Aktion angeht, sondern sich entsprechend darauf vorbereitet.
00:44:29: Ich denke aber, noch wichtiger ist sogar die mentale Vorbereitung, dass man einen solchen Einsatz auch wirklich gut übersteht.
00:44:38: Denn es kommen ja da noch Faktoren hinzu, die normalerweise bei rein sportlichen Aktionen vielleicht auch ohne Publikum nicht dabei sind.
00:44:49: Hier ist es ja die Sensationslust der Leute, von der eher natürlich als Akteur genau weiß, dass da viele Leute zugucken und um was es geht.
00:45:03: Diese psychische Belastung spielt sicher eine große Rolle und muss durch mentale Vorbereitung entsprechend abgefangen werden.
00:45:12: Er wird sich wahrscheinlich wie in einem Tunnel befinden während der Leistung, sodass er sich komplett auf seinen Klettern konzentrieren kann.
00:45:20: Jede Ablenkung könnte natürlich in so einer Höhe ganz schnell tödlich sein.
00:45:26: Alex hat jetzt jedenfalls einen Drachen bezwungen und weiß nun, wie es geht.
00:45:30: Aber dieser Moment, wo er sich da so mit diesem Schwung nach oben ziehen muss, der wird natürlich schwieriger mit nachlassender Kraft.
00:45:37: Und auch wenn man gut vorbereitet ist, müde, wird man trotzdem irgendwann.
00:45:42: Hat er das gar nicht geübt vorher?
00:45:43: Also ist er da jetzt das erste Mal hochgeklettert und auch über diese Drachen drüber und hat sich dann kurz vorher erst überlegt, wie er den erklimmen kann?
00:45:52: Oder ist er das alles schon einmal durchgeklettert, so probemäßig?
00:45:55: Nee.
00:45:55: Das hat er nicht gemacht.
00:45:56: Da hatte er nämlich auch gar keine Genehmigung.
00:45:58: Er hat dann eine Genehmigung bekommen, das zu machen, aber eben nur einmal.
00:46:03: Das heißt, das wird er auch später noch erklären, wenn wir ein bisschen auf das Training eingehen, dass er sich das nur vorstellen konnte.
00:46:08: Also er konnte sich das Gebäude natürlich angucken und all diese Voraussetzungen checken.
00:46:14: Aber er ist jetzt nicht mal ein Stück weit Probe hoch und runter geklettert.
00:46:18: Schon krass.
00:46:19: Ja, und jetzt kommt eben dieser weitere kritische Punkt, weil ab jetzt eben das Gebäude wieder breiter und damit steiler wird für Alex.
00:46:27: Er klettert jetzt bereits seit siebzehn Minuten, jetzt ist er schon auf über zweihundert Metern Höhe.
00:46:33: Also keine Chance eigentlich zu überleben, wenn er abstürzt.
00:46:37: Ja, bei der Netflix-Übertragung, der erklärt derweil ein Experte unten den Unterschied zwischen Felsen und Gebäude und sagt eben, die Reibung ist eine andere und ohne Reibung rutscht man ja ab.
00:46:49: Also Felsen sind ja uneben, aber Stahl und Glas sind es natürlich nicht.
00:46:53: Er kann da nicht einfach reingreifen, sondern muss eher umfassen.
00:46:58: Und dazu braucht es eben auch mehr Kraft.
00:47:00: Man kann sich nicht so gut festhalten wie an einem Felsen.
00:47:03: Und mit jedem Zug wird der Aufstieg schwerer.
00:47:06: Ich finde, es ist wirklich faszinierend zu sehen, mit welcher Routine Alex da immer weiter nach oben klettert.
00:47:12: Also erstmal scheint es ihm recht leicht zu fallen.
00:47:15: Und die Welt, die schaut zu, wie er da ohne Sicherheitsgurt über fünfhundert Meter nach oben krakselt.
00:47:21: Mittlerweile ist Alex beim dritten Drachen angekommen und ich frag mich echt, wie viel Kraft muss man in den Händen haben, in den Fingern, um so fest zuzugreifen, dass du quasi dein ganzes Körpergewicht halten kannst.
00:47:35: Und man sieht auch seine Muskeln an den Armen.
00:47:37: und ich finde jedes Mal wieder ist dieser Moment so crazy, wenn er sich da mit diesem krassen Ruck nach oben zieht.
00:47:44: Und Alex sagt darüber, es sind zwei einfache und eine schwierige Bewegung, als wäre das nichts.
00:47:49: Er noch liegen sieben Drachen vor ihm, einhundert Eins Stockwerke und danach folgt dann eben noch der Turm mit den Ringen.
00:47:58: Es ist verrückt, aber er wollte das unbedingt, wie er sagt.
00:48:02: Ich wollte immer die cooleste Sache, die ich gefunden habe, klicken.
00:48:13: Ich sah die Skyscrapers und dachte, was ich auf sie klicken würde.
00:48:18: Ich fühlte mich sehr glücklich, um die Möglichkeit zu klicken, einer der inspirierenden Bullen in der Welt
00:48:22: zu haben.
00:48:23: Ich habe noch nie einen Wolkenkratzer Free Solo bestiegen.
00:48:26: Das ist ein lebenslanger Traum von mir.
00:48:28: Als ich den Type-E-One-O-One gesehen habe, da dachte ich, was für ein Gebäude.
00:48:33: Ich wollte immer die coolsten Sachen besteigen.
00:48:36: Ich habe Wolkenkratzer immer angeschaut und mich gefragt, wie es wäre, da hochzuklettern.
00:48:41: Deshalb bin ich sehr dankbar, für die Gelegenheit eines der inspirierenden Gebäude der Welt zu klettern.
00:48:49: Ja, natürlich.
00:48:49: Also ich kann mir schon vorstellen, dass es Ihnen inspiriert.
00:48:52: Aber es ist natürlich auch ja total unsicher und ein großes Risiko, weil wie du sagst, der Untergrund ist ganz anders.
00:49:00: Also man muss anders zugreifen und man kann ja auch eben schlecht dafür trainieren.
00:49:05: Also da bleibt ja wirklich so eine Unsicherheit bis zum Ende.
00:49:08: Ja, total.
00:49:09: Es ist eben genau das Problem, was du ja eben schon angesprochen hast.
00:49:12: Er kann nicht unter Realbedingungen trainieren und Netflix zeigt auch während der Übertragung so Bilder von seinem Training und da sieht man was.
00:49:20: der für ein Muskelpaket ist.
00:49:22: Also ich habe dir ja auch ein Video mitgebracht, da siehst du das ja, er macht diese Klimmzüge und hält sich aber nicht wie man das kennt an einer Stange fest, sondern an den Streben so an der Seite.
00:49:35: Und ich meine, überleg dir mal, wie fest du zugreifen musst, dass du dein eigenes Körpergewicht im Klimmzug nach oben ziehst.
00:49:43: Und das sind eben genau diese Griffe, die er für dieses Gebäude braucht.
00:49:46: Oder dann gibt's so eine zweite Szene, da hängt er nur so die Fingerspitzen ein und macht dann einfach wieder Klimmzüge.
