Happily True 9: Verschollen im Dschungel - Juliane überlebt Flugzeug-Crash
Shownotes
Heiligabend 1971. Über dem peruanischen Regenwald türmt sich eine schwarze Gewitterwand auf. Blitze zucken durch die Wolken, ein Flugzeug beginnt zu zittern. In Reihe 19 sitzt die 17-jährige Juliane am Fenster, direkt neben ihrer Mutter. Sie kommen gerade von ihrem Schulabschlussball. Eigentlich wollten sie nur zurück nach Hause. Doch dazu kommt es nicht. Es gibt einen greller Blitz. Einen ohrenbetäubender Knall. Die Maschine zerbricht in der Luft. Was dann passiert, klingt wie eine erfundene Geschichte, ist aber tatsächlich passiert: Juliane wird aus dem Flugzeug geschleudert und stürzt, angeschnallt auf ihrer Sitzbank, fast 3000 Meter in die Tiefe. Kopfüber. Allein. Und: Sie überlebt. Doch das ist erst der Anfang. Fast elf Tage lang kämpft sie sich verletzt durch den Amazonas-Regenwald. Ohne Brille. Mit nur einem Schuh. Das ist die Geschichte von Juliane Koepcke – dem Mädchen, das wortwörtlich vom Himmel fiel. Jule und Karolin erzählen diese verrückte Story und ordnen die Hintergründe mit dem Psychologen Christian Lüdke ein.
Über Happily True: Wir nehmen Euch mit auf eine Reise in die außergewöhnlichsten Kapitel des echten Lebens. Wahre Geschichten voller Mut, Hoffnung und unglaublicher Wendungen. Menschen, die vom Schicksal herausgefordert werden und dennoch nicht aufgeben. Ein Mann stürzt aus einen Flugzeug und überlebt wie durch ein Wunder. Ein kleines Mädchen verliert seine Eltern und wächst unter Affen auf. Happily True erzählt Biografien, die uns Staunen lassen, Momente, die ans Herz gehen und zeigen, wie stark Menschen sein können. Ein Podcast, der inspiriert, berührt und am Ende beweist: Im echten Leben gibt es manchmal die schönsten Happy Ends. Ein Podcast, den Eltern endlich auch mit ihren Kindern hören können!
Instagram: @sistersincrime.podcast @julegoelsdorf @karolin_kandler
Autoren: Carolin Johannsen Jule Gölsdorf Karolin Kandler
Quellen: Buch: Juliane Koepcke: "Als ich vom Himmel fiel: Wie mir der Dschungel mein Leben zurückgab" https://www.srf.ch/play/tv/aeschbacher/video/juliane-diller-koepcke?urn=urn:srf:video:9b0170ae-9b67-417c-87cd-5bb3a2487258 https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/juliane-koepcke-das-maedchen-das-vom-himmel-fiel-100.html https://www.stern.de/panorama/flugzeugabsturz--juliane---das-maedchen-das-vom-himmel-fiel-33895506.html
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Transkript anzeigen
00:00:01: Heiligabend, und über dem peruanischen Regenwald turmt sich eine schwarze Gewitterwand auf.
00:00:09: Blitze zucken durch die Wolken.
00:00:10: ein Flugzeug beginnt zu zittern.
00:00:14: In Reihe neunzehn sitzt die siebzehnjährige Juliane am Fenster direkt neben ihrer Mutter.
00:00:20: Sie kommen gerade von ihrem Schulabschlussball.
00:00:24: Eigentlich wollen sie nur zurück nach Hause.
00:00:27: Meine Mutter und ich haben eine Maschine genommen von einer Linie, die schon zwei Maschinen verloren hatte durch katastrophale Abstürze.
00:00:36: Und alle anderen Maschine waren bereits ausgebucht weil es war der vierundzwanzigste Dezember.
00:00:41: Wir meinten dann Es wird schon gut gehen Doch das geht es nicht!
00:00:45: Es gibt ein Grellenblitz Ein Ohren betäubenden Knall.
00:00:50: Die Maschine zerbricht in der Luft.
00:00:54: Was dann passiert klingt wie eine erfundene Geschichte ist aber tatsächlich passiert.
00:01:00: Julianne wird aus dem Flugzeug geschleudert und stürzt, angeschnallt auf ihrer Sitzbank fast dreitausend Meter in die Tiefe – Kopfüber allein!
00:01:12: Und sie überlegt.
00:01:15: Doch das ist erst der Anfang?
00:01:17: Fast elf Tage lang kämpft sie sich vernetz durch den Amazonas Regenwald ohne Brille mit nur einem Schuh.
00:01:26: Das ist die Geschichte von Juliane Köpke Dem Mädchen, das wortwörtlich vom Himmel fiel.
00:01:35: Sie fällt aus einem Flugzeug und überlebt.
00:01:39: Er singt mit einem Schiff und muss in dreißig Metern Tiefe in einer Luftblase ausharren.
00:01:45: Sie wird mit vier Jahren ausgesetzt und wächst unter Affen auf!
00:01:49: Und er ist Deutscher und wurde in China zum Superstar, weil er auf Mandarin rappt.
00:01:56: Diese Geschichten klingen so verrückt – doch sind sie wahr... In unserem neuen Podcast gibt es Stories für die ganze Familie.
00:02:05: Mit Spannung, Herz und Happy End!
00:02:08: Ein True Story-Podcast mit Jule Göstdorf und Karolin Kantler.
00:02:13: Und damit herzlich willkommen bei Happily True.
00:02:16: Ich bin Jule Gösdorff Und ich bin Karolin Kandler und ich freue mich so sehr über diese Woche voller spannender Geschichten.
00:02:24: Ich bin auch ein bisschen stolz, denn wir sind ja schon bei Happily True Folge neun.
00:02:28: Das heißt beim nächsten Mal gibt es definitiv was zu feiern!
00:02:32: Aber wirklich vor allem weil ihr uns auch so bestärkt weiterzumachen.
00:02:37: also wir sind so happy über eure lieben Kommentare zum Beispiel bei Spotify aber auch bei Instagram.
00:02:44: Bino Vino hat zum Beispiel geschrieben, bitte macht weiter und Cornelia meint sehr gut erzählt.
00:02:49: Tolle Stimmen!
00:02:50: Dankeschön.
00:02:52: Oh, das ist aber lieb.
00:02:53: Ich hab hier auch noch was von Natja.
00:02:54: Sie sagt, ich finde euer Format richtig gut gefällt mir noch besser als True Crime!
00:02:59: Das find' ich interessant, weil die meisten ja echt wirklich auf True Crime abfahren.
00:03:02: Aber... Ja, ich glaube es gibt auch so zwei Lager ne?
00:03:05: Also die einen finden es richtig gut und hören sich super gerne eine grausame Geschichte nach der nächsten an Und das andere Lager hat einfach Angst und würde sich das niemals geben.
00:03:15: Und ja, für die gibt's jetzt eben Happily True.
00:03:18: Das ist doch ganz schön!
00:03:19: Dann hab ich hier noch einen Kommentar von Lena, die findet was für eine schöne Abwechslung zu True Crime.
00:03:25: und Matze schreibt «Happily true muss unbedingt weitergehen!
00:03:28: Mein Sohn liebt es, ich liebe es».
00:03:30: und Anni kommentiert noch «Ich würde sagen top gerne mehr davon.».
00:03:34: Ja das hören wir doch gerne.
00:03:35: Aber wirklich ihr glaubt nicht wie gut das tut?
00:03:38: Weil auch wenn uns ja immer so voll viele schreiben, hey das läuft so gut bei euch.
00:03:43: Das sieht alles so toll aus!
00:03:45: Müssen wir schon zugeben also heutzutage so neuen Podcasts zu etablieren ist echt nicht einfach weil es einfach superviele Podcast gibt und es schon schwieriger ist zu wachsen und weil es gar nicht so leicht ist dass Hörerinnen uns neu entdecken.
00:03:59: Ja, und das soll jetzt auch gar nicht so nach Jammern klingen.
00:04:01: Aber es ist einfach wirklich unfassbar viel Arbeit!
00:04:04: Ich glaube, das haben wir ein bisschen unterschätzt in unserer Naivität.
00:04:08: Haben wir gedacht okay eine Stunde in der Woche aufnehmen?
00:04:10: Das geht ja noch so neben dem normalen Job aber das ist es eben nicht.
00:04:15: Und wir haben dann neulich auch einen Post gesehen bei Insta von einer Kollegin.
00:04:19: Sie hatte immer so ja total nice Fotos von ihrem Leben gepostet und dann immer ein zweites Foto mit der Überschrift, was ihr nicht seht.
00:04:27: Und dann einen Einblick, das wirklich dahinter steckt und wie hart es manchmal sein kann.
00:04:30: Das fand ich total spannend.
00:04:32: Hat mich auch so'n bisschen wieder entdeckt oder uns?
00:04:34: Ja vielleicht könnten wir das ja auch mal machen!
00:04:36: Wirklich und du hast es ja eben schon gesagt, wir wollen wirklich null meckern.
00:04:39: aber einfach sagen wir struggling schon auch manchmal und dann tun wirklich so tolle Kommentare richtig gut weil die dann einfach die beste Bestätigung sind.
00:04:49: Also das lieben wir.
00:04:50: Danke fürs Feedback.
00:04:51: und ja, wir machen natürlich weiter!
00:04:54: Genau.
00:04:55: Und das Schlimme ist ja... Wir haben schon wieder so viele neue Ideen.
00:04:57: Das ist ja immer das Thema.
00:04:58: Habe ich ja glaube ich beim letzten Mal schon gesagt ne?
00:05:00: Klingt nach einer Drohung.
00:05:03: Aber im Ernst also wenn ihr nichts verpassen wollt von den vielen neuen Ideen und ihr uns womöglich noch nicht folgt dann macht das gerne bei Insta & TikTok und Assisters in Crime.podcast Abonniert uns auf eurer Lieblings-Podcastplattform und folgt auch gerne unserem WhatsApp-Kanal.
00:05:18: Und das ist es im Crime, da helft ihr uns dann wirklich!
00:05:29: Ja, total.
00:05:30: Da geht es wirklich an meine Ängste!
00:05:31: Ich mein erstens hatte ich früher mal Flugangst also nicht so dass ich jetzt richtig Panikattacken bekommen habe aber ich hab mich schon lange den ganzen Flug über super unwohl gefühlt, hatte immer Angst vor einem Absturz und bei jedem ja ungewöhnlichen Geräusch oder Wackeln bin ich so richtig zusammengezogen.
00:05:48: Ach witzig weil du ja auch mit deinem Onkel manchmal in der kleinen Maschine mitpflegst.
00:05:53: Ja, das ist irgendwie was anderes.
