Happily True 10: Freedom on Wheels - wie Albert Casals die Welt erobert
Shownotes
Mitten auf dem offenen Ozean, irgendwo vor der Küste Panamas, kämpft ein kleines Boot gegen die Naturgewalten. Die Wellen schlagen meterhoch über das Deck, und in einem unbewachten Moment passiert es: Eine gewaltige Wassermasse reißt einen jungen Mann mit blauen Haaren einfach mit sich über Bord. Er versinkt in den dunklen Fluten, bis seine Erinnerung komplett aussetzt.
Als er wieder zu sich kommt, liegt er klitschnass auf den hölzernen Planken des Decks. Fremde Hände haben ihn gerade noch rechtzeitig aus dem Meer gezogen. Doch statt Panik oder Tränen hört man von ihm etwas völlig Unerwartetes: Er liegt da und lacht aus vollem Hals. Sein einziger Gedanke in diesem Moment ist ein tief empfundenes „Zum Glück bin ich noch da“.
Dieser junge Mann ist Albert Casals. Und das Erstaunliche an seiner Geschichte ist nicht nur, dass er diesen Schiffbruch überlebt hat. Das wirklich Unglaubliche ist, dass er seine Beine seit seinem achten Lebensjahr nicht mehr bewegen kann. Albert ist querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Doch er hat beschlossen, dass ihn das nicht aufhalten wird.
Er reist um die gesamte Welt – und das völlig allein und oft mit kaum mehr als drei Euro in der Tasche. Ohne festen Plan, aber mit einer unerschütterlichen Neugier, erkundet er fremde Länder von Europa bis Asien und Neuseeland. Es ist die Geschichte eines Mannes, der beweist, dass die größten Grenzen nicht im Körper, sondern nur im eigenen Kopf existieren.
Über Happily True: Wir nehmen Euch mit auf eine Reise in die außergewöhnlichsten Kapitel des echten Lebens. Wahre Geschichten voller Mut, Hoffnung und unglaublicher Wendungen. Menschen, die vom Schicksal herausgefordert werden und dennoch nicht aufgeben. Ein Mann stürzt aus einen Flugzeug und überlebt wie durch ein Wunder. Ein kleines Mädchen verliert seine Eltern und wächst unter Affen auf. Happily True erzählt Biografien, die uns Staunen lassen, Momente, die ans Herz gehen und zeigen, wie stark Menschen sein können. Ein Podcast, der inspiriert, berührt und am Ende beweist: Im echten Leben gibt es manchmal die schönsten Happy Ends. Ein Podcast, den Eltern endlich auch mit ihren Kindern hören können!
Instagram: @sistersincrime.podcast @julegoelsdorf @karolin_kandler
Autoren: Carolin Johannsen Karolin Kandler Jule Gölsdorf
Quellen: https://www.goodreads.com/book/show/13373319-el-mundo-sobre-ruedas https://www.imdb.com/name/nm2761451/ https://bostonartsdiary.com/wordpress/2015/02/little-world/ https://www.asymptotejournal.com/special-feature/albert-casals-the-world-on-wheels/ https://www.elblogalternativo.com/2010/05/09/albert-casals-el-mundo-sobre-ruedas-y-sin-dinero/ https://divertina.org/albert-casals-el-chico-que-dio-la-vuelta-al-mundo-en-silla-de-ruedas/ https://rehatrans.com/2022/01/13/albert-casals-un-mundo-sobre-ruedas/ https://flexikon.doccheck.com/de/Epstein-Barr-Virus https://www.newspanishbooks.com/author/albert-casals https://youtu.be/2UV4PgDDoes?si=_f5qzQxQqvAqYMPW https://www.elblogalternativo.com/2010/05/09/albert-casals-el-mundo-sobre-ruedas-y-sin-dinero/
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Transkript anzeigen
00:00:02: Mitten auf dem offenen Ozean, irgendwo vor der Küste Panamas kämpft ein kleines Boot gegen die Naturgewalten.
00:00:09: Die Wellen schlagen meterhoch über das Deck und in einem unbewachten Moment passiert es.
00:00:14: Eine gewaltige Wassermasse reist einen jungen Mann mit blauen Haaren einfach mit sich über Bord – er versinkt in den dunklen Floten bis seine Erinnerung komplett aussetzt!
00:00:26: Als er wieder zu sich kommt liegt er klitschnass auf den hölzernen Planken des Decks.
00:00:31: Fremde Hände haben ihn gerade noch rechtzeitig aus dem Meer gezogen.
00:00:35: Doch statt Panik oder Tränen hört man von ihm etwas völlig Unerwartetes!
00:00:40: Er liegt da und lacht aus vollem Hals.
00:00:43: Sein einziger Gedanke in diesem Moment ist ein tief empfundendes, zum Glück bin ich noch
00:00:48: da.".
00:00:49: Dieser junge Mann isst Albert Kassalz – und das Erstaunliche an seiner Geschichte ist nicht nur dass er diesen Schiffbruch überlebt hat.
00:00:57: Das wirklich Unglaubliche ist, dass er seine Beine seit seinem achten Lebensjahr nicht mehr bewegen kann.
00:01:04: Albert ist querschnittsgelebt und sitzt im Rollstuhl.
00:01:08: Doch er hat beschlossen, dass ihn das nicht aufhalten wird!
00:01:11: Er reist um die gesamte Welt – und das völlig allein und oft mit kaum mehr als drei Euro in der Tasche.
00:01:19: Ohne festen Plan aber mit einer unerschütterlichen Neugier erkundet er fremde Länder von Europa bis Asien und Neuseeland.
00:01:27: Es ist die Geschichte eines Mannes, der beweist, dass die größten Grenzen nicht im Körper sondern nur im eigenen Kopf existieren.
00:01:37: Sie fällt aus einem Flugzeug und überlebt.
00:01:40: Er singt mit einem Schiff und muss in dreißig Metern Tiefe in einer Luftblase ausharren.
00:01:46: Sie wird mit vier Jahren ausgesetzt und wächst unter
00:01:49: Affen auf!
00:01:51: Und er ist Deutscher und wurde in China zum Superstar weil er auf Mandarin
00:01:55: rappt.
00:01:57: Diese Geschichten klingen so verrückt Und doch sind sie wahr!
00:02:02: In unseren neuen Podcast gibt es Stories für die ganze Familie.
00:02:06: Mit Spannung, Herz und Happy
00:02:08: End – ein True Story-Podcast mit
00:02:11: Jule Gösthoff und Karolin Kantler.
00:02:14: Herzlich willkommen ich bin Karolin Kantler
00:02:17: und ich bin Jule Gösthoff.
00:02:19: Und Juli mir ist beim Vorbereiten der Folge heute was aufgefallen.
00:02:22: wir erzählen hier bei HappilyTruer oft von Menschen scheinbar am absoluten Tiefpunkt waren und trotzdem diesen unglaublichen Lebensmut nicht verloren haben.
00:02:32: Und ich würde jetzt mal dafür plädieren, den Podcast um zu benennen in Motivation True.
00:02:36: Weil irgendwie hat es ja bei uns immer mit Motivations zu tun.
00:02:41: Klingt eigentlich gar nicht so schlecht.
00:02:42: Motivational true!
00:02:44: Okay aber warum ausgerechnet jetzt?
00:02:46: Da hättest du ja schonmal vorher drauf kommen können.
00:02:48: Ja das stimmt.
00:02:49: Aber weil ich merke dass sich mich nach jeder Geschichte an der wir arbeiten irgendwie besser gefühlt habe... Ich hab' das Skript zur Albert meinem so nutzig gezeigt und ihm auch daraus vorgelesen, weil er ja immer so neugierig ist was die nächste Geschichte sein wird.
00:03:02: Er war dann sofort Feuer und Flamme, wollte beim Einschlafen direkt weiterhören.
00:03:07: Hat das schon mal motiviert und ihm hat es auch ganz gut gefallen, mal schauen was du dazu sagst.
00:03:11: Das
00:03:12: ist doch schön!
00:03:12: Und das zeigt doch vor allem wie sehr dann solche Erzählungen uns irgendwie packen und zwar völlig egal in welchem Alter
00:03:18: ja total.
00:03:19: Mir ist auch nochmal bewusst geworden wie wichtig es ist sich die schönen Seiten des Lebens anzuschauen also in unserem Job bei den Nachrichten berichten wir ständig über die schlimmsten Krieger und über die Schlimmsten Menschen die so ein Leid verursachen und es passiert einfach so viel Schreckliches auf der Welt.
00:03:37: Ja, das stimmt.
00:03:37: Man könnte echt so ein bisschen den Blick für das Gute verlieren wenn man den ganzen Tag eigentlich immer nur diese Schlagzahlen sieht.
00:03:43: Genau und deshalb ist dieser Podcast auch für mich so schön wahrscheinlich für dich auch.
00:03:46: Es ist eben so wichtig sich auch mal auf die Erlebnisse zu konzentrieren Die einen vielleicht zu Tränen rühren aber eben aus Freude Und aus Bewunderung und nicht immer weil alles so schlimm ist.
00:03:57: Und ich freue mich einfach riesig dass wir ein kleines bisschen vielleicht dazu beitragen können Dass man nicht das Gefühl hat dass die ganze Welt nur noch schlecht
00:04:05: ist.