00:49:53: Also das ganze Gewicht mit den Fingern zu halten.
00:49:57: Ich find das so abgefahren, weil ich meine, ich weiß nicht, wie viel Klimmzüge du schaffst.
00:50:00: Ich glaube, ich schaffe mal gerade so einen, wenn überhaupt.
00:50:03: Ja, wenn überhaupt, ja.
00:50:04: Aber nur, wenn die Arme schon so bis zur Hälfte gebeugt sind.
00:50:07: Ja, genau.
00:50:08: Und ich meine, da hängt man ja mit der gesamten Hand an der Stange.
00:50:11: Man kann die ja richtig umfassen und kann quasi dadurch auch so sein ganzes Körpergewicht halten, ne?
00:50:17: Und wenn du dir jetzt überlegst, du würdest dich einfach nur rechts und links so festhalten mit den Fingern.
00:50:22: Also, ich finde das komplett gaga.
00:50:24: Ja,
00:50:25: krass.
00:50:26: Ja, und Alex hat sich in Skyscraper Life auch nochmal zu seinem Training geäußert.
00:50:31: Das informiert meinen physischen Tränen.
00:50:33: Einige von meinen Trainingen bei Temporona One ist anders als Rockclimbing.
00:50:38: Es ist mehr um die Gefühle in meinem Körper zu simulieren, die so tief für die Tee sind.
00:50:44: Ich habe die Möglichkeit, eine Klammung von zuhören zu machen.
00:50:48: Auf Temporona One, du gehst in den gleichen Händen, fast die ganze Zeit nach oben, in diesen großen, metalen Boxen und Händen.
00:50:57: Es ist so, wie wenn du die Hände fährst, aber nach den hunderten Händen, dann fühlst du dich ziemlich schwer.
00:51:07: Ich mache heute viele Hände Händen, um meine Strecke zu bieten.
00:51:14: Er sagt, es ist die mentale Vorbereitung, die das körperliche Training beeinflusst.
00:51:19: Also die Vorbereitung für den Type-E-One-O-One ist anders als für Felsenklettern.
00:51:24: Es geht mehr darum, das Gefühl im Körper zu simulieren.
00:51:27: Ich muss in der Lage sein, mal ebenso hundred-achtzig Meter richtig schnell nach oben zu kommen.
00:51:31: Du greifst schon immer ähnliche Stellen, also fast das ganze Gebäude lang, immer diese Metallteile.
00:51:38: Die Bewegung, die ist eigentlich gar nicht so schwer, aber nach einer Weile ist es sehr, sehr anstrengend.
00:51:43: Ich mache also hunderte Wiederholungen am Tag, um stärker zu werden.
00:51:47: Pullups, Pushups.
00:51:48: Corework, Stretching.
00:51:50: Aber die Vorbereitung ist das eine.
00:51:52: Du übst auf eine bestimmte Art und Weise.
00:51:55: Aber wenn du etwas noch nie gemacht hast, dann weißt du nie, ob du wirklich bereit bist.
00:52:00: Diese Angst ist immer da.
00:52:03: Bisschen beruhigend, dass er auch ein ganz bisschen Angst hat.
00:52:07: Und diese Angst, die muss man natürlich irgendwie bezwingen.
00:52:09: Sonst läuft man natürlich Gefahr, erst recht Fehler zu machen.
00:52:13: Und wie das geht, das weiß Christoph Spicht.
00:52:16: Ich kann mir ehrlicherweise nicht vorstellen, dass er das Gefühl der Angst verspürt.
00:52:22: Denn wenn er das täte, kann ich mir nicht vorstellen, dass er dann überhaupt antreten könnte.
00:52:27: Angst wäre da wirklich völlig fehl am Platz.
00:52:30: Es ist ja wie bei vielen Extremsportlern das... kalkulierte Eingehen eines Risikos.
00:52:35: Und das ist ja was anderes als etwas zu tun, was die Duffuse Angst ermöglicht.
00:52:41: Genau das darf nicht sein.
00:52:43: Er muss selbstverständlich die Risiken einschätzen können.
00:52:47: Er weiß, dass auch etwas schiefgehen kann.
00:52:49: Aber auf der anderen Seite hat er ja sozusagen positive Assets.
00:52:53: Das ist zum Beispiel sein Trainingszustand, sodass er sich dann sagen kann, ja es besteht dieses und jenes Risiko.
00:52:59: Aber dagegen kann ich das und das an meinen Assets, an meinen Fähigkeiten einsetzen.
00:53:05: Also Angst, glaube ich, hat er nicht.
00:53:08: Deswegen muss er sie in diesem Sinne auch nicht bezwingen.
00:53:11: Natürlich kann man sich zu jedem Tag einmal anders empfinden, anders fühlen, was dann auch nicht unbedingt dem eigenen Willen zugänglich ist.
00:53:21: Wenn allerdings so eine Sondersituation eintreten würde, dann, glaube ich, müsste ein solcher Extremsportler auch sagen, nee, das mache ich nicht, das funktioniert nicht.
00:53:31: Denn mit Angst kann man die Leistung nicht bringen.
00:53:35: Ja, Alex, der kämpft und klettert weiter und zwischendurch äußert sich auch nochmal seine Frau Sunny, denn die ist mittlerweile ins Gebäude gegangen und steht in einer Etage und Alex wird gleich an ihr vorbeikommen.
00:53:49: und in dem Moment lacht sie noch und sagt folgendes.
00:53:53: Mir geht es ganz gut.
00:53:54: Ich denke allerdings, es wird jetzt wärmer.
00:53:57: Er hätte Shorts anziehen sollen.
00:53:59: So was geht mir jetzt durch den Kopf.
00:54:01: Aber es ist in Ordnung.
00:54:02: Ich freue mich für ihn.
00:54:03: Aber er sollte vielleicht etwas langsamer machen.
00:54:07: Auch irgendwie süß.
00:54:08: Aber er ist ja wirklich schnell losgekrexelt, kann man sagen.
00:54:12: Also es geht schon recht flott.
00:54:13: Hoffentlich hat er sich eingekrimpt.
00:54:15: Ja, genau.
00:54:16: Wenn so noch.
00:54:16: Dann kriege ich dann noch einen Sonnenbrand.
00:54:20: Ja mittlerweile bezwingt Alex den vierten Drachen, vierunddreißig Minuten klettert er schon und man sieht so eine Kamereinstellung von oben und kann wirklich erahnen, wie tief es darunter geht.
00:54:30: Also unten fahren die Autos auf der Straße und der Blick von da oben, der ist wirklich crazy, also ich hätte wie gesagt sofort Höhenangst.
00:54:37: Alex hat nun die sechzigste Etage erreicht und an dieser Stelle wartet seine Frau auf ihn.
00:54:43: Sunny die winkt, er lächelt ihr.
00:54:45: Kurz zu lässt sich aber nicht ablenken und man merkt richtig, wie überwältigt sie ist.