00:05:54: Weil dem vertraue ich halt, ne?
00:05:56: Aber ich finde in so einer großen Maschine ist man einfach einem fremden Piloten ausgeliefert.
00:06:00: Das fand ich lange richtig schlimm.
00:06:02: Mittlerweile habe ich es so einigermaßen gut im Griff.
00:06:04: aber was ich auch noch hab... ...ist Platzangst und... Das ist so ein Ding, was ich mir dann immer so vorstelle bei Unfällen oder Abstürzen.
00:06:13: Man läuft ja auch Gefahr, dass wenn man überlebt, dass man einfach so eingekwetscht wird und das finde ich so Horror.
00:06:19: Manchmal, wenn ich das sehe in Filmen oder so, kriege ich richtig einen engen Gefühl beim Zugucken.
00:06:25: Deshalb ist diese Absturzgeschichte, die wir da heute hören, echt eine Sache!
00:06:28: Und dann, ihr habt es im Intro vielleicht schon gehört, Juliane verliert noch ihre Brille!
00:06:34: Schlimm!
00:06:34: Ja, und ehrlich gesagt finde ich das viel schlimmer.
00:06:37: Natürlich ist ein Flugzeugabsturz auch richtig schlimm und kein Vergleich dazu seine Brille zu verlieren.
00:06:42: aber so wenn du über deine Ohrängste sprichst habe ich jetzt nicht so wirklich Panik mit dem Flugzeug abzustürzen Aber diese Angst nicht sehen zu können Das finde ich irgendwie richtig heftig.
00:06:53: Ich weiß nicht, ob du das kennst.
00:06:54: Ich träume auch manchmal, dass ich da nicht so richtig sehen kann und mich nicht wirklich bewegen kann und so.
00:06:58: Das finde ich richtig schrecklich weil... ...ich bin ja wirklich fast blind ohne meine Kontaktlinsen.
00:07:04: also wir sind ja auch beide kurzsichtig!
00:07:06: Ich habe minus vier Komma fünf also ohne Brille oder Kontaktlinse wenn ich komplett aufgeschmissen.
00:07:12: also da kann ich mich eigentlich nur noch so tastend fortbewegen oder in meinem Haus, wo ich mich auskenne.
00:07:17: Aber draußen wird es gar nicht
00:07:18: gehen.".
00:07:19: Ja das kenne ich!
00:07:20: Ich habe ja minus sieben also noch schlimmer.
00:07:22: Ich sehe wirklich nur umrisse wenn ich keine Kontaktlinien drin hab.
00:07:25: und dass mit den Träumen ist witzig, dass du's ansprichst weil ihr wisst das ja wahrscheinlich.
00:07:28: wir moderieren ja beide Nachrichten und haben in den Nachrichten einen Teleprompter.
00:07:32: Also da läuft der Text dann durch die Kamera man kann ihn quasi ablesen Und das träume ich manchmal Dass ich den Prompter nicht mehr lesen kann Echt?
00:07:41: Dass sich quasi in einer Nachrichtensendung steht und meine Texte nicht mehr erkenne.
00:07:45: Das ist glaube ich auch so ein typischer Albtraum von Nachrichtenmoderatoren.
00:07:49: Früher habe ich immer geträumt, ich hab vergessen zu lernen in der Schulzeit oder ich hab meine Sachen vergessen und musste nackig in die Schule gehen und jetzt ist es halt bei dir... Der Teleprompter.
00:07:59: Vielleicht habt ihr ja auch so irre Träume, könnt ihr uns auch mal kommentieren unter den Folgenposts.
00:08:04: Aber jetzt stell dir mal vor du irrs dann durch den Dschungel.
00:08:06: ich mein Du hast einen Flugzeugabsturz überlebt.
00:08:08: Dann läufst du da durch den dschungeln und siehst nicht so richtig was.
00:08:11: Und dann bist du verletzt.
00:08:12: und dann kleiner trigger und teaser noch vor ab dann entzünden sich noch deine wunden.
00:08:17: stichwort Maden finde Ich auch super ekelhaft.
00:08:19: also Da geht's wirklich an meine uhrängste.
00:08:22: Okay, Maden klingt jetzt echt nie so schön.
00:08:24: Aber auf jeden Fall hast du mich neugierig gemacht!
00:08:27: Erzähl mal wie geht es jetzt weiter?
00:08:43: Am Vorabend war der Abschlussball.
00:08:44: Das ist ja so ein Tag im Leben eines jungen Mädchens, der durchaus wichtig ist!
00:08:48: Erinnerst du dich also?
00:08:49: Warst Du in einer Tanzschule und hattest auch so klassisch Abschlussball?
00:08:53: Ja, total.
00:08:54: Und ich war da super nervös wenn man da ja auch mit einem jungen Tanz irgendwie hübsch aussehen will und gleichzeitig war ich total schüchtern also kann ich mich noch sehr gut dran erinnern.
00:09:04: Aber bei mir auch so und ich muss sagen Ich hab die Tanzschule zwar gemacht, muss aber gestehen dass sich nicht so viel behalten habe.
00:09:09: Also Let's Dance wäre jetzt nicht so meins!
00:09:12: Aber es ist halt ein großes Thema und das ist es auch für Juliane.
00:09:16: und hier siehst du auch ein Foto von Juliane bei dem Ball bei dem sie vorher war.
00:09:21: Wow Also es ist ein richtig schönes Foto von dem Pärchen.
00:09:26: Das ist wahrscheinlich ihr Tanzpartner, ne?
00:09:29: Aber das finde ich ja noch viel witziger!
00:09:30: Ich habe erst nur auf Juliane geguckt weil sie so schick aussieht und schon total erwachsen und eine ganz ordentlich schöne Frisur hat und wunderschönes Kleid.
00:09:39: Aber noch witziger ist es eigentlich ihr Tanzpartner, weil ich glaube er fühlt sich genauso wie ich mich damals gefühlt habe.
00:09:45: Zumindest sieht das so aus als er steht da.
00:09:47: stocksteif hat noch so sein Daumen umkrallt also hält ihn so ganz toll fest mit seiner Hand weil er wahrscheinlich total nervös ist dass sie sich so eingehänkelt hat.
00:09:58: seine andere hand sieht auch ein bisschen verkrampft aus und er steht so stock steif und grinst du ganz erschrocken.
00:10:03: also ich glaub der hat auch gerade Puls.
00:10:05: aber auf jeden Fall richtig süßes schönes Foto.
00:10:09: Ja, es ist auf jeden Fall ein wichtiger Tag für Jojana.
00:10:11: Aber wie wichtig dieser Tag für sie werden wird?
00:10:14: Das weiß sie natürlich in diesem Moment noch nicht!
00:10:16: Jetzt sitzt sie mit ihrer Mutter im Flugzeug über Peru.
00:10:20: Ziel Pukalpa – die deutsche Familie lebt nämlich in Peru also Jojane geht dort auch zur Schule.
00:10:27: Vor ca.
00:10:27: zuviel Jahren ist ihre Familie von Deutschland aus nach Peru ausgewandert.
00:10:32: Ihre Eltern, beide Ornithologen – also Vogelkundler – leben in einer kleinen Forschungsstation im Regenwald in Peru und erforschen die Natur.
00:10:42: Und allen voran eben Vögel.
00:10:44: Juliane wächst also inmitten der Natur auf!
00:10:48: Hier siehst du auch nochmal so ein Bild von Juliane als sie noch kleiner war mit ihrer Mutter da so im Dschungel.
00:10:53: Also ja, Juliane ist hier wahrscheinlich so zwei oder drei... Und die beiden ja stehen, es hätte auch jetzt ein Wald sein können.
00:11:01: Ich hätte jetzt nicht auf Anhieb erkannt dass das der peruanische Dschungel ist obwohl es sehr grün wahrscheinlich aussieht.
00:11:09: Das ist ein schwarz-weiß.
00:11:09: Vorderbes ist sehr viel Natur drum herum.
00:11:12: Die Mama trägt einen Kopftuch und ja nicht so ganz typisch für einen Sonntagspaziergang mit dem kleinen Kind noch ein Riesengewehr in der Hand.
00:11:20: Wahrscheinlich muss man sich davon wilden Tieren schützen.
00:11:24: und ein Fernglas vermutlich um die Vögel zu beobachten.
00:11:28: Und sie hält ihre kleine Tochter so an der Hand und die Juliane hält, glaube ich auch irgendwas in der Hand, womit sie spielt.
00:11:33: vielleicht ein kleines Blatt trägt auch einen Kopftuch.
00:11:37: Es könnte eigentlich auch ein Bild aus einem deutschen Wald sein wenn Sie da nicht mit ihrem riesen Gewehr stehen würde.
00:11:43: also das macht es ganz ein bisschen außergewöhnlich.
00:11:45: Ja das stimmt.
00:11:46: dass erwartet man jetzt im deutschen Wald nicht so unbedingt ausser man ist mit nem Jäger unterwegs Stimmt ja.
00:11:51: Jetzt sitzt Juliane also im Flieger, um später ihren Vater zu treffen und mit ihm dann Weihnachten und Silvester zu feiern.
00:11:58: Das ist nur so ein kurzer Inlandsflug knapp eine Stunde – eigentlich komplett unspektakulär!
00:12:05: Juliane sitzt auf einer Dreiersitzbank am Fenster neben ihrer Mutter.
00:12:10: Alles ist normal und entspannt aber es ist eben eine Maschine einer Fluggesellschaft die schon häufiger mal Probleme hatte.
00:12:18: So ein Fliege hier war das... Also dafür, dass es jetzt schon relativ lange her ist sieht das Flugzeug einigermaßen modern aus finde ich.
00:12:26: Das hat halt so Propeller an den Seiten also für Propelle das glaube ich wäre jetzt heutzutage nicht mehr so oder?
00:12:31: Nicht mal bei so großen Maschinen aber ansonsten macht das eigentlich einen ganz soliden Eindruck.
00:12:37: Ja und diese Maschine die gerät nun in ein tropisches Gewitter Und so beschreibt Juliane diesen Moment später in der Talksendung Eschbacher im Schweizer Fernsehen.
00:12:47: Der Flug begann ganz normal.
00:12:49: Wir waren etwa dreißig Minuten unterwegs.
00:12:52: Es war alles ruhig, bekam mein Sandwich serviert und dann sind wir urplötzlich in eine Gewitterfront hineingekommen.
00:13:00: Auf jeden Fall wurde es sehr schnell um uns Pechschwarz Und das wurde ungeheuer turbulent.
00:13:05: Die Maschine wurde herum geschleudert drauf und runter Es blitzte um uns rum.
00:13:10: Meine Mutter die neben mir saß, wir saßen in der vorletzten Reihe war sehr aufgeregt, sie flog sehr ungern.