00:04:06: absolut recht, finde ich auch richtig gut an Happy Lee True.
00:04:09: Noch ist es ja Happy Lee true!
00:04:11: Mal gucken ob wir das irgendwann ändern oder wir machen einfach noch eine Auskopplung?
00:04:16: Wir haben ja ein bisschen wenig im Moment.
00:04:20: Genau, aber dann lass uns doch gleich mal loslegen.
00:04:22: Ich bin sehr gespannt.
00:04:24: Im September ist es in Barcelona noch heiß und voll.
00:04:28: Touristen drängen sich durch die schmalen Gassen der Altstadt Barrigotitsch, betrachten die nie fertig werden wollende kathedrale Sagrada-Familie, planieren über die Fußgängerzone, bestaunen die bunten Gebäude von Salva d'Ordali und Sonnensich am Strand.
00:04:44: Barcelona ist im Jahr Nineteinundneinzig eine beliebte Metropole voller Tapas-Bars, Fischrestaurants, Souvenirsständen und Touristen aus aller Welt.
00:04:54: Die Stadt ist die Hauptstadt von Katalonien, einer Region in Spanien, die seit vielen Jahrzehnten unabhängig werden möchte.
00:05:01: Die Region ist sehr wirtschaftsstark was eine der Gründe für den Wunsch nach Unabhängigkeit ist – außerdem man Katalonian seine eigenen Traditionen, die bis ins Mittelalter zurückreichen und sogar seine eigene Sprache nämlich katalanisch!
00:05:16: In dieser Region mitten in Barcelona wird im Jahr Albert Kassals.
00:05:23: Er ist ein ganz normales Baby und wächst mit seiner Schwester bei seinen Eltern auf.
00:05:28: Er besucht den Kindergarten, hat Freunde, tobt und spielt und ist ein aufgewecktes freudiges Kind.
00:05:35: Aber dann wird Albert krank!
00:05:37: Albert ist inzwischen fünf Jahre alt und eigentlich total glücklich und gesund aber plötzlich kommt er kaum noch aus dem Bett.
00:05:45: Zunächst gehen seine Eltern von einer gewöhnlichen Erkältung mit Fieber- und Teilschmerzen aus.
00:05:51: Aber Albert hat auch stark geschwollene Lymphknoten, ist ständig am Schlafen und wird einfach nicht wieder gesund.
00:05:58: Also bringen seine Eltern ihn zum Arzt!
00:06:01: Der Arzt untersucht den kleinen Albert und stellt schließlich eine Diagnose.
00:06:06: Mononucleose.
00:06:08: Ja das habe ich irgendwie schon mal gehört aber was ist das nochmal für ne Krankheit?
00:06:12: Also mononuclease – Das ist ne Virusinfektion besser bekannt unter dem Namen Pfeiferschysdrüsenfieber.
00:06:20: Das hat man wahrscheinlich schon eher noch mal gehört.
00:06:22: Ah, ja, ja!
00:06:24: Manchmal wird es auch Kuss-Krankheit genannt.
00:06:28: Das Virus dahinter heißt Epstein Barvirus also kurz EBV.
00:06:34: Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens damit an sind dann eine Weile wie erkältet werden aber wieder gesund.
00:06:41: das ist unangenehm aber nicht weiter schlimm.
00:06:44: normalerweise reicht es Medikamente gegen die Symptome zu nehmen zum Beispiel Ibuprofen gegen Fieber Kopfschmerzen, sich so ein bisschen zu schonen und dann wird man eigentlich recht schnell wieder gesund.
00:06:56: Bei Albert ist das aber nicht so.
00:06:58: Albert wird einfach nicht wieder richtig gesund und der Kinderarzt weiß nicht weiter.
00:07:03: Also wird Albert von einem Spezialisten untersucht und der diagnostiziert noch eine weitere Krankheit – Leukämie!
00:07:10: Oh, Albert hat Krebs mit fünf Jahren?
00:07:12: Das ist aber auch heftig...
00:07:15: Das fröhliche, sonst ja so aktive Kind ist plötzlich zu einem Krebspatienten geworden.
00:07:21: Und möglich ist das die Mononukleose, die Leuchemie begünstigt hat oder gleichzeitig aufgetreten ist – es könnte auch sein – beide Krankheiten betreffen das sogenannte lymphatische System des Körpers und vielleicht hat der erste Arzt auch deswegen eben nicht sofort daran gedacht dass Albert noch eine andere Krankheit haben könnte.
00:07:41: Aber für Alberts Familie ist diese Diagnose natürlich ein absoluter Schock.
00:07:46: Der Junge muss ins Krankenhaus und bekommt verschiedene Therapien.
00:07:50: Während der Chemotherapie schläft er viel, ist schwach und kann kaum etwas machen.
00:07:56: Chemotherapi ist gerade bei Kindern nämlich immer ein Abwägen – die Ärzte stimmen sich mit den Eltern von Albert ab.
00:08:03: Auf der einen Seite ist die Chemo mit ihren starken Nebenwirkungen und potentiell bleibenden Schäden Und auf der anderen Seite ist da die Leukämie, die das Leben von Albert absolut gefährdet.
00:08:15: Die Ärzte stellen Albert Eltern vor die Wahl und die entscheiden sich natürlich für das Leben ihres Kindes.
00:08:21: also muss Albert die Chemotherapie durchstehen.
00:08:25: Die Therapie schlägt an, die Krebszellen werden weniger und schließlich gilt Albert als krebsfrei.
00:08:32: er hat die Leukemie besiegt aber dafür hatte einen Preis gezahlt.
00:08:36: Die intensive Behandlung hat nämlich seinen Rückenmark geschädigt und zwar so sehr, dass er seine Beine nicht mehr bewegen kann.
00:08:44: Oh no!
00:08:45: Für immer?
00:08:46: Oder kann man das irgendwie rückgängig machen?
00:08:48: Nee leider lautet die Diagnose für immer.
00:08:50: also es wird für immer so bleiben.
00:08:52: Albert kommt in das Krankenhaus noch selbst hineingelaufen und verlässt ist dann quasi im Rollstuhl.
00:08:58: Das muss gerade für ein junges Kind das ja auch vorher super aktiv war echt schwer gewesen sein.
00:09:04: Ja, das denkt man.
00:09:05: Aber Albert nimmt die Umstände erstaunlich positiv auf.
00:09:08: Ein anderes Kind hatte wahrscheinlich viel geweint, wäre vielleicht auch wütend gewesen oder verzweifelt was man natürlich auch total verstehen kann.
00:09:15: Aber Albert nimmt die umstände einfach an und das überrascht aus seinen Eltern.
00:09:20: als Albert nämlich im Rollstuhl sitzt fragt er wann darf ich wieder nach draußen?
00:09:25: Wie hat er das geschafft, so positiv zu sein in einer Situation und dann auch noch so jung?
00:09:31: Man kann es nur mutmaßen.
00:09:33: Er ist gerade acht Jahre alt und es könnte natürlich sein, dass ihm das Ganze noch gar nicht bewusst ist.
00:09:38: Dass diese körperliche Einschränkung für den Rest seines Lebens so bleibt.
00:09:44: Es könnte sein, man kann das im Alter noch nicht abschätzen.
00:09:47: Vielleicht ist er einfach froh, dass die Chemotherapie jetzt vorbei ist und dass er das Krankenhaus endlich verlassen kann!
00:09:54: Und einer der Punkte, die er später in Interviews oft nennt ist das was sein Vater für ihn getan hat.
00:10:01: In der Zeit in der Albert im Krankenhaus liegt bekommt er häufig Besuch.
00:10:04: Seine Eltern sind jeden Tag bei ihm.
00:10:07: seine Schwester, seine Freunde kommen vorbei und jeden Tag sitzt ein Vater an seinem Bett und liest ihm etwas vor.
00:10:14: Er liest Albert alle möglichen Bücher vor Abenteuergeschichten, Fantasy, Bücher über Entdecker und Abenteurer, über ferne Länder- und spannende Geschichten.
00:10:25: Albert liegt da in seinem Krankenhausbett und kann nichts anderes tun als seinem Vater zuzuhören.
00:10:32: Er stellt sich die ganzen Geschichten vor und fühlt sich in die Erzählung rein und stellt sich vor wie es wäre der Held in dieser Story zu sein.
00:10:41: Und Alberts Vater unterstützt ihn in diesen Gedanken?
00:10:44: Er sagt zu seinem Sohn Du darfst denken, was du willst.
00:10:47: Du kannst dein Leben selbst gestalten und niemand darf dir etwas vorschreiben weder deine Mutter noch ich noch die Schule oder die Gesellschaft.
00:10:56: Du hast ein Leben selbst in der Hand!
00:10:59: Das sind ja aber schon außergewöhnliche Sätze von einem Vater an seinen schwerkranken Sohn.
00:11:04: Also so dieses, du darfst denken was du willst das vielleicht noch eher?
00:11:08: Aber zu sagen niemand darf dir etwas vorschreiben auch deine Eltern nicht!
00:11:11: Das ist jetzt ja eher ungewöhnlich.
00:11:13: also die meisten Eltern erwarten ja eigentlich eher dass die Kinder genau das machen was sie wollen auch wenn es nicht immer klappt.