00:54:51: Und Alex, der wirft ihr noch einen letzten Blick zu, dann klettert er weiter und ich frag mich schon, was ihr jetzt wohl so durch den Kopf geht.
00:54:58: Also was denkst du?
00:54:59: Stell dir mal vor, das wär dein Mann.
00:55:01: Ich würde wahrscheinlich beten und hoffen, dass er oben ankommt.
00:55:05: Ich weiß jetzt nicht, ob du ihn sehr lieben musst, um das mitzumachen oder ob du ihn weniger lieben musst, um das mitzumachen.
00:55:10: Also da bin ich mir jetzt gerade noch nicht so sicher.
00:55:13: Vielleicht denkt sie auch in ihre Kinder, vielleicht denkt sie einfach an gar nichts und hofft, dass die Zeit schnell vorbeigeht.
00:55:19: Also ich glaube, ehrlich gesagt, ich würde das nicht mitmachen.
00:55:23: Nee, echt nicht.
00:55:24: Es ist schon krass.
00:55:25: Ich meine, auf der anderen Seite, man denkt dann immer so, es wird schon nichts passieren und mir passiert das nicht und so.
00:55:31: Aber das haben auch viele andere schon gedacht und dann ist doch was passiert.
00:55:34: Ja, keine Ahnung, ich meine, vielleicht steht sie da auch und denkt sich, werde ich ihn je wiedersehen.
00:55:39: Also, bislang ist es nämlich so, dass sie nie zugeschaut hat, wenn er Free Solo geklettert ist, weil zu nervenaufreibend.
00:55:46: Also, sie sagt halt, sie ist einfach immer froh, wenn der Heile zurück nach Hause kommt.
00:55:51: Und man sieht ihr da die Anspannung schon an.
00:55:53: Also, sie gibt sich natürlich positiv, ist klar, sie sagt, dass sie ihn unterstützt und so, aber sie ist schon sichtlich nervös.
00:56:00: Also, es muss einfach super stressig sein, den eigenen Mann.
00:56:03: Dabei zu sehen, wie er sich in Lebensgefahr begibt und dann immer diese Angst, dass etwas schiefgehen könnte, also Horror.
00:56:11: Aber Alex ist jetzt im Fluss, er klettert immer wacker weiter.
00:56:14: Mittlerweile sind wir bei Minute fünfzig.
00:56:17: Und Alex hat auch immer noch die Musse, den Menschen im Gebäude zuzuwinken.
00:56:21: Noch drei Bambus-Kissen liegen vor ihm.
00:56:23: Er wird ja getrackt und mittlerweile steigt seine Herzfrequenz auch etwas.
00:56:27: Klar, das ist alles super anstrengend.
00:56:30: Und langsam wird es auch windiger.
00:56:32: Er ist jetzt bei Bambus-Kiste Nummer acht.
00:56:35: Nun macht er eine kurze Pause.
00:56:37: Er säubert seine Schuhe und seine Hände mit Spucke, denn das Gebäude ist halt schmutzig.
00:56:43: Tja, und gleich wartet ja auch noch der Turm auf ihn.
00:56:47: Ich frag mich, ob er da eigentlich ja keine Angst hat.
00:56:50: Ja, schon, ne?
00:56:51: Also ich mein, grundsätzlich sagt man ja irgendwie dieses Sprichwort Angst ist kein guter Ratgeber.
00:56:56: Aber ganz kann er sich tatsächlich auch nicht davon freimachen, also zumindest Respekt braucht es ja auch und so hat er sich in Skyscraper Life dazu geäußert.
00:57:15: Er
00:57:33: sagt, Angst gehört zum Klettern dazu.
00:57:35: Vor allem beim Free Solo, Klettern ohne Seil.
00:57:38: Wenn du fällst, dann stirbst du.
00:57:41: Das ist ganz offensichtlich beängstigend.
00:57:43: Free Solo ist eine der gefährlichsten Sportarten der Welt.
00:57:47: Ich hatte schon auch Momente der Angst, wenn ich Free Solo geklettert bin.
00:57:51: Aber ich bin besser darin geworden, mit der Angst umzugehen.
00:57:55: Der beste Weg, durch diese angsteinflößenden Momente zu kommen, ist es, rational über die Situation nachzudenken, tief einzuatmen, sich zu sammeln und zu versuchen, die richtige Entscheidung zu treffen.
00:58:15: Sehr beschissene Situation.
00:58:18: Und nach zehn Sekunden wäre ich tot.
00:58:20: Auf der anderen Seite denke ich mir, okay, wenn das so ein Riesen-Live-Event ist, von Netflix organisiert, die werden das ja alles bis zum Ende durchdacht haben und durchgerechnet haben und sich angeschaut
00:58:31: haben.
00:58:31: Vielleicht ist das Risiko dann bei so einem Event nicht ganz so groß wie bei einem Solo-Event, was du da irgendwie alleine veranstaltest und in den Bergen ohne Seilkletters.
00:58:41: Also das ist wahrscheinlich da noch ein bisschen gefährlicher.
00:58:44: Aber klar, ohne Risiko ist es natürlich nicht, auf keinen Fall.
00:58:47: Nee, und vor allen Dingen, du kannst ja auch nicht zurück, das finde ich halt so krass, ne?
00:58:51: Also ich meine, wenn du einmal Free Solo losgeklettert bist, dann musst du ja zu deinem Ziel kommen.
00:58:56: Weil runterklettern kannst du, glaube ich, nicht.
00:58:58: Also es geht, glaube ich, nur noch oben.
00:59:01: Aber du könntest vielleicht in irgendeine Etage reinmarschieren, ne?
00:59:03: Da geht das auch nicht.
00:59:05: Ja, in dem Fall jetzt.
00:59:06: Genau, ich meine jetzt aber auch beim Free Solo in den Bergen oder so, wenn du halt die eine Etappe vornimmst und dann stell dir mal vor, du hast einfach in der Mitte eine Panikattacke.
00:59:15: Ich meine, was machst du dann?
00:59:16: Du hast ja keine Wahl, ja?
00:59:20: Du musst dann wahrscheinlich einfach aushalten und eine Technik erlernen, mit der du diese Panikattacke vielleicht bewältigen könntest und dann... weiter machen.
00:59:29: Ja, rational
00:59:30: drüber nachdenken, Gaolin, ganz einfach.
00:59:32: Ja, wie er es schon gesagt hat, genau.
00:59:34: Aber wie man das macht, ich habe Christian natürlich danach gefragt und der sagt, wie man diesen Druckstand hält.
00:59:40: Das Entscheidende ist die Aufteilung des Unfassbaren in handhabbare Einheiten.
00:59:46: Wer Free Solo macht, trainiert nicht nur Muskeln, sondern Aufmerksamkeit.
00:59:50: Was ist jetzt?
00:59:51: Griff, Stand, Atmung, Tempo.
00:59:53: Psychologisch ist das eine Mischung aus Achtsamkeit, Routinen und sehr klaren, wenn dann Plänen.
00:59:58: Wenn Wetter unter Grundkörpergefühl nicht stimmen, breche ich ab.