00:13:16: Ich muss dazu sagen ich flog es sehr gerne zu dem Zeitpunkt noch.
00:13:20: dann sah ich plötzlich ein grelles Licht auf der rechten Tragfläche.
00:13:23: da war ein Blitz eingeschlagen in die rechte Turbine und dann ging plötzlich alles ganz schnell.
00:13:28: meine Mutter sagte in den Moment jetzt ist alles aus.
00:13:31: ich sah aus dem Fenster und dann ginge es im Sturzflug nach unten senkrecht runter.
00:13:36: die Leute schrieen die kreischten.
00:13:38: das weiß ich bis also heute noch.
00:13:40: genauso wie damals sind Geräusche die man nie vergibt.
00:13:43: und dann war ich urplötzlich draußen aus der Maschine.
00:13:46: Ich trudelte alleine mit meiner Sitzbank, einer Dreiersitzbank also wie ich rausgeschleudert wurde nicht aber dass sich dann in der Luft war und mich im freien Fall befand.
00:13:55: und was passiert war war mir in dem Moment außerordentlich klar das ich abstürze und es waren aber nur Bruchteile von Sekunden und ich habe diese ganz kurze dieses kurze Erlebnis das war im Grunde nur so ein wie einen Gedankengang ganz kurz ungeheuer stark empfunden, aber ich hatte keine Angst.
00:14:13: Es war zu kurz um Angst zu
00:14:15: haben.".
00:14:15: Das ist so heftig das zu hören oder?
00:14:18: Ja dass man das so wahrnehmen kann.
00:14:19: in dem Moment also du sitzt auf deinem Sitz draußen fällst nach unten.
00:14:24: das es so absurd.
00:14:25: aber ich meine klar wenn du bei Bewusstsein bist dann bekommst du's natürlich mit aber ich weiß nicht wie du dich dann fühlen musst.
00:14:32: also du denkst jetzt okay du bist angeschnallt und stürzt vom Himmel.
00:14:36: das ist ja das kann man ja gar nicht begreifen in den moment.
00:14:39: Ich hatte auch irgendwie gedacht, dass man so unter Schock ist.
00:14:41: Dass man sich gar nicht mehr erinnert und es ist ja auch so ein bisschen finde ich dieses das viele sagen naja bei so einem Flugzeugabstoß Das ist natürlich ganz ganz schlimm aber du merkst es im Grunde Nichtes geht viel zu schnell.
00:14:52: Man ist dann so überfordert.
00:14:54: Und dann denke ich jetzt wenn man das hört von ihr Ist ja auch klar Es haben ja auch wenige Leute überhaupt jemals sowas überlebt Dass Du wirklich checkst sozusagen aus der Maschine geschleudert wirsten und das dir klar ist, du bist jetzt in dreitausend Metern Höhe.
00:15:08: Du sitzt auf einem Sitz, der aus einem zerbrochenen Flieger rausgeflogen ist und saust jetzt Richtung Erdboden.
00:15:14: also da kommen wir wieder zu den Urengsten.
00:15:17: Das finde ich so Horror!
00:15:19: Ja, stimmt.
00:15:19: Das ist wirklich so die Theorie!
00:15:21: Das habe ich mir auch schon öfter gedacht.
00:15:22: Wenn das Flugzeug tatsächlich abstürzen sollte bekommen wir es ja eh nicht mehr mit aber... Ich glaube beim nächsten Flug werde ich da doch anders drüber denken.
00:15:32: Es ist auf jeden Fall wirklich heftig.
00:15:33: also Juliane fällt dann eben angeschnallt auf ihrer Sitzbank aus ungefähr drei tausend Metern Höhe in den Dschungel.
00:15:41: Was aber ganz genau passiert ist, das weiß man bis heute natürlich nicht wirklich weil sie dann auch irgendwann ohnmächtig wird.
00:15:47: Aber es gibt natürlich Hypothesen.
00:15:49: also erstens heißt es dass Gewitter erzeugt eben vielleicht so diese starken Aufwinde die dann wie so ein bisschen wie so einen Fallschirm wirken könnten.
00:15:57: zweite Theorie die Sitzbank.
00:15:59: die dreht sich vermutlich so um die eigene Achse Also so eine Art Autorotation wodurch dann vielleicht zusätzlicher Luftwiderstand entsteht.
00:16:06: und drittens der Amazonas Regenwald ist halt kein harter Boden.
00:16:10: Das Kronendach besteht so aus mehreren Schichten, aus Ästen, Lianen und Blättern.
00:16:15: Und sie erzählt auch später noch dass sie sich so... bisschen daran erinnert, wie sie festgeschneit mit dem Kopf voraus so auf die Bäume zugeflogen ist.
00:16:23: Doch dann ist sie dann doch unmächtig geworden.
00:16:25: aber sie schlägt halt nicht direkt auf den Boden auf sondern sie wird gewissermaßen von diesem Blätterdach irgendwie abgebremst und fällt dann die verschiedenen Schichten der Bäume so runter bis sie dann irgendwann am Boden ankommt.
00:16:36: Und erst am nächsten Morgen etwa zwanzig Stunden später da kommt sie dann wieder zu sich und sie lebt!
00:16:42: Es ist so unglaublich.
00:16:43: es ist echt ein Wunder das sie das überlebt hat.
00:16:46: Ja, total.
00:16:47: Und den Moment als sie da wieder zu sich kommt, den beschreibt sie im Schweizer Fernsehen so.
00:16:53: Um neun Uhr morgens, meine Uhr ging noch ... Da war ich in der Lage auf die Uhr zu schauen und da wachte ich dann auf im Wald, im Regenwald.
00:17:03: In dem Moment war mir auch klar... Was passiert war, seltsamerweise wusste ich.
00:17:07: Das war der erste Moment ... Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging.
00:17:11: Ich bin abgestürzt und habe es überstanden.
00:17:13: Ich hab's überlebt!
00:17:14: Ich lag am Boden und die Sitzbank war halb über mir nicht mehr angeschneit.
00:17:18: Ich muss mich abgeschnallt haben.
00:17:19: Ich musste aber während dieses Sturzes angeschnallte geblieben sein also nicht aus dem Gurt herausgefallen sein sonst hätte ich das niemals überleben.
00:17:26: denn dass alles passierte in drei tausend Metern Höhe.
00:17:29: Und der erste Eindruck, den ich hatte war als ich diesen in die Kronen, in das Kronendach dieses Waldes sah.
00:17:36: Das ist derselbe Wald, den Ich von unserer Station kenne weil ich war eineinhalb Jahre vorher vor dem Absturz auf dieser biologischen Station gewesen habe meine Eltern begleitet dort.
00:17:46: sie haben mich unterrichtet wenn dann später wieder in die Schule zurück nach Lima und ich habe dort den Urwald diesem Tiefland Regenwald im Amazonischen Peru sehr intensiv kennengelernt.
00:17:59: Okay, ja klar!
00:18:00: Sie kannte sich natürlich aus aber trotzdem so krass dass sie da jetzt mitten im Dschungel ist und natürlich auch gar nicht weiß was sonst um sie herum passiert ist mit den anderen.
00:18:10: Ja genau das ist echt heftig und um sie herum ist halt einfach alles voller Bäume.
00:18:15: Das hat sie ja auch selbst schon so beschrieben und ich habe dir nochmal ein Foto mitgebracht, so sieht das dann ungefähr aus.
00:18:20: Du hast eben gesagt es ist jetzt nicht so sonderlich anders als wie man sich das in einem normalen Wald vorstellt.
00:18:25: aber auch da weiß man ja dass es einfach an jeder Ecke gleich erstmal.
00:18:30: Ja ja, total.
00:18:31: Es ist richtig mächtig!
00:18:33: Also die Bäume sehen von hier auf diesem Foto riesig aus und da kann man sich auch vorstellen dass wenn du durch diese Bäume erstmal diese ganzen Etappen nach unten fällst das es wirklich ein bisschen abbremst.
00:18:44: aber...ja das ist natürlich auch angsteinflößend weil du dich wahrscheinlich dreimal rumdrehst und dann weißt schon gar nicht mehr wo du gewesen bist.
00:18:51: ich könnte mir vorstellen dass das alles gleich aussieht.
00:18:53: Ist sie denn nicht trotzdem schwer verletzt?
00:18:56: Na, es geht also dafür dass sie dreitausend Meter gefallen ist quasi kaum.
00:18:59: Also sie hat schon eine schwierige Hirnerschütterung.
00:19:02: ihr Schlüsselbein ist gebrochen Sie hat auch ne Stauchung der Halswirbelsäule ein Kreuzband ist gerissen und an ihrem Bein und ihrem Arm klafft schon eine tiefe Schnittwunde aber trotzdem drei tausend meter.
00:19:13: ich meine wenn man sich das vorstellt Dafür geht's wirklich noch.
00:19:16: Und eben ihre Brille ist weg.
00:19:19: Naja, das hattest du schon vorhin angesprochen.
00:19:21: Aber du musst ja eigentlich auch die Wunden erst mal versorgen.
00:19:24: also wenn sie da wirklich offene Wunden hat, tiefe Schnittwunden... Also ich glaube, dass sollte man jetzt nicht so lange einfach mit sich rumtragen.
00:19:33: Ne, sollte man eigentlich nicht.
00:19:34: aber sie ist halt mitten im Dschungel und alleine!
00:19:37: Und sie ist kurzsichtig, also ohne Brille natürlich Horror und sie hat nur noch einen Schuh und trägt auch nur ein dünnes Sommerkleid.
00:19:46: Was sie immerhin noch findet, sind ein paar Wombongs.
00:19:48: Aber das war es auch!
00:19:49: Sie ist siebzehn vollkommen allein mitten im Amazonas und erinnert sich nur bruchstückhaft an das was eben vorher passiert ist.
00:19:57: Und sie weiß nicht wie lange sie jetzt bewusstlos war und da im Dschungel schon gelegen hat.
00:20:02: aber sie weiss dass Flugzeug ist abgestürzt und ihre Mutter saß eigentlich neben ihr auf der Bank und die ist jetzt weg.
00:20:12: Doch sie hört nur ihr eigenes Echo.
00:20:14: Versucht andere Überlebende zu finden, geht ein Stück weit ruft wieder nach Menschen doch da ist niemand.
00:20:21: Später wird man herausfinden es gab wohl tatsächlich noch andere die den Absturz zunächst überlebt haben aber niemand sonst hat es aus dem Dschungel heraus geschafft.
00:20:30: Aber Sie hat's ja offenbar dann geschafft als siebzehnjähriges Mädchen.
00:20:34: das ist echt krass!
00:20:35: Da musst du mir jetzt erzählen wie das geklappt hat.