00:11:19: also auf jeden Fall ja außergewönlich
00:11:21: Ja, absolut!
00:11:23: Und vielleicht war es auch genau das was ihnen so getroffen hat.
00:11:26: Was den Nerv getroffen hatte bei Albert denn der Vater ist wirklich ein außergewöhnlicher Mensch.
00:11:31: Das sagt Albert selbst häufig und er sagt auch sein Vater hat den Grundstand dafür gelegt was später aus seinem Leben geworden ist Nicht weil er ihm etwas vorgeschrieben hat sondern weil er sich eben bemüht hat Albert seine Freiheiten zu lassen und ihn selbst seinen Weg hat finden lassen.
00:11:48: Statt ihnen die ganze Zeit zu umsorgen, lassen ihn seine Eltern eher machen.
00:11:52: Wenn Albert etwas möchte dann darf er es auch versuchen.
00:11:56: Seine Eltern sagen nie du darfst oder kannst das nicht machen weil du im Rollstuhl sitzt.
00:12:01: sie lassen ihm seinen eigenen Weg finden und Albert findet seinen Weg.
00:12:06: Als er das Krankenhaus verlässt zieht seine Familie zunächst von Barcelona nach Esparre Gera.
00:12:12: Das ist eine kleine Stadt etwa vierzig Kilometer westlich von Barcelona am Fuß des Montserrat.
00:12:18: Das ist einer der bekanntesten Berge Katalonians und Ziel von vielen Touristen und Pilgern.
00:12:25: Es gibt dort ein Benedektinerkloster in den Felsen, das seit dem Mittelalter eine Pilgerstätte ist.
00:12:32: Espareguera selbst ist eine eher ruhige unscheinbare Kleinstadt mit etwa zwanzigtausend Einwohnern – mit alten Steinhäusern und ruhigen Gassen!
00:12:42: Und in dieser Stadt wächst Albert auf.
00:12:45: Er geht zur Schule macht seine Hausaufgaben, trifft sich mit Freunden, spielt Videospiele und liest gern Mangas.
00:12:52: Eigentlich lebt er wie ein ganz normaler Teenager wenn da nicht der Rollstuhl wäre.
00:12:58: aber auch mit dem findet sich Albert ab.
00:13:00: Wenn er mal wütend oder traurig ist dann denkt er daran was sein Vater ihm gesagt hat als er im Krankenhaus war dass er sein Leben selbst gestalten kann das ihn niemand davon abhalten darf.
00:13:12: Und diese Sätze haben sich so tief in sein Gehirn eingebrannt, dass Albert eines Tages eine Entscheidung trifft.
00:13:31: Er möchte reisen!
00:13:41: um die ganze Welt.
00:13:43: Das sind auf jeden Fall klare Worte, ich meine er ist vierzehn.
00:13:48: Wie reagieren seine Eltern jetzt darauf?
00:13:50: Also sagen sie jetzt wirklich macht doch was du willst!
00:13:53: Wahrscheinlich würden die meisten Eltern sagen okay ja kann nicht verstehen aber warte mal noch viel Jahre oder vielleicht zehn oder so bis du das Geld zusammen hast.
00:14:01: Albert ist tatsächlich ja noch nicht volljährig gerade ein Teenager.
00:14:05: Er sagt sein Eltern jetzt, dass er ganz alleine reisen will.
00:14:08: Die allerdings sind nicht wirklich überrascht.
00:14:11: also sie kennen ihren Sohn und hatten wahrscheinlich schon damit gerechnet.
00:14:14: Sie haben Albert ja zu dem erzogen der ist.
00:14:17: Also sie waren auch diejenigen die ihn stets ermutigt haben sein Leben selbst zu gestalten Und sich nicht von irgendwelchen vermeintlichen Hindernissen entmutigen zu lassen.
00:14:26: Aber trotzdem ist es für sie erst mal eine Überraschung als ihr Sohn mit diesem Wunsch kommt.
00:14:31: Aber statt sofort Nein zu sagen, auf keinen Fall diskutieren Sie erst mal darüber und überlegen sich einen Kompromiss.
00:14:38: Die erste Reise darf Albert nicht allein machen – bei seiner ersten Reise kommt sein Vater mit und hier kannst du dir auch einmal ein Foto der beiden anschauen!
00:14:47: Also ich würde jetzt sagen ein bisschen vielleicht vorurteils behaftet aber das ist ganz gut, dass der Papa noch mitkommt weil er sieht schon jung aus muss ich sagen.
00:14:56: Ich finde auf dem Foto könnte man auch denken er es vielleicht zwölf oder so und dann alleine auf eine Weltreise zu gehen früh und gefährlich.
00:15:07: Aber die beiden sehen total süß aus zusammen, also sie gucken beide so ganz offen in die Kamera und der Papa hat ihn so im Arm würde ich sagen oder sie sind zumindest relativ eng so aneinander geschmiegt.
00:15:19: Der Papa trägt ein Käppi so umgekehrt eine Nickelbrille, hat so'n bisschen Bart und Sie sehen sich auch irgendwie so recht ähnlich.
00:15:27: Also man kann sich das erahnen dass das Papa und Sohn sind.
00:15:35: Ja, so eine Art Sweatshirt, gestreift es an und hat so ein bisschen ... So eine Art Potschnitt könnte man fast sagen.
00:15:43: Also so ein Pony der zur Hälfte der Stirn reicht und guckt auch ganz strahlend in die Kamera.
00:15:48: Ganz süß zwei!
00:15:50: Und als erstes unternehmen sie aber keine Weltreise sondern Albert und sein Vater fahren gemeinsam nach Brüssel und haben sich dafür eine Strategie überlegt.
00:15:59: Albert's Vater kommt zwar mit ist aber eher ein stiller Beobachter.
00:16:04: Albert ist derjenige, der entscheidet und organisiert.
00:16:07: Er kauft die Zugtickets, er fragt nach dem Weg, er macht den Plan.
00:16:11: Sein Vater macht nichts – er isst nur dabei für den Notfall!
00:16:15: Aber es gibt kein Notfall.
00:16:18: Die Reise läuft problemlos und Albert lernt dabei sehr vielen.
00:16:22: Wir können uns ja mal anhören wie er das selbst beschreibt... Mein Vater hat mit mir einen kleinen Journey mitgebracht, als ich war.
00:16:31: Als ich vierzehn war, kam mein Vater auf die Idee eine kleine Reise mit mir zu unternehmen und wir reisen nach Belgien.
00:16:37: Er hat mich dabei zwar nicht beigebracht wie man tremmt aber er hat mir gezeigt wie man sich in einer Stadt zurechtfindet.
00:16:43: Ich habe dabei gelernt Treppenraufen runterzukommen Und wie ich auf Trucks klettern kann.
00:16:47: Eigentlich sind Räder keine große Sache.
00:16:50: Im Rollstuhl zu sitzen ist ähnlich wie eine Brille zu tragen.
00:16:54: Eben nur für den Körper It's just a body.
00:17:02: Also auch mal für andere, so für die Erziehung von Kindern einfach zu sagen hey wir verreisen zusammen aber du musst alles entscheiden und ich bin nur da und gucke so ein bisschen und passe halt auf wenn was passiert.
00:17:22: Ich find das total schlau weil es ja so ein bißchen Unabhängigkeit lehrt und eben lehrts sich zurechtzufinden und Sachen auszuprobieren.
00:17:29: und trotzdem ist jemand halt nicht ganz alleine.
00:17:31: also könntest du eigentlich mit deinen Kids auch mal machen bald
00:17:35: Ja, stimmt.
00:17:35: Also aus der Sicht habe ich es jetzt noch gar nicht gesehen.
00:17:38: aber natürlich ist das grundsätzlich total gut für die Erziehung eigentlich, ne?
00:17:41: Die Erziehungen hin zur Selbstständigkeit muss man ja nicht nur beim Reisen so machen könnte man auch mal mit anderen Sachen probieren vielleicht mit dem Kochen oder Geschirrspüler oder so.
00:17:52: Ja genau!
00:17:53: Ich überlasse dir jetzt eine Haushalt mal alleine jetzt guck doch mal dann findest du hinterher nichts mehr wieder.
00:18:00: Ich finde es für so eine Stadttour ganz cool, weil ich sage mal viele fahren ja auch mit Kindern Städte reisen machen um so Sachen anzugucken.
00:18:07: Aber in der Regel geben die Erwachsenen eigentlich immer vor was gemacht wird.
00:18:10: und eigentlich auch heutzutage wo viele Kinder fit im Internet sind, können ja auch mal selber recherchieren und mal überlegen was sie an so einer Stadt interessieren würde.
00:18:19: Was die gerne angucken würde.
00:18:20: also ich finde das ist eine
00:18:21: ganz gute Idee.
00:18:22: eigentlich schon Ja und ich meine mit vierzehn du da programmier manche schon richtige Computerspiele.
00:18:27: warum sollten Sie da nicht so eine kleine Reise planen können?
00:18:29: Und sich Zugtickets eben kaufen können?
00:18:31: ja das stimmt Ich werde darüber nachdenken.
00:18:33: Also ein paar jährchen habe ich noch Ludwig ist er erst neun also dem schlag ich das lieber noch nicht vor.
00:18:39: Das wird er jetzt dann selber machen weil er die Folge gehört.