01:00:01: Dazu kommt eine realistische Risikoakzeptanz.
01:00:04: Das klingt paradox, aber gerade das Akzeptieren der Konsequenz kann eben dann auch beruhigen.
01:00:10: Man diskutiert in der Licht nicht mehr, man handelt nach Plan.
01:00:14: Und diese Leute bereiten sich oft so lange vor, bis das Unbekannte minimiert ist.
01:00:19: Der Druck wird dadurch nicht klein, aber berechenbar.
01:00:22: Ja, und das ist auch in diesem Fall so.
01:00:25: Aber Alex hat eben den Wunsch, Dinge zu tun, die noch niemand gemacht hat.
01:00:29: Er will Geschichte schreiben und jetzt ist er ja auch mittendrin.
01:00:33: Aber bis zum nächsten Teil.
01:00:34: Da liegt noch ein Drachen vor ihm und es wird jetzt noch windiger.
01:00:39: Er ist jetzt bei der letzten Bambus-Kiste.
01:00:41: Es fehlt nur noch der letzte Drache, bis er auf dem Plateau ist.
01:00:46: Mittlerweile sind schon eine Stunde und sechs Minuten vergangen.
01:00:50: Zwischendurch sieht man, wie er manchmal so die Hände schüttelt, so als eine Art Mikropause.
01:00:55: Dann trocknet er die Hände wieder mit dem Pulver.
01:00:58: Und man sieht, dass es wirklich windig ist da oben.
01:01:00: Also in einem Moment, da flattert sein T-Shirt so richtig wild und es rutscht ihm richtig gehend hoch.
01:01:07: Er klettert da am neunundachtzigsten Stock vorbei und da ist auch richtig was los, also da steht eine riesen Menge drin.
01:01:14: Die Leute machen wieder Fotos, sie jubeln und dann erklimmt er den letzten Drachen und die Leute grüllen.
01:01:21: Alex steht dann oben, kurz an einem verhältnismäßig sicheren Ort.
01:01:26: Da schaut er nochmal nach unten, er regt die Arme in die Höhe, er hat sein nächstes Etappenziel erreicht und dann setzt er sich sogar einen Moment lang hin, lässt die Beine dann auch so über die Kante baumeln und winkt und gibt den Moderatoren, die unten sitzen, auch mal eben ein kurzes Interview.
01:01:42: Kann man ja mal machen, wenn man gerade so in einer lebensgefährlichen Situation ist.
01:01:46: Und er sagt, auch er fühlt sich ganz gut, er ist ein bisschen müde.
01:01:50: Er sagt aber, er sei einigermaßen langsam geklettert, also der Rhythmus sei wichtig.
01:01:54: Und er ist total begeistert von der Aussicht und findet es total cool, diesen Moment mit allen zu teilen.
01:02:00: Und hier siehst du ihn mal, wie er da so zwischendurch sitzt und Kart die Schuhe putzt.
01:02:07: Also hier sieht man wirklich nur ihn auf so einen kleinen Betonvorsprung.
01:02:12: Man sieht nicht, wie weit es nach unten geht.
01:02:14: Und wenn man das jetzt so sieht, könnte man sich auch vorstellen, okay, er sitzt da irgendwo in einem Park auf so einer kleinen Mauer und säubert seine Schuhe.
01:02:23: Da bindet sich seine Schuhe noch mal zurecht.
01:02:25: Also es sieht auf keinen Fall so aus, als würde er da einen Schwindelerregen der Höhe sitzen, so gechillt, wie er da sitzt.
01:02:31: Ich habe das extra ausgewählt, das Foto, damit du ein bisschen runter kommst.
01:02:35: Danke.
01:02:38: Ja, aber es ist ja auch beruhigend zu sehen, dass er sich jetzt erst mal ein bisschen ausrot.
01:02:42: Aber wie ist er eigentlich zu diesem Sport gekommen?
01:02:46: Also weißt du dazu was?
01:02:48: Ja, der Grund dafür, der liegt wohl auch in seiner Kindheit.
01:02:52: Denn als Junge ist Alex echt Schüchtern.
01:02:55: Also er still fast schon bedrückt und melancholisch.
01:02:58: Er hat wohl ganz gerne mit Lego gespielt und auch Computerspieler.
01:03:02: Und er war immer in der Kletterhalle.
01:03:05: Er ist aber auch manchmal Auf Bäume geklettert, wie man das so kennt in der Kindheit.
01:03:09: Und aber auch damals schon auf Gebäude, zum Beispiel auf seine Schule.
01:03:13: Er wächst ja in Sacramento auf und geht dort auch auf die High School.
01:03:17: Dort gilt er so ein bisschen als Streber, als Eigenbrötler.
01:03:21: Und irgendwann fängt er eben an, draußen zu klettern.
01:03:24: Er ist aber total unsicher im Umgang mit Menschen, also er redet auch überhaupt nicht gerne mit Fremden.
01:03:30: Und deshalb macht er eben viele Solotouren.
01:03:34: Und das sagt er selbst dazu.
01:03:50: Als ich klein war, war ich schüchtern, ein Einzelgänger.
01:03:53: Ich habe angefangen, in den Bergen zu klettern, da war ich so zehn.
01:03:57: Und wenn du unbedingt klettern willst, du aber nicht viele Freunde hast, dann ist Free Solo das richtige.
01:04:05: Ja, aber das Problem, viele, die Free Solo klettern, sind mittlerweile tot.
01:04:10: Ich habe ja ganz am Anfang auch schon erzählt, dass viele Alex ja aus dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm kennen, Free Solo.
01:04:18: Den habe ich mir auch angeschaut im Vorfeld als Recherche, ist wirklich sehenswert.
01:04:23: Und was ganz interessant ist, für diese Doku, da lässt er sein Gehirn scannen im MRT und der Scan ergibt Sein Angstzentrum hat quasi kaum eine Aktivität.
01:04:36: Also das heißt, er braucht eine viel höhere Stimulation als andere Menschen.
01:04:41: Und bei Free Solo muss man ja den Geist so kontrollieren und quasi die Angst so ein bisschen abspalten.
01:04:47: Ach, das ist ja spannend, dass das so eine anatomische Voraussetzung ist, wahrscheinlich, um Free Solo zu klettern.
01:04:54: Dass er die hat und dass das bei Menschen unterschiedlich ist, das wusste ich gar nicht.
01:04:58: Aber ja, es scheint das also gut zu können.
01:05:00: Nur für das Umfeld ist es dann halt nicht so leicht.
01:05:03: Kann ich mir vorstellen, weil die haben das Angstzentrum wahrscheinlich höher stimuliert.
01:05:07: Ja, genau.
01:05:08: Und auch schneller vor allem.
01:05:09: Zum Beispiel seine Mutter.
01:05:11: Also die sagt in der Doku auch, dass sie halt gar nicht viel von Free Solo hält.
01:05:15: Und sie sagt auch, sie will nie vorher wissen, wenn er auf Tour geht.
01:05:19: Aber sie sagt eben auch, er fühlt sich genau da am lebendigsten und stellt dann so die Frage, wie kann man ihm sowas wegnehmen wollen?
