66 Sieben tote Babys, eine Station, keine Beweise

Shownotes

Es ist früh morgens in Hereford in einer ruhigen Sackgasse. Die Häuser stehen eng beieinander, die Gärten sind gepflegt, die Vorhänge noch zugezogen. In einem der Häuser schläft eine junge Frau. Ihr Zimmer ist in Rosa und Lila gehalten. Sie liegt im Bett, als die Polizisten die Tür öffnen. Sie ist müde, etwas verwirrt, blinzelt in das frühe Morgenlicht. Im Flur wimmert ihre Mutter. Die Beamtinnen sprechen ruhig mit der Frau im Bett. Sie helfen ihr, ihre Schuhe zu finden. Bevor sie das Haus verlässt, hat sie noch eine Bitte. Kann ich noch kurz meine Katze sehen? Die große orangefarbene Katze miaut, als sie sie hochhebt. Sie küsst sie. Hält sie fest. Dann dreht sie sich zu ihren Eltern um. Du weißt, dass ich das nicht getan habe, sagt sie. Ich weiß es! Wir wissen das!, ruft die Mutter. Und schluchzt. Auf der Einfahrt, während die Handschellen angelegt werden, sagt die Frau zu ihrer Mutter noch einen letzten Satz. Schau nicht hin. Geh rein. Und dann ist sie weg. Die junge Frau wird beschuldigt, die Menschen getötet zu haben, die den allergrößten Schutz bräuchten. Die noch nicht einmal wussten, dass sie auf der Welt waren. Neugeborene, deren Start ins Leben ohnehin schon nicht leicht war — Frühchen, die kämpften, deren Eltern warteten und hofften.

Wer sie ist, was sie getan haben soll — und ob sie es wirklich getan hat — das ist die Geschichte, um die es heute geht.

Autorinnen: Karolin Kandler Jule Gölsdorf

Instagram: @sistersincrime.podcast @julegoelsdorf @karolin_kandler

Sisters in Crime auf Joyn: https://www.joyn.de/serien/sisters-in-crime-frauen-die-toeten

Quellen: en.wikipedia.org/wiki/LucyLetby en.wikipedia.org/wiki/LuciadeBerkcase Crown Prosecution Service (CPS) cps.gov.uk cheshire.police.uk UK Judiciary (Gerichtsurteile) judiciary.uk Netflix, The Investigation of Lucy Letby

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Transkript anzeigen

00:00:02: Es ist frühmorgens in Herford, in einer ruhigen Sackgasse.

00:00:06: Die Häuser stehen eng beieinander – die Gärten sind gepflegt und die Vorhänge noch zugezogen.

00:00:12: In einem der Häuser schläft eine junge Frau.

00:00:16: Ihr Zimmer ist in Rosa & Lila gehalten.

00:00:19: Sie liegt im Bett als die Polizisten die Tür öffnen.

00:00:23: sie ist müde etwas verwirrt blindzelt in das frühe Morgenlicht.

00:00:28: Im Flur wimmert ihre Mutter.

00:00:31: Die Beamten entsprechen ruhig mit der Frau im Bett.

00:00:34: Sie helfen ihr, ihre Schuhe zu finden.

00:00:36: Bevor sie das Haus verlässt hat sie noch eine Bitte.

00:00:39: Kann ich noch kurz meine Katze sehen?

00:00:42: Die große orangefarbene Katze mehaut als sie sie hoch hebt.

00:00:45: Sie küsst sie, hält sie fest... Dann dreht sie sich zu ihren Eltern um!

00:00:50: Du weißt dass ich das nicht getan habe sagt sie.

00:00:53: Ich weiß es Wir wissen das ruft die Mutter und schluchzt Auf der einen Fahrt.

00:00:58: während die Handschellen angelegt werden sagt die Frau ihrer Mutter noch einen letzten Satz.

00:01:03: Schau nicht hin, geh rein und dann ist sie weg!

00:01:07: Die junge Frau wird beschuldigt, die Menschen

00:01:10: getötet

00:01:10: zu haben, die den allergrößten Schutz bräuchten – die noch nicht einmal wussten dass sie auf der Welt waren.

00:01:16: Neugeborene, deren Staat ins Leben ohnehin schon nicht leicht war.

00:01:19: Frühchen, die kämpften, deren Eltern warteten und hofften Wer sie ist und was sie getan haben soll Und ob sie es wirklich getan hat, das ist die Geschichte um die es heute geht.

00:01:36: Warum werden Frauen zu Täterinnen?

00:01:39: Was treibt die bösartigsten Mörderinnen

00:01:41: an?

00:01:42: Rache, Habgier, Notwehr,

00:01:45: Eifersucht oder einfach sadistisches Vergnügen?

00:01:49: Frauen können genauso brutal morden wie Männer – vielleicht sogar noch grausamer!

00:01:54: Wir berichten über interessante Fälle, beleuchten Hintergründe und sprechen mit Experternen und Experten Natürlich immer mit dem nötigen Respekt für die Opfer.

00:02:03: Sisters in Crime, Frauen, die töten!

00:02:06: Ein True Crime Podcast mit Karolin Kandler und Jule Gülstorff.

00:02:19: Und damit ganz herzlich willkommen hier bei Sisters In Crime.

00:02:22: ich bin Karolin kandler.

00:02:24: Und ich bin Jule gülstorf.

00:02:26: schön dass ihr wieder mit dabei seid.

00:02:28: Jule, ich muss kurz sagen es war so ein schönes langes Wochenende.

00:02:31: Ich kann dir gar nicht sagen wie viel glücklicher ich bin wenn das Wetter so schön ist.

00:02:36: Als ich bin rausgegangen, hatte das erste Mal so Flip-Flops an auf meine Schuhe nur ein T-Shirt und Sonnenbrille.

00:02:42: Und ich war einfach ein anderer Mensch!

00:02:43: Also wenn ich jeden Tag dieses Grau hab' und diese Kälte... Das zieht mich so runter?

00:02:48: Ich kann es dir echt nicht sagen.

00:02:49: Ja, das geht mir ganz genau so.

00:02:51: Ich habe zwar dieses Wochenende durchgearbeitet Aber nach Feierabend war ich auch noch draußen und habe das schöne Wetter genossen, vor allem wenn man dann beim Auto auch mal so das Schiebedach aufmachen kann.

00:03:01: Und dann kommt noch ein bisschen Sonne von oben rein.

00:03:03: Das ist so schön!

00:03:05: Ich freue mich jetzt auch schon sehr dass ich wieder zu Hause bin.

00:03:08: Ich bin nämlich gerade bei meiner Mama und hab'n paar Tage frei.

00:03:11: Dann habe ich schön lange Spaziergänge mit Fred einfach so draußen in der Natur sein.

00:03:16: Das fehlt mir grad schon so ein bisschen.

00:03:17: Ja, das kann ich total gut verstehen.

00:03:19: Okay, wir haben heute aber auch einen Fall mitgebracht der mich echt beschäftigt hat.

00:03:22: nochmal ganz kurz dazu.

00:03:24: Ich weiß nicht du hast wahrscheinlich auch schon von ihm gehört und ich muss dir sagen bevor ich angefangen habe zu recherchieren dachte ich, ich wüsste schon so ungefähr was passiert und was die Umstände sind?

00:03:35: Und als ich mich dann ein bisschen näher damit beschäftigt hab, habe ich gemerkt dass das Ganze irgendwie überhaupt nicht klar ist.

00:03:41: Dazu aber später mehr denn... Du hast uns ja noch etwas mitgebracht

00:03:44: oder?!

00:03:45: Ja genau, wir haben noch ein My True Crime von einer Hörerin und das lese ich jetzt mal vor.

00:03:51: Also, hallo Sistis!

00:03:53: Ich bin über Eistmatschulatte auf euch gestoßen und habe True Crime-Dieben gelernt.

00:03:59: Ich hab einen Fall für mein True Crime.

00:04:01: Letztes Jahr im August in meinem Heimatdorf Salzstetten im Nordschwarzwald hat ein Familiendrama stattgefunden.

00:04:09: Ein Familienvater hat zuerst seine Frau im Haus ermordet, hat dann die Kinder ins Auto gesetzt ist davon gefahren und ein Verkehrsunfall verursacht, wo er und das Baby ums Leben kamen und der zweijährige Junge mit schweren Verletzungen überlebt hat.

00:04:29: Dieser Fall hat das ganze Dorf erschüttert – das gab es noch nie!

00:04:34: Ich selber wohne nicht mehr dort und habe aus den sozialen Medien bzw.

00:04:38: über die Nachrichten davon erfahren.

00:04:40: Meine Schwester hat mir dann den Zeitungsbericht

00:04:42: geschickt.".

00:04:43: Meine Schwester ist auch am Unfallort vorbeigefahren, hat aber zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst in was für einem Zusammenhang der Unfall war.

00:04:51: Erst als sie Zuhause war, hat sie dann davon erfahren.

00:04:55: Ich war zu dem Zeitpunkt Hochschwanger mit unserem zweiten Kind jetzt sieben Monate alt und mein Sohn ist zwei Monate später drei Jahre alt geworden.

00:05:04: Mich als Mama hat das echt mitgenommen Und es hat mich lange beschäftigt.

00:05:08: Für mich kam immer wieder die Frage auf Warum?

00:05:11: Der damals zwei Jahre alte Junge hat überlebt, aber anfangs hieß es erschwebend Lebensgefahr.

00:05:17: Er ist bei seiner Oma mütterlicherseits in Obhut gekommen und die Familie war frisch in das Dorf gezogen.

00:05:24: Also erstens klar ist dann irgendwie so ein klassischer Femizid dass man eine Frau umbringt, aber trotzdem fragt man sich immer warum Und dann mit den Kindern loszufahren, also ich meine alle Arten zu sterben sind natürlich irgendwie schlimm.

00:05:37: Aber ich finde wenn du einen Verkehrsunfall verursachst, dann läufst dir ja eben genau Gefahr dass das nicht klappt.

00:05:44: in Anführungsstrichen und klar für den Jungen ist es jetzt gut, dass er überlebt hat, wenn's dem gut geht aber auch Kinder schon im Rollstuhl gelandet hatten eine Behinderung oder so und das ist dann ja auch nicht gerade

00:05:57: schön

00:05:58: Nur weil du dann irgendein Familienmitglied hast, der irgendwie versucht dich durch einen Verkehrsunfall zu töten.

00:06:03: Was für ein Albtraum!

00:06:05: Total schrecklicher, nicht meine der arme Junge.

00:06:07: Zwar sei jetzt bei der Oma ja in der Oput aber trotzdem ist seine Mutter tot sein Vater ist tot das Geschwisterchen ist tot also wie soll er dann weiterleben?

00:06:15: Das ist wirklich grausam und ich meine egal welcher Grund es jetzt ist ob der Vater Suizid begehen wollte weil er dachte okay er möchte sein eigenes Leben beenden und die Familie kann vielleicht ohne ihn nicht weiter leben.

00:06:29: dass ist ja entsetzlich.

00:06:30: Aber es könnte natürlich auch so gewesen sein, dass der Vater die Mutter irgendwie bestrafen wollte.

00:06:35: Wenn er sie getötet hat voran.

00:06:36: Man weiß jetzt nicht wie die Umstände waren und dann eben noch die Kinder ebenfalls töten wollte mit diesem Verkehrsunfall.