00:20:38: Sie ist ja keine gewöhnliche, siebzehnjährige so wie wir uns das vorstellen weil sie eben kein Stadtkind sondern mit diesen Dschungel Expeditionen groß geworden.
00:20:46: Das heißt sie kennt die Regeln erstens nämlich bleibt nicht stehen und zweitens Folge Wasser.
00:20:55: Was mir dann half einer Entscheidung zu treffen war dass ich das Tropfen von Wasser hörte.
00:21:00: noch dort an der Absturzstelle da befand sich ein kleines Rinsaal eine Quelle Und in dem Moment erinnere ich mich an das, was mein Vater mir immer gesagt hatte.
00:21:09: Wenn man sich im Wald verläuft – da sieht ja ein Baum aus wie der andere -, dann kann man von Glück sagen, wenn man irgendwo einen Bechlein, fließendes Wasser findet, den sollte man unbedingt folgen und dann hat man vielleicht das Glück, dass man dann auch irgendwann zu Menschen kommt.
00:21:24: Ja, Glück braucht man schon bisschen aber vor allem eben Wissen!
00:21:28: Ihre Bedingungen sind dennoch nicht optimal.
00:21:30: Sie trägt ein aufgerissenes Kleid, hat einen Schuh verloren, den zweiten behält sie, sie hat kein Wasser und nur eine Tüte mit Bonbons – das ist jetzt wirklich keine Ausstattung für eine Expedition.
00:21:41: in Anführungsstrichen!
00:21:43: Und der peruanische Amazonas ist dicht, also wirklich extrem dicht.
00:21:47: Das Blätterdach liegt da wie so ein grünes Dach in dreißig manchmal vierzig Metern Höhe über dem Boden und darunter.
00:21:54: es ist dämmerisch, es ist feucht und stickig die Luft steht und die Temperatur liegt konstant über dreizig Grad.
00:22:01: dazu eine Luftfeuchtigkeit die einem das Atmen schwer macht und überall summt kriegt und raschelt es Insekten Armeisenstraßen, giftige Schlangen, Dornen, modriger Boden.
00:22:13: Ja und Orientierung ist fast unmöglich.
00:22:16: also ohne Kompass sieht einfach alles gleich aus jeder Baum jede Lichtung jeder Wasserlauf.
00:22:22: man bewegt sich langsam weil man halt auch ständig so über Wurzeln steigen oder sich so durchs Gestrüpp schneiden muss.
00:22:28: Also das ist wirklich kein Ort durch den Mann mal ebenso spaziert sucht dann eigentlich schon jemand nach dem Flugzeug?
00:22:35: Ja, das schon.
00:22:35: Also in Peru ist klar geworden dass das Flugzeug verschwunden ist und die Suche beginnt und schnell ist klar das was passiert sein muss und dass das Flugzeug vermutlich im Dschungel liegt.
00:22:46: Und eigentlich... Könnte die Geschichte hier vorbei sein?
00:22:49: Denn noch bevor Juliana sich auf den Weg macht, hört sie nämlich das Brummen von anderen Flugzeugen über sich.
00:22:55: Die nach ihr und den anderen suchen.
00:22:57: Das Problem ist aber dass das blattdickig so dicht ist, dass man von oben niemandem sehen kann.
00:23:03: Und auch Sie kann das Flugzeug am Himmel nicht erkennen und nur hören.
00:23:07: Also muss er sich auf dem Weg machen und Hilfe suchen.
00:23:11: Sie ist weit weg vom Wrack von den anderen Gästen irgendwo im Dschungel, weil sie ja eben aus dem Flugzeug geschleudert wurde.
00:23:19: Deshalb hält sie sich jetzt an die Regel folge dem Wasser – das macht sie!
00:23:23: Sie hört das Pletschern einer kleinen Quelle, sucht woher das Geräusch kommt und trinkt erstmal etwas.
00:23:30: Das Wasser ist nicht besonders sauber aber es ist besser als nichts.
00:23:33: Dann folgt sie dem kleinen Bach, denn wo Wasser ist da könnten ja auch Menschen sein.
00:23:38: Das hat ihr Vater ihr eingebleut!
00:23:41: Der Bach der wird auch langsam größer und irgendwann wird er zu einem Fluss.
00:23:46: Sie geht weiter aber alles ist grün und verwachsen – ein Meter sieht aus wie der nächste Und das macht sie über Stunden.
00:23:54: Immer wieder liegen Baumstämme kreuz und quer und dichtes Gestrüpp versperrt ihr den Weg und sie muss darüber klettern.
00:24:01: Als das Wasser so rund fünfzig Zentimeter breit wird, wird es daneben etwas trockener und sie kann besser laufen.
00:24:09: Wie weit Sie am ersten Tag kommt, das können Sie nicht sagen aber um sechs Uhr herum wird es dunkel.
00:24:15: Sie sucht also nach einer Stelle wo sie die Nacht verbringen kann Und sie gönnt sich ihr Abendessen ein Fruchtbonbon Denn mehr Essbares hat sie noch nicht gefunden und so schläft sie zum Glück erst mal erschöpft ein Naja, aber so eine Nacht im Dschungel ist wahrscheinlich auch nicht so schön.
00:24:32: Also wir haben ja vorhin das Foto gesehen mit der Mutter und dem Gewehr.
00:24:35: ich kann mir vorstellen dass es da auch gefährlich sein kann und vermutlich auch nicht ganz so entspannt.
00:24:43: Nee, definitiv nicht.
00:24:44: Also nachts im Regenwald ist es ja auch nicht ruhig also gar nicht.
00:24:47: ich meine man stellt sich das irgendwie immer so still vor vielleicht noch ein bisschen Grillenzirpen oder so.
00:24:52: aber da im Dschungel ist es eher wie so ein Dauergeräusch.
00:24:55: also es summt, es zirbt, es quagt und knackt.
00:24:58: also irgendwo raschelt ständig irgendwas im Gebüsch.
00:25:01: Man weiß halt eben auch nie wie du eben schon gesagt hast ob das jetzt nur irgendein Insekt ist oder halt ein größeres Tier.
00:25:07: Dann wieder so ein lauter Ruh von irgendeinem Vogel oder vielleicht von einem Affen, der einen dann wirklich komplett zusammen zucken lässt.
00:25:14: Und das alles bei absoluter Dunkelheit.
00:25:16: also kein Straßenlicht, keinen Mond, der richtig durchkommt weil das Blätterdach so dicht ist.
00:25:21: Man sieht fast nichts aber man hört alles und wenn man alleine ist und verletzt wird natürlich jedes Geräusch plötzlich auch noch lauter.
00:25:31: Juliane wird am nächsten Tag wach und hat eigentlich gar keine Angst mehr.
00:25:35: Und gar nicht mehr so viele Schmerzen, das hat sie in ihrem Buch als ich vom Himmel fiel wie mir der Dschungel mein Leben zurückgab später aufgeschrieben.
00:25:43: Das liegt auch vermutet man ein bisschen an ihrer Gehirnerschütterung und auch daran dass die Emotionen einfach ausschaltet weil sie halt funktionieren muss.
00:25:52: Sie rechnet aus, dass es vermutlich der zweite Weihnachtsfeiertag also der sechsozwanzigste Dezember ist.
00:25:58: Sie vermisst ihre Mutter Aber ihr ist klar, dass sie zuerst sich selbst retten muss bevor Sie Ihre Mutter suchen und diese retten kann.
00:26:06: Und was ist mit einem Suchtrupp?
00:26:08: haben die jetzt schon aufgegeben?
00:26:09: Und vor allen Dingen auch das ist mit Ihrem Vater der müsste ja wahrscheinlich auch nach Ihr suchen!
00:26:14: Ja so schnell aufgegeben haben die nicht.
00:26:16: es werden ja schließlich alle Personen aus dem Flugzeug vermisst.
00:26:19: also im ganzen Land suchen Einsatzkräfte nach dem Flugzeuge doch die Suchtrupps die kreisen eben über den Bäumen und sehen noch nicht mal Wrackteile.
00:26:29: Das heißt, sie müssen sich so ein bisschen auch auf Zeugenberichte verlassen.
00:26:32: Also es kommen dann schon Hinweise aus der Bevölkerung dort.
00:26:35: also Leute berichten dass sie einen Kneil gehört haben von einer Explosion und dadurch können die Flugbehörden so ein bißchen herausfinden wo sich das fragt und die Passagiere befinden könnten.
00:26:47: Die Flugzeuge die kreisen immer wieder über Juliane's Kopf aber das bringt nichts weil sie sie nicht sehen können unter all dem grün Eine erste Gruppe suchen da, die startet auch zu Fuß.
00:26:58: Aber das ist eben sehr gefährlich im Dschungel.
00:27:00: Es saß auch noch ein anderes Kind im Flugzeug und der Vater dieses Kindes – das erfährt man später – will dem Suchtrupp auch noch was zu essen und so nachbringen und stirbt auf den Weg dorthin.
00:27:11: Also der Dschungell ist wirklich gefährlich!
00:27:15: Nicht nur für die Suchttrupps sondern eben auch für Juliane.
00:27:18: Die ist mittlerweile seit vier Tagen unterwegs.
00:27:21: Sie spaziert mehr oder weniger orientierungslos immer noch den Fluss entlang.
00:27:26: Ja, und wir dürfen nicht vergessen sie ernährt sich seit Tagen nur von diesen paar Bombons die sie noch hat und auch hier immer nur von wenigen damit sie eben nicht plötzlich ausgehen.
00:27:36: Sie hat zumindest Wasser weil sie ja am Wasser entlang läuft.
00:27:39: aber sie ist ja eben auch verletzt Und sie weiß zwar dass nach ihr gesucht wird Aber ihr ist natürlich auch bewusst wie unwahrscheinlich es ist das sie gefunden wird.
00:27:49: Das macht natürlich auch was mit ihren Emotionen, ich meine sie ist erschöpft.
00:27:53: Sie ist alleine!
00:27:53: Sie braucht dringend Hilfe und plötzlich taucht vor ihr eine Bank auf... ...eine Sitzbank aus dem Flugzeug.
00:28:02: Oh Mann!
00:28:02: Und findet sie auch Menschen?
00:28:04: Ja allerdings kann sie für diese Menschen nichts mehr tun denn die Menschen sind tot.
00:28:10: Die Bank, die steckt verkehrterum im Schlamm.
00:28:13: auf ihr Sitzen drei Menschen ebenfalls verkehrt herum.
00:28:16: Also wirklich ein schrecklicher Anblick erinnert sich Juliane.
00:28:20: Sehr schwieriger Moment!
00:28:21: Es war ein sehr grauenhafter Moment für mich.
00:28:24: ich stand dort als ich diese Sitzbank entdeckte.