01:05:28: Und das will sie eben nicht.
01:05:30: Ja, und in der Doku, da erfährt man auch noch mehr über seine Familie und wie er so aufgewachsen ist.
01:05:34: Also zum Beispiel gab es wohl sehr, sehr selten Umarmungen.
01:05:38: Also er sagt dann, die Umarmungen musste er sich selbst beibringen.
01:05:43: Er erklärt da, dass er mit dreiundzwanzig gedacht hat, alle umarmen sich irgendwie.
01:05:48: Vielleicht sollte ich auch mal damit anfangen.
01:05:51: Oh Gott, das tut mir ein bisschen traurig,
01:05:53: ne?
01:05:53: Ja, total, ja.
01:05:56: Auch das Wort Liebe hat in seiner Familie wohl nie jemand benutzt, also sein Vater ist eh so ein Typ, der redet nicht viel, also keiner hatte wohl eine richtig emotionale Verbindung zu ihm.
01:06:06: Und wenn Alex was falsch gemacht hat, dann hat er ihn beschimpft, war wohl ziemlich gemein und das hat sein Selbstwertgefühl natürlich angeknackst.
01:06:14: Und der Lieblingsbruch der Mutter war wohl fast zählt nicht.
01:06:19: Oder aber auch, gut ist nicht gut genug.
01:06:23: Und er sagt eben, damit wurde er für seine Free Solo-Besteigungen motiviert.
01:06:28: Und er sagt auch, er will natürlich nicht abstürzen und sterben, aber er sagt, es habe eben was Befriedigendes sich herauszufordern.
01:06:38: Und interessant ist auch, was er in der Doku über seine Beziehung sagt, da kannte er Sunny nämlich schon, aber eben noch relativ neu.
01:06:46: Man darf ja nicht vergessen, das ist schon eine ganze Weile her, dieser Dokumentarfilm.
01:06:50: Das war im Jahr zwei Tausend Achtzehn.
01:06:52: Aber er sagt da über seine heutige Frau und eben damalige Freundin Zanni, für sie sei der Sinn des Lebens einfach glücklich zu sein.
01:07:00: Für ihn gehe es nur um Leistung.
01:07:04: Und dann kommt dieser Satz von ihm, Niemand erreicht Großartiges, indem er glücklich und gemütlich lebt.
01:07:12: Tja, Karo, ne?
01:07:14: Denkst du mal drüber nach.
01:07:15: Ja, aber trotzdem ist ja die Frage, was ist der Sinn des Lebens?
01:07:18: Ja, es ist etwas Großartiges zu leisten und vielleicht nicht glücklich zu sein oder es ist ein schöneres Leben glücklich zu sein.
01:07:26: Also das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
01:07:28: Ja.
01:07:29: Aber ich finde ihren Ansatz glücklich zu sein, eigentlich ein ganz schöner Ansatz und für ihn finde ich es fast ein bisschen traurig, dass er vielleicht diese Bestätigung braucht, weil er sie vorher gar nicht anders bekommen hat und das gar nicht anders kennt, dass man auch diese Bestätigung, diese Liebe auch haben kann, indem man vielleicht nichts Großartiges leistet, sondern einfach auch so zufrieden und glücklich sein kann.
01:07:50: Also ein bisschen traurig macht mich das schon für ihn.
01:07:52: Ja, total.
01:07:53: So dieses, es geht nur um Leistung.
01:07:55: Da spricht ja auch so ein Druck, dass man immer irgendwie das Gefühl hat, man müsste performen.
01:08:00: Und für sie ist es eben so, ich kann mir vorstellen, sie liebt ihn halt einfach, auch ohne, dass er Leistung bringt.
01:08:06: Und er hat offenbar vielleicht eben auch durch diese Kindheit die ganze Zeit das Gefühl, dass er irgendwie performen muss.
01:08:12: Und das ist halt schon heftig.
01:08:16: Naja, und während seine Frau Sunny ja mittlerweile gelernt hat, damit umzugehen und ihn heute ja sehr unterstützt, sagt sie damals in der Doku zwar, dass sie seinen Zielen nicht im Weg stehen will, sie aber nicht versteht, warum er diese Gefahr so will.
01:08:31: Und Alex sagt dann dazu, wir alle sterben irgendwann.
01:08:35: Also können wir ja auch alles machen, bis wir sterben.
01:08:38: Es ist okay, wenn Menschen sterben.
01:08:39: Und die beiden diskutieren dann in dem Film so ein bisschen darüber.
01:08:42: Und dieses Gespräch, das endet dann damit, dass er sagt, dass er sich nicht verpflichtet fühlt, seine Lebenserwartung zu maximieren, auch nicht für sie.
01:08:52: Weil er müsste dann ja unterdrücken, was er am meisten liebt.
01:08:55: Und da kommen wir wieder zu diesem Egoismus.
01:08:57: Ich finde es schon hart zu sagen, ich fühle mich jetzt nicht dazu verpflichtet, alt zu werden.
01:09:03: Okay?
01:09:04: Ja.
01:09:04: Und diese Aussage, dass zu unterdrücken, was er am meisten liebt, also sagt er damit ja, dass er das Klettern mehr liebt, als seine gute Familie hatte er glaube ich da noch
01:09:14: nicht,
01:09:14: aber zumindest sie hatte er ja dann schon.
01:09:17: Also, da muss sie ihn schon sehr lieben, dass sie das mitmacht.
01:09:21: Also für mich ist es also hochgradig egoistisch.
01:09:26: Und vielleicht, ja natürlich sie möchte, ihm diesen Traum nicht zerstören und sie möchte, dass er glücklich ist und macht das deshalb mit, aber von seiner Seite finde ich es ultrageistisch.
01:09:36: Und ich kann schon verstehen, also ich hatte das früher auch ein Upgrade, aber es ist ja eigentlich, wenn ich jetzt im Flugzeug sitze und abstürze, dann stütze ich halt ab.
01:09:41: Also ich kann schon nachvollziehen, was er da so denkt,
01:09:45: aber
01:09:47: ich kann es nicht nachvollziehen, dass er diese Ansicht hat, sobald er Kinder hat.
01:09:51: Also ich meine, er muss sich doch hineinversetzen können, was das mit seiner Mutter macht, was das mit seiner Frau macht, was das mit seinen Kindern macht, wenn er einfach sinnlos von diesem Gebäude stürzt und stirbt.
01:10:03: Also das finde ich irgendwie, ne, kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
01:10:07: Na
01:10:07: klar, wir haben es ja vorhin schon gesagt, ne, wenn er dann stirbt, er merkt es nicht mehr, ne, aber alle anderen, die zurückbleiben eben schon.
01:10:15: Aber by the way, dieser Dokumentarfilm Free Solo ist wirklich sehenswert, also Das ist wirklich auch krass, was er da macht.
01:10:22: Da lässt er sich ja dabei filmen, wie er die über neuntausend Meter hohe Felsformation El Capitan besteigt, also Free Solo.