00:06:43: Das klingt ja so als wäre das mit Absicht verursacht worden.

00:06:46: also egal was die Gründe dafür waren ist einfach entsetzlich

00:06:50: Ja furchtbar und ich kann mir vorstellen dass wenn man dann aus einer Gegend kommt aus einem Dorf oder einer Stadt Kennt so die Plätze und so, dann fühlt sich das schon auch noch mal anders an.

00:06:59: Noch mal näher an.

00:07:00: also es kann ich total gut nachvollziehen wenn sie sagt dass sie das nochmal doppelt beschäftigt hat auch weil sie ja selber Mutter ist und man sich natürlich sofort die Frage ausstellt was wäre wenn mir sowas passieren würde?

00:07:11: könnte mehr sowas passieren und so?

00:07:12: also das kann nicht gut nach vollziehen.

00:07:14: auf jeden Fall vielen dank dass du deine geschichte mit uns geteilt hast.

00:07:18: und wenn ihr auch Geschichten habt die euch passiert sind oder von denen ihr mitbekommen habt, die euch irgendwie betroffen haben.

00:07:25: Dann schickt sie uns gerne über Instagram, übers ist das im Crime-Punkt

00:07:28: Podcast.".

00:07:29: Genau!

00:07:30: Und jetzt würde ich sagen machen wir weiter mit dem Fall.

00:07:33: Bevor wir starten nochmal ganz kurz der Hinweis, die Namen der betroffenen Familien haben wir zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert.

00:07:41: und vorab auch noch eine Triggerwarnung.

00:07:42: in dieser Folge geht es um Gewalt an Kindern.

00:07:46: Der Sommer twentyfünfzehn sollte für Sarah der Glückliste ihres Lebens werden.

00:07:51: Sie erwartet Zwillinge und die Schwangerschaft verläuft zunächst gut.

00:07:55: Aber dann viel zu früh setzen die Wehen ein, es muss sein Kaiserstädt gemacht werden und die beiden Jungen kommen auf die Welt – zu klein, zu früh noch lange nicht fertig mit dem Wachsen!

00:08:06: Sie werden unmittelbar nach der Geburt auf die Neonatalstation des Countess of Chesterhospitals gebracht in Inkubatoren gelegt an Schläuche- und Monitor angeschlossen Und das gleichmäßige Piepen der Maschinen wird für die nächsten Wochen ihr ständiger Begleiter sein.

00:08:24: Sarah verbringt von nun an jeden Tag auf der Station, sie bringt Muttermilch in kleinen beschrifteten Flaschen.

00:08:31: Sie lernt durch die Öffnung im Inkubator zu greifen und die Babys zu berühren ohne sie zu erschrecken.

00:08:38: Mit ihrer flachen Hand kann sie ihre Jungs streicheln Ganz sanft die kleinen warm Köpfchen berühren.

00:08:44: Es ist kein einfaches Leben Aber Sarah hat die Hoffnung, dass bald alles besser wird.

00:08:50: Leider wird es das nicht werden!

00:08:53: Erst einmal aber wird ihre Hoffnung belohnt.

00:08:55: Ihre Ärzte sagen ihr – Die Jungen entwickeln sich gut, besser als erwartet.

00:09:00: Und tatsächlich?

00:09:01: Am ersten August zwei tausend fünfzehn gibt es eine erfreuliche Nachricht.

00:09:06: Die Zwillinge sind stabil genug um Wald in ein Krankenhaus näher an ihrem Zuhause verlegt zu werden.

00:09:12: Ihr Mann fährt schon mal nach Hause, um alles vorzubereiten.

00:09:15: Sarah bleibt noch auf der Station bei ihren

00:09:17: Söhnen.".

00:09:18: Sie darf die Jungen an diesem Arm zum Kuscheln auf ihre Brust legen – ihr Kleinkörper ganz nahe an ihrem Spüren und sogar ihre Windeln wechseln!

00:09:28: Was Sarah in diesem Arm nicht weiß und was die meisten Eltern auf dieser Station nicht wissen ist dass das Gebäude, in dem ihre Kinder um ihr Leben kämpfen, in einem erschreckenden Zustand ist….

00:09:38: Der Frauen- und Kinderbau des Countess of Chester Hospital stammt aus den späten neunzehntsechziger Jahren.

00:09:45: Die gusseisernen Rohre sind alt, rissig und brüchig – und der Krankenhausklempner Lorenzo Manzotti sagt später öffentlich aus, dass er für Probleme im gesamten Gebäude etwa wöchentlich gerufen wird.

00:09:59: Für verstopfte Abflüsse blockierte Rohre Überschwemmungen Die auch.

00:10:04: manchmal kommt das Abwasser sogar zurück.

00:10:07: Also fauliges Wasser steigt dann aus den Waschbecken auf der Neonatalstation hoch, aus denselben Waschbäcken an denen sich die Schwestern die Hände waschen bevor sie die Babys

00:10:17: berühren.".

00:10:19: Im Januar hier überschwemmt der Boden der darüber liegenden Stationen.

00:10:24: Mitarbeiter stecken jetzt Windeln in die Decken Zwischenräume um das Wasser aufzufangen, dass von oben runter tropft – direkt über den Inkubatoren!

00:10:34: Und das ist die Station, auf der Sarahs-Söhne liegen.

00:10:37: Hier kannst du dir noch mal die Klinik anschauen und das Foto da drunter ist dann die Station?

00:10:42: Das ist irgendwie interessant weil ich hätte das jetzt nicht so erwartet bei diesem Gebäude.

00:10:46: also Ich bin jetzt auch nicht so firm dass sich sofort an einem gebäude erkennen könnte wann das gebaut ist aber ich finde es sieht eigentlich nach einigermaßen modern aus.

00:10:56: was ich eher auffällig finde ist dass es nicht sonderlich viele Fenster hat.

00:11:00: Also es ist ziemlich viel einfach Wand, also wahrscheinlich ist es relativ dunkel da drin.

00:11:06: Aber ich würde jetzt nicht so drauf kommen wenn man sich dieses Gebäude anguckt.

00:11:09: Ich finde das sieht einfach aus wie ein klassisches Krankenhaus oder eine Klinik oder so.

00:11:14: Also nicht so dass ich jetzt denken würde oh... Das sieht so aus als bricht da schon alles zusammen.

00:11:19: aber ich meine das was du da erzählt hast ja schon heftig und ich mein es ist natürlich in Sachen Hygiene das wissen wir ja nun alle wie wichtig das ist in Kliniken und Krankenhäusern und wie verteilt es sein kann.

00:11:29: wenn das nicht der Fall ist Das ist natürlich nicht so gut.

00:11:33: So, und jetzt gucke ich mir mal das Foto von der Station

00:11:36: an.

00:11:37: Da könnte ich jetzt auch nicht wirklich beurteilen ob das jetzt... Also es sieht jetzt nicht super modern aus?

00:11:42: Das stimmt schon!

00:11:42: Also da ist jetzt ein Inkubator, der sieht jetzt noch nicht super neu aus aber ich finde auch nicht dass es jetzt super alter alles aussieht.

00:11:48: also ja ein bisschen so.. Also wenn du jetzt sagen würdest das ist jetzt einen Foto aus den Sechzigern hätte ich wahrscheinlich nicht gedacht.

00:11:55: Stimmt nicht.

00:11:56: Aber würde man mir jetzt sagen das ist ein Foto vorgestern Gut, dann würde ich mich.

00:12:00: da unten steht so ein relativ oller Ventilator.

00:12:02: Da würde ich vielleicht denken, das sieht ein bisschen ol aus und die Rollwagen sehen jetzt auch nicht super modern aus.

00:12:09: Was ganz süß ist in den Fenstern haben sie Fotos von Kuschelbären.

00:12:13: Das soll halt gemütlich für die Kinder wirken aber ich kenne mich auch nicht so gut aus.

00:12:18: Du bist die Mama von uns beiden?

00:12:20: Was denkst du wenn du es siehst?

00:12:22: Also mir ist erst mal aufgefallen, dass so viele kleine Monitore und Technik da rumstehen.

00:12:28: Das sieht aus wie ein Hightech-Labor, finde ich.

00:12:32: Dieser Inkubator, also da sieht man diese Plastikscheibe drumherum, da liegen dann die Babys drauf.

00:12:38: Und das ist halt wirklich... Dann siehst du, wie zerbrechtlich die wahrscheinlich noch sind wenn die an so vielen Geräten angeschlossen sein müssen?

00:12:45: Ja es ist wirklich hightechmäßig, finde Wenn da dann irgendwas hygienisch nicht so erst rein ist, kann ich mir schon vorstellen dass es fatale Folgen haben könnte.

00:12:54: Aber so auf den ersten Blick wären wir jetzt auch nichts negativ aufgefallen.

00:12:57: Also zumindest nicht so das man jetzt denken würde.

00:13:00: Oh!

00:13:00: Da hätte ich mein Baby jetzt nicht gelassen weil mir sofort auf einen ersten Blick aufgefallen wäre.

00:13:05: Das stimmt irgendwas nicht ne?

00:13:06: Nee finde ich auch.

00:13:08: Zwei Tage nach dem Abend an dem Sarah die gute Nachricht der Ärzte bekommen hat Dass ihre Söhne bald verlegt werden können geht sie wieder durch den Flur der Neonatalstation Milch bringen, wie immer.

00:13:20: Aber noch auf dem Flur, bevor sie überhaupt den Raum betritt, hört sie etwas – einen Schrei!

00:13:25: Ein Schrei, den sie so noch nie gehört hat.

00:13:28: Einen der nicht von einem so kleinen Baby kommen sollte.

00:13:32: Sarah betritt den Raum.

00:13:33: Einer ihrer Söhne liegt im Inkubator und da ist Blut um sein Mund und an seinem Kinn.

00:13:40: Eine Krankenschwester ist bei ihm.

00:13:42: Sarah fragt was passiert sei und warum ihr Kind blutet?

00:13:46: Die Schwester erklärt ihr Der Ernährungsschlauch habe an der Kehle des Babys geregen, kein Grund zur Sorge.

00:13:52: Der Stationsarzt sei bereits unterwegs.

00:13:55: Sarah soll zurück auf die Entbindungstation gehen und dort warten.

00:14:00: Sie ist eine Autoritätsperson, sagt Sarah später und sie wusste es besser als ich – also habe ich ihr vollständig

00:14:06: vertraut.".

00:14:08: Sarah geht aber noch auf dem Weg ruft sie ihren Mann an.

00:14:11: Sie sagt ihm, dass sie sich Sorgen macht, das irgendetwas nicht stimmt.

00:14:15: Dass sie es gespürt hat – schon in dem Moment als sie den Raum

00:14:18: verließ.".

00:14:20: Kurze Zeit später wird Sarah zurückgerufen.

00:14:23: »Sie solle schnell kommen!

00:14:24: Es gebe Komplikationen.

00:14:26: Der Zustand ihres Sohnes hat sich dramatisch verschlechtert.«.

00:14:30: Sarah sitzt auf dem Flur vor dem Zimmer während drinnen alles getan wird was möglich ist.

00:14:35: Sie kann die Geräusche hören und dann mittel still.