00:28:27: Ich muss dazu sagen, ich ahnte vorher schon was auf mich zukommt weil ich hörte ein sehr typisches Geräusch einen Brausen rauschen Und ich wusste von der Station her, auf der ich vorher gewesen war, dass es nur ein Tier gibt.
00:28:41: Dass so ein Geräusch macht?
00:28:42: Das ist ein Landender Königsgeier.
00:28:44: Königs-Geil gehen nur an großes Ars und da war mir eigentlich klar sie gehen an die Toten.
00:28:49: Ich bin wirklich nur wenige Meter weiter um eine Flussbiegung herum, eine Bachbiegung herum.
00:28:56: Da fand ich dann diese Sitzbahn mit den drei Toten und ich bin stehen geblieben.
00:28:59: Ich war wie gelehmt, konnte mich erst nicht rühren.
00:29:02: Ich hatte auch noch nie Tote gesehen.
00:29:04: Und der Trost dabei war, diese Sitzbank die stark in der Erde.
00:29:09: Die war mit solcher Wucht auf der Erde geprahlt dass sie mindestens ein Meter in die Erde gerammt worden war.
00:29:15: und diese drei Menschen die auf dieser Sitzbanks saßen ich sah nur die Füße die waren sofort tot weil so etwas kann man nicht überstehen.
00:29:21: das war der einzige Trost und ich wusste meine Mutter war es nicht weil sie war ja neben mir gesessen hat aber eine Weile gedauert bis sich das verinnerlicht hatte.
00:29:30: Das ist so schlimm.
00:29:31: stell dir das mal vor Du hast ja wahrscheinlich die ganze Zeit noch Hoffnung, dass du irgendwie ihn findest und dann siehst du diese toten Menschen da.
00:29:39: Und ich mein, dann wird dir wahrscheinlich auch klar was für ein Glück du selbst hattest?
00:29:44: Und ich meine, sie sagt ja, es hat noch nie einen Toten gesehen und das muss so ein Schock gewesen sein!
00:29:49: Das tut mir echt richtig leid für Sie.
00:29:52: Ja, richtig, richtig schlimm.
00:29:53: Und klar auf der einen Seite wird sie gedacht haben oh Gott, ich hab Glück, dass ich's überlebt habe aber natürlich sieht sie dann auch ganz klar... vor sich, wie das für sie hätte ausgehen können.
00:30:04: Und es könnte eben auch so enden dass ihr am Ende trotzdem im Dschungel stirbt ohne dass sie jemand findet und das ist gar nicht so
00:30:11: unwahrscheinlich.".
00:30:13: Also geht Juliane weiter versucht nicht daran zu denken!
00:30:16: Sie macht sich weiter auf den Weg den Fluss entlang und so sieht dann jeder ihrer Tage aus.
00:30:22: Sobald die Sonne scheint geht sie los wenn sie untergeht sucht sie sich einen Ort für die Nacht und legt sich schlafen.
00:30:29: Sie versucht auch anfangs noch mitzuzählen, wie viele Tage vergangen sind.
00:30:33: Aber irgendwann verliert sie da auch den Überblick.
00:30:35: es ist ihr dann irgendwie unmöglich.
00:30:38: Und was ist die ganze Zeit?
00:30:39: Also, die Bombons werden wahrscheinlich nicht reichen oder?
00:30:42: Nee genau.
00:30:42: Sie hat sich eigentlich nur von den paar Bombons ernährt aber irgendwann sind sie natürlich alle aufgegessen und dann trinkt sie im Grunde nur noch Wasser.
00:30:49: also zum Glück weiß sie ja viel über den Dschungel zb auch welche Pflanzen giftig sind und welche nicht.
00:30:55: Aber sie kann halt auch keine Tiere fangen.
00:30:57: sie ist ja wirklich nur in diesen Sommerkleider unterwegs hat nur einen Schuh und trägt keine Brille.
00:31:02: das ist natürlich schwierig auch Feuer zu machen oder so geht nicht.
00:31:07: weiterhin hat sie halt Wasser, dank des Flusses neben dem sie marschiert.
00:31:10: Aber das Wasser habe ich ja vorhin schon gesagt ist jetzt nicht so sonderlich sauber, es ist eher ziemlich braun.
00:31:15: Sie trinkt es aber trotzdem einfach weil sie keine andere Wahl hat.
00:31:19: Sie ist ja am vierundzwanzigsten Dezember abgestürzt und jetzt ist so entweder der neunzwanzigerste oder dreißigste Dezmber rechnet sie aus.
00:31:27: also beinahe eine Woche ist sie nun schon alleine im Dschungel.
00:31:31: Und dann hört sie den Ruf von einem Vogel Toerinnersticher, die Eltern sind Biologen haben ihr ganz viel Wissen weitergegeben und es ist der Ruf eines Stinkvogels.
00:31:41: Und das gibt ihr plötzlich Hoffnung!
00:31:43: Warum?
00:31:44: Weil diese Stink-Vögel ausschließlich an offenen Gewässern sideln.
00:31:49: Das bedeutet wenn sie offenes Gewässer gefunden hat dann vielleicht auch Menschen.
00:31:54: Sie folgt jetzt weiterhin dem Fluss – richtig viel siehts ja nicht wegen der fehlenden Brille Und irgendwie sieht sowieso auch alles gleich aus.
00:32:03: Gerade als er sich einen Platz zum Schlafen suchen möchte, da sieht sie endlich wieder ein Stück vom Himmel – das erste Mal seit sie vom Himmel gefallen ist!
00:32:12: Sie ist also auf einer Lichtung angekommen und über ihr kreist ein Flugzeug in der Luft.
00:32:18: Der Suchtrupp ist noch aktiv.
00:32:20: Sie winkt und versucht auf sich aufmerksam zu machen.
00:32:23: Das ist ihre Rettung, denkt sie.
00:32:26: Doch dann dreht der Pilot ab und fliegt davon.
00:32:29: Er hat sie nicht gesehen.
00:32:30: Und noch schlimmer, dieser Stinkvogel hat aufgehört zu singen vermutlich verschreckt durch das Flugzeug.
00:32:36: Oh no!
00:32:37: Ich hatte jetzt echt Hoffnung auch mit ihr dass die endlich gefunden wird, dass endlich alles gut wird.
00:32:42: ich mein du isst da seit Tagen durch den Dschungel und dann auf einmal siehst Du ein Flugzeug und das dreht dann wieder ab.
00:32:48: es ist ja so enttäuschend.
00:32:51: also Ja das muss schrecklich für Sie gewesen sein.
00:32:54: vermutlich hat sich auch gedacht Jetzt wird sie endlich gerettet oder?
00:32:57: Ja, total.
00:32:58: Und die Enttäuschung ist natürlich groß weil ihre Bomberungsgehen zu Ende, ihre Kraft auch und sie legt sich einfach nur noch auf den Boden um einzuschlafen und wir haben es ja vorhin kurz angesprochen Diese Tiere, die es da gibt.
00:33:12: Sie schläft ja neben einem Fluss und soweit sie sich hinlegt und sich nicht so doll bewegt sammeln sich einfach Tiere auf ihr Moskitos Insekten fliegen auf ihrem Gesicht um sie zu stechen auch Und sie hat ja diese Schnittwunden und besonders viele Insekte sammelt sich dort.
00:33:30: Dann regnet's ja auch immer wieder heftig.
00:33:32: also fast täglich wird Juliane bis auf die Unterwäsche vom Regen durchnässt Und eigentlich hat sie wirklich nicht die Kraft, das noch viel länger mitzumachen.
00:33:40: Aber sie hat gleichzeitig schon irgendwie das Gefühl Sie müsste sich beeilen wegen ihrer Mutter und sie denkt dass diese vielleicht ja doch schon bei ihrem Vater ist.
00:33:49: Vielleicht hat sie sich gerettet wurde gefunden und sie sich Sorgen um sie macht.
00:33:53: Deshalb sagt sie ich werde das überleben.
00:33:56: aber zunächst wird es erstmal schlimmer denn Die angesprochenen Schnittwunden am Fuß und am Oberarm haben sich entzündet Die Eitern und in der Nacht haben sich da Fliegen angesammelt, ihre Eier darin gelegt.
00:34:09: Und dann entdeckt sie Maden in ihren Wunden!
00:34:14: Oh nein, oh Gott das ist so schlimm!
00:34:17: Das ist ja schon angedeutet aber es ist wirklich so schrecklich wenn du dir das vorstellst.
00:34:22: Ja also das finde ich auch richtig gruselig.
00:34:26: Der schlimmste Fall, weil du hast es ja vorhin auch schon gesagt.
00:34:29: Wenn man verletzt ist, man müsste die Wunden eigentlich versorgen und sie hat aber nichts dabei.
00:34:34: ich meine auch nur dieses kleine Sommerkleid.
00:34:35: Sie kann noch nicht mal irgendwas anderes benutzen um irgendwie ihre Wunden zu säubern.
00:34:41: Jetzt fragt sich natürlich was soll ich jetzt machen?
00:34:44: Und sie versucht da erstmal ruhig zu bleiben und erinnert sich dass es Mal ein ähnliches Problem mit ihrem Hund gab.
00:34:50: Damals hat ihr Vater den Hund dann so mit Petroleum behandelt Aber das hat sie natürlich nicht dabei.
00:34:56: Und sie überlegt jetzt, welche Gefahren es gibt.
00:34:58: Eine Entzündung, eine Blutvergiftung, dass ihr womöglich der ganze Arm amputiert werden muss wenn sie gerettet wird.
00:35:04: Aber Liliane ist halt schon schlau und sie überlegt sich halt okay ich weiß nicht wie lange es dauert bis ich medizinische Hilfe bekomme.
00:35:12: Ich muss mich selbst kümmern.
00:35:14: Sie hat ein Ring am Finger und nimmt den dann um die Wunde so auszuschaben.
00:35:19: Ob das jetzt wirklich eine gute Idee war, weiß man natürlich nicht weil ich meine der Regen ist natürlich auch nicht steril und sauber wie auch ja sie ist seit Tagen im Regenwald unterwegs.
00:35:28: könnte also sein dass es klug war aber es könnte genauso sein dass sie's damit schlimmer gemacht hat.
00:35:33: sie weiß es einfach nicht okay sie ird ja jetzt schon die ganze Zeit rum beziehungsweise geht hier eigentlich den Fluss entlang.
00:35:41: müsste sich jetzt nicht irgendwo mal ankommen wo es Menschen gibt?
00:35:45: Ja, nicht unbedingt ehrlich gesagt.
00:35:46: Denn das Gebiet über dass wir hier sprechen ist wirklich riesig!
00:35:51: Also der Dschungel in dem sie da herumirrt, der ist größer als Frankreich.