01:10:30: Und auch da hatte ich, ehrlich gesagt, beim Zuschauen so viele Momente, in denen ich wirklich dachte, das kann nicht sein.
01:10:37: Ich verstehe nicht, wie das geht.
01:10:39: Also es verstößt wirklich gegen meinen Schwerkhaftverständnis.
01:10:43: Wenn er dann da wirklich mitten an dieser Wand hängt und die ist total schräg und erhängt schief nach unten und hält sich irgendwie nur mit den Fingern in dieser Felsrit zu fest und einem wird dann so klar, dass er nur minimal abrutschen muss.
01:11:00: und dann war es das.
01:11:01: Also da wird die wirklich schlecht.
01:11:04: Und Sunny sagt aber in der Doku noch einen Satz, der das ganz gut trifft, finde ich.
01:11:08: Sie sagt nämlich, die Free Solo Mentalität komme einer Kriegermentalität sehr nah.
01:11:16: Ja, passt natürlich.
01:11:17: Also im Grunde kannst du im Krieg ja auch nur gewinnen oder verlieren, ob oder top, wie beim Erklimmen des Berges oder des Gebäudes, beim Free Solo ja auch irgendwie.
01:11:26: Aber jetzt lassen wir mal über den Taipei One-on-One sprechen.
01:11:30: Also wie geht es denn da weiter?
01:11:31: Jetzt ist er ja vor dem Turm, oder?
01:11:33: Genau, er befindet sich da mittlerweile auf fourhundertdreißig Metern Höhe und dort gibt es die vorhin schon angesprochenen Überhänge.
01:11:42: Alex hat vorher gesagt, man müsse sich da an die Überhänge eben hängen und so eine Art dynamischen Klimmzug machen.
01:11:49: Also es ist wirklich verrückt zu sehen, er hängt dann da an diesen Überhängen und zieht sich hoch und hat eben den Mut wirklich die Beine einfach hängen zu lassen.
01:11:58: Ja und es folgen eben etliche weitere Überhänge.
01:12:01: Ich mein immerhin zwischendurch kann er auf ihnen stehen und er sagt auch, ich bin ein bisschen müde so zwischendurch.
01:12:08: Gut, keine Überraschung, er klettert ja bereits seit einer Stunde zwanzig.
01:12:12: Noch dreißig Meter liegen vor ihm und die Menge, die jubelt ihm zu.
01:12:17: Es sind noch drei Etagen mit weiteren Überhängen.
01:12:20: Jetzt benutzt er fast nur noch die Arme, weil er sich eben an diesen Überhängen so hochziehen muss.
01:12:25: Und wenn man an ihm vorbei, so mit der Kamera nach unten schaut, da wird einem wirklich schwindelig.
01:12:31: Ja, noch einmal das gleiche.
01:12:32: Dann ist das nächste Etappenziel erreicht.
01:12:35: Er zieht sich hoch, er hat es geschafft.
01:12:37: Er ist auf dem hundert- und ersten Stockwerk.
01:12:40: Und seine Frau, die ist zu diesem Zeitpunkt schon sichtlich erleichtert, will aber noch nicht feiern.
01:12:45: Sie hofft einfach, dass alles gut ausgeht.
01:12:48: Denn jetzt ist er ja unten an dieser Spitze des Turms.
01:12:52: Und da ist es jetzt so, da führt jetzt so eine Leiter nach oben, weil es eben körperlich unmöglich ist, diesen Teil des Gebäudes zu klettern, weil es da einfach gar keinen Halt gibt.
01:13:01: Deshalb ist da so eine Art schmale Strickleiter, aber die bewegt sich natürlich total hin und her und Alex ist schon müde.
01:13:09: Aber er ist seinem Ziel nahe.
01:13:11: Am Ende der Leiter ist er eine Stunde dreißig unterwegs und als nächstes kommen diese
01:13:17: Ringe,
01:13:18: die wie kleine Etagen sowie Plateaus um den Turm herum führen.
01:13:22: Und ich habe jetzt zumindest den Eindruck, dass das Klettern etwas leichter wird, aber er ist eben schon lange unterwegs.
01:13:28: Neun dieser Ringe muss er überwinden.
01:13:31: Es ist nicht mehr weit bis nach oben.
01:13:32: Er könnte es also schaffen, wenn ihm nicht auf den letzten Metern die Kraft ausgeht.
01:13:37: Doch dann hat er die Ringe geschafft.
01:13:39: Keine Pause.
01:13:40: Er klettert direkt weiter.
01:13:42: Es sind nur noch wenige Meter.
01:13:44: Der letzte Teil ist gekommen.
01:13:45: Die Kugel auf der Spitze des Turms.
01:13:48: Und die ist jetzt tatsächlich keine große Herausforderung mehr.
01:13:52: Und dann hat er es tatsächlich geschafft.
01:13:54: Die Menge jubelt.
01:13:56: Die Menschen sind erleichtert.
01:13:58: Und Alex steht oben auf dieser Kugel.
01:14:01: Einfach so.
01:14:01: Es ist ein absolut verrücktes Bild.
01:14:04: Er steht da oben, diese mini kleine Person, der Blick über die Stadt.
01:14:08: Also es ist wirklich wie in so einem abgefahrenen James Bond Movie.
01:14:11: Und hier siehst du auch ein Foto, wie er da oben steht.
01:14:13: Und ich meine, man kann ihn eigentlich kaum erkennen, weil es ist so abgefahren hoch.
01:14:18: Das sieht aber wirklich aus wie in so einem James Bond Film.
01:14:21: Aber die Kugel ist ja auch nicht so besonders groß.
01:14:24: Also er muss da schon still stehen, um nicht runterzufallen.
01:14:27: Und was ist, wenn er da jetzt... einen Schwäche-Anfall bekommt oder ohnmächtig wird oder eben kurz schwarz vor Augen wird, also dann stürzt er ja direkt ab.
01:14:35: und ja, wird er jetzt dann vom Helikopter abgeholt?
01:14:39: Nee, wahrscheinlich nicht.
01:14:40: Er würde ja wahrscheinlich zu viel Wind machen, ne?
01:14:41: Ich glaube aber auch nicht.
01:14:42: Kommt er da jetzt runter?
01:14:43: Nein, du erst mal so weit ist es noch nicht, weil die Moderatoren unten, die wollen jetzt erst mal mit ihm sprechen.
01:14:48: So, aber erst mal steht die Verbindung nicht.
01:14:50: und dann sagt er erst mal nur, oh, es winde ich hier oben.
01:14:53: Surprise!
01:14:55: Und dann sagt er so, ah, ich höre euch nicht, aber ich sehe euch da unten.
01:15:00: Ich bin so aufgeregt.
01:15:01: So, und du hast ja schon gesagt, diese Kugel wirkt jetzt nicht so super riesig groß, ne?
01:15:05: Was macht er jetzt also da oben?
01:15:07: Ja, wahrscheinlich ist es verabredet worden, dass er da das Interview führt.
01:15:10: Vielleicht ist es auch ein Teil des Vertrags.