00:14:39: Sarahs erster Sohn stirbt in der Nacht auf den vierten August zwei Tausend Fünfzehn.

00:14:45: Er ist ein Frühchen, wenige Wochen alt.

00:14:47: Er hat gerade erst begonnen die Welt um sich herum wahrzunehmen.

00:14:51: Am nächsten Tag verschlechtert sich auch der Zustand seines Zwillingsbruders dramatisch – er aber überlebt!

00:14:58: Was Sarah an diesem Moment nicht weiß?

00:15:00: Es wird nicht das letzte Mal sein dass ein Baby aus scheinbar unerklärlichen Gründen plötzlich auf der Station stirbt und es war auch nicht das erste

00:15:08: mal.".

00:15:10: Ja, Sarah hatte ja ein schlechtes Bauchgefühl und ist trotzdem gegangen.

00:15:14: Warum könnte sie das getan haben?

00:15:15: Habe ich mich gefragt.

00:15:16: also warum vertrauen wir Autoritätspersonen selbst gegen unser Bauch-Gefühl?

00:15:21: Und unsere Kriminalpsychologe Christian Nütke hat das für uns mal eingeschätzt!

00:15:26: Wir vertrauen Autoritätspersonen selbst gegenüber unserem Bauch gefühlt weil wir als Menschen darauf programmiert sind autoritäten zu vertrauen besonders im medizinischen Kontext.

00:15:36: dieses Vertrauen reduziert Angst und kognitive Überlastung.

00:15:40: Gleichzeitig kann es unser Bauchgefühl überstimmen.

00:15:43: Zentrale Mechanismen sind der Autoritätsbias, also der sogenannte Milgram-Effekt, kognitive Dissonanz sowie Abhängigkeit und Hilflosigkeit in vulnerablen, also verletzlichen Situationen.

00:15:55: Tragisch ist unser System belohnt Vertrauen aber genau dieses Vertrauen kann dann missbraucht

00:16:00: werden.".

00:16:01: Diese Menschen haben ja erstens eine Ausbildung gemacht die haben das also gelernt was sie da tun?

00:16:06: Und man selber hat zwar ein Bauch gefühlt Nicht wirklich Ahnung.

00:16:11: Und dann vertraut man natürlich darauf und denkt sich, okay das ist die Schwester oder die Leiterin der Station oder eben der Arzt und wenn der sagt dass das Sohn so isst Dann vertraute man halt weil man denkt Das ist ja deren Job!

00:16:25: Und man nimmt halt auch diese Autorität auf so eine Art wahr Weil man natürlich auch sage ich mal denen nicht das Gefühl geben will Dass man es besser wüsste ne Oder dass man sich für was besseres hält oder sowas.

00:16:34: Ich kann das schon nachvollziehen.

00:16:36: Ich kann das auch total nachvollziehen, weil ich wäre genauso.

00:16:39: Vielleicht ist es auch noch so unsere Generationen die ein Autoritätsbewusstsein hat also ich merke das im Total oft dass sich sowas ganz schnell bekomme und mich dann irgendwie auch nicht trau was zu sagen.

00:16:50: oder wie du sagst dann denke okay vielleicht weiß ich's einfach nicht besser und die andere Person ist dafür ausgebildet die wird schon die Wahrheit wissen.

00:16:57: aber oft hat man ja dann wirklich ein richtiges Gefühl ne?

00:17:00: Ja man sollte schon aufs Bauchgefühl Vertrauen.

00:17:03: Und man muss ja auch gar nicht jetzt irgendwie anmaßend werden oder so, aber man kann ja schon noch mal zwei Mal mehr nachfragen vielleicht um sich nochmal zu vergewissern ob das in dem Fall geholfen hätte sei immer dahingestellt.

00:17:15: Aber es ist natürlich furchtbar Kann ich mir vorstellen als Mutter wenn du sozusagen schon merkst dass was Nicht in Ordnung ist und dann stirbt dein Kind und du denkst dann hinterher Ich hab's gespürt und Du hast nichts getan.

00:17:27: Da kriegst du natürlich richtig heftig Schuldgefühle

00:17:30: absolut Auch wenn du gar keine Schuld hast natürlich, aber dieser eine Moment in dem du auch vielleicht hättest bleiben können.

00:17:37: Man weiß nicht ob er was geändert hätte, aber der würde dich wahrscheinlich dein Leben lang begleiten.

00:17:43: Lass uns mal noch einen Sprung zurückmachen zum achten Juni.

00:17:46: Zwei Tausend Fünfzehn.

00:17:48: Auf der Neonatalstation liegt das erste Baby unserer Geschichte ein Junge.

00:17:53: es ist ein Frühchen und ein Zwilling.

00:17:55: erst stabil macht Fortschritte und seine Eltern warten darauf ihn bald nach Hause mitnehmen zu können.

00:18:01: In der Nacht des achten Juni tritt eine Krankenschwester um halb acht ihren Abenddienst an.

00:18:07: Neunzig Minuten später stirbt das Baby, völlig unerwartet ohne jede Vorwarnung.

00:18:13: Der diensthabende Kinderarzt, der sofort gerufen wird hat keine Erklärungen.

00:18:18: Das Baby habe keinerlei Anzeichen einer Verschlechterung gezeigt – der Tod sei wie aus dem Nichts gekommen!

00:18:24: Am nächsten Tag bricht die Zwillingschwester des Babys ebenfalls zusammen.

00:18:28: sie wird reanimiert und überlebt Aber die Ärzte stellen beunruhigende Befunde fest.

00:18:34: Sechs Tage später stirbt ein zweites Baby, acht Tage darauf ein drittes.

00:18:39: Drei Kinder in vierzehn Tagen auf einer Station, auf der es normalerweise zwei bis drei Todesfälle pro Jahr

00:18:47: gibt.".

00:18:47: Das ist jetzt aber schon heftig!

00:18:49: Also ich meine drei Todespälle in zwei Wochen auf einer Neonatalstation?

00:18:53: Das müsste doch sofort auffallen...

00:18:56: Ja, es gibt tatsächlich auch jemanden der sich jetzt fragt was die Gründe dafür sein könnten.

00:19:00: Das ist Dr.

00:19:01: Stephen Breary, der leitende Kinderarzt der Station und er setzt sich mit der Stationsleiterin zusammen und schaut sich die Dienstpläne an.

00:19:10: also wer war wann da?

00:19:12: Wer hatte Dienst bei welchem Vorfall?

00:19:16: Und dann fällt ihm etwas auf!

00:19:18: Bei allen drei Todesfällen, also bei jedem einzelnen stand dieselbe Krankenschwester im Dienst.

00:19:24: Er erinnert sich später daran, was er in diesem Moment gedacht hat.

00:19:27: Und zwar dachte er – oh nein das kann noch nicht sein!

00:19:30: Nicht die nette Lucy.

00:19:33: Und dann legt er die Liste wieder weg.

00:19:34: Das muss ein Zufall sein.

00:19:36: Die Station ist nicht groß und das Personal überschaubar.

00:19:39: es ist also nicht abwegig dass eine Schwester bei mehreren Vorfällen Dienst hat und so versucht der Ding Gedanken los zu werden.

00:19:48: Im August stirbt dann Sarahs Sohn.

00:19:50: Es ist das vierte Baby in diesem Sommer.

00:19:53: Im Oktober des selben Jahres bricht ein weiteres Baby innerhalb von nur drei Wochen dreimal zusammen, es kollabiert, wird dreimal reanimiert und überlebt jedes Mal nur knapp.

00:20:04: Ebenfalls im Oktober stirbt ein weiterer Kind auf der Station – dieses mal ein Mädchen!

00:20:10: In der Nacht passiert etwas das eine der betreuenen Schwestern nie vergessen wird.

00:20:14: Die Schwester berichtet später dass das Mädchen ungewöhnlich unruhig war mit einem Schrei den sie noch nie von diesem Kind gehört hatte Laut, durchgängig – ohne dieses typische Schwanken und Pausieren.

00:20:27: Das Baby sonst vielleicht haben wenn sie weinen.

00:20:29: Einfach konstant und sehr laut!

00:20:31: Und dann plötzlich ist das Kind

00:20:33: tot.".

00:20:35: Nachdem das Kind gestorben ist erscheint eine Krankenschwester im Zimmer noch während die Ärzte versuchen zu reanimieren.

00:20:42: Sie spricht lächelnd mit der Mutter.

00:20:44: Sie fragt ob die Mutter das Kind noch einmal baden möchte?

00:20:47: Sie bietet an Fotos für die Familie zu machen... Noch in derselben Nacht schreibt sie der Familie eine handgeschriebene Trauerkarte.

00:20:55: Wir werden Sie immer mit einem Lächeln in Erinnerung behalten, steht

00:20:59: darin.".

00:21:00: Ja einerseits könnte man jetzt sagen da ist jemand, der wirklich mitfühlt auf der anderen Seite sehr schnell dann auch schon mit der Mutter zu sprechen während die Ärzte quasi noch dabei sind zu reanimieren.

00:21:12: das ist dann schon irgendwie ein bisschen merkwürdig.

00:21:14: Ja finde ich auch als ließ auch so direkt nach dem Tod.

00:21:17: also da stehst du ja wahrscheinlich auch noch unter Schock Und dann möchtest du wahrscheinlich auch nicht so eine Trauerkarte bekommen, kann ich mir vorstellen.

00:21:23: Ich weiß es auch nicht, also das könnte echt beides sein ne?

00:21:26: Ja!

00:21:27: Aber was wir wissen ist in diesen Monaten zwischen Juni und Dezember zwei Tausend Fünfzehn häufen sich die Todesfälle und Zwischenfälle auf dieser Station auf eine Weise, die sich medizinisch nicht erklären lässt.

00:21:39: Bei jedem einzelnen Vorfall steht dieselbe Person im Dienstplan

00:21:44: Diese Lucy

00:21:45: Genau.

00:21:46: Dr.

00:21:47: Barry kann den Gedanken jetzt nicht mehr verdrängen, er geht mit seinen Beobachtungen zur Krankenhausleitung.

00:21:53: Vorsichtig formuliert ohne direkte Anschuldigung – also er ist ja Arzt, kein Ermittler und der weiß was es bedeutet wenn man sich irrt.

00:22:01: aber die Häufung ist zu auffällig als dass man weiterhin von einem Zufall sprechen kann.

00:22:07: Die Krankenhaus-Leitung hört ihm zu und unternimmt nichts!

00:22:12: Sie suspendiert niemanden, leitet keine externe Untersuchung ein und erstattet keine Anzeige.

00:22:18: Die Todesfälle werden intern als Medikamentenfieler klassifiziert und damit zu den Akten gelegt.

00:22:24: Die Schwester bleibt auf der Station und die Todesfelder gehen weiter.

00:22:29: Das ist aber schon heftig!

00:22:31: Finde ich auch... Also egal was jetzt die Ursache dafür ist das nichts unternommen wird ist schon mal der erste Skandal.

00:22:37: So, und jetzt lasst uns aber mal ein bisschen über Lucy sprechen.

00:22:40: Also die Karkenschwester, die bei allen Todesfällen Dienst hatte... ...die der trauen Mutter Fotos angeboten hat und die handgeschriebene Trauerkarte überreicht hat.

00:22:49: Ihr Name ist Lucy Latby.