00:18:44: Naja, auf jeden Fall haben die beiden echt eine gute Zeit und als sie dann wieder zu Hause in Spanien sind steht fest, Albert darf allein reisen.
00:18:51: Und wohin reißt er jetzt?
00:18:53: Hat er auch Geld dafür oder woher hat er das?
00:18:56: Naja ein bisschen Geld hatte er!
00:18:57: Es ist erst mal Sommer-Sommer-Zweitausendsechs.
00:19:00: vielleicht erinnerst du dich der Sommer, in der die Fußballwm in Deutschland stattfindet.
00:19:05: Ein heißer sonniger Sommer.
00:19:07: Albert ist im Juni gerade fünfzehn geworden und kauft sich einen Interrail-Ticket.
00:19:12: Das Geld hat er sich mühsam angespart, aber viel hat er nicht.
00:19:16: In seinem Portemonnaie stecken etwa hundert Euro die dreißig Tage reichen müssen.
00:19:23: Nur so etwa drei Euro pro Tag – das ist natürlich nicht soviel!
00:19:27: Also wie will er denn damit irgendwo übernachten oder was essen?
00:19:30: Ich meine selbst in dem Jahr zwei Tausend Sechs hat man ehrlich gesagt mit so wenig Geld keine Unterkunft und Mahlzeiten für den ganzen Tag bekommen.
00:19:39: Ja, das stimmt.
00:19:40: Aber er ist kreativ... Das Interrail-Ticket, das hat Albert ja schon vorher gekauft und der Vorteil ist, Alba kann dreißig Tage lang mit allen möglichen Zügen durch ganz Europa fahren.
00:19:51: Und wenn er es geschickt anstellt dann fährt damit nach Zügen und spart sich so die Kosten für ein Hostelbett oder ein Hotelbett eine Jungterberg oder sowas.
00:20:00: aber klar mit dem Essen wird's auf jeden Fall knapp!
00:20:03: Zuerst reist Albert ins Nachbarland Frankreich und von dort weiter nach Italien.
00:20:08: Er schläft in günstigen Jugendherbergen, ist das billigste Essen, dass er finden kann und verbringt viel Zeit in Zügen.
00:20:16: Sein Geld wird immer knapper aber erschafft es bis nach Griechenland – bis auf die Insel Santorin.
00:20:23: Santorín kennt man ja für seine weißen Häuser mit blauen Kuppeldächern, die an steilen Felsklippen stehen.
00:20:29: Die Stadt ist so an die Klippen gebaut, daß es wirklich überall nur schmale Treppen gibt!
00:20:34: Ja genau diese Stadt besucht Albert im Rollstuhl.
00:20:38: Ja, man könnte jetzt denken das ist vielleicht nicht gerade die beste Wahl.
00:20:42: Aber Albert erinnert sich daran was sein Vater ihm damals im Krankenhaus gesagt hat – niemand kann dich aufhalten!
00:20:49: Also kämpft er sich die Stufen hoch.
00:20:52: Langsam mit viel Kraft auf Wand zieht und schiebt er sich nach oben.
00:20:56: Das dauert lang aber Albert schafft es.
00:20:59: Irgendwann sitzt der schwer atmend oben in der Stadt und schaut auf das türkisblaue Meer und denkt sich Mensch das hat sich gelohnt.
00:21:07: Und in dem Moment merkte auch, er will nicht mehr aufhören zu reisen.
00:21:12: Das ist echt nicht schlecht weil ich war schon mal in Santorin und weiß dass das ehrlich gesagt auch so zu Fuß gar nicht so unanstrengend ist da immer die Treppenhochen runterzulaufen.
00:21:21: also das mit einem Rollstuhl Respekt.
00:21:24: aber er ist ja immer noch recht jung ich glaub fünfzehn jetzt ne?
00:21:27: Und sein Geld ist vermutlich ausgegeben.
00:21:30: was macht er denn jetzt?
00:21:31: Ja er überlegt erst einmal Er ist ja in Griechenland und hat keine Lust, wieder zurückzufahren nach Hause nach Spanien.
00:21:38: Also lernt er komplett ohne Geld zu reisen!
00:21:42: Zuerst fängt er an zu trampen.
00:21:45: Er streckt den Daumen raus und hat Glück – Menschen halten an und nehmen ihn mit, dorthin wo er hinfahren möchte.
00:21:51: Wenn er kein Geld für eine Unterkunft hat, schläft er in einem Park oder in seinem kleinen Zelt.
00:21:56: Es schläft in Bahnhofshallen und in Kirchen wirklich an den außergewöhnlichsten Orten….
00:22:02: Und das beschreibt er auch selbst, da können wir nochmal reinhören.
00:22:12: Manchmal habe ich im Park oder am Strand geschlafen, oft habe ich bei Obdachlosen übernachtet.
00:22:16: Im Dschungel in allen möglichen Fahrzeugen, einmal habe ich mitten auf Wassermelonen geschlaften die auf einen Anhänger geladen waren.
00:22:24: Einmal bin ich in Thailand aufgewacht und plötzlich war da ein Hurricane.
00:22:28: der hat mein Rollstuhl umgefegt und mir auf den Rücken geschleudert aber es waren nicht die Menschen.
00:22:33: mit Menschen hab' ich nie etwas Schlechtes erlebt Und hier siehst du mal sein kleines Zelt direkt am Meer auf so einer Wiese, also eine Klippe.
00:22:44: Ja das sieht super aus vor allem er hat da sein Zelt aufgestellt und dann sieht man halt neben dran den Rollstuhl stehen und zwar wirklich mitten auf einer komplett freien Wiese.
00:22:54: Das ist ja auch nicht das was man so gewohnt ist oder das ist schon überraschend würde ich sagen weil alleine ehrlich gesagt dadurch sich mit einem Rollstühl zu kämpfen war bestimmt nicht gerade unanstrengend.
00:23:05: Aber ich kann schon verstehen, was er meint.
00:23:07: Man hat einen richtig schönen Blick, man guckt da so über die Wiese, die Klippe runter aufs Meer in die Ferne... Also das ist schon richtig, richtig schön!
00:23:16: Ja und der kann dieses Zelt auch alleine aufbauen.
00:23:18: also er hieft sich dann aus dem Rollstuhl raus und ja roppt ein bisschen über den Boden und schafft es von dort aus das Zelt so zu errichten wie es da steht und baut's dann wieder zusammen wenn er morgens aufsteht.
00:23:31: Ja, also er hat sehr viel gelernt gleichzeitig natürlich auch wer auf Menschen zu gehen kann ohne dabei aufdringlich zu sein und dafür entwickelt er seine ganz eigene Technik.
00:23:42: Die Technik mit den Karten!
00:23:44: Mit den Katen?
00:23:45: Was heißt das?
00:23:47: Das ist so ein kleiner Trick denn jedes Mal wenn Albert in einer neuen Stadt oder einem neuen Dorf ankommt dann sucht er sich den nächsten Platz oder Park indem ein paar Menschen sind.
00:23:57: Dann hieft er sich aus dem Rollstuhl, setzt sich auf den Boden und breitet ein Kartendick vor sich aus.
00:24:02: Er beginnt dann zu spielen – erst allein!
00:24:05: Aber meist werden ziemlich schnell Kinder auf ihn aufmerksam und fast jedes Mal kommen sie und schauen was Albert da tut.
00:24:13: Dann kommen immer mehr Kinder vielleicht auch mit ihren Eltern oder irgendwann auch Erwachsene.
00:24:18: Sie treten mit Albert in Kontakt, sprechen mit ihm auf Englisch oder Spanisch Beide Sprachen nicht beherrschen dann auch irgendwie mit Händen und Füßen.
00:24:27: Albert erzählt dann, woher er kommt, wo er hinreisen möchte und meist lernt er so Menschen kennen die ihn zu sich nach Hause einladen.
00:24:35: Sie bieten ihm Essen Ein Bett für eine Nacht Und manchmal auch für länger.
00:24:39: Aber wie lief das denn?
00:24:41: Also hat er die Leute dann explizit danach gefragt oder hatte ihnen irgendwas im Gegenzug angeboten?
00:24:47: Nee!
00:24:47: Er kommuniziert nur auf Nachfrage.
00:24:49: also wenn die Leute fragen Wo er denn unterkommt Dann sagt er ganz ehrlich dass er bislang noch keine Bleibe hat.
00:24:55: Und meist ist es so, dass er dann Soforthilfe angeboten bekommt.
00:24:59: Er ist einfach ehrlich aber nicht fordernd und ergibt den Menschen seine Gesellschaft zurück.
00:25:06: Albert ist ein unglaublich positiver Mensch der gern seine Geschichten erzählt und Energie und positive Stimmung austrahlt.
00:25:13: Das ist quasi die Gegenleistung.
00:25:15: also dafür bekommt er dann eben Essen und ein Bett
00:25:18: Und das funktioniert einfach so?
00:25:20: Also passiert er auch nie irgendwas?
00:25:22: Nee, ist nicht zu glauben.
00:25:23: Aber tatsächlich ist ihm noch nie was passiert!
00:25:26: Ich vermute dass Albert mit der Zeit auch so ein Bauchgefühl entwickelt hat und merkt wann eine Situation problematisch werden könnte.