01:15:12: Also, könnte ich mir vorstellen, dass er erst mal wartet und hofft, dass er gleich eine Verbindung
01:15:15: hat.
01:15:15: Ja, das macht er auch, aber er macht es und es passt so ein bisschen zum Zeitgeist.
01:15:19: Er macht erst mal ein Selfie.
01:15:22: Das wäre sonst auch ärgerlich, wenn du da oben kein Selfie machst.
01:15:25: Wenn
01:15:25: du da kein Selfie hast, das muss verewigt werden.
01:15:29: Also das ist so cool, sagt er.
01:15:31: Zwischendurch zeigt Netflix kurz seine Frau.
01:15:33: Also so Live-Bilder von ihr werden da eingeblendet.
01:15:35: Die ist natürlich überglücklich.
01:15:38: Und Alex steht auch wirklich lange da oben, muss man sagen.
01:15:40: Ich mein, klar, er hat sich da seinen Lebenstraum erfüllt.
01:15:43: Alles ist gut gegangen.
01:15:44: Es gab kein Regen, kein Erdbeben.
01:15:47: Er genießt noch seinen Moment und dann... Jetzt kommen wir zur Beantwortung deiner Frage.
01:15:52: Er zieht sich einen Sicherheitsgut an, um sich abzuseilen.
01:15:56: Ah, okay.
01:15:57: Also runterklettern will er nicht mehr.
01:15:58: Nee.
01:15:59: Das wäre doch die größere Herausforderung dann gewesen.
01:16:02: Nee, er seilt sich tatsächlich auf diese Zwischenetage ab, also unter der Spitze sozusagen und erwartet dann auch seine Frau schon auf ihn.
01:16:09: Die nimmt ihn natürlich in den Arm.
01:16:11: Die halten sich auf wirklich... einige Sekunden richtig fest und sie sagt dann wirklich so, oh Gott, ich hatte die ganze Zeit eine Panikattacke.
01:16:19: Und er sagt, ich werde die Drachen vermissen.
01:16:22: Und sie sagt, ich nicht.
01:16:25: Ganz süß, also nehmen sich nochmal in den Arm und sie sagt, ich bin so stolz auf dich.
01:16:30: Und dann machen auch die beiden nochmal ein Selfie.
01:16:33: Tja, und jetzt ist natürlich so ein bisschen die große Frage.
01:16:35: Was denkst du?
01:16:36: War es das jetzt wert?
01:16:37: Also, wie fandest du die ganze Aktion?
01:16:40: Also ich glaube für Netflix war es das auf jeden Fall.
01:16:43: Ja, finanziell hat es sich wahrscheinlich schon gelohnt.
01:16:45: Aber ich frag mich natürlich auch, wie geht es jetzt für ihn weiter?
01:16:49: Also was kommt als nächstes?
01:16:51: Das ist ja jetzt so ein krasses Ereignis gewesen.
01:16:55: Wird er damit jemals aufhören können?
01:16:57: Wird er ja wahrscheinlich nicht.
01:16:58: Also solche Menschen brauchen ja immer wieder eine neue Herausforderung.
01:17:03: Ich finde das schon echt schlimm für die Familie.
01:17:05: Ja, total.
01:17:05: Also da geht es mir echt genau so.
01:17:07: Es ist wirklich die Frage, braucht es dann immer größere Herausforderungen?
01:17:12: Und danach habe ich Christian zum Schluss auch noch mal gefragt.
01:17:15: Bei extremen Leistungen kann es eine Art Toleranzeffekt geben, was früher aufregte, wird normal.
01:17:21: dann steigt die Versuchung, noch mehr zu brauchen.
01:17:24: Aber Menschen sind nicht festgelegt, mit Alter, Verletzungen, Familie oder einfach Reifung verschieben sich Werte.
01:17:30: Viele wechseln von Risiko zu Tiefe, Projektplanung, Erstbegehung mit weniger Zufall, Coaching, Expedition mit... immer wieder holenden Sicherheiten oder sie suchen einfach den Flow in anderen Kontexten.
01:17:43: Entscheidend ist, ob das Risikomittel zum Zweck ist oder die einzige Quelle von Selbstwert und Lebendigkeit.
01:17:49: Letzteres wäre eher suchtähnlich.
01:17:52: Das Gute, man kann das Nervensystem auch anders schüttern über Bedeutung, Herausforderung und Zugehörigkeit, ohne ständig die Todeslinie zu berühren.
01:18:00: Na ja, immerhin, Alex hat schon auch andere Aufgaben gefunden.
01:18:04: Also er hat unter anderem eine Stiftung gegründet.
01:18:07: Denn das Klettern hat ihn ja in die Welt geführt.
01:18:10: Er hat also viele Menschen gesehen, denen es nicht so gut geht für ihm, die zum Beispiel keinen Strom haben, wenig zu essen.
01:18:16: Und deshalb steckt er jetzt ein Drittel seines Einkommens in diese Stiftung und in Umweltprojekte.
01:18:22: Trotzdem, ich finde diese Netflix-Live-Übertragung, sie passt ja auch wirklich immer so in die Zeit.
01:18:27: Also alle wollen immer höher, immer schneller, immer weiter.
01:18:31: Und Christian sagt dazu Folgendes.
01:18:34: Menschen haben sich schon immer gemessen.
01:18:36: Berge, Ozeane, Rekorde.
01:18:38: Der Unterschied heute ist die Bühne.
01:18:40: Plattformen belohnen das Außergewöhnliche sofort mit Aufmerksamkeit.
01:18:44: Dadurch verschiebt sich kulturell die Messlatte.
01:18:46: Normal wird schneller langweilig.
01:18:48: Gleichzeitig gibt es auch eine Gegenbewegung.
01:18:51: Achsamkeit, Slow Living, Sicherheitskultur.
01:18:54: Wir sehen also beides, den Sog nach mehr und den Wunsch nach genug.
01:18:58: Bei solchen Events ist die Frage, dient es dem Sport und der Kunst des Könnens oder nur der Aufmerksamkeitsökonomie?
01:19:06: Ja, wahrscheinlich ist es wirklich irgendwie so eine Mischung aus Beiden.
01:19:09: Also ich meine, klar, diese ganze Aktion wurde im Vorfeld natürlich auch groß gemacht, also als ein sehr waghalsiges Unterfangen verkauft und auf eine Art War es das ja auch, denn wir haben es ja gesagt, Schiefgehen kann immer was, aber ich habe dann so ein bisschen gelesen, wie Experten das im Vorfeld eingeordnet haben und die sagen halt für so ein extrem Kletterer wie Alex Honnold sei dieser Wolkenkratzer eigentlich wenig anspruchsvoll gewesen, sportlich.
01:19:34: Also keine wirklich große Herausforderung, zumindest jetzt verglichen mit seinen Aktionen an Naturwänden.
01:19:41: Daher würde die Besteigung des Type-A-One-O-One zumindest im Klettersport jetzt keine neuen Erkenntnisse liefern.
01:19:48: Aber er selbst hat sich damit ja einen Traum erfüllt.