00:22:52: Sie wird am vierten Januar in Herford geboren als einziges Kind eines Möbelhänders und einer Buchhalte angestellten.

00:23:01: Sie wechseln einem Reihenhaus in eine ruhigen Sackgasse auf – in einer Stadt, in der jeder jeden kennt!

00:23:08: Schon in der Schulzeit erzählt später eine Freundin, hat sie ein klares Ziel.

00:23:14: Sie will Karkenschwestern werden auf einer Neonatalstation also mit den allerkleinsten Arbeiten.

00:23:21: und hier kannst du dir mal ein Foto von Lucy anschauen.

00:23:24: Hier sieht man sie auch gleich bei der Arbeit hat ein Baby auf dem Arm und strahlt total in die Kamera.

00:23:33: Also sie wirkt auch genau so, wie du das gerade beschrieben hast nämlich dass es ihr größter Wunsch ist diesen Beruf auszuüben.

00:23:40: und das sieht man ja auf dem Foto zumindest total an.

00:23:43: oder denkt man zumindest wenn man sie da so sieht weil dieses Baby halt einfach so ganz professionell im Arm hat, hat das so an sich ran gedrückt an die Brust und trägt eben diesen Typischen Kittel, die man halt anhat so einen blauen und hat die Haare zu einem Zopf gebunden.

00:23:59: Und guckt wie gesagt so ganz strahlend in die Kamera.

00:24:03: Ja sieht irgendwie aus so ein ganz liebes Gesicht oder?

00:24:05: Also sie schon eine der man vertrauen würde finde ich.

00:24:08: Total ja!

00:24:09: Sie studiert Kinderkrankenpflege at the University of Chester absolviert Praktika am Liverpool Women's Hospital und schließt es mit einem Bachelor of Science in Nursing ab.

00:24:24: Ihre Eltern sind so stolz, dass sie extra dafür eine Anzeige im Hervord-Time scheiden – also in der Tageszeitung!

00:24:32: Am zweiten Jahr nur zwölf, dann zwei Tage vor ihrem Zweiundzwanzigsten Geburtstag beginnt sie als Krankenschwester auf der Neonatalstation des Countess auf Chesterhospitals.

00:24:45: Lucy Latby ist fleißig, engagiert, hilft bei Fundraising-Aktionen des Krankenhauses mit und wird für eine Imagekampagne der Neonatalstation fotografiert.

00:24:54: Das Foto hast du ja gerade gesehen!

00:24:57: Und sie sagt in diesem Interview, sie genieße es zu sehen wie die Babys Fortschritte machen und die Familien in dieser schweren Zeit begleiten.

00:25:06: Als Dr.

00:25:06: Brarry und seine Kollegen der Krankenhausleitung sagen, sie glauben, Lucy Latbie könnte etwas mit den Todesfällen zu tun haben konfrontiert die Leitung Lucy dann irgendwann mit den Vorwürfen.

00:25:43: Dokumenten nur als Dr.

00:25:45: A bezeichnet, weil er Anonymität beantragt hat.

00:25:49: Er ist verheiratet und Latby entwickelt laut allem was später bekannt wird eine intensive emotionale Bindung ihm gegenüber.

00:25:57: Es gibt gemeinsame Café-Termine, Restaurantbesuche, Einkaufsausflüge ein Tagesausflug nach London zusammen Und in Textnachrichten die später sichergestellt werden schreibt Latby Herzchen Emojis und Kollegen necken sie offen wegen ihres offensichtlichen Interesses an dem Arzt.

00:26:40: Okay, interessant.

00:26:41: Und hat er ihr geholfen?

00:26:43: Also hat er zu ihr gehalten?

00:26:45: Nee!

00:26:46: Soviel vorab als er wird später als Zeuge aussagen und zwar gegen sie.

00:26:51: Aber jetzt sind wir erst mal im Juni, das stirbt nämlich innerhalb von zwei Tagen ein weiteres Geschwisterpaar auf dieser Station.

00:26:58: Diesmal sind es zwei von drei Geschwisters, die drei sind nämlich tatsächlich Drillinger.

00:27:05: Der erste stirbt am XXIII.

00:27:07: Juni.

00:27:09: am Tag, nachdem er und seine Brüder auf die Welt gekommen sind.

00:27:12: Der zweite stirbt einen Tag später, während er bereits auf den Krankenwagen wartet, der ihn eigentlich in ein Spezialkrankenhaus bringen

00:27:19: soll.".

00:27:20: Die Eltern flehen das Ambulanzteam jetzt buchstäblich an, wenigstens den dritten Bruder mitzunehmen.

00:27:26: Der Vater sagt später der Polizei, wir haben gebetelt, dass sie ihm mitnehmen!

00:27:29: Wir haben gesagt, er bleibt auf keinen Fall in diesem Krankenhaus – ihr müsst ihn mitnehmen, sonst nehmen wir ihn selbst

00:27:36: mit!".

00:27:37: Das Ambulansteam stimmt zu und das dritte Kind der Eltern überlebt.

00:27:42: Lucy Letby, die an diesem Tag Dienst hat ist nach dem Tod der beiden Jungen sichtbar aufgewürt.

00:27:49: Die Mutter der Drillinge sagt später, die Schwester sei fast so ein Trän aufgelöst gewesen wie sie selbst.

00:27:55: Die Schwester bringt die beiden toten Kinder in einem Mosiskorb zu den Eltern, zieht sie an und macht Fotos für eine Erinnerungsbox.

00:28:04: Erst nach dem Tot der beiden Drillingen Nach all dem wird Ludby dann am threißigsten Juni, zwei Tausendsechzehn von der Station abgezogen.

00:28:14: Im Frühjahr, zwei tausend siebzehn arrangiert die Krankenhausleitung einer Mediation nicht um Lucy Ledby zu untersuchen, nicht um die Todesfälle neu zu bewerten sondern damit die Ärzte, die Alarm geschlagen haben sich bei Lucie Ledby schriftlich entschuldigen.

00:28:29: Vorstandsvorsitzender Toni Chambers entschuligt sich persönlich bei Ledby und ihren Eltern Und der Brief, datiert auf den Artikeln im April, beginnt mit den Worten.

00:28:40: Liebe Lucy!

00:28:41: Wir möchten uns für jegliche unangemessenen Kommentare entschuldigen.

00:28:44: Es tut uns sehr leid für den Stress und den Kummer, den du erlebt hast.

00:28:48: Er ist von sechs Ärzten

00:28:49: unterzeichnet.".

00:28:51: Das ist ja auch interessant.

00:28:52: also ich meine die Ärzte, die versucht haben diese Sache aufzuklären, absolut zurecht müssen sich dann entschuligen obwohl ja offensichtlich gar keine richtige Untersuchung angefangen wurde oder zu Ende geführt wurde, das ist ja schon krass.

00:29:09: Ja irgendwie hat das so den Anschein, dass jetzt versucht wird ein bisschen das Ganze unter dem Teppich zu kehren.

00:29:15: also die eine Seite entschuldigt sich und die andere Seite nimmt die Entschuldigung an und damit ist das Thema dann irgendwie gegessen oder?

00:29:20: So viel nicht klingt das.

00:29:22: Total!

00:29:23: Aber Dr.

00:29:24: Brarri der unterschreibt diesen Brief nicht.

00:29:26: er weigert sich auch an der Mediation teilzunehmen.

00:29:30: Die Menschen, die versucht haben, Babys zu retten sollen sich also bei der Person entschuldigen, die offenbar diese Babys getötet hat.

00:29:39: Im April zwei Tausend Siebzehn tun Dr.

00:29:41: Barry und drei seiner Kollegen etwas das meiner Meinung nach erheblichen Mut erfordert – denn sie wenden sich direkt an die Polizei ohne das Krankenhaus zu informieren!

00:29:52: Die Polizei trifft sich mit den Ärzten und hört sich alles an… Und bereits am nächsten Tag wird eine Untersuchung

00:29:59: eingeleitet.".

00:30:01: Im Mai zehnt sie verkündet das Krankenhaus dann öffentlich, die Polizei eingeschaltet zu haben als wäre das eine eigene Entscheidung gewesen was es ja aber tatsächlich gar nicht war.

00:30:12: Die Ermittler schauen sich die Zahlen an und was sie finden ist erschreckend.

00:30:16: Zwischen Juni Zwzg.

00:30:18: und Juni zw.

00:30:20: gab es auf dieser Neonatalstation dreizehn Todesfälle und in vielen weiteren Fällen sind Babys zusammengebrochen.

00:30:28: Die nationale Sterblichkeitstatistik zeigt später, dass die Rate in diesem Zeitraum mindestens zehn Prozent höher war als erwartet.

00:30:36: In manchen Monaten sogar doppelt so hoch wie im Jahr zuvor – und noch etwas ist auffällig!

00:30:42: Seit Lucy Latby am dreißigsten Juni-Zw.A.

00:30:46: von der Station abgezogen worden ist, seit dem Tag hat es auf der Neonatalstation nur noch einen einzigen Todesfall gegeben.

00:30:57: und findet Dinge, die den Fall in eine vollkommen andere Dimension katapultieren.

00:31:03: Erstens gibt es über zweihundertfünfzig vertrauliche Übergabeprotokolle von der Station im Haus mit Patientendaten sorgfältig in chronologischer Reihenfolge sortiert und in Einkaufstaschen

00:31:17: verstaut.".

00:31:18: Letby sagt sie habe sie versehentlich mitgenommen.

00:31:22: Dann gibt es zweitens handgeschriebene Zettel.

00:31:25: In Letbis eigene Handschrift auf losen Seiten und Notizblöcken, da stehen Sätze wie Ich bin ein schrecklicher böser Mensch.

00:31:33: ich bin böse!

00:31:34: Ich habe das getan.

00:31:36: Ich habe sie absichtlich getötet weil ich nicht gut genug bin Sie zu versorgen.

00:31:41: Drittens gibt es ein persönliches Tagebuch aus dem Jahr zwei Tausendsechzehn, in dem Initialen an Daten eingetragen sind die mit Geburts-, Angriffs- oder Todesdaten der Babys übereinstimmen.

00:31:54: Und hier kannst du dir nochmal diesen einen Zettel anschauen.

00:31:57: Das muss ich erst mal bisschen vergrößern aber hier stehen so ja es sind so verschiedene Sachen.

00:32:03: There are no words, zum Beispiel I am a awful person.

00:32:07: Also ich bin eine schreckliche Person!

00:32:08: Ich kann nicht atmen, schreibt sie hier I kill myself right now.

00:32:12: also das wirkt sehr sehr verzweifelt auf die eine Art und Weise aber auch schon so ein bisschen manisch fast schon weil es so aneinander gereite Sätze sind die auch Teilweise glaube ich zu unterschiedlichen Zeiten aufgeschrieben worden sind.

00:32:27: Das sieht zumindest so aus, weil teilweise an den Rändern noch andere Kommentare sind.

00:32:32: dann hat sie Hate einmal ganz fett geschrieben Also Hass und das so eingekringelt.

00:32:38: Gott, ich muss sagen, das erinnert mich total alles an diesen Fall mit den Mordsschwestern, denen wir norlich hatten, wo doch die eine auch so ne Total-Agriebeschuliste auch hatte, wann die Patienten gestorben sind was sie für Medikamente bekommen haben und so, ne?