00:25:34: aber ich würde sagen bevor wir weiter sprechen über ihn kannst du dir nochmal ein Foto anschauen wie er dann ein bisschen älter aussieht.
00:25:40: Ach guck mal an, da hat Rezo sich seine Frisur
00:25:43: abgeguckt.
00:25:46: Albert hatte nämlich tatsächlich diese total... Was sind das?
00:25:50: Es sind so schlumpfblaue Haare würde ich sagen und er sitzt in seinem Rollstuhl, hat seine Sachen hinten im Rucksack, den er hinten festgebunden hat und auf dem Bild der guckt ja total strahlend in die Kamera.
00:26:04: also er lacht wirklich Ganz, ganz groß und hat die Füsse so angehoben.
00:26:09: Also hat quasi macht ein kleines Kunststück mit dem Rollstuhl in dem man halt so die Füße nach oben hebt und wahrscheinlich sich so ein bisschen drehte oder nach vorne oder hinten rollt weil er das ja mit seinen Händen gut im Griff hat.
00:26:20: Und ich meine jemand der mit so einem Rollstühl einfach Treppenhoch rund runter kommt Der kann natürlich auch sowas Aber er sieht auf jeden Fall total positiv und happy aus und Ich kann mir vorstellen dass das mit ihm Spaß macht.
00:26:31: Einfach so wenn man ihn in seiner Gesellschaft hat
00:26:33: Komplett!
00:26:33: Ja ich habe mal einige Videos angeguckt von ihm und wirklich auf allen Aufnahmen lächelt er so, der grinst ja schon fast.
00:26:40: Er ist so ein positiver Mensch.
00:26:42: Er strahlt das echt aus und das kann ich mir auch gut vorstellen dass die Menschen ihn gerne um sich haben.
00:26:47: Ja bei einer Situation gibt es tatsächlich die Albert später immer wieder als Anekdote erzählt.
00:26:53: Er isst da gerade in Belgien in Brüssel in derselben Stadt mit seinem Vater für seine Probereise war.
00:26:59: Diesmal ist allerdings allein dort und wird direkt von der Polizei aufgegriffen.
00:27:04: Die Beamten haben den Jugendlichen mit dem blauen Hahn im Rollstuhl auf der Straße gesehen, zu einer Zeit, so der Kinder eigentlich in der Schule sein sollten.
00:27:13: Sie wundern sich und kommen zum Schluss, dass er vermutlich von zu Hause weggelaufen ist.
00:27:17: Albert versucht dann die ganze Situation irgendwie zu erklären – also das allein durch Europa reist und seine Eltern ihm das auch erlaubt haben… aber die Polizeibeamten glauben ihn nicht!
00:27:31: Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass die sich ein bisschen Sorgen machen wenn sie dann da so von der Polizei angerufen werden.
00:27:36: Was sagen Sie?
00:27:37: Ja der Vater geht ans Telefon aber der bestätigt natürlich dem Beamten das er wirklich die Erlaubnis hat alleine zu reisen.
00:27:44: Die Polizisten können das gar nicht so wirklich glauben.
00:27:47: fragen nochmal nach und wieder bestätigter Vater das alles mit rechten Dingen zugeht.
00:27:53: Also lassen die Polizistin Albert schließlich gehen.
00:27:57: Für Alberts Eltern ist die erste Solo-Reise ihres Sohnes aber nicht so ganz einfach.
00:28:02: Sie haben Alber zwar gehen lassen, aber sie haben natürlich trotzdem Angst um ihn.
00:28:06: Ja kann man ja auch verstehen.
00:28:07: ich meine er ist ja noch sehr jung sitzt im Rollstuhl hat kaum Geld.
00:28:10: dabei machen die Eltern dann irgendwas?
00:28:12: Sie
00:28:13: können eigentlich nicht besonders viel machen.
00:28:15: sie versuchen nur sich selbst ein bisschen zu beruhigen und mit der Zeit lernen sie dann auch dass Albert das Reisen braucht und dass die Angst nicht zu seinem Leben dazugehören darf.
00:28:24: Und als Albert nach diesem ersten Sommer, nach Esparigera zurückkommt wissen sie dass er nicht lange bleiben wird.
00:28:32: Zwar geht Albert nach den Sommerferien wieder in die Schule aber er ist anders.
00:28:36: das Reisen hat ihn nämlich verändert.
00:28:38: Er weiß jetzt wozu er fähig ist und der weiß wie groß und bunt und aufregend die Welt ist und er will mehr davon.
00:28:47: In der Zeit in der er noch zur Schule geht reist Albert in den Ferien.
00:28:50: Er fährt durch Europa, schläft in Zügen, trämmt mit Fremden.
00:28:54: Übernachtet an Stränden und fährt mit Fähren.
00:28:58: Mit dabei hat er nur leichtes Gepäck.
00:29:00: An seinem Rollstuhl hängt ein Rucksack und darin hatte ein Buch einen Stift eine Taschenlampe Seife bisschen Kleidung Ein kleines Zelt ein erste Hilfeszett ein Reparaturset für den Rollstühl.
00:29:13: Oh ja stimmt das ist sicherlich nicht so einfach.
00:29:16: also wenn so ein Rollstuel mal kaputt geht
00:29:19: Hm, komplett also ohne den Rollstuhl kommt Albert nicht weiter.
00:29:23: Wenn der still steht dann steht Albert natürlich auch still aber er lernt den Roll Stuhl zu reparieren.
00:29:29: Er hat immer ein paar Ersatzteile dabei Aber meist bekommt er auch Hilfe.
00:29:33: Dann bringen ihn Neute zur nächsten Fahrradwerkstatt in die nächste Stadt Also irgendwo hin wo er seine Rollstühle reparieren und dann weiter reisen kann.
00:29:41: Für Albert sind solche Erlebnisse keine Katastrophe sondern gehören zum Reisen einfach dazu.
00:29:47: Es klingt ja aber wirklich so, es hätte er überhaupt keine Angst und gar keine Sorgen.
00:29:52: Oder täuscht das dann doch ein bisschen?
00:29:54: Er hat schon Angst und Sorgen, aber er hat für sich einen Umgang damit gefunden.
00:29:58: also er sagt, er hat selbst erlebt wie schnell das Leben zu Ende sein kann weil er selbst eben mit dieser Krankheit so nah am Tod war.
00:30:06: Aber er hat die Leukämie überlebt.
00:30:08: Er hat die Behandlung mit ihren Folgen überlegt und dabei hatte auch erlebt, dass man nach der schlimmsten Zeit wieder weitermachen und trotzdem aufwachen kann.
00:30:16: Und seitdem sagt er, hat er weniger Angst.
00:30:19: Felicismo nennt er das.
00:30:21: Das kann man wörtlich gar nicht so übersetzen.
00:30:23: Das heißt vielleicht sowas wie Glückismus also was so sein
00:30:26: Motto ist.
00:30:27: ne?
00:30:28: Für Albert ist es keine Religion und kein starres System sondern seine tiefste Überzeugung.
00:30:34: Er glaubt, solange man nicht stirbt ist alles gut.
00:30:37: Und wenn man stirbt hat man hoffentlich alles getan was man wirklich wollte.
00:30:41: Das ist auf jeden Fall eine gute Einstellung ein gutes Motto wahrscheinlich auch so das Ergebnis seiner vielen Erfahrungen.
00:30:47: vielleicht aber auch ich weiß nicht bisschen zu naiv mal sehen wie es weitergeht.
00:30:52: also er war zwar jung aber hat natürlich schon total viel durchgemacht nachdem er diese Krankheit hatte.
00:30:57: Soviel wie anderen ihm ganzen leben vielleicht manchmal nicht Aber es reicht immer noch nicht.
00:31:03: Als Albert siebzehn Jahre alt ist, beschließt er nämlich nach Asien zu fahren.
00:31:08: Er will aber nicht fliegen denn das Geld für die Flugtickets hat er nicht.
00:31:12: Stattdessen will er trampen – von Barcelona bis nach China!
00:31:16: Und wenn sich Albert etwas vorgenommen hat dann zieht er es auch durch.
00:31:21: Er startet mit dreißig Euro seinem Rucksack am Rollstuhl und seiner nie endenden Neugier und die Lust etwas Neues zu entdecken.
00:31:29: Immer wieder trifft er auf Menschen die ihm helfen.
00:31:32: Sie nehmen ihn in ihren Autos und Lastwagen mit, er fährt durch Länder, Städte und Dörfer – von denen er vorher nur in Büchern gelesen hat.
00:31:40: Er schläft in Jürgen auf Ladeflächen im Moscheen und in Bahnhofs Warteheim.
00:31:45: Und da ist das was die Menschen ihm geben!
00:31:48: Die Art zu reisen, die Albert betreibt, ist sehr genübsam.
00:31:52: aber genau dadurch erlebt er eben auch Dinge, die so ganz normale Touristen niemals erleben würden….
00:31:59: Auf seinen Reisen kommt er in Dörfer, die schon seit Jahren keine Touristen mehr gesehen haben.
00:32:03: Wird in Familien eingeladen und sieht Orte, die nicht in Reiseführern beschrieben sind Und das alles weil er sich traut ohne Plan und nur mit leichtem Gepäck loszureisen.
00:32:15: Sein stetiger Begleiter der immer funktioniert sind seine Karten.