00:35:55: also kannst du dir vorstellen dann kannst du tagelang wochenlang einfach gerade auslaufen und im Zweifel triffst du niemandem.
00:36:02: ja aber immerhin der Bach den Sie folgt er es inzwischen ein tiefer und breiter fluss.
00:36:07: aber irgendwann kommen doch auch wieder ihre Schmerzen zurück.
00:36:10: sie is richtig erschöpft.
00:36:12: Und was sie auch noch vergisst, dass die Sonne halt sehr stark ist.
00:36:15: Wenn die mal durchkommt und so zieht sich dann auch einen furchtbaren Sonnenbrand zu.
00:36:19: So schlimm das wirklich ihre Haut so zerreißt!
00:36:22: Sie ist müde, sie hat Hunger, sie hatte keine Bombons mehr und es fällt ihr wirklich jeden Morgen schwerer aufzustehen.
00:36:29: Und sie fragt sich jeden morgen ob es noch einen Sinn hat weiterzumachen.
00:36:33: Aber sie entscheidet sich für Ja.
00:36:35: Sie sagt, sie ist zu jung um hier zu sterben aber sie hat halt nichts zu essen.
00:36:40: an irgendeinem Punkt überlegt sie sich, noch irgendwie giftige Frösche zu fangen.
00:36:44: Aber sie erwischt keinen!
00:36:45: Sie ist seit zehn Tagen unterwegs.
00:36:47: viel läuft sie ja das habe ich schon gesagt aber manchmal schwimmt sie auch einfach oder lässt sich einfach so im Fluss weiter treiben durch die Strömung weil sie halt das Gefühl hat damit kommt sie zumindest weiter vorwärts.
00:36:59: und am Abend da stoppt sie dann an irgend einer Kiesbank wo sie einfach so schutzlos liegen bleibt und sie ist immer noch schwer verletzt.
00:37:07: Was sie nicht weiß, die Sucher nach Überlebenden wurde mittlerweile eingestellt.
00:37:10: Also niemand glaubt mehr daran dass nach so langer Zeit noch jemand lebend gefunden werden kann.
00:37:16: Es sind zehn Tage vergangen es gibt eine neunzig Tote so steht das in der Zeitung und niemand hat überlebt.
00:37:23: aber gerade als ihr die Hoffnung wirklich aufgeben will da kommt die Wende Juliane wird gefunden.
00:37:30: Boah, endlich!
00:37:32: Ja das ist wirklich krass.
00:37:33: Endlich das Glück.
00:37:35: und so erzählt sie darüber im Schweizer
00:37:37: Fernsehen.".
00:37:56: Und da war niemand.
00:38:00: Das war natürlich auch schon mal sehr enttäuschend.
00:38:03: Am nächsten Tag regnete es in Ström, ich überlegte was machst du jetzt?
00:38:06: gehst du weiter oder bleibst du dort?
00:38:08: Dann bin ich wahrscheinlich schon sehr antriebslos durch den Hunger wahrscheinlich obwohl ich keinen Hunger empfand und ich bin dann dort geblieben und am Nachmittag hörte es auf zu regnen und ich konnte mich nicht mehr aufraffen.
00:38:19: Ich war einfach schon zu schwach geworden und auch mutlos.
00:38:22: Dann habe ich gedacht ich bleibe noch eine Nacht das war eh schon Abend.
00:38:25: Und dann habe ich plötzlich Stimmen gehört und das habe ich zuerst nicht wahrhaben wollen, nicht glauben können.
00:38:31: Dann kamen drei Männer aus dem Wald, die blieben stehen und starten mich an.
00:38:35: zum Glück konnte ich spanisch weil es gibt da eine sage.
00:38:38: Es gibt da ein Blondewassergöttin Die Jaco Mama und ist gefährlich für Menschen.
00:38:43: und wer weiß was sie mir getan hätten.
00:38:47: Man weiß nicht, ob sie mich schlagen hätten vielleicht oder wer hätte versucht, mich zu verscheuchen.
00:38:52: Jedenfalls haben Sie mich dann meinen Wunden verarztet und ich habe mich dann wirklich unglaublich erleichtert gefühlt.
00:39:01: Ich konnte nichts essen!
00:39:02: Sie haben mir was angeboten, so geriebenen Mannjog.
00:39:05: Das ist da ein typisches Essen aber ich konnte kaum etwas runterbringen und am nächsten Tag haben sie mich zurückgebracht in die Zivilisation.
00:39:12: Oh Gott, stell dir das mal vor sie.
00:39:13: Hätten Sie für eine böse Wassergöttin gehalten und werden dann vor ihr weggelaufen?
00:39:19: Das war ja jetzt echt noch unfassbar gewesen aber heftig!
00:39:24: Herr Total, jetzt erklärt sie aber den Männern, dass sie in diesem Flugzeug war das abgestürzt ist.
00:39:29: Das sind so Waldarbeiter die sich dann sofort um Sie kümmern.
00:39:32: also sie hatte auch wirklich wahnsinniges Glück denn die Stelle an der die Männer sie gefunden haben es wirklich die einzige Stelle an dem ganzen Fluss wo Menschen arbeiten.
00:39:42: wäre sie nicht auf die gestoßen dann hätte sie echt noch lange den fluss im lang marschieren können ohne auf eine einzige Person zu treffen Und dann nimmt sie irgendwann die erste Mahlzeit ein.
00:39:53: Es gibt so eine Art Brei, sie trinkt das erste Mal wieder Wasser was nicht aus dem Fluss ist und hier siehst du auch das erste Bild nach ihrer Rettung.
00:40:01: Ja, also sie ist hier in eine Decke gehüllt glaube ich oder so ein bisschen umschlungen mit zum Tuch.
00:40:06: Aber ehrlich gesagt wenn ich so lange im Dschungel unterwegs gewesen wäre wie Sie... Also ich habe mir jetzt ein komplett anderes Bild vorgestellt!
00:40:14: Sie sieht noch relativ fit aus dafür was sie erlebt hat.
00:40:17: man sieht jetzt gut auch keine Wunden direkt aber Boah, also sie muss sich wirklich tapfer geschlagen haben.
00:40:24: Das ist natürlich superheftig was sie da durchgemacht hat und dafür geht's ihnen auch relativ gerade.
00:40:30: und ja es sieht sogar aus als würde sie fast ein bisschen lächeln.
00:40:33: wahrscheinlich ist sie auch so erleichtert dass jetzt gefunden wurde.
00:40:36: Ja und um Sie herum sind drei Menschen wahrscheinlich Dorfbewohner die sie da gefunden haben.
00:40:41: der eine Mann hält sie so an der Hand und stützt sie so ein bisschen freut sich auch und lächelt Wahrscheinlich auch total froh das er ihr jetzt helfen konnte.
00:40:49: Daneben steht eine Frau, die sie noch so ein bisschen stützt und festhält.
00:40:53: Die schaut so'n bisschen besorgt.
00:40:56: Wahrscheinlich hat sie gesehen was sie für Wunden hat, was sie da jetzt gerade durchgemacht hat Und ein anderer Mann der schon ein bisschen älter aussieht Schaut sich ganz interessiert an und kann wahrscheinlich auch gar nicht fassen Was sie da erzählt, was ihr erlebt hat.
00:41:10: Ja es ist ja wirklich unfassbar wenn man sich überlegt dass alle anderen gestorben sind und eine einzige Person überlebt hat.
00:41:15: Es klar das die Leute da einfach schockiert sind?
00:41:19: Ja, aber dann stellt Juliane den Waldarbeiter die Frage, die ihr seit Tagen durch den Kopf geht.
00:41:24: Nämlich hat meine Mutter überlebt und wo sind all die anderen?
00:41:29: Doch die Männer müssen ihr leider die schlechte Nachricht überbringen.
00:41:33: Niemand konnte lebend gefunden werden also wirklich niemand!
00:41:38: Die Männer bringen sie jetzt mit einem Boot in die Stadt, wo sie dann endlich medizinisch versorgt wird trifft Juliane auch endlich ihren Vater wieder.
00:41:48: Und er ist so ein bisschen nüchtern, der kommt nämlich zur Tür rein und fragt erstmal einfach Na?
00:41:52: Wie geht's dir denn?
00:41:54: Und sie sagt erst mal Ja gut!
00:41:58: Männer wahrscheinlich sind die beide total überfordert genau und Männer dann zocken so na was geht?
00:42:06: Aber dann hält er sie schon ganz fest, ist natürlich total happy und hier siehst du auch noch mal ein Bild von ihr und ihrem Vater.
00:42:12: Das ist dann da wo sie so versorgt wird in einer Klinik Und auch hier, sie sieht trotzdem so fit aus.
00:42:19: Klar, sie ist ein bisschen angeschwollen glaube ich im Gesicht.
00:42:22: vermutlich hat sie auch einige Infektionen aber dafür was sie da mitgemacht hat also wirklich sieht sie noch so lebendig und gut aus.
00:42:30: man sieht auf diesem Foto keine Verletzungen.
00:42:33: Aber ja es hat sich echt so gut geschlagen.
00:42:35: Ich kann mir vorstellen nach dieser Moment als ihr dann erfährt dass alle anderen tot sind und auch ihre Mutter wahrscheinlich so schrecklich für sie gewesen sein muss Weil ich mein, sie wusste so viel über den Dschungel.
00:42:45: Julian und ihre Mutter ja noch mehr!
00:42:47: Und vielleicht war das auch die ganze Zeit ihre Hoffnung?
00:42:50: Dass sie sich gedacht hat.
00:42:51: also wenn jemand weiß wie man sich durchschlägt im Dschunge dann meine Mama... ...und dann hört sie halt diese niederschmetternde Nachricht.
00:42:59: Ich kann mir vorstellen dass es nochmal echt ein richtiger Schlag für sie gewesen sein muss.
00:43:03: Ja, das ist es auch.
00:43:04: Also Juliane freut sich schon, dass sie überlebt hat aber sie ist auf der anderen Seite wirklich wahnsinnig taub.
00:43:10: also sie fühlt nicht viel weil sie sich einfach von ihren eigenen Emotionen komplett abschottet so als Schutzmechanismus und zwei Wochen nach dem Absturz finden die Einsatzkräfte dann dank Julianis Beschreibung auch endlich das Frag mit zwanzig Leichen und darunter ist auch Julianes Mutter.
00:43:28: Auch ihr Vater muss sich ja nun eingestehen dass seine Frau wirklich tot ist.
00:43:33: Also bis zum Schluss haben natürlich beide gehofft, dass sie vielleicht doch noch irgendwo im Dschungel unterwegs ist und vielleicht noch auftauchen wird so wie Juliane eben.
00:43:42: aber leider ist es nicht so.
00:43:44: Ja das tut mir so leid für Sie!