00:32:51: Und es ist echt krass wenn man das jetzt so hört dass sie

00:32:54: da auch

00:32:55: Daten mitgenommen hat aus der Klinik mit nach Hause ein Tagebuch geführt hat mit Angriffs- und Todesdaten und so... Das is echt heftig!

00:33:03: Aber ich meine diese Zettel Das ist ja eigentlich auch fast so ein bisschen wie ein Geständnis.

00:33:08: Also wenn jemand das schreibt, ich habe sie getötet und ich bin ein schrecklicher Mensch und ich Bin Schuld?

00:33:14: Das spricht er schon dafür!

00:33:16: Ja, so könnte man es sehen und so wird es später auch zumindest eine Seite sehen.

00:33:21: aber dazu kommen wir noch.

00:33:22: Erst einmal wird Leadby im Juli, zwei Tausend Achtzehn das erste Mal verhaftet dann wieder freigelassen.

00:33:29: Im Juni, es wird sie zum zweiten Mal verhaftet und auch hier kommt sie wieder frei.

00:33:35: Und im November, zum dritten Mal – diesmal kommt sie allerdings nicht mehr frei!

00:33:41: Lucy Letby verbringt zweiundzwanzig Monate in Untersuchungshaft bis etwas beginnt das einer der längsten Strafprozesse in der Geschichte Großbritanniens werden wird.

00:33:55: Das ist jetzt ein ganz anderer Eindruck als das erste Foto, was wir gesehen haben.

00:33:59: Jetzt muss man natürlich dazusagen... ...das war ja offenbar ein professionell gemachtes Foto des Erste,... ...was natürlich dann so ein bisschen gestellt ist und das hier sieht jetzt eher so'n bisschen aus wie so einen Schnapschuss oder eben dann halt so'nen Foto was da gemacht wird wenn jemand abgeholt wird oder so.

00:34:17: Da guckt sie jetzt gar nicht mehr glücklich!

00:34:18: Sie guckt so nach unten hat auch die Mundwinkel nach unten gezogen und.... Was hat sie denn da an?

00:34:24: Ist es...?

00:34:25: Oder hat sie dann ein Kissen in der Hand oder was ist das?

00:34:27: Also, die trägt einen T-Shirt.

00:34:29: Hat die Haare offen diesmal und irgendwie hält sich etwas vor die Brust.

00:34:33: Es könnte irgendwie ein Kisten sein oder eine Decke oder irgendein Kleidungsstück oder so.

00:34:37: Das kann man nicht so genau erkennen aber da ist gar nichts mehr von diesem Strahlen zu sehen, was wir vorhin auf dem Bild gesehen

00:34:44: haben.

00:34:44: Ja, dass es jetzt so ein Screenshot, den ich aus der Bodycam gemacht habe also da gibt es so Bodycam Videos als sie da morgens abgeholt wurde.

00:34:54: Ja, ich erzähle dir später nach, warum ich nicht die ganze Aufnahme gezeigt habe.

00:34:58: Sondern jetzt nur ein Foto daraus genommen hab.

00:35:00: Aber hier hast du dann so einen kleinen Eindruck wie sie da gewirkt hat.

00:35:03: und als zweites hast du auch noch mal das offizielle Polizeifotor hier.

00:35:07: Okay, da ist es wieder ein bisschen weniger drastisch, sag' ich mal.

00:35:12: Da steht's ja einfach vor so einer weißen Wand und hat irgendwie ein rotes Oberteil an, hat die Haare auch offen.

00:35:19: Die sind ja so dunkelblond würde ich sagen.

00:35:22: Da sieht man schon nochmal deutlich wieder mehr, dass sie sehr viel mehr Ähnlichkeit hat mit der Person von dem Foto zu beginnen.

00:35:29: Auch wenn sie auf diesem Foto auch sehr sehr traurig guckt und nachdenklich und ja fast so ein bisschen teilnahmslos.

00:35:35: ehrlich gesagt schaut sie da in die Kamera oder sogar so ein bischen an der Kamera vorbei.

00:35:41: Ja und Lucy Let B wird jetzt verhört und auch zu ihren Aufzeichnungen also zu diesen Zetteln befragt.

00:35:48: Der Detektor fragt, warum sie das geschrieben hat und wir können ja mal reinhören was sie antwortet.

00:35:59: Sie sagt, ich habe das nur geschrieben weil alles zu viel für mich wurde.

00:36:03: es war kurz nachdem ich erfahren hatte dass sich von der Station abgezogen worden war.

00:36:07: Ich hatte das Gefühl sie geben mir die Schuld Dass ich sie vielleicht ohne es zu wissen durch meine Arbeit verletzt haben könnte Und das hat mich schuldig fühlen lassen.

00:36:16: Ich habe mir selbst die Schuld gegeben, aber nicht weil ich etwas getan habe sondern wegen der Art wie die Menschen mich behandelt haben.

00:36:22: Ich habe immer nur mein Bestes für diese Babys gegeben und dann haben Menschen versucht zu sagen meine Arbeit sei nicht gut gewesen oder ich hätte etwas getan und ich konnte damit einfach nicht umgeben.

00:36:33: Ich wollte einfach nicht mehr hier

00:36:35: sein.".

00:36:36: Am zehnten Oktober, zwei tausendzweiundzwanzig beginnt das Prozess am Manchester Crown Court.

00:36:42: Acht Monate lang sitzen Richter geschworene Anwälte, Journalisten und die Familien der betroffenen Kinder in diesem Saal.

00:36:49: über zweitausend Zeugen werden gehört.

00:36:52: Fünfhunderttausend Seiten Beweisakten werden

00:36:54: durchgearbeitet.".

00:36:56: Nick Johnson, der leitende Staatsanwalt, rollt die Fälle jetzt einzeln auf.

00:37:01: Baby für Baby.

00:37:03: Das erste Baby – ein Junge – stirbt in der Nacht auf den neunten Juni-Zwei-Tausend-Fünfzehn, neunzig Minuten nachdem Ledby ihren Dienst angetreten hat.

00:37:11: Sein Erzfüllingsschwester geht es am nächsten Morgen plötzlich sehr schlecht, sie wird reanimiert und überlebt.

00:37:16: Aber die Ärzte stellen später beunruhigende Befunde fest.

00:37:20: Sechs Tage später stirbt ein zweites Baby – ein Junge!

00:37:23: Bei der Geburt gerade mal achtundert Gramm schwer.

00:37:26: Der Staatsanwaltsürft lett bevor Luft durch eine Magensonde in seinen Bauch injiziert zu haben.

00:37:33: Acht Tage darauf stirbt dann das dritte Kind.

00:37:36: Im August stirbt Sarah's Sohn, das vierte Baby in dieser Reihe Sein Zwillingsbruder, der neben ihm im Inkubator-League kollabiert am nächsten Tag.

00:37:45: Laut Anklage wird Insulin in sein Ernährungsbeutel injiziert – alles von Lusilebi!

00:37:51: Er überlebt.

00:37:52: Im September wird ein weiteres Baby innerhalb von drei Wochen zweimal angegriffen und überleb beide Male knapp.

00:37:58: Im Oktober stirbt das Mädchen, dass ihn je nach Nacht so ungewöhnlich laut geschrien hatte.

00:38:04: Im April, zwei Tausendsechzehn werden dann die Zwillinge angegriffene.

00:38:07: beide überleben.

00:38:09: kurz darauf ein weiteres Baby, dem Letby laut Anklage Insulin verabreicht und dessen Beatmungsschlauch sie manipuliert haben soll.

00:38:17: Und dann im Juni-Zw.A.

00:38:19: die Drelinge – zwei Brüder an aufeinander folgenden Tagen!

00:38:24: Der erste stirbt am XXIII.

00:38:26: Juni, der zweite stirbt einen Tag später, während er bereits auf den Krankenwagen wartet, der ihn in eine Spezialklinik bringen soll.

00:38:33: Letby ist die Pflegerin der beiden Jungen Und sie ist es, die danach den Eltern anbietet, die Fotos zu machen.

00:38:40: Die Methoden variieren jedes Mal – mal Luft in den Blutkreislauf, mal Insulin in Ernährungsbeuteln, mal Luft durch Magensonden, mal manipulierte Beatmungsschläuche.

00:38:51: Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft ihr Sieben Morde vor und sieben versuchte

00:38:57: Morde.".

00:38:58: Ja, auch das mit dem Insulin haben wir ja in dem Krankenschwestern Fall schon gehört.

00:39:03: Wie gefährlich das eben ist wenn jemand das nicht braucht und es trotzdem verabreicht bekommt.

00:39:07: Genau.

00:39:09: Lucy Letby sitzt täglich im Gerichtssaal.

00:39:11: In dunkler Kleidung meist ausdruckslos.

00:39:14: Gelegentlich weint sie.

00:39:16: Sie sagt an einem der Verhandlungstage Ich habe immer nur mein Bestes gegeben um sie zu versorgen Und sie streitet alles ab.

00:39:24: Medizinische Sachverständige erläutern, warum die Zusammenbrüche der Babys keine natürliche Erklärung haben.

00:39:31: Warum Insulinwerte – die bei einigen der Kinder gemessen werden – durch Natürlichursache nicht erklärbar sein und warum sich die Haut einiger Babys auf eine Weise verfärbt hatte, die die Ärzte bis dahin noch nie gesehen hatten?

00:39:45: Und dann tritt Dr.

00:39:46: A als Zeuge

00:39:47: auf!

00:39:48: Der Arzt dem Letby laut dem gefundenen Notizzettel alles anvertraut.

00:39:54: Der Mann von dem sie geschrieben hat, du warst mein bester Freund.

00:39:58: Er sagt jetzt gegen Sie

00:39:59: aus.".

00:40:00: Also den Saalbetritt versucht Ledby sichtlich aufgewürt, den Gerichtsaal zu verlassen.

00:40:05: Ja das ist natürlich heftig!

00:40:07: Ich meine die Person, die Du offenbar geliebt hast sitzt jetzt auf der anderen Seite.

00:40:12: Ja absolut wahrscheinlich hat sie gehofft dass er ihr beisteht... ich weiß nicht so genau ob Sie ihn wirklich geliebt hat, also er hat es ja öffentlich abgestritten.

00:40:22: Es kann ja nur so aber auf jeden Fall sehr gesagt ... Er war ihr Freund ne?

00:40:26: Also da hat sie sich mit sich etwas anderes

00:40:28: erhofft.".

00:40:29: Ja und dann tritt Sarah vor das Gremium.

00:40:48: und ich bin trotzdem gegangen.

00:40:52: Im Saal herrscht jetzt

00:40:53: Stille.".

00:40:55: Die Ermittler präsentieren außerdem, was sie auf Latby Sandy gefunden haben.

00:40:59: Nach dem Tod von Zarrassohn hat sie regelmäßig auf Facebook nach der Familie gesucht das Profil der Mutter aufgerufenen und Fotos angeschaut – auch an Weihnachten, Monate nach dem Tod!

00:41:12: Und dann sind da die Textnachrichten, die zwischen Latby und Kollegen sichergestellt wurden.

00:41:17: In den Wochen und Monaten, in denen die Baby sterben und kollabieren, schreibt Leadby und bietet an zusätzliche Intensivschichten zu übernehmen.