00:32:19: Durch sie kommt er stets mit Menschen in Kontakt und so ergeben sich alle weiteren Wege für ihn.
00:32:25: Das könnte uns jetzt zumindest im Moment nicht ganz so passieren, wenn ich mir überlege wie lange wir so brauchen, wenn wir unseren Koffer packen.
00:32:33: Also er reißt wirklich ganz anders als die meisten Menschen ist ja im Grunde so ein Backpacking aber irgendwie noch extremer und er plant ja auch gar nicht vor, wohnt nicht in Hostels sondern ist halt einfach so bei den Einheimischen und lässt dann alles auf sich zukommen.
00:32:49: Ja er lässt dich echt treiben.
00:32:51: ohne Plan könntest du auch so reisen?
00:32:54: Also ich glaube hättest du mich jetzt vor der Aufnahme gefragt, hätte ich wahrscheinlich gesagt eher nicht.
00:32:59: Ich kann es jetzt aber so mit den ersten Erfahrungen die von ihm gehört habe schon nachvollziehen.
00:33:04: also... Ich war ja mal auf einer Drehreise für Logo als ich noch bei den Kinder Nachrichten war und da sind wir nach Japan gefahren ein Jahr nach Fukushima, nach dem furchtbaren Tsunami
00:33:16: und da
00:33:17: wurden wir auch von Einheimischen immer so'n bisschen durch das Hinterland geführt.
00:33:22: Und das mochte ich schon auch sehr, weil du dann auch mal so... Ich habe da ganz spezielles Essen bekommen was du halt nicht so als Turi serviert bekommst.
00:33:31: Es waren einfach andere Sachen die ich überhaupt nicht kannte und das fand ich schon spannend.
00:33:36: Da war er wirklich in kleinen Wohnungen wo wir nur eine Matratze auf dem Boden hatten gar kein richtiges Bett und ich mochte es schon!
00:33:44: Also deshalb, ich kann mir es schon auf eine Art irgendwie vorstellen.
00:33:46: Jetzt nicht für immer ne?
00:33:47: Ich finde schon...ich mag auch so das klassische Reisen und ich mag auch total gerne tolle Hotels und bin jetzt nicht der super Riesen-Fan vom Zelten und so.
00:33:55: aber ich kann dem trotzdem was abgewinnen ist auch mal so einfacher zu machen und eben nicht seventy achtausend Sachen zu packen, ein riesengroffer dabei zu haben.
00:34:03: Es gibt einem ja schon auch eine gewisse Freiheit.
00:34:05: also ich find's schon ganz gut
00:34:06: Ja absolut!
00:34:08: Und Albert liebt diese Freiheit und diese Art zu reisen auch total.
00:34:12: Er ist ja ein offener, fröhlicher Mensch.
00:34:14: Und letztendlich ist er fünf Monate lang unterwegs bis er dann schließlich wieder zu Hause ankommt.
00:34:19: Dort setzt er sich an den Computer und schreibt.
00:34:23: Im Jahr zwei Tausendneuen erscheint sein erstes Buch.
00:34:26: Er hat es auf katalanisch also seiner Muttersprache geschrieben und das heißt El Mon Sobre Rodis... Also ich weiß jetzt gar nicht ob ich's redig ausspreche vielleicht sage ichs lieber auf Deutsch.
00:34:37: Das heisst so viel wie Die Welt Auf Rädern.
00:34:40: Als das Buch erscheint, ist Albert gerade achtzehn Jahre alt.
00:34:43: In dem Buch beschreibt er seine Reise mit dem Interrail-Ticket und als Tramper von Europa bis nach Asien.
00:34:50: Zum Beispiel erzählt er wie er in einer Nacht im Winter einen verlassenen Schloss in Schottland übernachten musste weil er keinen anderen Schlafplatz gefunden hatte und in Indonesien eine allergische Reaktion auf ein Insektenstich bekam oder diese eine Situation, die auch sehr besonders war.
00:35:06: Da können wir noch mal ganz kurz reinhören was er hier beschreibt.
00:35:13: Er sagt dass er bei einer Familie gelebt hat, die sehr nett waren und ihm Essen gab und irgendwann haben sich dann alle auf den Weg gemacht in die Stadt.
00:35:20: Und er später hat Albert mitbekommen das sie in der Stadt Touristen bestohlen haben also die Familienmitglieder.
00:35:27: Das war einfach ihr Job.
00:35:29: aber zu Albert wie er selbst sagt waren Sie immer freundlich.
00:35:33: Ja, nach seiner Reise nach Asien will Albert Südamerika erkunden.
00:35:37: Er reist durch Peru, Bolivien, Kolumbien und Argentinien immer dorthin wo Menschen ihn mitnehmen.
00:35:43: Und hier siehst du Albert nochmal mit Leuten die er auf seinen Reisen kennengelernt hat.
00:35:48: Also das sind zwei so Gruppenfotos und er ist eigentlich immer in der Mitte auf beiden Bildern in seinem Rollstuhl halt und die Leute haben sich um ihn rum gruppiert und recken auch so die Hände in den Himmel.
00:35:59: Und man sieht, dass sie eigentlich ein bisschen alle so die Fröhlichkeit angenommen haben von ihm.
00:36:06: Auf beiden Bildern hat jetzt seine Haarfarbe gewechselt.
00:36:09: da sind die Haare jetzt teilweise rot.
00:36:11: An den Seiten sind sie glaube ich in seiner Naturhaarfarber.
00:36:13: das ist irgendwie so braun.
00:36:15: und auf dem rechten Bilder ist er dann auch in seinem Rollstuhl.
00:36:18: Die Leute alle um ihn roben ganz unterschiedliche Menschen teilweise in Bikini, in T-Shirts und Polis.
00:36:25: Alle haben sich so um ihn rumgestellt und gucken auch alle total happy in die Kamera.
00:36:30: Also seine gute Laune scheint abzufärben!
00:36:33: Und hier habe ich da noch mein Foto mitgebracht.
00:36:34: Hier ist er mit einigen Kindern aus dem Dorf zu sehen.
00:36:38: Da sieht man ihnen genau jetzt mal mit Jüngeren auf den ersten beiden Bildern, die wir eben gesehen haben.
00:36:42: Da waren es ja eher junge Erwachsene oder etwas ältere.
00:36:48: Er ist schon wieder mit seinem Rollstuhl auf einem total unebenen Boden.
00:36:51: Es ist halt einfach so was wie ein Acker oder so und er lässt sich davon aber irgendwie gar nicht stören und ist da irgendwie mit den Kids unterwegs, ich weiß nicht, was sie da machen.
00:37:00: wahrscheinlich quatschen die Spielen so ein bisschen also da sehen auch alle sehr happy aus!
00:37:05: Und man sieht auch dass die Kinder gar keine Berührungsängste haben, was den Rollstohl angeht... Null
00:37:10: der eine schiebt ihn so ein bißchen.
00:37:13: Man sieht auch echt, wie gut der Anschluss findet.
00:37:15: Also es ist ja jedes Mal eine Riesengruppe von Menschen die er da um sich hat und vielleicht war's der Kartentrick.
00:37:22: auf jeden Fall scheint das aufzugehen und er kommt mit vielen Menschen in Kontakt.
00:37:26: Ja das Buch ist voll von den Geschichten eines Teenagers, der die Welt sehen wollte und dabei viel erlebt hat Und es verkauft sich gut sogar besser als Albert das erwartet hat.
00:37:37: Er spricht die Menschen an, die selbst reisen wollen aber Angst davor haben.
00:37:41: Er spricht Menschen mit Behinderung an und es spricht all die Menschen an, die gern wahre Abenteuergeschichten lesen.
00:37:48: Früher als Kind hätte Albert so ein Buch selbst gerne gelesen – jetzt hatte er all das was er schreibt erlebt!
00:37:54: Die Einnahmen, die er von dem Buch bekommt spendet Albert zu einem großen Teil und dann geht er wieder auf Reisen.
00:38:00: Der scheint wirklich so ein guter Mensch zu sein ne?
00:38:03: Also ich meine, er könnte ja auch das, was er da vom Buch bekommt einfach mal behalten Mit mehr Sicherheit reisen, aber scheinbar gefällt ihm das ja auch genau.
00:38:12: Also deshalb spendet er dann wahrscheinlich was also echt richtig sweet.
00:38:18: Ja und manchmal merkt Albert dass das Ganze auch gefährlich werden kann zum Beispiel als auf einem kleinen Boot eine Überfahrt nach Panama macht.
00:38:26: vielleicht kommt ihr das bekannt vor.
00:38:28: die Wellen sind nämlich so hoch sie werden immer höher und plötzlich schwappt eine Welle über das Deck und Albert fällt ins Meer.
00:38:35: Dann setzt seine Erinnerung aus Und er wird ja erst wieder wach, als er auf dem Deck das Boot liegt.
00:38:41: Man hat ihn aus dem Wasser gezogen und
00:38:44: gerettet.".
00:38:45: Aber wie wir gehört haben, Albert liegt da und lacht!
00:38:50: Ja genau die Szene vom Anfang... und ich bin jetzt auch froh dass es jetzt dazu kommt weil ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt wann kommt diese Szene?
00:38:56: Und vor allem wie geht sie
00:38:57: aus?!