01:19:51: Wenn seine Frau das mitmacht und seine Familie dahinter steht, dann ist es ja auch ganz schön.
01:19:56: Also dann kann ich ja davon halten, was ich will.
01:19:58: Ja, und sehens- und höhrenswert ist es ja auch auf jeden Fall.
01:20:01: Ja, das auf jeden Fall.
01:20:02: Ich meine, ihr könnt ja auch mal sagen, was ihr darüber denkt.
01:20:05: Vielleicht habt ihr ja die Netflix-Übertragung schon gesehen oder seid jetzt motiviert, sie anzuschauen.
01:20:09: Sie ist ja online.
01:20:11: Und dann könnt ihr uns ja hinterher mal schreiben, wie ihr das findet.
01:20:14: Also war das jetzt eine Aktion... die eigentlich cool war und irgendwie spannend zu sehen und irgendwie so eine einmalige Sache, was man sonst vielleicht so noch nicht live verfolgen konnte.
01:20:25: Oder sagt ihr, ey, das ist komplett bescheuert, viel zu viel Risiko und es wurde alles so groß gepusht und am Ende war es eigentlich das nicht wert.
01:20:33: Also würde mich ja schon interessieren, was unsere Sistis dazu sagen.
01:20:37: Also schreibt uns mal eure Meinung.
01:20:39: Also ich sehe das Ganze ja jetzt ein bisschen kritisch.
01:20:41: Wie siehst du das eigentlich?
01:20:42: Ja, ich bin ehrlich gesagt echt hin und her gerissen.
01:20:44: Ich habe schon gemerkt, dass ich mir das so sehr gestresst war dabei, dass ich es trotzdem irgendwie gerne angeguckt habe und dass ich natürlich auch wissen wollte, wie es ausgeht, ist ja klar.
01:20:56: Und ich meine, das ist ja bei all solchen Sachen so.
01:20:58: Wenn die Sachen dann positiv ausgehen, dann bleibt natürlich ja so ein... positiver geschmackt.
01:21:05: Man erinnert sich dann da dran und irgendwie finde ich schon, dass man dann so denkt, es war schon ganz cool.
01:21:10: Aber das funktioniert natürlich auch immer nur, solange nichts schief geht.
01:21:14: Und das Risiko gab es ja.
01:21:16: Ich meine, klar, jetzt haben sie da alles dafür getan, dass nichts schief geht.
01:21:21: Der hat sich super vorbereitet, Experten sagen, das war eigentlich von der Sache her keine große Herausforderung.
01:21:26: Aber wie du sagst, ich meine, stell dir mal vor, keine Ahnung, einer der Moderatoren unten hätte vielleicht doch irgendwas ins Mikro gesagt, an einer Stelle, wo es unpassend war, der hätte sich erschrocken oder irgendwer von innen im Gebäude hätte ihn doch abgelenkt.
01:21:39: Oder ich meine, wir wissen ja schon, Wetter, jetzt kann man sagen, ja, da unten ist irgendwie ein Wetterexperte, der das Wetter beobachtet, aber ehrlich gesagt, Windböen können ja auch mal... ganz plötzlich kommen.
01:21:50: Also es ist ja nicht so, dass da jemand permanent im Sekundentakt tracken kann, wie der Wind steht.
01:21:56: Und ich meine, wir wissen ja, was Wind anrichten kann.
01:21:59: Also ich sage mal so, es gab ja schon zumindest einen Mini-Chance in der Anfangstrichen, dass vielleicht doch mal der Wind so doll ist, dass du dich da nicht mehr halten kannst.
01:22:08: Und ich meine, stell dir mal vor, er wäre abgestürzt, dann würden wir jetzt alle anders darüber diskutieren.
01:22:14: Und ich finde ja am Ende einfach nur interessant, dass er eben diese Genehmigung bekommen hat.
01:22:18: Also, es haben ja irgendwelche Experten das abgenickt und haben halt gesagt, okay, du darfst das machen.
01:22:23: Die haben ja die Straßen gesperrt, das Gebäude gesperrt, eine Riesenaktion.
01:22:28: Ich meine, das war ja auch ein Riesending, auf der anderen Seite für so eine Stadt, wie Teil P vielleicht auch.
01:22:33: Ganz gute Presse.
01:22:34: Ich meine, die ganze Welt hat da hingeguckt.
01:22:36: Hat man ja auch nicht alle Tage.
01:22:37: Ja, und die Besitzer des Taipei-One-O-One, die können jetzt ihre Mieten erst mal ein bisschen erhöhen danach.
01:22:42: Ja, genau.
01:22:43: Ich meine, dieses Gebäude kennt jetzt wahrscheinlich jeder.
01:22:46: Ja, auf jeden Fall eine heftige Geschichte.
01:22:48: Und
01:22:48: ich bin jetzt sehr gespannt, was tatsächlich das nächste ist, was er sich dann vornimmt.
01:22:53: Weil es klang ja tatsächlich so, als hätte er jetzt nicht vor, diesen Sport aufzugeben.
01:22:59: Und wie gesagt, heftig für die Familie.
01:23:02: Werden wir mal abwarten, was die nächste Aktion ist, die wir von Alex hören werden.
01:23:07: Wie sieht es denn nächste Woche aus?
01:23:08: Was hast du denn vorbereitet?
01:23:10: Nächste Woche geht es um jemanden, dem tatsächlich ein Fehler passiert ist.
01:23:18: Das war eine sehr, sehr, sehr schlimme Zeit für ihn.
01:23:22: Er hat es aber geschafft, nicht zu verzagen und nicht daran zu zerbrechen, sondern... hat das Ganze positiv gesehen und in was Gutes gewandelt.
01:23:30: Worum es dabei genau geht und was da passiert ist, das verrate ich euch dann in zwei Wochen.
01:23:35: Da
01:23:35: bin ich sehr gespannt drauf und das kennt man ja auch so ein bisschen aus dem eigenen Leben, dass es oft so Situationen gibt, die man in dem Moment ganz, ganz, ganz schrecklich findet.
01:23:45: Und wenn man sich dann da durchgekämpft hat und vielleicht irgendwas rausgezogen hat, was einem in der Zukunft dann doch was gebracht hat, dann kann man halt im Nachhinein feststellen, ah, eigentlich war das gar nicht so schlecht, weil es hat mich weitergebracht.
01:23:58: Aber in dem Moment ist es halt ultra hart.
01:24:01: Also solche Geschichten finde ich immer super spannend.
01:24:03: Deshalb freue ich mich sehr drauf, weil da kann man ja auch ein bisschen von lernen und kann vielleicht auch fürs eigene Leben was mitnehmen.
01:24:09: Deshalb in zwei Wochen also die neue Folge Happy Lee True.
01:24:12: Freuen wir uns drauf.
01:24:14: Und bis dahin würde ich sagen, eine schöne Woche und ein schönes Wochenende.
01:24:17: Genau.
01:24:17: Macht's gut.
01:24:18: Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße.
01:24:21: Ciao.
01:24:21: Ciao.
01:24:21: Untertitel im Auftrag des ZDF, im Auftrag des ZDF.
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