00:41:25: Sie zeigt sich genervt wenn sie nicht in den Intensifräumen eingeteilt wird.

00:41:29: Tja da ist jetzt die Frage was bedeutet das?

00:41:31: Also will sie tatsächlich einfach helfen oder will sie eingeteilt werden um zu töten?

00:41:37: Ja!

00:41:38: Das ist die Frage auf die es irgendwie... Keine so richtig eindeutige Antwort gibt.

00:41:43: Das ist einer der Gründe, warum dieser Fall aus so schwierig einzuschätzen ist, weil irgendwie beides möglich ist.

00:41:49: Am achtzehn August zwei tausenddreiundzwanzig fällt dann das Urteil.

00:41:53: Lucy Letby wird schuldig gesprochen wegen siebenfachen Mordes und versuchten Mordess in sieben weiteren Fällen.

00:42:01: Lucy letby erscheint nicht zu Urteilsverkündung.

00:42:04: Sie lässt ausrichten sie sei nicht in der Lage im Saal zu sein.

00:42:07: Der Richter verurteilt sie also in Abwesenheit zu vierzehn lebenslang Haftstrafen ohne jede Möglichkeit der Entlassung.

00:42:15: Im Juli, zwei Tausend vierundzwanzig kommt nach einem weiteren Verfahren dann eine fünfzehnte hinzu.

00:42:21: Die Familien der Kinder sitzen im Bericht zahlen als die Urteile verlesen werden.

00:42:26: Sarah ist auch dort.

00:42:29: Lucy Letby ist jetzt also eine verurteilte Mörderin – die nette hilfsbereite Krankenschweste, die immer ein Lächeln auf den Leppen hatte!

00:42:37: Irgendwie kann man sich das kaum vorstellen.

00:42:39: Oder als ich finde, wenn man sich dieses Foto anschaut wirkt sie jemand der total empathisch wirkt und auch ja dem man vertrauen würde und man kann sich irgendwie nicht vorstellen findet dass sie eine Person ist die gleichzeitig Frühchen also so kleine Babys töten kann wie das sein kann.

00:42:56: das hat Christian Lübcke für uns mal eingeschätzt.

00:42:59: Wir verwechseln oft empathisches Verhalten mit echter Empathie.

00:43:03: Manche Menschen besitzen eine sogenannte kognitive Empathied, das heißt also sie verstehen Gefühle, Sie können Gefühlen denken aber sie haben keine affektive Empathia.

00:43:13: Also sie können überhaupt nicht mitfüllen, sie können nicht lieben!

00:43:16: Solche Personen können sehr angepasst ruhig und kompetent wirken.

00:43:20: in bestimmten Persönlichkeitsstrukturen zum Beispiel nazistisch oder psychopathisch kann Empathies gezielt simuliert werden.

00:43:29: Aber worum geht es eigentlich einer Person, die so kleine Babys tötet?

00:43:34: Geht das da wirklich um die kleinen Babys oder vielleicht doch um die Familie?

00:43:38: und sagt Christian dazu.

00:43:40: In solchen Fällen steht selten dass Opfer als Personen im Zentrum.

00:43:45: häufig geht es um Kontrolle Aufmerksamkeit Selbstwertregulation oder das Erzeugen emotionaler Dynamiken.

00:43:52: Das Opfer wird funktionalisiert.

00:43:54: Das weit andere dient der inneren Stabilisierung des Täters.

00:43:58: Ja, seit der Urkteilsverkündung sitzt Lucy Letby im Gefängnis – davor war sie auch schon in Untersuchungshaft.

00:44:05: Aber die Frage ob sie wirklich schuldig ist, ist in Großbritannien zumindest alles andere als abgeschlossen?

00:44:11: Denn es gibt einige Punkte, die den Fall jetzt in ein ganz neues Licht rücken!

00:44:17: Erstens Die Staatsanwaltschaft hatte keinen einzigen Augenzeugen.

00:44:22: Also niemand hat je gesehen wie Lucy Letbie einem Baby irgendwas angetan hat.

00:44:27: Keine Pflegerin, kein Arzt, keine Mutter und keinen Vater.

00:44:30: Die BBC Journalistin Stephanie Hagerty, die intensiv über diesen Fall recherchiert hat, sagt, niemand hat je gesehen wie led wie ein Verbrechen begehen.

00:44:40: Die Staatsanwaltschaft stürzte sich auf medizinische Beweise.

00:44:44: Aufzeichnungen über den Zustand der Babys pflegen Notizen medizinischen Dokumente.

00:44:49: Keine Fingerabdrücke, keine Tatwaffe – keine direkte forensische Spur!

00:44:55: Und das ist ungewöhnlich für einen Fall, der zu fünfzehn lebenslang Haftstrafen geführt hat.

00:45:00: Aber es gibt immerhin diese Zettel?

00:45:02: Das klingt ja zumindest ein bisschen wie ein Geständnis!

00:45:05: Ja aber Lucy Letbis Verteidiger, da dazu eine andere Erklärung.

00:45:09: er sagt... Diese Zetteln seien auf Anraten des Betriebsarztes des Krankenhauses entstanden Der Letbi empfohlen hatte ihre Gedanken und Gefühle aufzuschreiben also quasi als Therapieübung um mit diesem immensen Druck umzugehen, den die Beerschuldigung ihrer Kollegen ja auf sie ausgeübt haben.

00:45:29: Und wer die Zettel vollständig liest, der findet auf denselben Seite noch andere Sätze.

00:45:34: Da steht nämlich auch so was wie Verleumdung, Diskriminierung, warum ich?

00:45:39: Ich habe nichts Falsches

00:45:40: getan.".

00:45:42: Okay das ist dann natürlich schon nochmal etwas anderes... Also ich sage mal so auf der einen Seite kann ich es mir schon vorstellen, dass wenn man quasi diesen Vorwürfen entgegenblickt und man setzt sich dann zu Hause hin und schreibt irgendwie was auf.

00:45:55: Dann schreibt man vielleicht so Sätze wie Vielleicht habe ich etwas Falsches getan?

00:45:59: Ich mache mir Vorwörfe Kann ich mir schon vorstellen.

00:46:03: Auf der anderen Seite, so dieses mit dem Hass und das Eingekringelte.

00:46:07: Und so weiß man natürlich nicht auf was ich das bezieht.

00:46:10: Das könnte sich auch auf die Kollegen bezogen haben und gar nicht auf die Babys oder die Familien.

00:46:14: Das ist natürlich schwer zu deuten wenn man es nicht selbst geschrieben hat und nur so ein Zettel sieht Und dann saß ja auch, wie ich vorhin schon gesagt habe so ein bisschen so aus als hätte sie da immer mal wieder noch was dazu geschrieben.

00:46:25: Dann weiß man nicht zu welchem Zeitpunkt war das und so.

00:46:27: Das ist natürlich total schwer das zu interpretieren.

00:46:30: Ja und ich finde auch dieser Ansatz dass der Arzt ihr empfohlen hat das mal aufzuschreiben und sich einfach vielleicht irgendwelche Gedanken was die gerade so gefühlt hatte.

00:46:39: Ich meine es ist ja manchmal gar nicht rational zu erklären, dass sie das einfach so raus gelassen hat selbst auf sich sauer waren, also vielleicht auch selbst an sich gezweifelt hat und dann schreibt ich bin böse.

00:46:49: Ich bin schlecht!

00:46:50: Ich habe das

00:46:50: getan.".

00:46:52: Das kann man irgendwie auch anders deuten ne?

00:46:54: Auf der anderen Seite warum soll man über sich selbst schreiben?

00:46:57: Man ist böse wenn man etwas nicht mit Absicht begangen hat.

00:47:01: Und dann ist natürlich wieder die Frage gut Wenn sie es alles mit Abslicht getan hätte Dann lässt man vielleicht solche Zettel auch nicht liegen.

00:47:08: Natürlich wissen wir aber auch dass das häufig der Fall ist wo wir so aus logischen Gesichtspunkten sagen, warum hat jemand nicht die Waffe verschwinden lassen?

00:47:16: oder irgendwelche Beweistücke?

00:47:17: und die Leute machen es halt nicht.

00:47:18: Deshalb so richtig sagt das auch nichts aus.

00:47:21: Also ich finde den Zettel jetzt gar nicht mal so ein wichtiges Indiz... Ich finde, er diese ganzen Unterlagen, die sie mitgenommen hat.

00:47:30: Das find ich ein bisschen strange, ne?

00:47:31: Dass sie die nach Hause genommen hat, diese Patientenakten, die chronologisch sortiert hat und dann sagt es sei aus Versehen passiert... Also dass da mal was aus Versehen mitkommt, das kann ich mir schon vorstellen wenn man das jetzt irgendwie nicht mehr schafft zurückzulegen und man ist in der Tasche hat aber wirklich viele Patientenakte, viele Familien von denen die Kinder verstorben sind und das dann auch sortiert zuhause.

00:47:53: also das klingt jetzt nicht nach einem Zufall.

00:47:55: Na ja, außerdem ist da noch der leitende Sachverständige der Staatsanwaltschaft Dr.

00:48:00: Davy Evans ein pensionierter Kinderarzt dessen Gutachten das Fundament der Anklage bildete.

00:48:06: Drei Monate nach Prozessbeginn stellte Ledbys Verteidigung einen Antrag sein Gutachten aus dem Verfahren auszuschließen.

00:48:14: Der Grund?

00:48:16: In einem früheren Verfahren hatte ein Richter über Evans geurteilt, sein Gutachten sei wertlos und er mache keinerlei Anstrengung eine ausgewogene Meinung zu liefern.

00:48:26: Dieser Richter tat dann etwas das Experten als Beispielos beschreiben – er schrieb nämlich persönlich an den Richtern im Leadby-Prozess und schickte seinen Urteil über Evans mit.

00:48:37: Als er quasi gesagt mein Gutachter damals war nicht besonders gewissenhaft, schau dir das mal für deinen Fall auch an!

00:48:45: Aber der Antrag wurde abgelehnt und Evans blieb, der leitende Gutachter.

00:48:49: Und dann am vierten Februar im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig tritt in Westminster ein internationales Expertengremium vor die Presse.

00:48:56: Vierzehn Neonatologie-Spezialisten aus sechs Ländern angeführt von Dr.

00:49:02: Shuli – einem pausonierten Experten der University of Toronto.

00:49:07: Sie haben monatelang alle siebzehnt Fälle aus dem Verfahren analysiert, mit der Vereinbarung die Ergebnisse zu veröffentlichen – egal ob Sie die Verurteilungen stützen oder nicht.

00:49:18: Und Ihr Ergebnis?

00:49:20: Sie finden in keinem einzigen Fall medizinische Beweise für eine absichtliche

00:49:24: Schädigung.".

00:49:25: Wir haben keine Morde gefunden", sagt Lee.

00:49:27: In allen Fällen waren Tod- oder Verletzungen auf natürliche Ursachen oder schlicht schlechte medizinische Versorgung zurückzuführen.

00:49:36: Und dann teilt Lee etwas mit, das den Fall in eine ganz neue Dimension katapultiert.

00:49:41: Eine der zentralen Fragen im Prozess war ja ob bestimmte Auffälligkeiten im Körper der Babys auf absichtliche Eingriffe hinweisen.