00:38:59: Aber auf jeden Fall total krass, wie er da reagiert.
00:39:01: also wahrscheinlich hätten Die meisten spätestens jetzt irgendwie mit dem Reisen wieder aufgehört, weil es dann doch eben manchmal gefährlich werden kann.
00:39:09: Und was denkst du?
00:39:10: Wie macht Albert weiter?
00:39:12: Der reist natürlich weiter!
00:39:16: Er denkt nicht an das, was hätte sein können, dass er vielleicht hätte sterben können sondern er denkt sich nur.
00:39:21: zum Glück bin ich noch da.
00:39:23: Für Albert ist es auch keine Verdrängung, sondern er nimmt die Sichtweise ein, die er seit seiner Leukämie hat.
00:39:28: Er freut sich über das was er hat – über sein Leben und über die Begegnungen.
00:39:33: Und das Negative also die schlimmen Erfahrungen und Ängste verdrängt er nicht.
00:39:37: Er konzentriert sich aber auch nicht extra darauf, sondern eben auf das positive.
00:39:42: Das gibt ihm wahrscheinlich die Kraft und die Motivation immer weiter zu machen, egal was für schwierige Situationen auf ihn
00:39:48: zukommen.".
00:39:50: Im Jahr two-tausend elf schreibt Albert dann ein zweites Buch über seine Reisen und daran ist noch eine ziemlich spannende Geschichte, denn einmal als Albert durch Asien reist kommt er zu einem buddhistischen Kloster.
00:40:02: Die Mönche dort nehmen ihn freundlich auf den jungen Mann im Rollstuhl der ihnen beim Beten und Musikieren zuhören möchte.
00:40:10: Und obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprechen, können Sie sich verständigen und irgendwie kommt es dann dazu dass die Mönche Albert von einem verschlossenen Zimmer in ihrem Kloster erzählen.
00:40:20: Sie sagen das Zimmer sei seit vielen, vielen Jahren verschlossen und niemand wisse wo der Schlüssel sei.
00:40:28: Albert greift daraufhin nach einem Schlüsselbund probiert auf gut Glück ein Schlüssel aus und du wirst es nicht glauben.
00:40:35: aber die Tür öffnet sich.
00:40:38: Die Mönche sind jetzt in dem Moment komplett still und dann reden sie aufgeregt durcheinander.
00:40:42: Und starren Albert an!
00:40:44: Einer von ihnen holt ein Dolmetscher, der für Albert übersetzt.
00:40:49: Die Möhnchen glauben dass Albert die Reinkarnation des Mönches ist, der zuletzt in diesem lange verschlossenen Zimmer gelebt hat.
00:40:57: Weil Sie alle so froh und dankbar sind lassen sie Albert für eine Woche bei sich wohnen überhäufen ihn mit Essen und sorgen sich um ihn.
00:41:06: Klingt so ein bisschen wundersam, aber eigentlich auch ganz schön und vielleicht war es einfach Zufall.
00:41:11: Aber die Möncher haben jetzt halt was anderes geglaubt ist ja auch okay.
00:41:15: auf jeden Fall ein schönes Erlebnis.
00:41:17: also dieses zweite Buch kommt das auch so gut an wie das erste?
00:41:21: Ja total auch das verkauft sich echt gut.
00:41:24: Albert ist jetzt einundzwanzig Jahre alt und die spanische geografische Gesellschaft wird auf ihn aufmerksam.
00:41:30: Und sie verleihen Albert den Titel Reisender des Jahres, damit ist er der jüngste Träger des Titels in der Geschichte der Gesellschaft.
00:41:39: Für Albert selbst hat das aber gar keine große Bedeutung.
00:41:42: Er sieht es eher pragmatisch – für ihn ist das Reisen ja sein Leben!
00:41:47: Es ist normal für ihn, aber natürlich freut er sich trotzdem über die Anerkennung.
00:41:52: Statt aber allzu lange in Spanien bei seinen Eltern zu bleiben, schmiedet er natürlich wieder neue Reisepläne.
00:41:58: Dabei hatte eine Idee die sich in seinem Kopf festgesetzt hat – er möchte nämlich an den Ort reisen der am weitesten entfernt von seiner Heimat ist!
00:42:06: Also begutachtet er die Karte, zieht eine Linie von Esparageda in Richtung Osten und landet schließlich in Neuseeland.
00:42:15: Genauer gesagt am East Cape.
00:42:18: Das East Cape ist der östlichste Punkt von Neuseeland, eine kleine Ausbuchtung Land die sich ins Meer streckt.
00:42:25: Dort steht ein Läufturm an den Touristen regelmäßig früh morgens reisen um den ersten Sonnenaufgang der Welt zu sehen denn dort mitten im Meer ist die Datumsgrenze.
00:42:37: Boah wie weit ist das denn jetzt von seiner Heimat entfernt?
00:42:39: Es ist ja wahrscheinlich ewig.
00:42:41: und will er da auch wieder ohne Geld und Plan hinkommen?
00:42:45: Ja und es ist echt weit.
00:42:46: also es sind ungefähr.
00:42:50: Aber ja, Albert will dort per Anhalter und ohne Geld hinkommen.
00:42:55: Aber es gibt einen Unterschied zu seinen vorherigen Reisen?
00:42:58: Denn dieses Mal reist er nicht allein!
00:43:01: Albert hat jemanden kennengelernt der genauso neugierig und Reise verrückt ist wie er – Anna.
00:43:09: Anna kommt aus derselben Gegend wie er und die beiden teilen ihre Leidenschaft fürs Reisen.
00:43:13: Zunächst sind sie nur gute Freunde, später führen sie dann auch eine Beziehung.
00:43:18: Es ist jetzt aber nicht so, dass Anna für Albert eine Art Assistentin auf zwei Beinen ist oder eine Helferin.
00:43:24: Die beiden reisen gemeinsam und sehen sich eher als gleichwertige Abenteurer die nach den gleichen Ideen und Regeln gemeinsam reisen.
00:43:32: Das hat natürlich für Albert ein paar Vorteile das Anna zum Beispiel auch mal seinen Rollstuhl schieben kann, aber eigentlich braucht er sie ja nicht.
00:43:39: also wir haben es hier gesehen was für Untergrund der unterwegs ist und dass er Treppen steigen kann und eigentlich alles was er möchte kann er auch alleine machen.
00:43:47: Aber jetzt ist es natürlich ein bisschen einfacher.
00:43:49: Also er ist immer gut alleine klargekommen, für ihn ist das Ganze eine bewusste Entscheidung gemeinsam mit seiner Freundin zu reisen nämlich weil beide es so wollen nicht weil es nötig ist.
00:44:01: und hier siehst du auch mal einen Bild der beiden.
00:44:03: Hier haben wir schon wieder einen Haarfarbenwechsel.
00:44:07: Jetzt sind seine Haare grün und er sitzt immer noch in seinem Rollstuhl In Jeans Ja, so Turnschuhen oder so Wanderschuhen würde ich sagen und im T-Shirt.
00:44:18: Und seine Freundin hat so ein bisschen den Arm um ihn gelegt.
00:44:22: also sie hat so den linken Arm glaube ich hinten auf dem Rollstuhl.
00:44:26: da wo man halt schiebt hat sie ihn so aufgelegt?
00:44:28: die trägt eine kurze Jeans einen T-shirt hat so braune Haare und strahlt auch total in die Kamera und er eben auch.
00:44:35: er hat wieder so seinen ganz ganz positives Lachen.
00:44:38: Also die sehen glücklich aus zusammen.
00:44:40: Aber läuft das denn auch gut?
00:44:42: Ich meine, es ist ja sicherlich eine Umstellung für ihn wenn man so jahrelang alleine reist und da muss man sich dann doch ein bisschen nach irgendwem richten.
00:44:49: Nee!
00:44:49: Es läuft erstaunlich gut.
00:44:51: also die beiden Reisen im Grunde genauso wie Albert allein gereist ist.
00:44:55: sie reisen per Anhalter mit günstigen Zügen.
00:44:58: irgendwie kommen sie immer voran.
00:45:00: Eine Zeit lang werden Sie auch von einem Dokumentarfilmer begleitet, der ein Film über die Reise der beiden dreht.
00:45:06: Er ist nicht die ganze Zeit dabei aber immer mal wieder.
00:45:09: Der reist dann mit den Beinen mit und filmt wie sie langsam aber sicher immer weiter Richtung Neuseeland reisen.
00:45:15: Zwei hundert Tage brauchen die beiden für die zwanzigtausend Kilometer – aber dann kommen sie schließlich an!
00:45:29: Gemeinsam schaffen sie es schließlich und stehen dann da, an dem Punkt von dem Sie Monate zuvor nur geträumt haben.
00:45:37: Der Wind fährt Ihnen durch die Haare – Sie lachen und freuen sich!
00:45:41: Denn Sie haben es wirklich
00:45:42: geschafft!".
00:45:50: Und schließlich schreibt Albert sogar noch ein drittes Buch über seine Reisen.
00:46:03: Außerdem engagiert er sich ehrenamtlich und wird bei der Stiftung Step-by-Step Botschafter.