00:43:45: Das muss ja auch total schlimm sein.
00:43:47: diese Situation also auf der einen Seite die Trauer um die eigene Mutter und dann hast du auf der anderen Seite Diese Freude, dass du selbst überlebt hast.
00:43:57: Aber natürlich reißen sich jetzt auch alle um dich!
00:43:59: Also das ist ja eine Riesensensation, was Juliane als Einzige überlebte.
00:44:04: Ja definitiv und das kannst du dir natürlich vorstellen... Das ist natürlich eine Riesengeschichte für die Medien.
00:44:10: Und spricht sie denn mit der Presse?
00:44:12: Na zu dem Zeitpunkt nicht, also erst als sie wieder ganz gesund ist.
00:44:16: Aber dann reißen sich die Medien natürlich um Sie und auch die Fluggesellschaft ist natürlich Thema in den Nachrichten Denn eine Untersuchung zeigt dass das eben nicht der erste Unfall war Und dass das Unternehmen auch wusste Dass es technische Probleme mit den Maschinen gibt.
00:44:31: und und das finde ich richtig krass Erst nach einem weiteren Absturz bei dem dann nochmal zweihundert Menschen sterben verliert das Unternehmen die Lizenz ist nicht dein Ernst.
00:44:41: Also da mussten jetzt noch mal zweihundert Menschen sterben, bis da irgendwie eingeschritten wurde?
00:44:47: Das kann doch nicht wahr sein!
00:44:50: Aber immerhin haben Sie jetzt Ihre Lizenz verloren, dass so ein Unglück nicht noch einmal passiert... aber weißt du denn was zu Juliana?
00:44:57: also was macht sie
00:44:58: jetzt?!
00:44:59: Ja die hatte sich während der Zeit im Dschungel geschworen etwas Gutes zu tun wenn sie überlebt.
00:45:05: So erzählt sie das Als ich da alleine war, diese einsamen Tage, die ich dort verbracht habe.
00:45:10: Da hab' ich sehr viel nachgedacht was ich machen werde wenn nicht das übersteht und ich hab mir vorgenommen, ich möchte eine sinnvolle Aufgabe tun irgendetwas für... Nachdem ich auch die Tochter von Biologen bin, hab' natürlich auch an sowas gedacht weil ich wollte Biologie studieren dass ich mich irgendwie für die Natur engagiere.
00:45:28: Boah, ein richtig guter Plan.
00:45:29: Ja total aber bis sie den umsetzen kann hat sich schon noch ein bisschen zu kämpfen denn zunächst hat sie jahrelang Albträume und auch extreme Schuldgefühle weil sie eben die einzige ist die überlebt hat.
00:45:41: und das ist auch ganz normal.
00:45:43: wie unser Psychologe Christian Lütt gesagt Es ist vollkommen normal nach einem solchen traumatischen Ereignis, Albträume und auch Schuldgefühle zu haben.
00:45:52: Nach einem solchen Extremereignis reagiert der gesamte Körper mit einer sogenannten Stressnachschlag-Reaktion.
00:46:01: Die Albträume sind letztendlich ein versuchtes Unterbewusstseins und auch des Gehirns, das Erlebte zu verarbeiten und damit klarzukommen.
00:46:09: Und bei den Schuldgefühlen spricht man häufig von einer sogenannten Überlebensschuld.
00:46:13: Das heißt also... Ein Mensch fragt sich dann warum habe ich überlebt?
00:46:17: Warum sind die anderen alle gestorben?
00:46:20: Und das ganze geschieht in dem Versuch dieses Unbegreifliche zu verstehen!
00:46:24: Dass Juliane Köpke solche Gefühle hatte ist keine Störung sondern sie zeigt vollkommen Nommen Symptome und Reaktionen auf ein extrem ungewöhnliches Ereignis.
00:46:36: Ja, was ich mir auch vorstellen kann dass es für Jojane total schwer ist halt so auf der einen Seite glücklich zu sein das sie überlebt hat aber ja gleichzeitig auch total traurig weil sie ihre Mutter verloren hat.
00:46:48: Ja total diese Zerwissenheiten und ja auch das was Christian sagt dass ihr diese Schuldgefühle trägt die als einzige überlebte.
00:46:56: Ich hoffe nur, dass sie dann irgendwie mit Therapie oder so geschafft hat das Ganze zu verarbeiten.
00:47:01: Weil es ist natürlich so eine Extremsituation und das auf diesen ganzen Ebenen also, dass sich dadurch diesen Dschungel gekämpft hat und da ja wahrscheinlich auch echt ein Trauma von getragen hat.
00:47:12: Mit diesem Wunnen, dieser Einsamkeit, diese Unsicherheit der Flugzeugabsturz und dann noch die Trauer um ihre Mutter.
00:47:19: Also mehr geht hier eigentlich gar nicht was du dazu zusammen verarbeiten musst.
00:47:23: Ja, dieser Spagat zwischen dem Freude auf der einen Seite und Trauer auf der anderen macht es halt wirklich schwer.
00:47:29: Das sagt Christian auch.
00:47:30: Der Spagart zwischen Freude über das eigene Überleben und die Trauer um die Mutter ist schon ein sehr schmerzhafter Prozess.
00:47:38: in der Psychologie sprechen wir von einer sogenannten kognitiven Dissonanz Das heißt, wir sind also Menschen nicht in der Lage zwei Gefühle zur gleichen Zeit zuzulassen.
00:47:48: Also wir können nicht gleichzeitig Freude erleben und gleichzeitig traurig sein.
00:47:53: aber beide Gefühlen sind richtig und sie schließen sich nicht aus sondern sie existieren nebeneinander.
00:47:58: von daher ist es wichtig beide Gefüle zuzulesen sich zeit zunehmen zu freuen aber dann auch die Zeit zu nehmen um in diesen komplizierten Taueprozess einzusteigen.
00:48:08: Ja, Juliale geht dann aber irgendwann nach Deutschland ins Gymnasium und macht dort ihr Abitur.
00:48:14: Dazu muss sie natürlich erstmal wieder in ein Flugzeug steigen und es gibt einen Foto davon so kurz vor dem Abflug nach Frankfurt und ich finde Sie guckt da so zuversichtlich.
00:48:25: das finde ich echt bewundernswert wenn man sowas erlebt hat.
00:48:28: ja total.
00:48:29: also da sehen die anderen bisschen kritischer aus die Daumen sie herum stehen.
00:48:32: Also scheint so als würde sich gerade mit der Lufthansa fliegen weil man so ein bisschen den Schriftzug noch hier sieht Und man sieht diese Treppe, die zum Flugzeug reinführt.
00:48:40: Sie steht gerade drauf und schaut nach unten vermutlich zu ihrem Vater oder irgend wem der sie gebracht hat.
00:48:46: Ja und sie lächelt total!
00:48:48: Also es steht da auch relativ entspannt.
00:48:51: Vielleicht sieht's in ihr drin anders aus?
00:48:54: Oder sie hat tatsächlich eine ganz gute Therapie in der Zwischenzeit
00:48:57: gemacht?!
00:48:58: Ja, auf jeden Fall krass, dass sie wieder ein Flugzeug besteigt.
00:49:01: Also ich wüsste nicht ob ich das geschafft hätte und sie ist dann später auch wirklich richtig viel widergeflogen.
00:49:07: aber die Erinnerung an diesen Absturz bleibt, das erzählt ihr ja auch in dieser Talkshow.
00:49:12: Ich kenne mittlerweile jedes Geräusch was so ein Flugzeuge macht wirklich jedes Mal eine sehr große Anspannung für mich.
00:49:19: Und ich weiß auch, wo es turbulent wird über den südamerikanischen Kontinent sind ja immer starke Auffinde und Turbulenzen.
00:49:28: trotzdem Ich kann mich nicht daran gewöhnen und ich bin also auch nicht geeignet um jemanden Flugangst zu nehmen oder ihm zu sagen wie er sich verhalten soll weil ich selber auch da immer dran arbeite seit jetzt vierzig Jahren.
00:49:40: aber Es ist sehr schwierig.
00:49:42: Ja, ich muss sagen.
00:49:43: Ich kann das total verstehen dass man da nicht mehr entspannt in der Maschine sitzt und auf jedes Geräusch achzt.
00:49:48: Ich habe Christian Lütke auch noch mal gefragt wie man solche Traumate bekämpfen können?
00:49:52: Auch insbesondere Flugangst Traumataun, Flugangst kann man dadurch bewältigen indem man die Kontrolle über das eigene Leben zurückgewinnt.
00:50:01: Es geht darum erstmal das grundlegende Sicherheitsgefühl wiederherzustellen also sich selbst sicher zu fühlen aber auch Sicherheit in die Welt und in die Technik zu entwickeln Und dann alles was geschieht kontrollieren.
00:50:15: Von daher kann dann auch eine vorsichtige schrittweise Konfrontation mit dem, was eben das Trauma ausgelöst hat sehr hilfreich sein.
00:50:23: Es ist quasi so als wenn man sich selber neu konditioniert und das traumatische Ereignis kann nicht verlernt werden aber es kann überschrieben werden.
00:50:31: Das heißt also dass Gehirn lernt, dass die Situation nicht mehr gefährlich ist und dadurch entsteht ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit.
00:50:38: Ja später tritt Juliane ganz in die Fußstapfen ihrer Eltern.
00:50:42: Die beiden waren ja Biologen und der Grund, warum Juliane überhaupt so lange im Urwald überlebt hat.
00:50:50: Auch sie studiert Biologie.
00:50:53: Ihre Doktorarbeit hat ihren Ursprung quasi in dem was sie erlebt hat und sie geht dann irgendwann zurück nach Peru und schreibt über die Fledermäuse dort.
00:51:02: Ach das ist ja interessant!
00:51:04: Sie geht jetzt freiwillig an den Ort zurück, der vermutlich ihr größter Alptraum war.
00:51:09: Das ist ziemlich stark Ja, total.
00:51:11: Und sie geht auch nicht nur an den Ort an sich um da zu arbeiten sondern sie besucht auch nochmal die Absturzstelle denn die Überreste dieses Flugzeugs liegen da weiterhin und sie trifft dann auch noch einen ihrer damaligen Retter und hier siehst du nochmal zwei Fotos davon.
00:51:29: Also dass diese Teile immer noch liegen ist wirklich heftig aber klar das ist vermutlich unmöglich.
00:51:34: die dazu bergen in diesem dichten Dschungel.
00:51:38: Sie steht davor und da sieht man ja auch wirklich an, dass es ihr nicht gut geht in diesem Ort zu sein.
00:51:43: Also sie schaut ziemlich ernst aber trotzdem stark das sie's geschafft hat.
00:51:48: Es ist noch mal über sich zu bringen und diesen Ort zu besuchen.