00:49:49: Also ich hatte da ja gesagt dass einige Babys so ne komische Hautfarbe hatten die die Ärzte vorne nicht bei Babys gesehen haben.

00:49:56: und zur Erklärung haben sie sich eben auf die alten Gutachten gestützt.

00:50:00: Der Gutachter Evans hatte für seine Einschätzung dazu eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr neunzehntneunundachzig herangezogen.

00:50:08: Der Autor dieser Studie ist zuverdigerweise Shuli selbst und hier kannst du Dr.

00:50:14: Li auch noch mal sehen, das ist bei dieser Pressekonferenz, bei der er verkündet dass die ganzen Tode auf natürliche Umstände zurückzuführen sind.

00:50:24: Sie sagen, dass dieser Gutachter damals sich auf einen Gutachten von Dr.

00:50:28: Li bezogen hat und falsche Schlüsse gezogen hat?

00:50:31: Der hat ein Gutachten von diesem Dr.

00:50:33: Lee gelesen und gesagt, okay wenn die Kinder solche Verfärbungen haben dann ist es die und die Todeswursache.

00:50:40: Aber Dr.

00:50:40: Li, von dem dieses Gutachten ist also mit der das mal analysiert und mal beschrieben wie Symptome aussehen wenn da Luft in die Röhren gepumpt wurde Hat gesagt dass dieser Gutachter während des Prozesses sein eigenes Gutachten völlig falsch eingeschätzt hat Und falsche Schlüsse gezogen hat.

00:50:55: Also er hat seine Studie ganz anders ausgelegt.

00:50:59: Symptome bei den Babys, also diese Hautverfärbungen sind ganz unterschiedlich.

00:51:02: Also die Babys hatten andere Hautverfarbungen als die Babies, die in seinen Gutachten erwähnt wurden und deshalb kann man nicht sagen das mit Absicht irgendwelche Manipulation vorgenommen worden und die Kinder getötet wurden.

00:51:16: Es kann quasi sein dass das einfach natürliche Ursachen hat oder beziehungsweise Ursachen die vielleicht nicht unbedingt auf eine Handlung der Schwester zurückzuführen sind?

00:51:26: Genau!

00:51:26: Evans habe seine Forschung falsch interpretiert, sagt Dr.

00:51:30: Lee.".

00:51:31: In seiner Originalstudie ging es um andere Zusammenhänge als die auf die Evans sich beruft und diese Verwechslung, sagt Lee, sei medizinisch entscheidend.

00:51:41: Und damit noch nicht genug, Leadbees Anwälte machen im Februar-Zw.A.

00:51:45: außerdem einen weiteren Befund öffentlich.

00:51:48: Im Beatmungsschlauch des Mädchens, das in jener Nacht zu ungewöhnlich geschrien hatte wurde ein Bakterium nachgewiesen.

00:51:55: Ein Keim der entfeuchten schlecht gewarteten Umgebungen

00:51:59: vorkommt.".

00:52:00: Die Verteidigung sagt jetzt eine Station mit wöchentlichen Klempnernotrufen und vorliegendem Wasser in den Waschbecken und Windeln in der Decke über den Inkubatoren, dass es eine Station auf der Babys aus natürlichen Gründen sterben können.

00:52:16: Und dann sind da noch die Stimme aus dem britischen Parlament.

00:52:19: Der konservative Abgeordnete David Davis hat den Fall öffentlich zu seinem gemacht und er sagt, er habe zunächst der Berichterstattung geglaubt.

00:52:27: Das lässt wie ein böses Monster sein!

00:52:30: Aber dann hätten sich viele Experten an ihn gewandt – führende Statistiker, Neonatologen, Forensiker, Juristen – und er zieht im Unterhaus Vergleiche zu zwei anderen Fällen die die britische Justizgeschichte erschüttert

00:52:42: haben.".

00:52:43: Der erste ist Sally Clarke, eine Anwältin die in den Jahren und neunundneinzig wegen des angeblichen Mordes an ihren zwei Säuglingen verurteilt wurde.

00:52:50: Weil sich die Staatsanwaltschaft auf falsche statistische Beweise gestützt hatte.

00:52:56: Drei Jahre später wurde sie dann freigesprochen.

00:52:59: Sie hat die Haft- und den gesellschaftlichen Absturz aber nie so wirklich überwunden und starb dann im Jahr twohntausendsieben mit zweiundvierzig Jahren.

00:53:08: Und die zweite ist Lucia de Berg, eine niederländische Kinderkrankenschwester.

00:53:12: Die zwei Tausend drei wegen sieben Morden und drei Mordversuchen an Patienten in ihrer Obhut verurteilt wurde, weil sie bei einer statistisch auffälligen Häufung von Todesfällen im Dienst war.

00:53:24: Sie beteuerte die ganze Zeit ihre Unschuld – niemand glaubte ihr!

00:53:27: – und dann, nach sechseinhalb Jahren Haft, wurde sie vollständig rehabilitiert.

00:53:34: Alle Todesfelder hatten natürliche Erklärungen.

00:53:37: Lucia de Berg war unschuldig.

00:53:39: Sie starb dann, am August, im August, mit dreiundsechzig Jahren ohne je eine öffentliche Entschuldigung bekommen zu

00:53:48: haben.".

00:53:49: Und Davis sagt über Latby – wenn ein Wiederaufnahmeverfahren sie freispricht und ich glaube das wird so kommen… Dann sollte sie in ihren dreißigeren entlassen werden und nicht in ihren fünftigeren!

00:54:00: Was sagen denn die Familien dazu, also die Familien der Kinder?

00:54:04: Für sie muss das ja auch heftig sein.

00:54:05: Das ist ja eine totale emotionale Achterbahnfahrt!

00:54:09: Ja, die sind total fassungslos über diese Debatte.

00:54:12: Also die Eltern einiger Babys haben sich öffentlich geäußert und sagen wir waren im Verfahren, wir haben alles gehört was gerade verbreitet wird, das stimmt nicht und es tut uns unendlich weh.

00:54:22: Eine der Mütter sagt Sie glaube dass das mit der Verurteilung die richtige Entscheidung war und sie bittet darum aufzuhören, die Wunden der Familien immer wieder aufzureißen.

00:54:32: Lucy Ledby's Eltern glauben fest an die Unschuld ihrer Tochter.

00:54:36: zur Netflix-Doku – die im vergangenen Jahr erschienen ist, die es zu diesem Fall gibt – sagen Sie, wir werden sie nicht ansehen!

00:54:43: Es würde uns wahrscheinlich umbringen wenn wir es

00:54:45: täten.".

00:54:46: In der Doku sieht man wie Lucy in ihrem Haus verhaftet und mitgenommen wird Doch dazu haben sie sich geäußert.

00:54:53: Sie beschreiben die Aufnahme aus ihrem Haus als vollständige Verletzung der Privatsphäre und sagten, sie hatten keine Ahnung dass dieses Material verwendet werden würde.

00:55:03: Man kann sich diese Aufnahmen eben in den Netflix-Doku anschauen.

00:55:06: aber aus diesem Grund weil die Eltern sich so dagegen aufgelehnt haben, habe ich mich jetzt dazu entschieden diese Aufnahme nicht zu zeigen und sie auch nicht auf unserer Instagram Seite hochzuladen.

00:55:17: Ich habe jetzt nur diesen Screenshot gemacht und ich glaube, man kann sich das auch so ganz gut vorstellen was da passiert ist.

00:55:23: Aber auch hier kannst du dir die Eltern nochmal anschauen!

00:55:26: Ja man sieht die beiden wie sie so Hand in Hand über eine Straße spazieren.

00:55:31: der

00:55:32: Vater trägt einen Anzug und ne Krawatte hat ein Hemd darunter trägt ne Brille und hat so kürzere grau-weiße Haare Und seine Frau trägt so eine Blumenbluse und auch ein Sack oder drüber dunkle Haare.

00:55:46: Sie gucken sehr, sehr ernst.

00:55:48: Es ist das wahrscheinlich ... Weiß nicht, wer das Foto gemacht hat?

00:55:51: Wahrscheinlich irgendein Pressefoto oder so.

00:55:54: Man weiß natürlich auch nicht von wo nach, wo sie da gerade unterwegs sind.

00:55:57: Aber ich kann mir das vorstellen wie schwer es ist.

00:55:59: Ich meine erst mal neigst du als Eltern dazu sowieso deiner Tochter zu glauben.

00:56:05: aber die Vorstellung dass deine Tochter verurteilt wird zu Unrecht furchtbar und dann auch noch zu diesen mehrfachen lebenslangen Haftstrafen, die ja bedeuten dass wenn es bei dem Urteil bleibt sie einfach ihr restliches Leben im Gefängnis verbringen wird.

00:56:20: Und sie nie wieder rauskommt.

00:56:23: Letbis Verteidigung hat bei der Criminal Cases Review Commission der britischen Behörde für potenzielle Justiz-Ürtümer eine Überprüfung beantragt und einer Entscheidung wird frühestens Ende des Jahrzehnts und zwanzig erwartet.

00:56:38: Stell dir mal vor, ich meine wenn sie jetzt wirklich unschuldig ist da wird sich wahrscheinlich nie wirklich von erholen können.

00:56:45: und ich meine zum einen diese Schuldgefühle die sie ja sowieso offensichtlich schon hat dann dieses sich selbst infrage stellen.

00:56:52: Dann diese ewig lange Zeit jetzt schon im Gefängnis Und dann diese ganzen Vorwürfe die öffentliche Berichterstattung.

00:56:59: das ist natürlich super hart.

00:57:01: Also das wäre wirklich unfassbar schlimm, wenn sie jetzt wirklich unschuldig wäre.

00:57:05: Aber noch mal – Sie wurde verurteilt!

00:57:06: Das ist jetzt wirklich nur eine Hypothese.

00:57:09: aber ich habe Christian mal gefragt was denn psychologisch mit jemandem passiert?

00:57:14: Wir haben ja gehört dass es durchaus schon vorgekommen ist, dass Krankenschwestern zum Beispiel unschulich des Mordes verurteilten wurden und dann irgendwann raus kamen, dass sie diese Tat nicht begangen haben.

00:57:26: Und was das mit Menschen macht hat er uns mal gesagt.

00:57:29: Unschuldige Inhaftierungen führt häufig zu schweren psychischen Belastungen, Kontrollverlust, Identitätsbruch, chronischer Stress und Symptome die ähnlich einer posttraumatischen Belassungsstörung sind.

00:57:44: Viele entwickeln eine sogenannte erlernte Hilflosigkeit und verlieren das Vertrauen in gesellschaftliche Systeme.

00:57:50: Langfristig kann dies zu sehr komplexen Traumafolgestörungen

00:57:53: führen.".

00:57:54: Aber unabhängig davon was die Überprüfungsbehörde am Ende entscheidet?

00:57:58: steht eine Wahrheit in diesem Fall bereits fest.

00:58:01: Das Countess of Chesterhospital hat versagt.

00:58:05: Dr.

00:58:05: Brary hat die Leitung ja erstmals im Oktober-Zwz.

00:58:08: informiert, die Leitung hatte nichts unternommen.

00:58:11: und als es im Jahr-Zweißen-Sechzehn dann zwei der Dreidrillinge gestorben sind, fordert er erneut und eindringlich die Entfernung von LabB vom Dienst – und erst am dreißigsten Juni-Zwei-Tausendsechzehn ist das dann

00:58:23: passiert.".