00:46:09: Die Stiftungen setzt sich für die Rehabilitation von Menschen mit Drückenmarksverletzung ein, und Albert setzt sich aktiv für die Ziele der Stiften ein – er hält Vorträge, besucht Veranstaltungen, erzählt von seinen Reisen um zu zeigen was alles trotz Rollstuhl möglich sein kann!
00:46:26: Einmal hält er einen Ted Talk und dort spricht er darüber, wie vielfältig die Welt und ihre Kulturen sind.
00:46:32: Wie man neugierig hinschaut, bekannte Systeme hinterfragt und Neues
00:46:36: ausprobiert.".
00:46:37: Ja das ist ja echt auch seine Botschaft und auch seine Motivation einfach so Sachen auf sich zukommen zu lassen nicht so festgelegt zu sein, neugirig zu sein hinzuschauen, auch zuzuhören.
00:46:47: wahrscheinlich also eigentlich eine ganz schöne Botschaft!
00:46:51: Und die Botschaft hat Albert nur, weil er selbst schon so viel erlebt hat, dass ihn diese Sichtweise entwickeln lassen hat.
00:46:57: Also er hat Menschen getroffen, die mit ihm ihr Essen geteilt haben – obwohl sie selbst nicht viel hatten!
00:47:03: Er hat Länder bereist über die er vorher nur vorurteile kannte und er hat immer wieder die Verbundenheit spüren dürfen, die viele im Alltag vermissen.
00:47:11: Wahrscheinlich hatte auch so sein Optimismus also seine positive neugierige Sichtweise entwickelt….
00:47:18: Der inzwischen ist Albert, thirty-fünf Jahre alt und hat schon so viele Länder bereist.
00:47:23: So viele Menschen getroffen, so viele Kilometer zurückgelegt wie kaum jemand sonst!
00:47:28: Und trotzdem sagt er – Er hat noch immer nicht alles gesehen und will weiterreisen.
00:47:33: Zum Beispiel sagt er, dass er gerne nach Nordkorea reisen möchte aber das weiß er noch nicht ob er diesen Plan auch umsetzen wird.
00:47:39: also dann werden wir vielleicht noch ein bisschen was von ihm hören.
00:47:42: Er lebt zwar in Katalonien, ist aber immer wieder unterwegs.
00:47:46: In seinem dritten Buch hat er das auch für suchten Worte zu fassen – er schreibt darin nicht nur über eine einzelne Reise sondern über alles was er auf seinen Reisen gelernt hat wie vieles zu entdecken gibt und wie viele verschiedene Arten zum Leben existieren.
00:47:59: Ich
00:47:59: finde, der klingt fast ein bisschen nach so einem Motivationsredner.
00:48:02: Ist ja auch irgendwie verständlich!
00:48:04: Wenn man dem Tod einmal so nah war und dann im Grunde sein Leben wieder geschenkt bekommen hat... Also er hat sich ja wirklich bewusst entschieden diese zweite Chance richtig zu nutzen voll auszukosten Und das schon seit er ein Teenager war.
00:48:18: also da kann man sich schon wissen was von abschneiden.
00:48:21: Ja absolut Und er ist eben nicht einer der Menschen, die sagen irgendwann dann werde ich mal das und das machen.
00:48:27: Sondern er hat es einfach gemacht!
00:48:29: Wir können ja nochmal reinhören was er Rückblicken sagt also woher dieser Wunsch die Welt zu entdecken kann.
00:48:38: Also er sagt Ich habe sehr viel über Philosophie gelesen aber auch Abenteuer Bücher.
00:48:43: Ich habe über all diese Figuren und Charaktere in den Büchern gelesen und mir gedacht Warum sollte ich das nicht tun können?
00:48:50: Hier.
00:48:50: Albert hat sich weder Form fehlenden Geld noch von seiner körperlichen Behinderung, noch von seinem Alter daran hindern lassen die Welt zu entdecken.
00:48:58: Und genau das versucht er auch immer zu betonen.
00:49:01: wenn man wirklich etwas will dann gibt es nichts was einen daran hinderen kann.
00:49:05: Albert sieht es so dass Grenzen eigentlich nur im Kopf existieren und er selbst ist der beste Beweis dafür.
00:49:12: Ja ich finde es wirklich faszinierend dass er da so konsequent und auch fast furchtlos Also, dass er einfach angefangen hat sich immer wieder getraut hat loszuziehen.
00:49:21: Einfach auszuprobieren was passiert.
00:49:23: und ja wenn man dann noch hört das er im Rollstuhl sitzt ist seine Geschichte wirklich noch viel beeindruckender also echt cool!
00:49:31: Ja finde ich auch und das findet natürlich auch all die Menschen die Albert begegnen seiner Vorträge hören seine Bücher lesen.
00:49:38: mit seinen Reisen und sein Erzählungen davon schafft Albert nämlich etwas das wirklich nachwirkt Er begeistert, inspiriert und ermutigt.
00:49:46: Und das ist auch genau das was er erreichen möchte!
00:49:54: Ja, ist schon auf jeden Fall ein guter Hinweis finde ich.
00:49:56: Kann jeder mal so drüber nachdenken und gucken was man daraus für das eigene Leben auch mitnehmen kann ne?
00:50:02: Weil wie du ja eben auch schon gesagt hast viele sagen halt irgendwann wenn ich mal Zeit habe dann will ich dies machen, da will ich dass machen oder in Rente will ich endlich reisen oder so und dann erleben es aber viele Menschen gar nicht mehr weil irgendwas furchtbares vorher passiert.
00:50:16: Und auch, dass man sich ja manchmal auch so viel über Kleinigkeiten aufregt.
00:50:19: Was weiß ich?
00:50:20: Wenn man jetzt selber mal merkt, keine Ahnung... Man hat sich mal nur in ein Fünf Drichen was für sich in den Finger gebrochen oder so und das ist dann immer schon das große Drama!
00:50:28: Wenn man ihn dann sieht, dass er einfach nie wieder laufen kann und sein ganzes Leben im Rollstuhl verbringen muss und trotzdem halt genau das Gleiche macht, was alle anderen Menschen auch machen die halt keine Einschränkung haben.
00:50:39: Also das ist schon echt gut, da mal so hin zu gucken und sich selbst ein bisschen einen Scheibchen von abzuschneiden.
00:50:46: Ja komplett ich neige auch dazu immer irgendwelche Ausreden zu finden warum Dinge vielleicht gerade nicht gehen und nicht möglich sind wie zum Beispiel gerade mit dem Sport.
00:50:54: aber er zeigt eigentlich dass es nur eine Sache des Kopfes ist.
00:50:58: ja also wenn man möchte dann kann man alles schaffen
00:51:02: Definitiv.
00:51:03: Also vielleicht lasst ihr euch ja auch ein bisschen motivieren und ich finde echt, dass es zum Nachdenken anregt.
00:51:08: Ihr könnt ja auch mal unter den Folgenpost schreiben ob das bei euch irgendwas verändert hat, ob es vielleicht auch irgendetwas gibt was ihr gerne immer schon machen wolltet und was sie immer so ein bisschen vor euch her schiebt.
00:51:20: Das würde mich echt interessieren was das bei Euch so ist.
00:51:23: Kommentiert es mal gerne und vielleicht könnt ihr das hier jetzt als Anregung nehmen dann die Sachen einfach früher zu starten.
00:51:30: Genau, mich würde auch interessieren ob ihr solche Menschen seid wie ich die gerne mal ausreden finden für irgendwas warum irgendwas nicht klappt oder man es gerade nicht tun kann.
00:51:38: Und ob ihr euch vorstellen könnt, so zu reisen.
00:51:41: Das würde mich auch interessieren.
00:51:42: Könntet ihr einfach mal losziehen mit einem kleinen Rucksack?
00:51:46: Mit wirklich nur ganz wenig Klamotten im Zelt, wenig Geld und Sachen auf sich zukommen zu lassen.
00:51:52: Auch das ist für viele gar nicht so einfach.
00:51:55: Viele wollen immer genau wissen wo bin ich morgen, was mache ich übermorgen, was ist der Plan... Ich könnte ja auch mal verraten.
00:52:02: Ich bin gespannt, ob es da irgendwie eine Tendenz gibt in unserer Assisties-Community was ihr so meint, ob ihr das machen würdet oder ob es gar nichts für euch ist.
00:52:11: Und vielleicht gibt es ja auch den einen oder die andere, die schon ohnehin so reißt?
00:52:16: Das wäre ja auch mal spannend zu hören auf jeden Fall.
00:52:19: Definitiv!
00:52:20: Also es war auf jeden fall eine spannende Geschichte, die du da erzählt hast.
00:52:23: ich freue mich auf die nächste, die werde ich dann ja erzählen.
00:52:26: Ich gucke mal, ob ich da etwas ebenso Spannendes finde aber ich bin mir eigentlich sicher weil die Geschichten gehen uns ja wirklich nicht aus und das ist ja auch gut so.
00:52:33: also dann macht's mal gut
00:52:35: Bis zum nächsten Mal, macht es gut.
00:52:37: Jetzt ist Donnerstag!
00:52:37: Es kommt ja sicherlich auch noch ein True Crime Briefing für all die True Crime Fans unter euch und dann hören wir uns nächste Woche wieder mit vielen schönen neuen Folgen.
00:52:46: Genau
00:52:47: bis dann und schöne
00:52:50: Ostern!
00:52:51: Ciao!
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