00:51:51: Diesen Ort als Flugzeugabsturz ist.
00:51:53: Auf dem anderen Foto sieht man mit ihrem Retter die Hand um ihn herum also legt er den Arm um seine Schultern Lächelt und der Mann sieht auch ganz freundlich aus.
00:52:05: Und ist vermutlich auch total stolz, dass er sie gefunden hat.
00:52:08: Ja, total die sehen irgendwie ganz happy zusammen aus finde ich!
00:52:12: Und dieses Zurückgehen an so einen Ort das kann ja auch ein bisschen so eine Art Konfrontationstherapie sein also, dass man sich dem wirklich nochmal stellt und ob das jetzt gut ist oder nicht?
00:52:23: Oder wie das funktioniert?
00:52:24: Das habe mich Christian Lütke auch noch mal gefragt.
00:52:27: Es kann manchmal sehr hilfreich sein, an den Ort des Geschehens zurückzukehren.
00:52:32: Vor allen Dingen dann wenn es freiwillig geschieht und wenn es gut begleitet wird.
00:52:37: als Traumotherapeut bereite ich meine Patientinnen und Patienten darauf vor.
00:52:41: man nennt das eine Konfrontation in Senso oder in vivo.
00:52:45: Das heißt also zunächst gehe ich an einem sicheren Ort durch quasi in der Fantasie, in Trunks und danach geht man dann tatsächlich an den Ort.
00:52:53: Und dieser ehemalige Schreckensort wird dann zu einem Teil der eigenen Lebensgeschichte.
00:52:59: schon wenn ich an dem Ort bin gewinne ich Kontrolle zurück und ich kann die Realität neu bewerten und das hilft dieses traumatische Ereignis wirklich gut zu verarbeiten.
00:53:09: Ja, im Jahr zweitausend da übernimmt sie dann die Leitung der Forschungsstation ihres Vaters.
00:53:14: Zwei-tausend neunzehn erhält sich auch das Großoffizierskreuz des Verdienstordens der Republik Peru.
00:53:21: Zudem wurde ihr zwei tausend einundzwanzig auch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
00:53:27: also mit viel Behaarlichkeit setzte sich dafür ein dass das Gebiet dort geschützt wird.
00:53:32: und schon vorher, also zwei Tausend elf gelingt ihr da auch einen entscheidender Schritt.
00:53:36: Das Areal wird nämlich offiziell zum Torschutzgebiet erklärt und damit eben vor äußeren Eingriffen bewahrt.
00:53:43: Und über die von ihr gegründete Panguana-Stiftung wird bis heute der Betrieb dieser ältesten biologischen Forschungsstation Perus gesichert!
00:53:53: Gleichzeitig kümmert sich die Stiftung darum, dass der Tiefland Regenwald rund um die Station geschützt und auch weiter erforscht wird.
00:54:00: Also Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen untersuchen die enorme Artenvielfalt des Regenwaldes während gleichzeitig Wissen über diese bedrohten Lebensräume vermittelt und auch soziale Projekte in der Region unterstützt werden.
00:54:13: Und für ihr Engagement erhält sie dann aus dem Jahr zwei Tausend achtzehn noch Richard Merten Ehrennadel.
00:54:19: Sie hat also wirklich aus diesen traumatischen Erlebnissen das Beste gemacht.
00:54:23: Vor allem hat sie sich den Tieren, den Pflanzen und den Dschungel verschrieben, der sie damals eben am Leben gehalten hat.
00:54:30: Und als sie das Bundesverdienstkreuz bekommt, da sagt sie auch ganz klar für mich war der Dschungell nie eine grüne Hölle sondern ein Ort, der mich am Leben hielt.
00:54:39: Also sie hat nie aufgehört zu sehen welche Kraft ihr dieser Ort auch gegeben hat.
00:54:43: So schön, dass sie das sagt und ein schönes Zitat um jetzt damit rauszugehen.
00:54:47: Das ist so eine unglaubliche Geschichte.
00:54:50: total beeindruckend natürlich als Mädchen was sie da erreicht hat oder geschafft hat wie sie so den Willen hatte und die Kraft, das durchzuhalten.
00:54:58: Und jetzt natürlich auch als Frau das weiter zu machen.
00:55:01: und auch diese Botschaft ja dass der Dschungel keine Hölle ist.
00:55:05: also ich bin irgendwie so... Ich weiß nicht warum so nah am Wasser gebaut seit einigen Jahren und jetzt habe mich schon wieder gerade Tränen in den Augen weil es mich so mitnimmt als ich finde es richtig schön.
00:55:14: Ja wirklich eine ganz ganz tolle Geschichte.
00:55:17: und eben auch die Botschaft ne?
00:55:18: Weil du's grad angesprochen hast.
00:55:20: Es gibt noch einen Zitat von ihr.
00:55:21: Das passt jetzt wirklich gut an den Schluss wo Sie nochmal so appelliert.
00:55:25: Sie sagt nämlich, die Zukunft des Regenwaldes über dem ich abstürzte, der mich aufnahm und rettete und mir so viel schenkte ist auch die Zukunft der Menschheit unseres Klimas und unseres Planeten Erde.
00:55:37: Wer so stark damit verbunden ist wie ich wird niemals aufhören sich um seinen Erhalt zu
00:55:42: kümmern.".
00:55:43: Und das ja auch wirklich so wichtig weil der Regenwald... Ja man nennt ihn ja auch die grüne Lunge der Erde ne?
00:55:48: Ist eben wichtig für unser Klima!
00:55:49: Und es ist ja dann noch mal eine ganz wichtige Botschaft, die sie da in die Welt schickt Richtig, richtig stark.
00:55:56: So eine tolle Geschichte!
00:55:58: Ich fand sie auch wirklich noch mal so.
00:55:59: wie du sagst die geht einem so nah und man hat das ja auch irgendwie damals am Rande so mitbekommen.
00:56:03: also ich hatte von der Geschichte natürlich schonmal gehört und auch schonmal gelesen aber es ist jetzt halt auch so lange her und fand es dann doch echt nochmal total spannend diese ganze Geschichte nochmal so von Anfang bis Ende zu hören.
00:56:15: und man merkt auch finde ich dass man sich gar nicht satt hören kann an diesen Geschichten.
00:56:20: deshalb glaube ich funktioniert unser Happy Lee True auch wirklich ganz gut Weil es so viele beeindruckende Lebensgeschichte gibt, so viele Schicksale die irgendwie mit einem großen Knall anfangen und immer wieder zeigen dass Menschen sich halt aus schwierigen Situationen auch noch rausarbeiten können.
00:56:37: Und dann auch noch was Positives draus ziehen.
00:56:39: das macht schon echt auch viel Mut finde ich.
00:56:43: Das hilft einem echt für sein eigenes Leben, wenn man manchmal in einem Punkt ist an dem man denkt okay es ist irgendwie alles viel zuviel und Es ist alles so schwierig.
00:56:51: Und wie komme ich da wieder raus?
00:56:53: Wenn du das dann siehst?
00:56:54: also es gibt wirklich Menschen wie Neulich unsere Geschichte mit dem thailändischen Gefängnis oder jetzt Tierjulliane im Dschungel.
00:57:00: Also indem man wirklich denken kann Jetzt ist komplett jede Hoffnung verloren und jetzt gibt's zu mich gar keinen Ausweg mehr.
00:57:07: Und dass es dann solche Menschen gibt, die es trotzdem schaffen.
00:57:10: Die sich trotzdem irgendwie motivieren können und weitermachen und das dann wirklich zum Glück irgendwie schaffen.
00:57:16: Das ist für mich selbst auch einfach ganz schön zu hören und gibt mir selbst auch für mein eigenes Leben so viel.
00:57:23: Ja total!
00:57:24: Das finde ich auch und ich find' es zeigt auch manchmal so... Klar, man soll auch nicht immer sagen so nach dem Motto guckt ihr an.
00:57:31: Es gibt auch andere Menschen denen geht's viel schlechter als du also restlich mal zusammen.
00:57:35: So würdest jetzt auch nicht sehen weil jeder hat sein eigenes Leben und jeder Mensch hat auch Sachen die für einen selber wichtig sind.
00:57:40: das soll man ja auch gar nicht bewerten.
00:57:42: aber ich finde so ein Hauch kann man schon manchmal so über den Tellerrand gucken und mal schauen was es so für andere Schicksale gibt und dass es wirklich auch Schicksal gibt die ganz ganz schlimm auch sind.
00:57:54: vielleicht teilweise dann doch Heftiger ist das, was einen selber gerade so beschäftigt.
00:57:58: Und ich finde, dass erdet einen dann auch wieder ein bisschen zurückkommt und sich so denkt, ach komm, reg dich nicht über so Alltagskrempel so viel auf weil so schlimm es dann doch nicht.
00:58:10: Ja!
00:58:10: Und einfach zu sagen okay... Die konnten sich in dieser Situation motivieren.
00:58:14: Dann werde ich das irgendwie auch schaffen, ja?
00:58:16: Genau!
00:58:17: Das kann ja auch Inspiration sein.
00:58:19: Ja, total.
00:58:19: Also deshalb freue ich mich, dass wir das machen und das weitermachen.
00:58:23: Und freue mich auf jeden Fall auf weitere Happily True Geschichten.
00:58:26: Das war die Geschichte von heute.
00:58:28: Steht da schon
00:58:28: fest?!
00:58:29: Haben wir das jetzt schon festgelegt, dass sie über die zehn Folgen mitbecken weitermachen?
00:58:35: Das ist ja gut, dass du das jetzt so verkündest.
00:58:36: Das können wir niemals mal antun.
00:58:38: Wobei wir haben ja sozusagen die zehnte Folge ist beim nächsten Mal.
00:58:42: Da können wir offiziell entscheiden was wir machen.
00:58:44: aber es war schon mein Spoiler!
00:58:48: Aber wir haben tatsächlich noch nicht darüber gesprochen, aber gut.
00:58:51: Das hast du jetzt hier so groß verkündet da kann ich jetzt glaube nichts dagegen sagen und möchte ja auch gar nicht.
00:58:55: also das macht mir so viel Spaß diese Happily True Folgen zu hören oder selbst zu recherchieren.
00:59:01: Ich glaube dass würde ich sagen ist eine gute Idee das einfach weiterzumachen Sehr schön.
00:59:05: dann wünschen wir euch jetzt auf jeden Fall erstmal eine schöne Woche Und wenn ihr auch true crime hört Dann gibt es ja auch morgen schon wieder ein neues Briefing.
00:59:14: freuen wir uns auch drauf und dann nächste Woche wieder neue folgen.
00:59:17: bis dahin Eine schöne Woche euch.
00:59:19: Ciao, ciao!
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