00:58:24: Im Juli, zwei tausendfünfundzwanzig werden drei ehemalige Mitglieder der Krankenhausleitung wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung verhaftet.

00:58:34: Aber lasst uns mal ganz kurz zur Anfangsszene springen also den Moment auf dem Flur Sarah die Milch bringt, die den Schrei hört, die ins Zimmer tritt und Blut sieht und der Erklärung ja erstmal glaubt weil sie eben der Autorität auch vertraut und dann geht.

00:58:49: Und später sagt sie ich wusste dass etwas nicht stimmt und ich bin trotzdem gegangen Und ich glaube einfach, es gibt nichts Schweres das eine Mutter über sich selbst sagen kann.

00:58:59: Das ist ja nicht ihre Schuld, das haben wir jetzt auch schon festgestellt.

00:59:02: Sie hat nichts getan was man ihr vorwerfen könnte.

00:59:04: sie hat nur das gemacht was man gesagt hat.

00:59:06: Sie hatte dem System vertraut und der Schwester mit dem netten Lächeln.

00:59:11: Für Sarah und alle anderen Familien bleibt nur der Schmerz über den Verlust ihrer Babys.

00:59:16: Die Frage die jetzt wieder offen ist wer war wirklich für den Tod ihrer Kinder verantwortlich?

00:59:23: Lucy Letby sitzt heute im HMP Lou Newton, einem Hochsicherheitsgefängnis in Durham.

00:59:29: Sie hat nie öffentlich gestanden und sie bestreitet bis heute alles – aber sieben Babys sind tot!

00:59:36: Und irgendwo zwischen Schuld und Zweifel zwischen institutionellem Versagen und offener Justizfragen liegt die Wahrheit….

00:59:45: Ja, ich finde da sind halt so viele Punkte die halt einfach total schwierig sind.

00:59:49: Die falsch gelaufen sind, die schlecht sind.

00:59:52: also ich meine schon alleine angefangen von der Tatsache dass es da einen Klempner gibt er sagt er sei quasi jede Woche in dieser Klinik im Einsatz um irgendwelche Sachen zu reparieren die permanent kaputt gehen.

01:00:04: und ich mein wir wissen ja auch aus anderen kliniken bei denen das nicht so offensichtlich ist dass gerade so Krankenhauskeime und sowas ein riesen Problem Und wie wichtig Hygiene ist und dass alles wirklich tippitoppi sauber ist, das alles funktioniert.

01:00:20: Wenn ich mir diese Bedingungen in der Vorstelle, dass da Leute irgendwelche Windeln in irgendwelchen Ecken an der Decke stopfen damit es von oben nicht durchtopft... Ich meine stell dir das mal vor!

01:00:30: Das ist ja schon auf einer normalen Station eine absolute Katastrophe aber auf einer Intensivstation und dann auch noch auf einer, wo Frühchen liegen die ja eh schon super gefährdet sind.

01:00:41: Also das finde ich ist schon der erste große Skandal.

01:00:44: Und dass da nicht dieses Krankenhaus oder diese Abteilung einfach schon geschlossen wurde Das finde ich allein schon heftig Weil es ja irgendwie offensichtlich ist, dass da Zustände sind, die einfach nicht gehen.

01:00:56: Und das finde Ich spricht schon so ein bisschen dafür, dass es sein könnte Dass da Babys einfach gestorben sind die Hygiene nicht richtig war, weil vielleicht Keime irgendwie in diese Babys gelangt sind.

01:01:09: Entweder einfach durch Tropfen von der Decke oder einfach weil die Schwestern sich die Hände nicht richtig waschen konnten, weil da Wasser aus dem Wasserhahn kommt, das schmutzig ist und also Dessenfektion gar nicht möglich ist.

01:01:21: Dann wie du ja auch schon gesagt hast oder wie dieser Arzt auch sagt dass sie nicht früher abgezogen wurde Das wäre ja in so weit schlau gewesen, weil man dann gesehen hätte, wenn trotzdem noch weitere Babys gestorben wären.

01:01:33: Dass man sie da nicht mehr hätte verantwortlich machen können und dann hätte man vielleicht eher sehen können okay es war vielleicht einfach Zufall aber was wir natürlich nicht wissen ich meine wir haben jetzt leider keinen Zugriff auf alle möglichen Akten und kennen uns auch viel zu wenig aus das mit dem Insulin finde die schon ein bisschen auffällig.

01:01:50: Ich mein jetzt weiß ich auch nichts wie gut man dann optozieren kann, dass man so eine Todesursache wirklich zu hundert Prozent feststellen kann an so Früchen und dann wirklich mit Sicherheit sagen kann oder bzw.

01:02:02: haben ja diese Gutachter gesagt, man kann eben nicht mit Sicherheit das es Mord war sondern im Zweifel ist es halt nur in Anführungsstrichen fahrlässige Tötungen weil jemand nicht aufgepasst hat aber auch das sehr schlimm genug.

01:02:14: Ja, absolut.

01:02:15: Ich bin auch total hinuntergerissen und ich habe es ja am Anfang gesagt also vorher war ich mir eigentlich klar, ich kannte diesen Fall nur aus irgendwelchen Zeitungen und so oberflächlichen Berichterstattung die ich mal so gelesen hab und ich bin jetzt wirklich unsicher als ich finde.

01:02:29: So einige Indizien sind wirklich merkwürdig warum man solche Dinge tut wenn man unschuldig ist.

01:02:35: aber wie du auch gesagt hast das Krankenhaus hat hier riesige Versäumnisse gehabt.

01:02:41: Selbst wenn sie schuldig war, wurde sie nicht entfernt.

01:02:44: Wenn sie nicht schuldigt war hat man versucht irgendwas zu verschleiern und hat da keine Konsequenzen rausgezogen.

01:02:49: also es ist auf jeden Fall ein Skandal und dass diese Expertenkommission zusammen gekommen ist und nochmal dieses Gutachten oder diese ganzen Gutachten untersucht halt dieser Gutachter während des Prozesses dargestellt hat und gesagt hat okay der hat die falschen Schlüsse gezogen.

01:03:04: Das ist doch auch wirklich ein Skandal, ja?

01:03:06: Also ich meine das sind Gutachten gewesen auf deren Grundlage dieses Urteil gesprochen wurde weil es eben keine Handfesten Beweise gibt und dann sind diese Schlüsse die er gezogen hat einfach nicht richtig.

01:03:17: Jetzt sitzt da jemand im Gefängnis.

01:03:19: selbst wenn sie schuldig ist wurde das vielleicht aus den falschen Gründen gesprochen.

01:03:24: Ja total und ich meine es gibt irgendwie nur Verlierer in dieser Geschichte.

01:03:27: also wenn man sich jetzt vorstellt dass sie das nicht absichtlich gemacht hat Es ist ja aber auch total schlimm, weil sie sich natürlich Vorwürfe macht.

01:03:36: Weil es sich gar nicht erklären kann wie denn auch wenn du womöglich durch irgendwelche Keime die du ja nicht siehst dadurch irgendwelchen Krankheiten ausgelöst werden und dann sterben Babys und du denkst die ganze Zeit verzweifelt oh mein Gott was habe ich falsch gemacht?

01:03:49: Und faktisch hat sie vielleicht gar nichts falsch gemacht.

01:03:52: das ist ja total schlimm.

01:03:53: Aber auch für den ganzen Angehörigen ist es natürlich auch furchtbar.

01:03:56: Ich meine wir wissen ja von vielen Angehöringen wie schwer das ist so einem Prozess beizuwohnen, das alles noch mal zu hören.

01:04:02: Dann diese ganzen Details dir anzuschauen und zu hören mitzubekommen.

01:04:07: Und dann hoffen aber natürlich Angehörige schon auch irgendwie auf einen Schuldigen und auf eine Strafe weil du es da natürlich zumindest ein bisschen besser verarbeiten kannst als wenn es halt keinen Schuldigen gibt.

01:04:18: Wenn am Ende dann rauskommt dass im Grunde geschlurrt wurde ist das ja auch total schlimm.

01:04:27: Urangst auslöst, dass man denkt.

01:04:29: Man könnte Behörden vertrauen.

01:04:31: Man wäre in einem Krankenhaus sicher und hat das Gefühl da arbeiten Menschen, die nur was Beste für dich wollen?

01:04:36: Und dann stellst du aber fest, nee!

01:04:38: Das ist einfach ein Krankenhaus wo eine Krankenhausleitung ne Untersuchung nicht einleitet obwohl sie darauf hingewiesen wird diese lieber Sachen unter den Teppich kehrt und hygienische Zustände einfach weiter laufen lässt, die einfach ne Katastrophe sind.

01:04:51: Ja absolut.

01:04:52: und trotzdem ich meine wir können es uns... Irgendwie nicht vorstellen, dass diese nette Krankenschwester tatsächlich so viele Babys getötet hat.

01:04:58: Aber wir haben jetzt schon oft erlebt, dass man danach nicht gehen kann und man kann eben nicht in den Kopf reinschauen was es in Menschen vorgeht.

01:05:07: und natürlich besteht die Möglichkeit.

01:05:09: trotzdem und das ist wahrscheinlich sogar wahrscheinlicher, dass sie es war!

01:05:12: Sie wurde verurteilt ja aber es ist halt schwer nachzuverziehen

01:05:16: wird auf jeden Fall interessant zu verfolgen sein, wie das ausgeht.

01:05:20: Also ob die es dann nochmal komplett aufrollen und zu welchen Erkenntnissen sie kommen?

01:05:24: Und ob das Urteil dann womöglich anders ausfällt?

01:05:27: Ja!

01:05:28: Da halten wir euch natürlich auf dem laufenden Ende des Jahres.

01:05:32: Wird's da vielleicht eine Entscheidung geben, die erfahrt ihr dann natürlich bei uns und ansonsten sind wir nächste Woche wieder dran mit einem neuen Fall.

01:05:40: Genau beziehungsweise am Freitag kommt noch ein True Crime Briefing Und am Dienstag darauf bringe ich dann wieder ein Fall mit.

01:05:48: und dann kommen wir zu Marianne Bachmeier.

01:05:52: Haben ja auch einige schon, weil wir den Fall oder das Thema ja schon angesprochen haben.

01:05:56: zum Thema Selbstjustice, haben ja einige schon bei Spotify und auch bei Instagram geschrieben dass sie's cool fänden wenn wir den fall machen.

01:06:04: Deshalb werden wir das auch machen.

01:06:05: Das ist ein interessanter Aspekt, weil die Marianne Bachmeier, der den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter erschossen hat, gerade Angst davor hatte, dass der womöglich nicht wegen Mordes verurteilt wird und dann eben zu Selbstjustiz gegriffen hat.

01:06:22: Und das finde ich echt etwas, was man so richtig in die Tiefe diskutieren kann ob das jetzt nachvollziehbar oder nicht.

01:06:29: Bin auf jeden Fall gespannt!

01:06:31: Dann hören wir uns am ... Freitag wieder zu einem neuen To-Crime Briefing und bis dahin wünschen wir euch erstmal ein paar schöne Tage.

01:06:38: Ganz genau, habt eine gute Zeit!

01:06:40: Bis dann!

01:06:40: Ciao.

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